ingesinde
stN.
auch ingeside (z.B.
Rol
6451
).
Gesamtheit aller Personen, die einem Hausstand zugeordnet und dem Hausherren unterstellt sind (vgl.
gesinde
, s.a.
hûs
):
– für die ‘Dienerschaft, Bedienstete’
sô di frowe scône / Candacis ze mûse ginc, / sô stunden dâr an einen rinc / tûsint jungelinge / von irn ingesinde, / di plâgen hubischeite vile / mit allir slahte seitspile, / unde funf hundrit junchêren, / di mit allen êren / des hobis wol plâgen / unde wazzer gâben / und di dâ ware nâmen / der geste, di dâ quâmen
SAlex
6036.
5930;
heim reit er [
Hector] froliche. / von wibe vnd von kinde, / von dem in gesinde / wart er baz, was sol es me, / enphangen danne er wer e
Herb
7166;
zehant begunde im an der frist / sîn werdez ingesinde sagen, / daz im sîn truhsæze erslagen / wære
KvWHvK
169;
von Dürgen fürste Herman, / etslîch dîn ingesinde ich maz, / daz ûzgesinde hieze baz
Parz
297,17;
von taverne ingesinde
Wh
44,12;
AvaLJ
197,2;
NibB
558,4;
Tr
3232;
–
do waren di zwelf herren, di mit gote waren, / jungern di sinen, daz heilige ingesinde
AvaLJ
56,2;
stæteʒ ~
:
daz die milten alsô früege sterbent, / die nâch prîse werbent, / daz geschiht dâvon, / daz ir alze kûme / got in himels rûme / wil enbern ze stætem ingesinde
KvWLd
31,120;
ir [
Tristan und Isoldes] stætez ingesinde / daz was diu grüene linde, / der schate und diu sunne, / diu riviere unde der brunne, / bluomen, gras, loup unde bluot, / daz in den ougen sanfte tuot. / ir dienest was der vogele schal
Tr
16881.
– für die ‘(kämpfenden) Gefolgsleute’
mit schilde bevangen / ist zingesinde mir benant / manec rîter wert erkant
Parz
768,21;
er furt ain ingesinde / das uns hilfft von diser nott
HvNstAp
3476;
NibB
1621,2.
– für das ‘Gefolge’ von adeligen Männern und Frauen:
si [
Erec, Gawain, Lanzelet und Iwein] kâmen dar mit rîcheit, / wol geriten und gekleit, / als ez ir êren wol gezam; / ir geverte daz was âne scham. / si vuorten ingesindes vil. / busûnen unde seitspil / vor in ûf der strâze hal
Wig
9578;
dô daz ingesinde [
mâgen unde man
] den willen sîn ersach, / daz er warp nâch êren, dô liezen si in gân
NibB
2036,2.
1610,1
u.ö.;
von Damen:
wiltu niht eigen sîn, / sô muostu [
Kriemhild] dich scheiden mit den vrouwen dîn / von mînem [
Brunhildes] ingesinde, dâ wir zem münster gân
NibB
830,3.
1379,3.
785,3;
edel ~
:
ir edel ingesinde vrou Kriemhilt zuo z^$’ir gewan, / zwô und drîzec meide unt fünf hundert man
NibB
700,2;
dô sach man mit den künegen hin ze hove gân / ir edeln ingesindes tûsent küener man, / dar über sehzec recken, die wâren mit in komen. / die het in sînem lande der küene Hagen genomen
ebd.
1806,2
u.ö.
– in verschiedenen bildl. Verwendungen für Gefolgsleute und Diener:
wie der himelische chvnich im hivte erwelte vz sinem ingesinde der oberisten fuͤrsten einen, sant Gabrielem den erczengel
Konr
8,4;
wan er so gar suͦze ist, da uon ist er so unvirdrozinlich allime himilschin ingesinde
PrGeorg (Sch)
28,130.
5,235;
do sprachent vil geswinde / des túvels ingesinde, / [...], / das Ihesus schuldig wær dar an
WernhMl
4876.
8783;
mâz unde kiusche sint dîn ingesinde
KLD: Kzl
16: 1,14
MWB 2 1894,31; Bearbeiterin: Baumgarte