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schaben

mhd. bis spez. · 18 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

PfWB
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22 in 18 Wb.
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Eintrag · Pfälzisches Wb.

schaben schw.

Bd. 5, Sp. 824
schaben schw.: 1.a. allg. '(mit einem scharfen Gegenstand) glätten, abtragen', schawe (šāwə) [verbr., Christmann Kaulb 5 Mang 82 Müller Dietschw 60 Schneckenburger 49 Lambert Penns 132 Krämer Gal 181], schäwe [PS-Gersb]; Zs.: ab- 2, ausschaben. RA.: eem die Zung schawe 'einem die Meinung sagen' [RO-Rehborn]. Auch einem Wählerischen g'heert die Zung g'schabt [Zweibr Frankth, NW-Neidfs Wachh LA-Siebdg BZ-Albw Bergz GH-Zeisk Klein Prov. 103], dass. von einem, der Übles redet [NW-Wachh]. In NW-Wachh und in LA-Siebdg benutzte man früher Fischbeinstäbchen, um Kindern im Krankheitsfall den Zungenbelag abzuschaben. Volksmed.: Die Kollick hot so'n aarmes Kind? / Do schaab am Disch die Ecke, g'schwind, / Un geb sie dann dem Beewi ei; / Noh sin die Schmärze bal verbei [Birmelin Penns Gezw. 68]. Im bes. α. 'die Borsten des geschlachteten und abgebrühten Schweines mit einem Messer oder mit der Schabe1 1 c entfernen', eine Tätigkeit des Metzgers [verbr.]; die Sau schawe [KU-Bedb WD-Niedkch]. — β. 'durch Raspeln oder Schneiden mit dem hochgestellten Messer die Haut abschaben, säubern, schälen' [KU-Hohöll]; vgl. schabeln; Grumbeere (Äbbel, Gäleriewe, Reddich, Schwarzworzle) schawe [NW-Niedkch]; Rummele schawe 'Rüben putzen, die Blätter entfernen' [KU-Schmittw/O]. — γ. 'rasieren', scherzh. [BZ-Albw, mancherorts]; sich schawe losse [NW-Haßl (Alte)]; de Bart schawe [LU-Neuhf]. Er loßt sich schawe [KU-Schmittw/O]. — b. 'fein zerkleinern'. α. '(durch Raspeln oder Reiben mit dem Messer oder mit dem Reibeisen 1) zu Brei reiben' [verbr.]; Zs.: ab- 1, verschaben 1; Äppel, Gäleriewe schawe [BZ-Steinf, verbr.]; eine Mehlspeise: g'schabde Spätzlich [BZ-Albw]. Wammer die Äppel nimmi beiße kann, dut mer se schawe [KU-Schmittw/O]. RA.: eem e Riebche schawe 'jemanden auslachen, verspotten' (meist unter Kindern), wobei mit den beiden Zeigefingern die schabende Bewegung als Ausdruck der Schadenfreude angedeutet wird [Rockhs, verbr.]. Schawe, schawe, Ribche! 'Schäme dich!' [PS-Hintwdth, verbr.]. Dazu die Spottverse: Schawe, schawe, Riwel; bees, bees Biewel! Wann's immer so bleibt, stelle mer's in de Garde, daß es die Spatze vertreibt [LU-Friesh]. Var.: Schawe, schawe, Riebche, morje kriescht e Biebche, iwwermorje e Mädche wie e Schublädche [KU-Brück, Var.: Vogelsgesang 42]. Weitere Var. s. äks. ätsch, pfui, iks, Rübe 1 a, Schublade 1, Schwanz. Ein Hund, der nach den Flöhen auf der Haut scharrt, schabt Gäleriwe [KL-Gimsb u. Umg.]. — β. 'pulverisieren'; Kreid schawe 'Kreide mit dem Messer zu Putzkreide schaben'; ebenfalls für Reinigungszwecke: Putzstää, Lehme schawe; Hutzucker schawe [KU- Schmittw/O]. — c. '(den Boden) leicht hacken, scharren, vom Unkraut befreien' [KB-Boland Dannfs Gauh Otth Stett Zell FR-Heßh N'lein Quirnh NW-Bobh Freinsh Herxh Kallstdt Weish/S]; de Wingert schawe [FR-Albsh]. — d.α. '(das Gras zum dritten Mal) mähen', schawe [KU-Ehw Frohnhf Konk Ingb HB-Jägbg]; nochmol Gras (Grummet) schawe [KU-Albess]. — β. 'mit der Sichel mähen' [GH-Rülzh]. — e. die Zähⁿ schawe 'mit den Zähnen knirschen' [BZ-Birkhdt, IB-Bliesmg/Bolch RO-Als KL-Hirschhn KB-Harxh]. — f. s. die Zs. ab- 2, durchschaben. — 2.a. 'verhauen' [verbr. SWPf KB-Kerzh]; ääm änni schawe [ZW-Ixh]; ääm e paar schawe [IB-Eschring]; Syn. s. verhauen 1. — b. 'tanzen' [Pirmas (Kieffer 65, 66)]. — Südhess. V 132/33; Rhein. VII 825; Lothr. 437, ALLG I 330; Els. II 386, ALA II 88.
3433 Zeichen · 79 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    schabenstn.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +6 Parallelbelege

