lautwandel 53 Wörterbücher · 2,7 Mio. Artikel
Wildcard · " Volltext

Aggregat · alle Wörterbücher

Sind

as. bis Dial. · 14 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Meyers
Anchors
15 in 14 Wb.
Sprachstufen
6 von 16
Verweise rein
254
Verweise raus
34

Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Sind

Bd. 18, Sp. 487
Sind (Scinde), Provinz der britisch-ind. Präsidentschaft Bombay (s. Karte »Ostindien«), begrenzt vom Ran von Katsch und dem Arabischen Meer, von Belutschistan, dem Pandschab und den Wüsten von Radschputana, 123,768 qkm mit (1901) 3,207,584 Einw. Dazu kommt noch der kleine Tributärstaat Khairpur, 15,822 qkm mit (1901) 199,565 Einw. Die flache Küste wird durch die Ablagerungen des Indusdeltas, der südöstliche Teil nördlich vom Großen Ran von Katsch durch die große Wüste Thar und Parkar eingenommen. Im Nordwesten tritt aus Belutschistan eine zweite Wüstenregion, das Pat, bis in die Nähe von Schikarpur in die Provinz über. Gebirgig ist nur die Westgrenze. Der Indus ist außer dem Hab, dem Grenzfluß gegen Belutschistan, der einzige Fluß des Landes, dessen zahlreiche Bewässerungskanäle eine Gesamtlänge von 9159 km haben und 6770 qkm bewässern, fast die Hälfte der gesamten bebauten Fläche, die nur 12,6 Proz. des Gesamtareals umfaßt; über die Hälfte des letztern ist überhaupt unkultivierbar. Die an den Ufern zum Schutze gegen Überschwemmungen aufgeführten Dämme sind 986 km lang. Der bedeutendste See ist der Salzsee Mokhai in der Wüste Thar, dessen ungeheurer Salzvorrat aus Mangel an Verkehrswegen nicht ausgebeutet wird, nächstdem der fischreiche Manchhar nahe dem Westufer des Indus. Das Klima ist außerordentlich trocken; die Temperaturextreme sind 49° im Sommer und -3° im Winter, die Durchschnittstemperatur des Winters ist 15,5, des Sommers 35°. Krankheiten (Fieber, Cholera) sind häufig. Die Flora, deren dritter Teil arabisch oder ägyptisch ist, schließt meist niedere Gewächsformen ein, von Wald (zum Teil angepflanzt) sind etwa 3000 qkm vorhanden. Von der Bevölkerung (ohne Khairpur) waren 1901: 2,446,489 Mohammedaner, 751,252 Hindu, 77,817 Christen (4829 Europäer), 2000 Parsi, der Rest Naturanbeter u. a. Zu den Mohammedanern (fast sämtlich fanatische Sunniten) gehören auch 542,736 Belutschen. Die Sprache ist das Sindhi, eine arische Sprache, mit persischen und arabischen Wörtern stark vermischt und anscheinend mit einem nichtarischen Grundstock ausgestattet, so daß es sich vom Sanskrit weiter entfernt als andre Tochtersprachen (Grammatik von Trumpp, Lond. 1872). Die Schrift ist die arabische. Die Schulbildung steht noch auf sehr niedriger Stufe. Ackerbau, von dem etwa die Hälfte der Bevölkerung lebt, wird in der 20 km breiten Zone an beiden Ufern des Indus betrieben. Gebaut werden Weizen, Gerste, Erbsen, Wicken, Ölsaaten, Indigo, Hanf, Gemüse, Reis, Baumwolle, Melonen, ein wenig Tabak und Zuckerrohr, Kartoffeln, doch ist der Ertrag von Brotkorn ungenügend. Die Viehzucht ist bedeutend. Man zieht große Herden von Kamelen in den Salzsteppen und von Büffeln im sumpfigen Delta, Schafe und Ziegen in den Wüsten sowie kleine, ausdauernde Pferde und kleine Rinder, die letztern namentlich zur Arbeit bei den Bewässerungsanlagen. Die Fischerei in den Flüssen, Seen und an der Meeresküste (Heringe, Haifischflossen) ist nicht unbedeutend. Von gewerblichen Erzeugnissen sind lackierte Koffer, Töpferwaren, Lederarbeiten, Teppiche, Säcke, Emailarbeiten, grobe Baumwollwaren zu nennen. Der Handel mit dem Auslande nimmt seinen Weg über Karatschi (s. d.). Von dort zieht eine Eisenbahn nach Haidarabad, dann das rechte Industal aufwärts (mit Abzweigung nach Quetta). In die Provinz fallen 729 km Eisenbahnen. Submarine Kabel verbinden Karatschi mit Fao in Arabien und mit Buschir in Persien. Für Verwaltungszwecke wird die Provinz eingeteilt in die Distrikte Obersind, Schikarpur, Haidarabad, Karatschi, Thar-Pakar. Hauptort ist Karatschi (s. d.). – Zur Zeit, als Alexander d. Gr. den Indus hinabfuhr (325 v. Chr.), war S. unter vier Fürsten geteilt; im 3. Jahrh. ward es vorübergehend Provinz des griechischen Reiches in Baktrien (s. d.) und im ersten vorchristlichen Jahrhundert Tummelplatz der aus Innerasien nach Indien vordringenden türkisch-tatarischen Indoskythen. 695 eroberten es die Araber unter Kasim; seit 746 erfreute es sich wieder der Herrschaft der Radschputenkönige, ward 1025 von den Ghasnawiden (s. d.), 1220 von Mongolen verwüstet, 1228 durch Altanish von Hindostan unterjocht und verblieb nun unter mohammedanischen Regierungen. 1592 ward S. zum Großmogulreich in Dehli geschlagen, 1740 Nadir Schah von Persien und nach ihm den Duraniherrschern zu Kandahar unter eignen Fürsten untertan. 1758 erfolgte die Gründung der ersten englischen Faktoreien und 1775 die Beseitigung der Koluradynastie durch die Talpur (Belutschen). Reibereien mit den Engländern, die mit den Fürsten von S. 23. Aug. 1809 den Vertrag von Haidarabad schlossen, führten 1842 zum Bruch, und im Frühjahr 1843 wurde S. zur englischen Provinz gemacht. Vgl. Burton, S. revisited (Lond. 1877, 2 Bde.).
4718 Zeichen · 63 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 9.–12. Jh.
    Altsächsisch
    sind

