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trotten

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

trotten vb.

Bd. 22, Sp. 1079
trotten, vb. , traben. trotten 'traben' ist erheblich jünger bezeugt als trotten 'keltern': wo ich trott (ausdrücklich als tewczsch bezeichnet) Oswald v. Wolkenstein 77, 40 Schatz, doch ist die engere bedeutung aus dem zusammenhang nicht ersichtlich. da jeder beleg für ein germ.-ahd. trottôn fehlt, musz auch für trotten ebenso wie für 2trott (s. dort) mit entlehnung aus dem roman. gerechnet werden, vgl. auch engl. to trot, das seinerseits aus dem roman. stammt (seit der mitte d. 14. jhs. bezeugt), s. Murray 10, 1, 401c. ob dieses roman. trottare, frz. trotter seinerseits auf einem ins vulgärlat. gedrungenen germ. *trottôn beruht, ist zwar nicht völlig sicher, da dies nirgends nachgewiesen ist und auch schwierigkeiten wortgeographischer art bestehen, vgl. Gamillscheg 869b; doch ist zu betonen, dasz ein rom. *trottare ohne jede etymologie ist, ein germ. *trotton aber nach herkunft und bildung völlig klar wäre, vgl. ags. treddian 'trotten, schreiten', ahd. tretton 'calcare, conculcare' sowie Wissmann nom. postverb. 1, 197. nach dem bad. wb. 1, 571 wäre 2trotten mit 1trotten historisch identisch, und die bedeutung 'mit trabendem schritt gehen' würde auf rückentlehnung aus dem romanischen beruhen. 11) von pferden oder anderen reittieren, etwa synonym mit traben, aber nur selten im engeren reittechnischen sinn dieses wortes (vgl. dagegen trott 1 und trottieren 1): nicht raste mir (mein kamel), stampfend den boden zu zu trotten, zu traben, zu laufen, zu jagen schlagen, Rückert (1882) 11, 508. in ausdrücklicher leichter abgrenzung gegen traben, vgl.trotten, trotteln 'corrott. parte da traben, parte dal suono' Kramer 2 (1702) 1152b; trotten wie traben, ob es gleich eigentlich ein härteres auftreten wie dieses zu bezeichnen scheint Adelung versuch 4 (1780) 1081. so erscheint trotten, besonders im älteren gebrauch, gern in bäurischländlicher sphäre, als bezeichnung eines plumpen, schwerfälligen, langsamen laufens oder reitens (s. auch u. 3): der (knecht) auf einer merrhen dahin drottet und über ein wiesen hin hottet Hans Sachs 9, 316 Keller; ein gaul, der fromm, doch unverspottet, zu kranken und zum jahrmarkt trottet J. H. Voss s. ged. (1802) 6, 137; darum gern vom esel als reittier: darauf (auf dem esel) zu trotten auf und ab Hans Sachs 16, 173 K.-G.; der bauer bald sein grauen (esel) nam, tät nach der statt zu trotten Agyrtas grillenvertr. (1670) 94; sein esel trottete schwerfällig dahin über das gestein Rosegger sonnenschein (1902) 408. in jüngerem gebrauch mehr mit dem nebensinn des gemächlichen, gemütlichen: später saszen beide bereits plaudernd im sattel und trotteten über einen brückensteg hin Fontane I 4, 317; die pferdchen trotten ganz gemütlich durch W. Liller kriegszeitg. (sommerlese 1917) 262. als differenzierung von traben vielleicht auch im folgenden: die männer und die rotten, die zum turniere traben oder trotten Uhland ged. 1, 349 E. Schm.-H. von zugtieren: trotteten die gäule ... weiter gegen den ort ... wo sie vorbeiklapperten, fuhren die köpfe ans fenster, um enttäuscht ins dunkel zurückzufallen, dasz es nur eine alte kalesche war W. Schäfer wendekr. neuer anekdoten (1937) 128. vereinzelt transitiv 'zum trott antreiben' (s.traben I A 2 a, sp. 956), wohl nur in gelegentlichem reimspiel mit hotten: ist die reitkunst eine rechte adeliche übung, sonderbar wenn sie in denen rechten fundamentalregeln bestehet, nicht aber in hotten und trotten, jucken und drucken, plagen und schlagen Neiner tändelmarkt (1734) 79. 22) bei andern tieren bezeichnet trotten, etwa im sinne von trollen, ein laufen mit kurzen schritten, besonders die gangart des wolfes und verwandter tiere: nur die wölfe trotteten frech um die dörfer G. Freytag (1886) 10, 122; ein wolf trottete mit gesenktem kopf zwischen den stämmen hindurch ohne plan, ohne ziel, mit der stumpfheit eines unlustigen raubgesellen W. Beumelburg der strom (1925) 10; sobald sie eine beute gewittert haben, verstummen sie (die hyänen) und trotten nun näher Brehm tierl. (1890) 2, 4; Herta (ein blindenhund) trottete mit tiefem kopf hinter dem möbelwagen Steguweit d. soldat Lukas (1927) 97. auch vom schweren gang des herdenviehs: die seuchen, die ... durch die trottenden herden konnten mitgeschleppt werden Watzlik d. pfarrer v. Dornloh (1930) 50; büffel, eng aneinander trottend Meschendörfer d. stadt im osten (1933) 21. 33) vom menschen. im älteren gebrauch in etwas schillernder bedeutung, die bald ein plumpes, schwerfälliges auftreten, bald ein mehr schwankendes, torkelndes gehen zu bezeichnen scheint, vgl. drotte synonym für drampe 'plump treten' Seiler Basler ma. 85b. gern in bäurisch derben darstellungen: und hiet ich ainen haiszen schotten (quark), so wolt ich frischlich umbhin trotten fastnachtsp. 436 Keller (Neithartspiel); bist du (mädchen) beim tanz, sie (die burschen) thuon dein spotten, der ein spricht: 'schaw, wie geht sie drotten!', der ander sagt, du gangest wacken (wackelnd) und tragst so schwer an den arsbacken Wickram 4, 53 Bolte; ein gans trottet daher gleich als ein voller (betrunkener) und toller mann Höniger narrensch. (1574) 49b; auch der jüngere gebrauch ist variiert; vom kurzschrittigen laufen des kindes: meine kleine schwester war hinterher getrottet Klöden jugenderinner. (1911) 50; er machte schnelle, weite schritte ... und hatte die trabenden kinder hinter sich, nur der junge Balmatz trottete einzeln Hans Grimm volk ohne raum 1, 69. als bezeichnung langsamer, schwerer gangart: da kamen schon holzknechte ... und trotteten recht langsam, als wenn es gar nicht eile Rosegger waldbauernbub (1901) 2, 43. namentlich aber für ein gleichmäszig beharrliches oder gewohnheitsmäsziges gehen: vergebens sieht man sie (die ärzte) durch berg und wälder nach kräutern trotten Wieland w. (1794) 10, 325; täglich todesnachrichten, leichenzüge, links und rechts sinken sie hin, die bekannten — der überlebende trottet seine gewohnten wege Rosegger sonnenschein (1902) 408; kommen wir hungrige infanteristen durch nacht und wind getrottet Liller kriegszeitung (auslese 1915) 2, 210. damit verbindet sich gern die vorstellung des achtlosen, gleichgültigen: wenn beim zufälligen zurückblicken mir einer meiner alten lieblingsplätze ins auge fiel, wie ich so alle tage dran her trotte, als wärens laternenpfähle oder rebstöcke Annette v. Droste-Hülshoff br. 300 Cardauns; (burschen,) die vor dir kein käppchen lüpfend achtlos dir vorüber trotten Rückert (1882) 2, 181. 44) mit stärkerem hervortreten des akustisch-rhythmischen bedeutungselementes: ich ... hörte es deutlich schnaufen und drunten durch den quergang trotten Storm w. (1899) 5, 10; ebda 7, 70. von der gleichmäszigkeit des taktes her erklärt sich vielleicht auch tirol. trotten 'so dreschen, dasz die in einer reihe stehenden drescher zusammen immer einen streich, und den andern die gegenüberstehenden machen' Schmeller-Fr. bair. 1, 680.
6951 Zeichen · 107 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    trottensw. V.

