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trotte

mhd. bis Dial. · 9 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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13 in 9 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

trotte f.

Bd. 22, Sp. 1075
trotte, f. , kelter. seit dem 9. jh. bezeugte hd. bildung zu treten (wohl nachbildung des lat. calcatura, das zunächst 'das treten' bedeutet, vgl. Seiler entw. d. dt. kultur 12, 149); ahd. trota torcular ahd. gl. 1, 293b St.-S. (alem., 9. jh.), dazu in wîntroton Notker 2, 211 Piper; trote prelo ahd. gl. 3, 412a, trovta calcatorium, torcular 3, 315a (beide 12. jh.) und mit variante des stammvocals truta calcatorium, torcular ebda 3, 297b, 348b (13. u. 11. jh.). heute ist trotte im wesentlichen auf alem. mundarten beschränkt (z. b. trote Hunziker Aargauer wb. 60, trotte Fischer schwäb. 2, 408, bad. wb. 1, 571, trott Martin-Lienhart elsäss. 2, 768a), während im übrigen die aus dem romanischen entlehnten synonyma gelten, vgl. torkel im schwäb., perse am Niederrhein, kelter in Mitteldeutschland, von wo aus es in die schriftsprache gelangte, vgl. Frings Germ. rom. (1932) 60 fuszn.; so wird Luthers kelter in den Wormser propheten und der Züricher bibel (1537) durch trott(e) ersetzt, s. Kluge von Luther bis Lessing (1918) 101. während in den ältesten belegen die schreibung mit einfachem t im wurzelauslaut durchaus feststeht, tritt seit dem 14. jh. die doppelschreibung mit tt auf (z. b. bei Fritsche Closener, s. u. 1) und setzt sich schnell durch. die erhaltung der urspr. kürze des vokals (bezeichnet durch die doppelschreibung des konsonanten) ist mundartlich bedingt; im hochalem. ist allgemein, im niederalem. und schwäb. teilweise die nhd. tondehnung unterblieben; daneben liesze sich auch mit einflusz von trotten (wo die kürze des vokals und gemination des konsonanten expressiv sein könnte) rechnen. [] 11) da man nur weintrauben, nicht aber auch andere früchte, mit den füszen auszutreten pflegte, begegnet trotte zunächst nur im bereich des weinbaus, ursprünglich für den ort oder die anlage zum traubentreten (s. o.), daneben aber auch für die künstlichen preszinstrumente wie meist für weinkelter überhaupt, vgl. torcular trotte, drotte, trot, drot Diefenbach 588a; trotte, kelter, trottbaum un pressoir, prelum Widerhold teutsch-franz.-lat. (1669) 343a: dasz man die trubele muost mit korben und mit secken uf die trotten tragen und mit schuhen tretten Fritsche Closener in: städtechron. 8, 133; warumb ist dein gewand rot und dein kleid als der tretenden in der trodten spiegel menschl. behaltnusse (1492) 83b (dagegen Luther: eines keltertreters Jes. 63, 2); in die drott soll man gon mit geweschen fszen Petrus de Crescentiis nutz der ding (1518) 46b; im herbst, so der wein von der trotten kommt Paracelsus chir. bücher (1618) 23 B.; darumb auch die preszzeug, trotten oder kälter nicht ferr davon (von der küche) sein sollen, damit man alle ding an der hand hab Sebiz feldbau (1580) 32; die trauben werden ... zur kelter oder trotte geführt Oken (1839) 3, 1868. bildlich: des teufels trotte und kelter, wo er für seine schenken den branntwein presse aus denen, welche auf erden herzen gepeinigt ... hätten Jer. Gotthelf ges. schr. (1855) 12, 77. in metaphorischer, auf biblischen bildgebrauch (vgl. z. b. offenb. 14, 19, Jes. 63, 3) zurückgehender wendung: leiden ist gleich einer trotten, damit man wein trottet: wen so der traube getrottet würd, so flieszet aus ihm, was in ihm ist; ... also ist es auch, so der mensch getrucket würd mit leiden Tauler nachfolg. Christi (1621) 133; ähnlich: die trotten oder kältern (verstand) des leidens hab ich (gott) allein getretten Geiler v. Keisersberg schiff d. penitenz (1514) 84a; ein jeglich ceremonia ist der verzweiflung trotten Paracelsus opera (1616) 1, 115. von hier aus rein übertragen (s. u. 1trotten 2): aber etlich menschen ..., den git got ein trot (beschwernis), das ist, si gent in liden und widerwertigkeit Geiler v. Keisersberg bilgerschaft (1512) 14b; wir können in dieselben trotten (bedrängnis) auch wol kommen zu seiner zeit, darin jetzt unser nechste leit Burkard Waldis Esopus 1, 264 Kurz. 22) jünger für fruchtpresse oder presse schlechthin: hestu selber ein trot, so trot inn (d. i. den zundel) Geiler v. Keisersberg bilgersch. (1512) 14a; ein trot, darvon birnmost und suroch (most der berberitze) rint ged. vom hausrat 2 c 1a Hampe (Straszburg um 1514); vierunddreiszig kältern oder trotten ..., damit sie den zucker austruckten N. Höniger indian. königreich (1579) 87; trotte 'stampf-, preszmühle, z. b. öltrotte ölmühle' Buck obd. flurnamenb. 283; trotte 'am Rhein die quetschmaschinen in stärkefabriken' Mothes ill. baulex. (1882) 4, 376; elsäss. trotten 'hölzerne cylindrische käseformen zur bereitung des münsterkäses' Martiny milchwirtsch. (1907) 130.
4645 Zeichen · 115 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    trotteswf.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +4 Parallelbelege

    trotte swf. weinpresse, kelter. ahd. trota Graff 5,522. torcular voc. o. 19,22. ein trotte ist ein ûfgang Diut. 1,315. d…

