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Käfer

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Meyers
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Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Käfer

Bd. 10, Sp. 416
Käfer (Deckflügler, Koleopteren, Scheidenflügler, Coleoptera, Eleutherata, hierzu Tafel »Käfer I und II« mit Erklärungsblatt), Ordnung der Insekten, umfaßt Kerbtiere mit beißenden Mundwerkzeugen, frei beweglichem, stark entwickeltem Prothorax, hornigen Vorderflügeln (Flügeldecken, elytra) und vollkommener Metamorphose. Die Körperform ist sehr verschieden. Der Kopf ist meist in den Prothorax ein gesenkt und trägt die gewöhnlich elfgliederigen Fühler, die bei den Männchen oft sehr groß werden. Der oben meist dünnhäutige Hinterleib sitzt der Brust mit breiter Basis an; seine kleinern Endsegmente liegen meist eingezogen in den vordern Segmenten verborgen. Die vordern Flügeldecken bedecken in der Ruhe die häutigen, der Quere und Länge nach zusammengelegten Hinterflügel, liegen dem Hinterleib horizontal auf und verbergen diesen vollständig oder doch größtenteils. Zum Fliegen dienen die Hinterflügel, die entfaltet sehr umfangreich sind; nur selten fehlen die Flügel. Die Beine haben meist fünf- oder viergliederige, selten drei- bis eingliederige, oder auch die beiden vordern Paare fünfgliederige, das hintere Paar viergliederige Tarsen, wonach die freilich nicht natürliche Einteilung der K. in Pentamere, Heteromere, Tetra- (Kryptopentamere) und Trimere (Kryptotetramere) vorgenommen wurde, die jetzt einer mehr natürlichen weichen muß. Die zusammengesetzten (facettierten) Augen fehlen nur bei einigen blinden Höhlenbewohnern, Nebenaugen sind äußerst selten. Der Bauchstrang des Nervensystems ist bei den meisten Käfern langgestreckt, bei einigen jedoch zu einer großen Nervenmasse in der Brust zusammengezogen. Der Darmkanal ist in der Regel lang und gewunden. Die Zahl der Nierenschläuche (Malpighischen Gefäße) beträgt vier oder sechs. Die Männchen haben ein sehr großes, horniges Begattungsorgan, das in der Ruhe in den Hinterleib zurückgezogen ist. Die Begattung dauert oft tagelang. Die Larven sind entweder fußlos oder haben außer den drei Fußpaaren noch Stummel an den letzten Hinterleibsringen; sie leben meist sehr verborgen, vom Licht abgeschlossen und nähren sich von lebenden oder toten Stoffen aus dem Tier- und Pflanzenreich, von Exkrementen etc. Häufig nimmt der K. dieselbe Nahrung zu sich wie seine Larve; bisweilen aber lebt er von Blütenteilen, während die Larve karnivor ist. Einige K. und Larven leben in Ameisennestern und Bienenwohnungen symbiotisch oder von Eiern und Honig. An den Puppen stehen die Gliedmaßen frei hervor. – Die Zahl der benannten Arten beläuft sich wohl auf 80,000. Die K. sind auf der ganzen Erde verbreitet bis an die äußersten Grenzen der Vegetation in horizontaler und vertikaler Richtung; manche sind für den Menschen recht schädlich (vgl. Forstinsekten, Gartenschädlinge und Landwirtschaftliche Schädlinge). Fossile K. finden sich schon in der Trias, sind aber besonders zahlreich im Tertiär. Die Hauptfamilien der K. sind: 1) Marienkäfer (Coccinellidae, Tafel I, Fig. 49–51; Tarsen kryptotetramer, d. h. aus drei großen und einem unscheinbaren Glied zusammengesetzt). 