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langweilig

nhd. bis spez. · 8 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
8 in 8 Wb.
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

langweilig

langweilig

lang Adj. räumliche und zeitliche Erstreckung bezeichnend, ahd. lang ‘langgestreckt, lange dauernd, ausführlich’ (8. Jh.), mhd. mnd. mnl. lanc ‘lang, langsam’, asächs. nl. lang, aengl. lang, long, engl. long, anord. langr, schwed. lång, got. laggs wird zusammen mit gleichbed. lat. longus, mpers. drang, pers. dirang ‘lang’ auf ie. *(d)longho-, Adjektivbildung zu einer nasalierten Gutturalerweiterung der Wurzel ie. *del- ‘lang’, zurückgeführt. Unnasaliert liegt die (ursprünglich zum Teil wohl zweisilbige) Gutturalerweiterung vor in aind. dīrgháḥ, griech. dolichós (δολιχός), aslaw. dlьgъ, russ. dólgij (долгий) ‘lang’, ebenso (mit d-Abfall) in lit. ìlgas, lett. ilgs und in got. tulgus ‘fest, standhaft’. Das erste Zeugnis des germ. Adjektivs zeigt der bei Tacitus in lat. Langobardī überlieferte Name der Langobarden, eigentlich ‘Langbärte’. Im Dt. bezeichnet lang sowohl die Erstreckung in einer Dimension, und zwar bei Körpern die der größten Ausdehnung (im Unterschied zu breit oder dick), als auch die Erstreckung in der Zeit. In festen Verbindungen, vgl. lange Finger machen ‘stehlen’, einen langen Hals machen ‘neugierig sein’, ein langes Gesicht machen ‘enttäuscht sein’. – lange Adv. ‘lange Zeit, bei weitem’, ahd. lango ‘vor langer Zeit, längst’ (8. Jh.), mhd. lange, langen ‘seit langem, lange Zeit’. längs Präp. Adv. ‘an etw. entlang, der Länge nach’, mhd. langes, lenges Adv. ‘vor langer Zeit, der Länge nach’, mnd. langes, frühnhd. auch längst (mit hinzugetretenem t, s. unten) sind adverbiale Genitive Sing. des Adjektivs. Das Adverb ist in der Gegenwart kaum noch in Gebrauch (etw. längs schneiden, nordd. längs kommen); als Präp. wird längs seit dem 14. Jh. verwendet. längst Adv. ‘seit langer Zeit, schon lange, bei weitem’, frühnhd. längst, auch langest, leng(e)st. Ursprünglich identisch mit längs (s. oben), dessen adverbiale Verwendung im Sinne von ‘vor langer Zeit’ die durch sekundäres -t erweiterte Form übernimmt; entsprechend unlängst Adv. ‘vor nicht langer Zeit, vor kurzem’, mit unorganischem -t aus dem adverbiellen Genitiv frühnhd. unlang(e)s (15. Jh.), mnd. unlanges, mnl. onlanges. Länge f. ‘Ausdehnung in die Hauptrichtung, Dauer, Längengrad’, ahd. lengī (9. Jh.), mhd. lenge. Länge bezeichnet insbesondere die räumliche Erstreckung im Unterschied zu Höhe und Breite, auch die Körpergröße, und erscheint als Grundwort in Maßbezeichnungen wie Hauptes-, Pferde-, Schiffslänge. langen Vb. ‘ausstrecken, sich erstrecken, reichen, auskommen’, mhd. langen ‘lang werden oder machen, sich ausstrecken, um etw. zu erreichen, Verlangen haben’, ahd. langēn ‘Verlangen haben’ (9. Jh.). anlangen Vb. ‘ankommen’ (16. Jh.). erlangen Vb. ‘bekommen, gewinnen, erwerben, erreichen’, mhd. erlangen ‘sich sehnen, verlangen, erreichen’, auch (unpersönlich) ‘lang dünken, langweilen’. S. auch gelangen, hinlangen. verlangen Vb. ‘nach etw. Sehnsucht haben, etw. begehren, fordern’, mhd. verlangen; Verlangen n. substantivierter Infinitiv, mhd. verlangen, auch ‘Verdruß, Kummer’. länglich Adj. ‘im Verhältnis zur Breite größere Länge aufweisend, ein wenig lang’, ahd. langlīh (9. Jh.), frühnhd. langelich, lengelich (15. Jh.), daneben frühnhd. langlecht, länglicht, mhd. lengeleht. langsam Adj. ‘zögernd, lange Zeit brauchend, träge’, ahd. (8./9. Jh.), asächs. langsam ‘lange dauernd’, aengl. langsum; s. -sam. Daneben ahd. langseimi (10. Jh.), mhd. lancseim; das zweite Wortglied (ahd. -seimi) stellt sich zu mhd. seine ‘langsam, träge’, verwandt mit seit, Seite (s. d.), oder es gehört im Sinne von ‘langsam fließend, tröpfelnd’ zu dem unter Seim (s. d.) behandelten Substantiv; die Bedeutung ‘zögernd, gemächlich, nach und nach’ wird von langsam übernommen. Langeweile f. ‘Gefühl des Nichtausgefülltseins, des Überdrusses, Mangel an Abwechslung’, mhd. lange wīle, Zusammenschreibung vereinzelt seit dem 14. Jh., fest im 17. Jh., doch noch bis zur Gegenwart mit Binnenflexion (aus Langerweile, der Langenweile begegnen); langweilen Vb. ‘Langeweile bereiten’, reflexiv ‘Langeweile haben’ (18. Jh.); langweilig Adj. ‘uninteressant’ (15. Jh.). Langfinger m. ‘Dieb’ (17. Jh.). Langmut f. ‘Geduld, Nachsicht’ (16. Jh.), Rückbildung (da sich ahd. langmuotī, 8. Jh., nicht fortsetzt) aus langmütig Adj. ‘geduldig’, ahd. langmuotīg (10./11. Jh.), mhd. lancmüetec, Weiterbildung des Adjektivs ahd. langmuot (8. Jh.), einer Übersetzung von gleichbed. kirchenlat. longanimis (zu lat. longus ‘lang’ und animus ‘Seele, Mut’). Langohr n. Name des Hasen (auch kleines Langohr) und des Esels (großes Langohr), wohl rotw. (16. Jh.); zu vergleichen ist die ähnliche Benennung des Hasen durch spätlat. aurītus (zu lat. auris ‘Ohr’), des Esels durch die zugehörige Deminutivform lat. aurītulus. Adjektivisches aurītus ‘(in auffälliger Weise) mit Ohren versehen’ dient zur Charakterisierung beider Tiere. langwierig Adj. ‘lange während, viel Zeit erfordernd, mühsam’, frühnhd. langwiric ‘lange dauernd, lange lebend’ (15. Jh.), Zusammensetzung mit dem Adjektiv ahd. wirīg ‘dauernd, dauerhaft’ (um 1000), mhd. wiric ‘dauerhaft’, zu ahd. werēn (s. währen). Weit früher als das Adjektiv erscheint das Abstraktum ahd. langwirī̌gī ‘lange Dauer’ (um 1000).
5145 Zeichen · 185 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Langweilig