    schaben stn. si kunnend sich wol übel gehaben mit auchzen, schrîgen und schaben Netz 6388. das schinden u. schaben teure…

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Schaben

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Schaben , verb. reg. act. 1) Stark, und mit einem diesem Zeitworte eigenthümlichen Geräusche reiben. Die Thiere schaben …

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    schaben

    Goethe-Wörterbuch

    schaben (mit einem scharfen Gegenstand, Gerät, Werkzeug) eine kratzende, reibende Bewegung auf einer Oberfläche vollführ…

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Schaben

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09) · +1 Parallelbeleg

    Schaben , soviel wie Motten.

  5. modern
    Dialekt
    schaben

    Elsässisches Wb. · +4 Parallelbelege

    schabe n [âpə S.; âwə O. U. W.; ôwə Breitenb. Bisch. K. Z. Imbsh.; Konj. âptətə Hi. ] 1. schaben, die Rinde oder Sch…

  6. Sprichwörter
    Schaben

    Wander (Sprichwörter)

    Schaben 1. Bei ihm heisst's: schab, schab, schab bis ins Grab. – Parömiakon, 2144. 2. Man kann noch so lange schaben, um…

  7. Spezial
    schaben

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    scha|ben vb.intr. 1 (reiben) rafé (rafa) 2 (raspeln) graté (-ta) 3 (kratzend entfernen) rascé demez, crazé jö 4 (kratzen…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schaben

38 Bildungen · 10 Erstglied · 23 Zweitglied · 5 Ableitungen

Zerlegung von schaben 2 Komponenten

scha+ben

schaben setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

schaben‑ als Erstglied (10 von 10)

schabengift

DWB

schaben·gift

schabengift , n. arsenik zur vertreibung der schaben angewandt. Adelung ; auch schwabengift.

Schabenkäse

Wander

schaben·kaese

Schabenkäse Der ist ain schabenkäss. – Hauer, Mij 2 . Auch bei Fischart (Gesch.): »Ich reiss nit sehr nach gut, als mancher Schabkäs thut.« …

schabenkäsz

DWB

schabenkäsz , m. ein habgieriger geizhals ( s. u. schabhals): ich reysz nit sehr nach gut, als mancher schabenkäsz thut. Garg. 95 b .

schabenkraut

DWB

schaben·kraut

schabenkraut , n. blattaria, cirtus, ledon foliis Rosmarini. Frisch 2, 154 c ; verbasium blattaria, schabenkraut, mottenkraut, mottenkruyt D…

Schabenkrut

ElsWB

schaben·krut

Schabe n krut n. Edelkraut, Verbascum blattaria Kirschl. 1, 542. — Schweiz. 3, 909.

Schabenschisser

PfWB

schaben·schisser

 Schaben-schisser m. : ' Kleidermotte in der Entwicklungsphase des Schmetterlings ', Schaweschisser [ Don-Tscherwk ]; vgl. Schabe 2 1.

schaben als Zweitglied (23 von 23)

beschaben?

KöblerMhd

*beschaben? , (Part. Prät.=)Adj. nhd. „beschabt“ Vw.: s. un- E.: s. beschaben (1) W.: s. nhd. beschaben, (Part. Prät.=)Adj., beschaben (Adj.…

abe schaben

MWB

abe schaben stV. sw. Part. Prät. SHort ; s. a. schab|ab 1 ‘etw. durch Schaben, Kratzen entfernen’ 2 übertr.: ‘etw. tilgen, zunichte machen; …

abegeschaben

KöblerMhd

abe·geschaben

abegeschaben , st. V. nhd. sich wegscheren, abschaben, auslöschen, tilgen, vertreiben Q.: Tauler (FB abegeschaben), Volmar (1249?) E.: s. ab…

abgeschaben

Lexer

ab-geschaben part. adj. ich bin alt unde kranc und bin nû gar abgeschaben Kol. 164.