2) Samenkäfer (Bruchidae, mit Erbsen-, Bohnen-, Samenkäfer), Rüsselkäfer (Curculionidae, Tafel I, Fig. 40–42; II, Fig. 18–21, mit Apfelblütenstecher), Borkenkäfer (Bostrichidae, mit Kiefernmarkkäfer), Bockkäfer (Longicornia oder Cerambycidae, Tafel I, Fig. 30-u 6, 43, 44, 54; II, Fig. 22–26, mit Pappelbockkäfer), Blattkäfer (Chrysomelidae, Phytophaga, Tafel I, Fig. 48, 52; 11, 28–93, mit Coloradokäfer, Erlenblattkäfer, Rapserdfloh), alle diese kryptopentamer, d. h. mit vier deutlichen und einem undeutlichen Tarsenglied. 3) Tenebrionen (Melasomata oder Tenebrionidae, Tafel I, mit Totenkäfer), Pyrochroiden (Pyrochroidae), Tafel I, Fig. 46, 47, Mordelliden (Mordellidae), Tafel I, Fig. 53, Blasenkäfer (Vesicantia oder Meloidae, Tafel I, Fig. 45, mit Kantharide und Maiwurm), diese und andre mit fünf und vier Tarsengliedern. 4) Laufkäfer (Carabidae, Tafel I, Fig. 1–4; II, 1–3, mit Gartenlaufkäfer, Feldsandkäfer, Getreidelaufkäfer), Wasserkäfer (Dyticidae, Tafel I, Fig. 5–8, mit Dyticus etc.), Kurzflügler (Staphylinidae, Tafel I, Fig. 15, 16, mit Staphylinus), Aaskäfer (Silphidae, Tafel I, Fig. 9–14; II, Fig. 4, mit Totengräber), Glanzkäfer (Nitidulidae), Speckkäfer (Dermestidae), Blatthornkäfer (Lamellicornia, Tafel I, Fig. 17 bis 29; II, 5–13, eine sehr umfangreiche Gruppe, mit Maikäfer, Nashornkäfer, Pillenkäfer, Getreidelaubkäfer, Gold- oder Rosenkäfer), Prachtkäfer (Buprestidae, Tafel I, Fig. 39; II, Fig. 15–17, mit Prachtkäfer), Schnellkäfer (Elateridae, Tafel I, Fig. 37,38; 11, Fig. 14, mit Saatschnellkäfer, Feuerfliege oder Cucujo), Weichkäfer (Malacodermata. mit Johanniswürmchen), Holzbohrer, Klopfkäfer (Xylophaga, Tafel II, Fig. 27, mit dem bunten Klopfkäfer), alle diese vorwiegend mit fünf Tarsengliedern. Vgl. Fabricius, Systema Eleutheratorum (Kiel 1801, 2 Bde.); Herbst, Die K. (in Jablonskys »Natursystem aller bekannten Insekten«, Berl. 1789–1806, 10 Bde.); Erichson, Naturgeschichte der Insekten Deutschlands, 1. Abt.: Käfer (das. 1845–99, 6 Bde.); Lacordaire, Genera des Coléoptères (Par. 1854–59, 5 Bde.); Redtenbacher, Fauna austriaca; Die K. (2. Aufl., Wien 1858); Gemminger und Harold, Catalogus Coleopterorum hucusque descriptorum (Münch. 1868–76, 12 Bde.); Sturm, Deutschlands K. (Nürnb. 1805–1857, 23 Bde., mit 424 farbigen Tafeln); Reitter, Catalogus Coleopterorum Europae (Berl. 1891); Sturm, Icones Coleopterorum Germaniae, 121 Tafeln mit Register (das. 1878); Calwer, Käferbuch (5. Aufl., Stuttg. 1894); Schenkling, Die deutsche Käferwelt (Leipz. 1886), Nomenclator coleopterologicus (Frankf. 1894) und Taschenbuch für Käfersammler (5. Aufl., Leipz. 1903); Schilsky, Systematisches Verzeichnis der K. Deutschlands (Berl. 1888); Ganglbauer, Die K. von Mitteleuropa (Wien 1892 ff., bisher 4 Bde.); Heyne, Die exotischen K. in Wort und Bild (Leipz. 1893 ff., fortgeführt von O. Taschenberg); Fleischer, Der Käferfreund. Praktische Anleitung zum Sammeln und Bestimmen der K. (Stuttg. 1896); Roger, Das Flügelgeäder der K. (Erlang. 1875).
6082 Zeichen · 101 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Käfer

