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schaben

mhd. bis spez. · 18 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
22 in 18 Wb.
Sprachstufen
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

schaben

schaben

schaben Vb. ‘reiben, abkratzen, radieren’. Das gemeingerm., ursprünglich starke Verb ahd. scaban (9. Jh.; giscaban, 8. Jh.), mhd. schaben ‘kratzen, radieren, scharren’, reflexiv ‘schäbig werden, glatt werden, polieren’, intransitiv ‘schnell weggehen’, asächs. skaƀan, mnd. schāven, mnl. scāven, nl. schaven, aengl. sc(e)afan, engl. to shave, anord. skafa, schwed. skava, got. skaban ‘die Haare scheren’ (germ. *skaban) läßt sich mit lat. scabere ‘kratzen, reiben’, scaber ‘rauh, krätzig’, scabiēs ‘Rauhigkeit, Räude’, lit. skõbti ‘mit dem Beitel, Schaber aushöhlen, (in Holz) schneiden’, russ.-kslaw. skoblь, russ. skóbel’ (скобель) ‘Schabmesser’ auf ie. *skā̌b(h)- zurückführen, eine durch Labialwechsel unterschiedene Variante der Wurzel ie. *(s)kē̌p-, *(s)kō̌p-, *(s)kā̌p- ‘mit scharfem Werkzeug schneiden, spalten’, wozu auch schaffen, Schaff, Schaft, schöpfen (s. d.) gehören. Übertritt zur schwachen Flexion erfolgt etwa im 16. Jh., zunächst im Prät. (schabte), zögernd im Part. Prät. (geschabt; doch geschaben vereinzelt noch im 19. Jh.). Vom Verb abgeleitet 1Schabe f. ‘Schabeisen (zum Glätten), Hobel’, ahd. scabo m. (9./10. Jh.), scaba f. (11. Jh.) ‘Schabeisen’, mhd. schabe f. ‘Schabeisen, Hobel’, asächs. skaƀo m., mnd. mnl. schave, nl. schaaf, aengl. sceafa m., anord. skafi m. ‘Schabeisen’. 2Schabe f. Name für ein abgeflachtes, käferähnliches, lichtscheues Insekt, das vornehmlich in Küchen, Backstuben und Speichern lebt, ‘Kakerlak’. Als Tiername zuerst mhd. schabe zur Bezeichnung (13. Jh.) der ‘Kleidermotte’ (so noch heute gebietsweise in Süddeutschland), danach steht Schabe als Gemeinschaftsname für ‘Holzwurm, Assel’ (16. Jh.) und anderes Kleingetier, dessen schädliche Wirksamkeit sich als schabendes, raspelndes Fressen darstellt. In diesem Sinne, also gleichsam als ‘Mehl, Staub machendes (oder fressendes?) Tierchen’, ist auch (trotz Ebbinghaus in: General Linguistics 17 (1977) 92 f.) das lat. ērūca glossierende aengl. mǣlsceafa (10. Jh.) aufzufassen. Erst im 18. Jh. wird Schabe (auch in den Zusammensetzungen Bäcker-, Mehl-, Küchenschabe als literatursprachlicher Name im oben genannten Sinne üblich. Vgl. Pfeifer Tiernamen Beiheft 2 (1965). S. auch Schwabe. schäbig Adj. ‘räudig, krätzig, abgeschabt, abgenutzt, kleinlich, geizig’, mhd. schebic ‘räudig, von schlechtem Aussehen’, mit affektiver Geminierung mnd. mnl. schabbich ‘krätzig, schorfig’, nl. schabbig ‘abgenutzt, abgeschabt’, engl. shabby (vgl. aengl. sceabbede ‘krätzig, schorfig’) sind Ableitungen von Substantiven, die zu dem unter schaben (s. oben ) behandelten Verb gebildet sind, wie ahd. scabado, skebido m. (9. Jh.), asächs. skaƀaðo m., aengl. sceabb, anord. skabb n. ‘Räude, Krätze’ (woraus engl. scab), schwed. skabb und (erst seit dem 18. Jh. bezeugtes) nhd. 3Schabe f. ‘Räude, Krätze’, vereinzelt auch Schäbe (18. Jh.), nd. Schabbe. Die als Tierkrankheit verbreitete Räude verursacht Juckreiz, so daß sich die erkrankten Tiere reiben und abgeschabte Stellen im Fell entstehen. Vom Aussehen (‘abgeschabt, abgenutzt’ von der Kleidung) wird schäbig auf das Verhalten (‘kleinlich, geizig, erbärmlich’) übertragen. Schabsel n. ‘abgeschabtes Teilchen’ (17. Jh.); zum Suffix s. -sal, -sel.
3185 Zeichen · 114 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    schabenstn.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +6 Parallelbelege

    schaben stn. si kunnend sich wol übel gehaben mit auchzen, schrîgen und schaben Netz 6388. das schinden u. schaben teure…