abschaben

DWB

abschaben , abradere, abreiben. das moos vom baume, den bart ( von den wangen ) abschaben, holz mit glas abschaben, farben abschaben, abreib…

anschaben

DWB

anschaben , arradere: den käse anschaben.

aufschaben

DWB

auf·schaben

aufschaben , radendo aperire, extenuare, fricando asperare. nnl. opschaven.

b(e)schaben

Idiotikon

b(e)schaben Band 8, Spalte 17 b(e)schaben 8,17

beschaben

DWB

beschaben , deradere, ahd. piscapan, mhd. beschaben, nnl. beschaven: denn es ( das mal ) ist tief eingefressen, und hats beschaben gemacht. …

dur(ch)schaben

Idiotikon

dur(ch)schaben Band 8, Spalte 17 dur(ch)schaben 8,17

durchschaben

DWB

durch·schaben

durchschaben , schabend durchlöchern, zerschaben. er wollte eine zeile abschaben, schabte aber das pergament durch.

erschaben

DWB

ersch·aben

erschaben , deradere, von der haut schaben, ahd. irscapan ( Graff 6, 406 ), nebst dem frequentativum irscaborôn (6, 407), ags. âscäfan: alle…

geschaben

KöblerMhd

geschaben , st. V. nhd. quälen, bedrücken Q.: Schachzb (FB geschaben), HvNst (um 1300) E.: s. ge, schaben (1) W.: nhd. DW- L.: FB 129b (gesc…

hinabeschaben

KöblerMhd

hinabe·schaben

hinabeschaben , st. V. nhd. „hinabschaben“ Q.: Brun (1275-1276) (FB hinabe schaben) E.: s. hinabe, schaben W.: nhd. DW-

ung(e)schaben

Idiotikon

ung(e)schaben Band 8, Spalte 15 ung(e)schaben 8,15

ungeschaben

Lexer

ung·e·schaben

un-geschaben part. adj. BMZ unser missetât kaine ungeschaben pleibt mit peiniklîcher hitze Wolk. 18. 8,9.

verschaben

DWB

versch·aben

verschaben , verb. durch schaben unbrauchbar, unansehnlich machen, schabend verderben. schon mhd., wo es stark flectiert, verschaben, versch…

wegschaben

DWB

weg·schaben

wegschaben : ( Hiob ) schabte sich mit einer scherben, damit er das eiter wegschabte und sich kratzte Schupp schriften 167 . namentlich in e…

zerschaben

DWB

zer·schaben

zerschaben , verb. , entzweischaben: artzney zu den zerschabnen dAermen ( durch die rote ruhr zerfressen ) v . Hohberg georg. cur. 3, 415 b …

ūzschaben

KöblerMhd

ūzschaben , sw. V. nhd. „ausschaben“, ausradieren Hw.: vgl. mnd. ūtschāven* Q.: Ren (FB ūz schaben), UvTürhTr (vor 1243) E.: s. ūz, schaben …

Ableitungen von schaben (5 von 5)

beschaben

DWB

beschaben , deradere, ahd. piscapan, mhd. beschaben, nnl. beschaven: denn es ( das mal ) ist tief eingefressen, und hats beschaben gemacht. …

erschaben

DWB

erschaben , deradere, von der haut schaben, ahd. irscapan ( Graff 6, 406 ), nebst dem frequentativum irscaborôn (6, 407), ags. âscäfan: alle…

geschaben

KöblerMhd

geschaben , st. V. nhd. quälen, bedrücken Q.: Schachzb (FB geschaben), HvNst (um 1300) E.: s. ge, schaben (1) W.: nhd. DW- L.: FB 129b (gesc…

verschaben

DWB

verschaben , verb. durch schaben unbrauchbar, unansehnlich machen, schabend verderben. schon mhd., wo es stark flectiert, verschaben, versch…

zerschaben

DWB

zerschaben , verb. , entzweischaben: artzney zu den zerschabnen dAermen ( durch die rote ruhr zerfressen ) v . Hohberg georg. cur. 3, 415 b …

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „schaben". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 9. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/schaben/pfwb
MLA
Cotta, Marcel. „schaben". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/schaben/pfwb. Abgerufen 9. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „schaben". lautwandel.de. Zugegriffen 9. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/schaben/pfwb.
BibTeX
@misc{lautwandel_schaben_2026,
  author       = {Cotta, Marcel},
  title        = {„schaben"},
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  howpublished = {lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern},
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  urldate      = {2026-05-09},
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