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    Der Käfer , des -s, plur. ut nom. sing. Diminut. das Käferchen, Oberd. Käferlein, eine allgemeine Benennung aller geflüg…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Käfer

    Goethe-Wörterbuch

    Käfer Nom Pl -rn B48,275,10 ; abgekürzt ‘K’ 15 2 ,21 1 das sechsbeinige (krabbelnde, fliegende) Deckflüglerinsekt mit gl…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Käfer

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Käfer ( Deckflügler, Koleopteren, Scheidenflügler , Coleoptera, Eleutherata , hierzu Tafel »Käfer I und II« mit Erklärun…

  4. modern
    Dialekt
    Käfer

    Elsässisches Wb. · +2 Parallelbelege

    Käfer [Kháfər Hi. Ensish. U.; Khǽfər Str. ; Khǽwər, Pl. –ə Lohr ] m. 1. Käfer, auch Kosewort, bes. im Demin. min Käferle…

  5. Sprichwörter
    Käfer

    Wander (Sprichwörter)

    Käfer 1. Dem Käfer ergeht es schlecht, der sich einmiethet beim Specht. Die Russen: Der ist ein närrischer Käfer, der si…

  6. Spezial
    Käfer

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Kä|fer m. (-s,-) ‹entom› chefer (-fri) m.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit kaefer

98 Bildungen · 39 Erstglied · 57 Zweitglied · 2 Ableitungen

Zerlegung von kaefer 2 Komponenten

kae+fer

kaefer setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

kaefer‑ als Erstglied (30 von 39)

Käferänte

Adelung

Die Käferänte , plur. die -n, S. Adelung Dachänte .

Käferbeck, V

DWBQVZ

Käferbeck, V. s. Benediktinerregel, 1868.

Käferdose

RhWB

kaefer·dose

Käfer-dose (s. S.) Allg. f.: 1. D., in die die Kinder die gefangenen Maikäfer sperren Allg. — 2. übertr. a. Botanisierbüchse Aach-Stdt . — b…

käferente

DWB

kaefe·rente

käferente , f. was dachente 2, 664; käferentle n., pygoscelis minor, dürchelin, duchentlin Maaler 93 a .

käferflügeldecke

DWB

kaefer·fluegeldecke

käferflügeldecke , f. : wie vor Luther die bibel, wurde jetzt die Cansteinische mit ihren schwarzen käferflügeldecken gesucht. J. Paul Hesp.…

käfericht

DWB

kaefe·richt

käfericht , voll von käfern oder ihrem geschmeisz. Stieler 937 . vgl. käferig unter käfermäszig.

käferig

PfWB

kaefe·rig

käferig , käfertsig Adj. : ' dünn, klein '; e kewwerich Kerlche [ KU-Schmittw/O ]; 'unterentwikkelt, elend', käwerzich [ Kühn Hamet 117]; vg…

käferin

DWB

kaefe·rin

käferin , f. weiblicher käfer. Lichtwer fab. 1, 10 als ' neu '.

käferjagd

DWB

kaefer·jagd

käferjagd , f. : nur die schmetterlings- und käferjagd konnte ich ihm nicht abgewöhnen. Ernst Wagner ( Campe 4, 215 a ).

Käferjörge

Wander

Käferjörge Es ist Käfferjörgel. Georg, der Käfer, Sparren im Kopfe hat. ( Stadler, Pfalz, 283. )

Käferkrubel

RhWB

Käfer-krubel -gruwəl Wend-Ulmet m.: Käfer.

käferlein

DWB

kaefer·lein

käferlein , n. was käferchen. kefferlin Diefenb. 96 a . Tobler 98 a cheferli n. allerliebstes frauchen, mädchen oder kindchen. ein Ulricus d…

käfer(l)ig

ElsWB

kaf·erlig

käfer(l)ig [áfərik Roppenzw. Attenschw. ; kháfrik Banzenh. ; kháfərik M. ; khêfəriχ Ingw. ; kháfərlik Katzent. ] Adj. 1. lebhaft, beweglich…

Käfermade

RhWB

kaefer·made

Käfer-made -m:t (s. S.) Bitb-Wiersd Biesd , Wittl-Gransd , May-Stdt Ochtendung NMendig f.: Engerling.

käfermäszig

DWB

käfermäszig , munter, rüstig: keffermeszig Keisersberg omeisz 10 d ; so kefermäszig und so wol zu fusz als ein junger. Simpl. 1, 497; noch s…

Käfernburg

Meyers

kaefern·burg

Käfernburg , im Mittelalter eine thüringische Grafschaft, gegenwärtig einen Teil des schwarzburgsondershausenschen Amtes Arnstadt bildend, g…

kaefer als Zweitglied (30 von 57)

aaskäfer

DWB

aas·kaefer

aaskäfer , m. silpha, σίλφη , benennung stinkender käfer.