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Langweilig , -er, -ste, adj. et adv. von dem Ausdrucke lange Weile. 1) Auf eine unangenehme, verdrießliche Art lange wäh…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    langweilig

    Goethe-Wörterbuch

    langweilig vereinzelt vor Neutr unflekt, mehrf subst 1 im ursprünglichen Wortsinn: sehr od zu lange sich hinziehend, lan…

  3. modern
    Dialekt
    langweiligAdj.

    Pfälzisches Wb.

    lang-weilig Adj. : wie schd., langweilich [verbr., Buffington-Barba Penns 154 Gal], longwillich [IB-Ensh ( Glass 60)]. W…

  4. Sprichwörter
    Langweilig

    Wander (Sprichwörter)

    Langweilig 1. Langwîlig schött de Bûr e Achtehalver. ( Ostpreuss. ) – Frischbier 2 , 2295. 2. Es ist langweilig wie eine…

  5. Spezial
    langweilig

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    lang|wei|lig adj. d’aurela lungia, da stufé, monoton (-s, -a), uniform (-s, -a). ▬ langweilig es Einerlei monotonia f. ;…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit langweilig

5 Bildungen · 2 Erstglied · 2 Zweitglied · 1 Ableitungen

Ableitung von langweilig

langweilen + -ig

langweilig leitet sich vom Lemma langweilen ab mit Suffix -ig, auf Verb-Stamm zurückgeführt.

langweilig‑ als Erstglied (2 von 2)

langweiligen

DWB

langweiligen , verb. langeweile verursachen: zu viel ideen auf einmahl dargestellt, überladen, zu wenig langweiligen ihn. Jenisch bei Campe.

langweiligkeit

DWB

langweilig·keit

langweiligkeit , f. tarditas, cocionatura Steinbach 2, 963 : über die unbilligkeit des adels, über die langweiligkeit der prozesse. Göthe 15…

langweilig als Zweitglied (2 von 2)

stinklangweilig

RDWB1

stink·langweilig

stinklangweilig auch sterbenslangweilig скука смертная устойч. ; смертельно скучный устойч. ; нудный; кто-л. (или что-л.) смертельно надоел …

Ableitungen von langweilig (1 von 1)

Belangweiligen

Campe

◎ Belangweiligen , v. I) trs. Langeweile machen, verursachen (ennuyiren). Einen belangweiligen. C. II) rec. ♁ Sich belangweiligen. Langeweil…

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APA
Cotta, M. (2026). „langweilig". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 9. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/langweilig/pfeifer_etym
MLA
Cotta, Marcel. „langweilig". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/langweilig/pfeifer_etym. Abgerufen 9. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „langweilig". lautwandel.de. Zugegriffen 9. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/langweilig/pfeifer_etym.
BibTeX
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