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Weberknecht

nhd. bis spez. · 8 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

Weberknecht

Weberknecht

1Kanker m. Weberknecht m. Tiere mit diesen Namen bilden eine Ordnung der Spinnentiere, die keine Spinndrüsen besitzen und daher keine Fangnetze bauen („weben“). Es handelt sich um lebhafte und bewegliche Exemplare mit acht extrem langen, die Körperlänge um ein Vielfaches übertreffenden Beinen. Die Herkunft von Kanker, Weberknecht ist ungewiß; der zoologische Unterschied zu den Spinnen wird oft nicht beachtet. Kanker, spätmhd. kanker (14. Jh.), heute vornehmlich landschaftlich, besonders md. Kanker, Ganker, Ganger, aber auch in der dt. zoologischen Fachsprache (neben Weberknecht) üblich, wird am ehesten im Hinblick auf die Langbeinigkeit mit germ. *gangjan (s. gehen) zu verbinden sein; vgl. auch omd. kankern, gankeln, gangeln ‘hin und her schwanken, unsicher gehen’. Auf einer ähnlichen Vorstellung dürfte der Name Weberknecht m. (Ende 18. Jh., doch sicher älter) beruhen, dessen erster Teil aus germ. *waibōn ‘sich hin und her bewegen, wimmeln’ (ahd. weibōn, s. Weibel) erklärbar ist. Ob aengl. gangelwæfre, gangewifre ‘Spinne’ als verwandt heranzuziehen ist, ist fraglich; dann müßten die Kompositionsglieder an germ. *gangjan und germ. waibōn (s. oben) angeschlossen werden. Vielleicht läßt sich die aengl. Form besser mit anord. kǫngul-, kǫngurvāfa ‘Spinne’ verbinden, ebenfalls unklarer Herkunft. Sollten diese zu anord. kengr ‘Biegung, Haken, Bügel’ sowie kslaw. gọžvica ‘Weidenrute’, russ. guž (гуж) ‘Kummetriemen, Seil’, slowen. góž ‘Riemen’, tschech. houžev ‘Gedrehtes, Gewundenes, Weidenrute’ (nach ie. *gengh- ‘drehen, winden, flechten, weben’) und anord. vefa ‘weben’, (ie. *u̯ebh- ‘weben, flechten, knüpfen, sich hin und her bewegen’, s. weben) gehören, so bezeichnen die aengl. und anord. Namen allerdings eher eine ein Gespinst herstellende Spinne und nicht einen Kanker bzw. Weberknecht.
1812 Zeichen · 43 Sätze

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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    WeberknechtDer

    Campe (1807–1813) · +2 Parallelbelege

    Der Weberknecht , — es, Mz. — e , eigentlich ein Knecht eines Webers; in der Naturbeschreibung uneigentlich der Name ein…

  2. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Weberknecht

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Weberknecht , Holzspinne (lat. phalangium opilio ), eine zu den Afterspinnen gehörende Spinnenart, einer Spinne ähnlich,…

  3. modern
    Dialekt
    Weberknechtm.

    Pfälzisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    Weber-knecht m. : 'das Spinnentier Weberknecht (Phalangium opilio)', Webeʳ -, Weweʳknecht [vereinzelt]; vgl. Habergeiß 2…

  4. Spezial
    Weberknecht

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    We|ber|knecht (Opiliones) m. (-[e]s,-e) ‹zool› bercia (-ces) f.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit weberknecht

2 Bildungen · 1 Erstglied · 1 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von weberknecht 2 Komponenten

weber+knecht

weberknecht setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

weberknecht‑ als Erstglied (1 von 1)

weberknechtspinne

DWB

weberknecht·spinne

weberknechtspinne , f. Tschudi thierleben d. alpenwelt 280 : aus deren ( der mooshütte ) dunkelen winkeln krochs ... aus allen ecken und rit…

weberknecht als Zweitglied (1 von 1)

Scharzenweberknecht

DRW

scharzen·weberknecht

Scharzenweberknecht, m. Geselle bei den Scharzenwebern wart miner motter alte magt ... ehelich bestat an einen scharzenweversknecht 1561 Buc…