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Katzengold

nhd. bis sprichw. · 11 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
11 in 11 Wb.
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

Katzengold

Katzengold

Katze f. Der Name des domestizierten, seit der Spätantike als Mäusevertilger gehaltenen kleinen Raubtiers (dann auch zoologischer Sammelbegriff für alle Angehörigen dieser Raubtierfamilie) findet sich (allerdings mit wechselnder Stammbildung) im Westgerm. und Nordgerm., ahd. kazza f., kazzo m. (9. Jh.), mhd. katze f., afries. mnd. katte f., mnl. catte f., nl. kat f., aengl. catte f., catt m., mengl. engl. (von nordafrz. anglonorm. cat beeinflußt) cat, anord. kǫttr m., ketta f., schwed. katt m., katta f.; für das Got. fehlen Belege. Die nicht zum gemeinsamen ie. Bestand gehörende Bezeichnung läßt sich in den meisten europ. und einigen außereurop. Sprachen nachweisen, doch sind Herkunft und Entlehnungswege ungeklärt. Auf spätlat. cattus, catta (4. Jh., für lat. fēlēs, fēlis) beruhen mgriech. kátta (κάττα), káttos (κάττος) und die roman. Formen frz. chat m., chatte f., ital. gatto m., gatta f., span. gato m., gata f. Möglicherweise sind auch die übereinstimmenden Formen in den baltoslaw. Sprachen hier anzuschließen, z. B. aruss. kslaw. kotъka ‘Katze’, russ. kot (кот) ‘Kater’, lit. katẽ ‘Katze’, kãtinas ‘Kater’. Höheres Alter könnte dagegen den kelt. (air. cat, kymr. cath, im ir. Fürstennamen Cenn Cait ‘Katzenkopf’ vielleicht schon auf das 1. Jh. zurückgehend) und den germ. Bildungen zukommen, so daß der Ursprung der Benennung (zunächst für die einheimische Wildkatze?) mehrfach in diesen beiden Sprachgruppen vermutet wird; vgl. Kaspers in: Zs. f. vgl. Sprachforsch. 67 (1942) 218 f., der Katze als ‘Tier mit dem krummen Rücken’ an germ. *kat(t)- ‘Krümmung’ anzuschließen sucht. Auffällig sind aber nordafrikan. Entsprechungen wie nub. kadīs, berber. kaddîska, Afade gâda (FEW 2, 520), die an eine Ausbreitung des Tiernamens von Afrika her (durch kelt. Vermittlung?) denken lassen, da die gezähmte Katze zuerst in Ägypten vorkommt und von dort nach Europa gelangt. – Kätzchen n. ‘ährenähnlicher Blütenstand bestimmter Gehölze’ (z. B. Weide, Erle, Birke, Haselstrauch), durch Vergleich mit dem weichen Katzenfell motivierte Übertragung des Deminutivums von Katze (s. oben), frühnhd. ketzgin, palmketzel (15. Jh.); vgl. gleichbed. nl. katje, engl. catkin. Katzenauge n. ‘Rückstrahler, besonders am Fahrrad’ (20. Jh.), in der Mineralogie ‘einen streifenförmigen Lichtschein zeigender Edelstein’ (18. Jh.). Katzengold n. ‘goldgelb glänzender Glimmer’ (daneben Katzensilber für einen Glimmer mit silbrigem Glanz, beide 16. Jh.), vorher ahd. kazzūngold ‘goldgelbes Kirschharz’ (Hs. 12. Jh.); diesen Verwendungen liegt die Vorstellung des Falschen, Unechten zugrunde. Katzenjammer m. ‘körperliches Unwohlsein als Nachwirkung eines Rausches’ (2. Hälfte 18. Jh.), anfangs vor allem in der Studentensprache; seit dem 19. Jh. häufig auf Gemütszustände übertragen ‘Reue, Gewissensqual’ (s. auch 2Kater). Katzenmusik f. ‘mißtönende Musik’, ursprünglich jmdm. von Studenten als Ständchen dargebracht, um ihn zu verhöhnen (letztes Viertel 18. Jh.); bei Stieler (1691) ‘Geschrei der Katzen’. Katzensprung m. ‘unbedeutende Entfernung’ (17. Jh.).
3047 Zeichen · 122 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Katzengold

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Das Katzengold , des -es, plur. inus. Glimmer, der den Glanz und die Farbe des Goldes hat, aber nichts Metallisches enth…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Katzengold

    Goethe-Wörterbuch

    Katzengold mineralog: gelblich glänzender, verwitterter Glimmer (sd); auch in (volks)etymol-terminologischer Reflexion 1…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Katzengold

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Katzengold , Mineral, s. Glimmer .

  4. modern
    Dialekt
    Katzengold

    Elsässisches Wb. · +3 Parallelbelege

    Katze n gold n. Gummi, das manche Bäume ausschwitzen Kerzf. — Schweiz. 2, 226.

  5. Sprichwörter
    Katzengold

    Wander (Sprichwörter)

    Katzengold Uch det Kazngûld glänzt. – Schuster, 1084.

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Zerlegung von katzengold 2 Komponenten

katzen+gold

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Cotta, M. (2026). „katzengold". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 16. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/katzengold/pfeifer_etym
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Cotta, Marcel. „katzengold". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/katzengold/pfeifer_etym. Abgerufen 16. May 2026.
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Cotta, Marcel. „katzengold". lautwandel.de. Zugegriffen 16. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/katzengold/pfeifer_etym.
BibTeX
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