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Trotte

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Die Trotte , plur. die -n, ein nur in einigen Oberdeutschen Gegenden übliches Wort, eine Presse, und besonders eine Wein…

  3. modern
    Dialekt
    Trott(e)

    Elsässisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    Trott(e) [Tròtə S.; Tròt Hattst. Co. Horbg. Molsh. NHof Str. K. Z. Han. Ndrbr. Lobs. ; Trot Su. Hlkr. Logelnh. Mittl. M.…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit trotte

62 Bildungen · 54 Erstglied · 8 Zweitglied · 0 Ableitungen

trotte‑ als Erstglied (30 von 54)

Trotte(n)baum

Idiotikon

Trotte(n)baum Band 4, Spalte 1248 Trotte(n)baum 4,1248

Trotte(n)bir(eⁿ)

Idiotikon

Trotte(n)bir(eⁿ) Band 4, Spalte 1498 Trotte(n)bir(eⁿ) 4,1498

Trotte(n)brief

Idiotikon

Trotte(n)brief Band 5, Spalte 491 Trotte(n)brief 5,491

Trotte(n)chnëcht

Idiotikon

Trotte(n)chnëcht Band 3, Spalte 732 Trotte(n)chnëcht 3,732

Trotte(n)chopf

Idiotikon

Trotte(n)chopf Band 3, Spalte 416 Trotte(n)chopf 3,416

Trotte(n)herr

Idiotikon

Trotte(n)herr Band 2, Spalte 1547 Trotte(n)herr 2,1547

Trotte(n)hūs

Idiotikon

Trotte(n)hūs Band 2, Spalte 1734 Trotte(n)hūs 2,1734

Trotte(n)lǖt

Idiotikon

Trotte(n)lǖt Band 3, Spalte 1526 Trotte(n)lǖt 3,1526

Trotte(n)ma(nn)

Idiotikon

Trotte(n)ma(nn) Band 4, Spalte 282 Trotte(n)ma(nn) 4,282

Trotte(n)mutschli

Idiotikon

Trotte(n)mutschli Band 4, Spalte 602 Trotte(n)mutschli 4,602

Trotte(n)māss

Idiotikon

Trotte(n)māss Band 4, Spalte 440 Trotte(n)māss 4,440

Trotte(n)rëcht

Idiotikon

Trotte(n)rëcht Band 6, Spalte 305 Trotte(n)rëcht 6,305

Trotte(n)seil

Idiotikon

Trotte(n)seil Band 7, Spalte 756 Trotte(n)seil 7,756

Trotte(n)spilleⁿ

Idiotikon

Trotte(n)spilleⁿ Band 10, Spalte 335 Trotte(n)spilleⁿ 10,335

Trotte(n)standeⁿ

Idiotikon

Trotte(n)standeⁿ Band 11, Spalte 1048 Trotte(n)standeⁿ 11,1048

Trotte(n)stangeⁿ

Idiotikon

Trotte(n)stangeⁿ Band 11, Spalte 1106 Trotte(n)stangeⁿ 11,1106

Trotte(n)stubeⁿ

Idiotikon

Trotte(n)stubeⁿ Band 10, Spalte 1168 Trotte(n)stubeⁿ 10,1168

Trotte(n)stuck

Idiotikon

Trotte(n)stuck Band 10, Spalte 1836 Trotte(n)stuck 10,1836

Trotte(n)stuel

Idiotikon

Trotte(n)stuel Band 11, Spalte 325 Trotte(n)stuel 11,325

Trotte(n)tier

Idiotikon

Trotte(n)tier Band 13, Spalte 1235 Trotte(n)tier 13,1235

Trotte(n)wirbel

Idiotikon

Trotte(n)wirbel Band 16, Spalte 1161 Trotte(n)wirbel 16,1161

Trottel I

Idiotikon

Trottel I Band 14, Spalte 1534 Trottel I 14,1534

Trottel II

Idiotikon

Trottel II Band 14, Spalte 1534 Trottel II 14,1534

Trottelkopf

SHW

Trottel-kopf Band 1, Spalte 1765-1766

trotte als Zweitglied (8 von 8)

Öltrotte

Campe

† Die Öltrotte , Mz. — n , im N. D. eine Ölkelter; auch eine Ölmühle.

Marktrotte

DRW

markt·rotte

Marktrotte, f. zu Markt (V) u. Rotte "Rechtsgemeinschaft insb. innerhalb einer Gemeinde", vgl. DWB. VIII 1317 Gemeindebezirk 2. Hälfte 16. J…

Öhltrotte

Adelung

Die Öhltrotte , plur. die -n, eine im Oberdeutschen übliche Benennung einer Öhlkelter, zuweilen auch einer Öhlmühle, S. Adelung Trotte .

öltrotte

DWB

oel·trotte

öltrotte , f. ölkelter, ölpresse, trapes Dief. 593 c . voc. 1482 x 8 b . Maaler 311 b .

wachtrotte

DWB

wacht·rotte

wachtrotte , f. wachmannschaft: wachtmeister stell ein trüwe wachtrott an. J. Mahler, schweiz. idiot. 4, 532 .

zuckertrotte

DWB

zucker·trotte

zuckertrotte , f. , zuckerpresse M. Quad enchirid. cosmogr. (1604) 287 . vgl. DWB trottbaum pars torcularis Frisius 112 b . —

Öltrotte

DRW

Öltrotte, f. Vorrichtung zum Auspressen von Ölfrüchten vgl. Ölmühle úber die oͤltrotten by Zentners tor 15. Jh. FreiburgUB. III 10 wann ein …