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Schaben

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Schaben , verb. reg. act. 1) Stark, und mit einem diesem Zeitworte eigenthümlichen Geräusche reiben. Die Thiere schaben …

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    schaben

    Goethe-Wörterbuch

    schaben (mit einem scharfen Gegenstand, Gerät, Werkzeug) eine kratzende, reibende Bewegung auf einer Oberfläche vollführ…

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Schaben

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09) · +1 Parallelbeleg

    Schaben , soviel wie Motten.

  5. modern
    Dialekt
    schaben

    Elsässisches Wb. · +4 Parallelbelege

    schabe n [âpə S.; âwə O. U. W.; ôwə Breitenb. Bisch. K. Z. Imbsh.; Konj. âptətə Hi. ] 1. schaben, die Rinde oder Sch…

  6. Sprichwörter
    Schaben

    Wander (Sprichwörter)

    Schaben 1. Bei ihm heisst's: schab, schab, schab bis ins Grab. – Parömiakon, 2144. 2. Man kann noch so lange schaben, um…

  7. Spezial
    schaben

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    scha|ben vb.intr. 1 (reiben) rafé (rafa) 2 (raspeln) graté (-ta) 3 (kratzend entfernen) rascé demez, crazé jö 4 (kratzen…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schaben

38 Bildungen · 10 Erstglied · 23 Zweitglied · 5 Ableitungen

Zerlegung von schaben 2 Komponenten

scha+ben

schaben setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

schaben‑ als Erstglied (10 von 10)

schabengift

DWB

schaben·gift

schabengift , n. arsenik zur vertreibung der schaben angewandt. Adelung ; auch schwabengift.

Schabenkäse

Wander

schaben·kaese

Schabenkäse Der ist ain schabenkäss. – Hauer, Mij 2 . Auch bei Fischart (Gesch.): »Ich reiss nit sehr nach gut, als mancher Schabkäs thut.« …

schabenkäsz

DWB

schabenkäsz , m. ein habgieriger geizhals ( s. u. schabhals): ich reysz nit sehr nach gut, als mancher schabenkäsz thut. Garg. 95 b .

schabenkraut

DWB

schaben·kraut

schabenkraut , n. blattaria, cirtus, ledon foliis Rosmarini. Frisch 2, 154 c ; verbasium blattaria, schabenkraut, mottenkraut, mottenkruyt D…

Schabenkrut

ElsWB

schaben·krut

Schabe n krut n. Edelkraut, Verbascum blattaria Kirschl. 1, 542. — Schweiz. 3, 909.

Schabenschisser

PfWB

schaben·schisser

 Schaben-schisser m. : ' Kleidermotte in der Entwicklungsphase des Schmetterlings ', Schaweschisser [ Don-Tscherwk ]; vgl. Schabe 2 1.

schaben als Zweitglied (23 von 23)

beschaben?

KöblerMhd

*beschaben? , (Part. Prät.=)Adj. nhd. „beschabt“ Vw.: s. un- E.: s. beschaben (1) W.: s. nhd. beschaben, (Part. Prät.=)Adj., beschaben (Adj.…

abe schaben

MWB

abe schaben stV. sw. Part. Prät. SHort ; s. a. schab|ab 1 ‘etw. durch Schaben, Kratzen entfernen’ 2 übertr.: ‘etw. tilgen, zunichte machen; …

abegeschaben

KöblerMhd

abe·geschaben

abegeschaben , st. V. nhd. sich wegscheren, abschaben, auslöschen, tilgen, vertreiben Q.: Tauler (FB abegeschaben), Volmar (1249?) E.: s. ab…

abgeschaben

Lexer

ab-geschaben part. adj. ich bin alt unde kranc und bin nû gar abgeschaben Kol. 164.

