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Aberwitz

nhd. bis sprichw. · 10 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
11 in 10 Wb.
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

Aberwitz

Aberwitz

aber Adv. und Konj. drückt als stets betontes Adv. mehrfache Wiederholung aus ‘wieder(um), abermals, noch einmal’, seit dem 16. Jh. allmählich durch wieder (s. d.) verdrängt, heute nur noch in bestimmten Verbindungen wie aber und aber(mals) (‘immer wieder’), tausend und abertausend (‘viele tausend’), Hunderte und aber Hunderte, bezeichnet als Konj. den Gegensatz ‘(je)doch, dagegen’, schränkt eine Behauptung ein ‘allerdings, freilich, immerhin’, verstärkt eine Behauptung, Aufforderung ‘wirklich’, drückt Verwunderung, einen Vorwurf aus aber, aber! (‘nicht doch!, was soll das?’). Ahd. (Adv. und Konj.) avur (auch afa, afar, 8. Jh.), mhd. aber, aver, mnd. āver, ōver, ēver ‘abermals, wiederum, von neuem; aber, dagegen’ sind wie verwandtes got. afar Präp. ‘nach’, Adv. in afaruh þan ‘nachher, später’, anord. norw. (mundartlich) aur- ‘unter, hinter’ (nur in Zusammensetzungen), z. B. anord. aurborð ‘Schiffsplanke vom Kiel’, norw. (mundartlich) aurbenk ‘hinterste Bank in der Stube’, und wohl auch anord. afar- ‘besonders, sehr’ alte Komparativbildungen zu den unter ab und von (s. d.) angeführten Ansätzen ie. *apo, *apu ‘ab, weg’, ebenso aind. aparám ‘später, künftig’, eine adverbial gebrauchte Flexionsform von aind. áparaḥ ‘hinterer, späterer’, awest. apara- Adj. (örtlich) ‘hinterer’, (der Reihenfolge nach) ‘folgender, zweiter’, (zeitlich) ‘späterer, künftiger’ und die (der Deklination der n-Stämme folgenden) germ. Formen asächs. aƀaro, aengl. eafora ‘Nachkomme’. aber bedeutet danach ursprünglich ‘weiter entfernt, später’, woraus sich im Dt. die Bedeutung ‘wieder, noch einmal’ entwickelt. Aus dieser Verwendung im Sinne einer Wiederholung konnte die einen Gegensatz bezeichnende Funktion entstehen. Beides ist bereits im Ahd. ausgebildet, der Gebrauch als Konjunktion endgültig allerdings erst im Spätahd. Aber n. ‘Einwand, Bedenken, Schwierigkeit’ (16. Jh.), Substantivierung der adversativen Konjunktion aber. Aberglaube m., (selten) Aberglauben ‘in falschen Vorstellungen wurzelnder Glaube, Irrglaube, trügerische Vorstellung, Einbildung, Vorurteil’, spätmhd. abergloube, doch geläufig erst seit Ende des 15. Jhs. In Zusammensetzungen dieses Typs (s. auch unten Aberwitz) bezeichnet aber-, ausgehend von der wiederholenden Funktion, das Gegenteil oder unechte Gegenstück des im Grundwort genannten Begriffs. abergläubisch Adj. ‘im Aberglauben befangen, dem Aberglauben entspringend’ (Anfang 16. Jh.), älter (heute ungebräuchlich) abergläubig (Ende 15. Jh.); vgl. mnd. āver(ge)lȫvich, (häufiger) āver(ge)lȫvisch. abermals Adv. ‘noch einmal, von neuem, wiederum’; zusammengezogen aus gleichbed. aber ein(e)s mal(e)s (2. Hälfte 15. Jh.). Aberwitz m. ‘völliger Unsinn, Unsinnigkeit, Irrsinn’, zunächst (14. bis 17. Jh.) Fem., dann (17. Jh.) Mask., gebildet mit aber- (s. oben Aberglaube) zu Witz im Sinne von ‘Vernunft, Verstand, Klugheit’ (s. d.); voraus geht mhd. abewitze f. ‘Unverstand, Wahnsinn’, vgl. mnd. āwit(te).
2937 Zeichen · 82 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Aberwitz

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Der Aberwitz , des -es, plur. car. 1) Die Thorheit, welche aus allzu vielem Wissen entstehet. 2) Die Einbildung eines gr…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Aberwitz

    Goethe-Wörterbuch

    Aberwitz zum Präfix s 3 aber [ Helena: ] Ist’s wohl Gedächtniß? war es Wahn, der mich ergreift? | War ich das alles? Bin…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Aberwitz

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Aberwitz ( Afterwitz ), das Zerrbild des Witzes, d. h. des Scharfsinnes; daher heißen ausgeklügelte und in ein gewisses …

  4. modern
    Dialekt
    Aberwitz

    Schweizerisches Idiotikon · +1 Parallelbeleg

    Aberwitz Band 16, Spalte 2382 Aberwitz 16,2382

  5. Sprichwörter
    Aberwitz

    Wander (Sprichwörter)

    Aberwitz 1. Aberwitz ist keinem nütz. 2. Aberwitz und Narrenhand, malet sich auf jede Wand. Engl. : He is a fool and eve…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit aberwitz

5 Bildungen · 4 Erstglied · 0 Zweitglied · 1 Ableitungen

Zerlegung von aberwitz 2 Komponenten

aber+witz

aberwitz setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

aberwitz‑ als Erstglied (4 von 4)

Aberwitzeln

Campe

aber·witzeln

○ Х Aberwitzeln , v. ntr. etwas aberwitzig sein. »Man fühlt vor lauter Ernst das Lächerliche nicht, sieht den Wald vor lauter Bäumen nicht, …

aberwitzen

DWB

aber·witzen

aberwitzen , delirare, desipere, ahd. âwizôn ( Graff 1 , 1104): ich hab gesehen, dasz ich den teufel anstellt mit arguieren und disputieren,…

aberwitzig

DWB

aber·witzig

aberwitzig , demens: er ist aberwitzig geworden, bringt nichts vor als aberwitziges zeug.

ABERWITZIGKEIT

DWB2

aberwitzig·keit

ABERWITZIGKEIT f. 1 eigentlich ( zu aberwitzig 1): ⟨v1566⟩ welche mit aberwitzigkeit, melancholey vnd vnsinnigkeit behafft sein theatrum dia…

Ableitungen von aberwitz (1 von 1)

aberwitze

Lexer

aber-witze stf. BMZ wahnwitz Dief. 1470 s. 91.