Bisamkäfer

Adelung

bisam·kaefer

Der Bisamkäfer , des -s, plur. ut nom. sing. 1) Ein Nahme, welchen einige auch dem Holzkäfer, oder so genannten Holzbocke, Cerambyx, L. gebe…

blattkäfer

DWB

blatt·kaefer

blattkäfer , m. chrysomela, ein goldkäfer, der sich in den blättern der blumensträuche aufhält, vgl. Strickers gedicht, das anhebt: ein chev…

borkenkäfer

DWB

borken·kaefer

borkenkäfer , m. dermestes typographus, piniperda, ein die rinde der fichte verheerender käfer, dessen frasz zeichen hervorbringt, die man g…

brachkäfer

DWB

brach·kaefer

brachkäfer , m. bruchus, scarabaeus solstitialis, nd. braksever, juniuskäfer, der im brachmonat fliegt ( vgl. maikäfer): du alberner brachkä…

dreckkäfer

DWB

dreck·kaefer

dreckkäfer , m. scarabaeus stercorarius Frisch 1, 204 c . Nemnich. franz. le fouille-merde.

feuerkäfer

DWB

feuer·kaefer

feuerkäfer , m. lucanus cervus, hirschkäfer, wie börner, berner, hausbrenner (2, 245), bei Henisch 1084, 19 lampyris: feuerkäfer, scorpion, …

glanzkäfer

DWB

glanz·kaefer

glanzkäfer , m. , zangenkäfer, vgl. Schwan nouv. dict. (1783) 1, 717 b : glücklich wie der glanzkäfer in der rose K. Gutzkow ges. w. (1872) …

goldkäfer

DWB

gold·kaefer

goldkäfer , m. , seit dem 15. jh. bezeugt; als name verschiedener metallisch glänzender käfer, vor allem des meist unter dem namen ' spanisc…

herzkäfer

DWB

herz·kaefer

herzkäfer , m. 1 1) eine käferart, diaperis. Adelung. 2 2) in der Schweiz kosewort, liebling, herzenskind. Stalder 2, 40 ; Resli war ihr ( d…

kegelkäfer

DWB

kegel·kaefer

kegelkäfer , m. ein käfer mit kolbenähnlichen fühlhörnern, dessen brustschild kegelform hat, cistela. Nemnich.

Koloradokäfer

Wander

Koloradokäfer Es sind Koloradokäfer. So heissen in Gotha scherzweise die jungen Mädchen, welche in der geographischen Anstalt von Perthes La…

kornkäfer

DWB

korn·kaefer

kornkäfer , m. 1) der käfer des kornwurms, auch kornbock, kornbohrer, korndieb. 2) der junikäfer. 3) der schwarzbraune warzenkäfer.

kothkäfer

DWB

koth·kaefer

kothkäfer , m. scarabaeus conspurcatus, schon mhd. quâtkever wb. 1, 803 b , auch bâhtkever Mones anz. 8, 399 b ( s. bocht ). kaatkäfer scara…

kreuzkäfer

DWB

kreuz·kaefer

kreuzkäfer , m. 1 1) der maikäfer Nemnich, wol auch bei Stieler 937 mit cantharus rutilus, scarabaeus gemeint; sächs. auch kreuzgräber, thür…

Ableitungen von kaefer (2 von 2)

gekäfer

DWB

gekäfer , n. coll. zu käfer, nach gewürm gebildet: von allen seiten kroch und schritt das gewürm und gekäfer an ihn heran. Immerm. Münchh. 3…

Verkäfer

LothWB

Ver-käfer m. D. Si. u. s. Verkäufer.