abschaben

DWB

abschaben , abradere, abreiben. das moos vom baume, den bart ( von den wangen ) abschaben, holz mit glas abschaben, farben abschaben, abreib…

anschaben

DWB

anschaben , arradere: den käse anschaben.

aufschaben

DWB

auf·schaben

aufschaben , radendo aperire, extenuare, fricando asperare. nnl. opschaven.

b(e)schaben

Idiotikon

b(e)schaben Band 8, Spalte 17 b(e)schaben 8,17

beschaben

DWB

beschaben , deradere, ahd. piscapan, mhd. beschaben, nnl. beschaven: denn es ( das mal ) ist tief eingefressen, und hats beschaben gemacht. …

dur(ch)schaben

Idiotikon

dur(ch)schaben Band 8, Spalte 17 dur(ch)schaben 8,17

durchschaben

DWB

durch·schaben

durchschaben , schabend durchlöchern, zerschaben. er wollte eine zeile abschaben, schabte aber das pergament durch.

erschaben

DWB

ersch·aben

erschaben , deradere, von der haut schaben, ahd. irscapan ( Graff 6, 406 ), nebst dem frequentativum irscaborôn (6, 407), ags. âscäfan: alle…

geschaben

KöblerMhd

geschaben , st. V. nhd. quälen, bedrücken Q.: Schachzb (FB geschaben), HvNst (um 1300) E.: s. ge, schaben (1) W.: nhd. DW- L.: FB 129b (gesc…

hinabeschaben

KöblerMhd

hinabe·schaben

hinabeschaben , st. V. nhd. „hinabschaben“ Q.: Brun (1275-1276) (FB hinabe schaben) E.: s. hinabe, schaben W.: nhd. DW-

ung(e)schaben

Idiotikon

ung(e)schaben Band 8, Spalte 15 ung(e)schaben 8,15

ungeschaben

Lexer

ung·e·schaben

un-geschaben part. adj. BMZ unser missetât kaine ungeschaben pleibt mit peiniklîcher hitze Wolk. 18. 8,9.

verschaben

DWB

versch·aben

verschaben , verb. durch schaben unbrauchbar, unansehnlich machen, schabend verderben. schon mhd., wo es stark flectiert, verschaben, versch…

wegschaben

DWB

weg·schaben

wegschaben : ( Hiob ) schabte sich mit einer scherben, damit er das eiter wegschabte und sich kratzte Schupp schriften 167 . namentlich in e…

zerschaben

DWB

zer·schaben

zerschaben , verb. , entzweischaben: artzney zu den zerschabnen dAermen ( durch die rote ruhr zerfressen ) v . Hohberg georg. cur. 3, 415 b …

ūzschaben

KöblerMhd

ūzschaben , sw. V. nhd. „ausschaben“, ausradieren Hw.: vgl. mnd. ūtschāven* Q.: Ren (FB ūz schaben), UvTürhTr (vor 1243) E.: s. ūz, schaben …

Ableitungen von schaben (5 von 5)

beschaben

DWB

beschaben , deradere, ahd. piscapan, mhd. beschaben, nnl. beschaven: denn es ( das mal ) ist tief eingefressen, und hats beschaben gemacht. …

erschaben

DWB

erschaben , deradere, von der haut schaben, ahd. irscapan ( Graff 6, 406 ), nebst dem frequentativum irscaborôn (6, 407), ags. âscäfan: alle…

geschaben

KöblerMhd

geschaben , st. V. nhd. quälen, bedrücken Q.: Schachzb (FB geschaben), HvNst (um 1300) E.: s. ge, schaben (1) W.: nhd. DW- L.: FB 129b (gesc…

verschaben

DWB

verschaben , verb. durch schaben unbrauchbar, unansehnlich machen, schabend verderben. schon mhd., wo es stark flectiert, verschaben, versch…

zerschaben

DWB

zerschaben , verb. , entzweischaben: artzney zu den zerschabnen dAermen ( durch die rote ruhr zerfressen ) v . Hohberg georg. cur. 3, 415 b …

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Cotta, M. (2026). „schaben". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 9. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/schaben/pfeifer_etym
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Cotta, Marcel. „schaben". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/schaben/pfeifer_etym. Abgerufen 9. May 2026.
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Cotta, Marcel. „schaben". lautwandel.de. Zugegriffen 9. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/schaben/pfeifer_etym.
BibTeX
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  author       = {Cotta, Marcel},
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  urldate      = {2026-05-09},
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