    Köbler Mhd. Wörterbuch

    trotten , sw. V. Vw.: s. troten (1)

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Trotten

    Adelung (1793–1801) · +6 Parallelbelege

    Trotten , verb. reg. welches das Intensivum von treten ist, und in doppelter Gestalt vorkommt. 1) Als ein Activum, von t…

  3. modern
    Dialekt
    trotten

    Bayerisches Wörterbuch · +6 Parallelbelege

    trotten Band 4, Spalte 4,618f.

  4. Spezial
    trotten

    Russ.-Dt. Übers. (de-ru)

    trotten übertr. тащиться еле-еле, нога за ногу идиом. , разг. , ковылять, едва переставлять ноги устойч. , едва ногами в…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit trotten

20 Bildungen · 6 Erstglied · 13 Zweitglied · 1 Ableitungen

Zerlegung von trotten 2 Komponenten

trot+ten

trotten setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

trotten‑ als Erstglied (6 von 6)

trottenkopf

DWB

trotten·kopf

trottenkopf , m. , ' nachtmahr, seele eines verstorbenen ' schweiz id. 3, 416, vgl. drudenkopf teil 2, 1455 und trudenkopf unten sp. 1241 un…

trottensīhe

KöblerMhd

trottensīhe , st. F., sw. F. Vw.: s. trotensīhe

Trottentrëtter

Idiotikon

Trottentrëtter Band 14, Spalte 1491 Trottentrëtter 14,1491

trotten als Zweitglied (13 von 13)

Nëbentrotten

Idiotikon

Nëbentrotten Band 14, Spalte 1541 Nëbentrotten 14,1541

zuotrotten

KöblerMhd

zuo·trotten

zuotrotten , sw. V. nhd. „zutrotten“, herbeiziehen E.: s. zuo, trotten W.: nhd. DW- L.: Hennig (zuotrotten)

Zwingtrotten

Idiotikon

Zwingtrotten Band 14, Spalte 1542 Zwingtrotten 14,1542

Zëhendentrotten

Idiotikon

Zëhendentrotten Band 14, Spalte 1542 Zëhendentrotten 14,1542

zūtrotten

KöblerMhd

zūtrotten , sw. V. Vw.: s. zuotrotten

ūstrotten

Idiotikon

ūstrotten Band 14, Spalte 1544 ūstrotten 14,1544

Ableitungen von trotten (1 von 1)

zertrotten

Idiotikon

zertrotten Band 14, Spalte 1545 zertrotten 14,1545