    Köbler As. Wörterbuch

    sind ne. they are (1. Pers. 2. Pers. 3. Pers. Pl. Präs. Akt. Ind.) Hw.: s. wesan*; vgl. ahd. sīn (2) (anom. V.) E.: s. g…

  2. 8.–11. Jh.
    Altenglisch
    sindanom. V. (3. Pers. Pl. Präs. Ind. Akt.)

    Köbler Ae. Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    sind , anom. V. (3. Pers. Pl. Präs. Ind. Akt.) nhd. sind Hw.: s. wesan (1) E.: s. sīn (1) L.: Hh 294]

  3. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    sindst. m.

    Althochdeutsches Wörterbuch · +2 Parallelbelege

    sind st. m. , mhd. sint; as. sīth; ae. síð; vgl. afries. -sethen, an. sinn, got. sinþa(m) ‘ -mal ’. — Graff VI,231 ff. s…

  4. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    SindDer

    Campe (1807–1813) · +1 Parallelbeleg

    Der Sind , s. Send .

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Sind

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +2 Parallelbelege

    Sind , der ind. Name des Stromes Indus.

  6. modern
    Dialekt
    Sind

    Schweizerisches Idiotikon · +3 Parallelbelege

    Sind Band 7, Spalte 1045 Sind 7,1045

Verweisungsnetz

287 Knoten, 280 Kanten

Tap auf Knoten öffnet Detail · Drag zum Umpositionieren · Scroll zum Zoomen

1-Hop 2-Hop
Filter:
Anchor 8 Hub 3 Wurzel 4 Kognat 4 Kompositum 264 Sackgasse 4

Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit sind

157 Bildungen · 113 Erstglied · 36 Zweitglied · 8 Ableitungen

sind‑ als Erstglied (30 von 113)

sindacal

LDWB1

sindacal [sin·da·cāl] adj. (-ai, -a) gewerkschaftlich, Gewerkschafts...

sindacalisé

LDWB1

sindacal·ise

sindacalisé [sin·da·ca·li·sẹ́] v b.tr. (sindacalisëia) gewerkschaftlich organisieren.

sindacalism

LDWB1

sindacalism [sin·da·ca·lịsm] m. 1 Gewerkschaftsbewegung f ., Syndakalismus m . 2 Gewerkschaftswesen n .

sindacalist

LDWB1

sindacal·ist

sindacalist [sin·da·ca·lịst] m. (-sć) Gewerkschaftler m. , Gewerkschaftsvertreter m .

sindacalista

LDWB1

sindacalista [sin·da·ca·lị·sta] f. (-tes) Gewerkschaftlerin f.

sindacat

LDWB1

sindacat [sin·da·cạt] m. (-ac) Gewerkschaft f., Syndikat n. ◆ sindacat di lauranc Arbeitergewerkschaft f.; sindacat profescional Berufsgewer…

Sindăco

Meyers

Sindăco (ital.), Bezeichnung für den Gemeindevorsteher, Bürgermeister in Italien (s. d., S. 79).

sindag'

MeckWB

sin·dag

sindag' verstärkt eine Verneinung: So denckt he by sick sülwst: dät geit syn Daag nich good (1746) Kohf. Hg. 33, 1; 'n ondlichen Kirl büst a…

Sindak

Idiotikon

sin·dak

Sindak Band 7, Spalte 1129 Sindak 7,1129

sindal

DWB

sin·dal

sindal , m. ein kleiderstoff, taffet: deszgleichen zwey hundert des schmalen sindals von Spinal und Kölln. Fischart Garg. 113 a , vgl. Scher…

Sindau

Campe

sin·dau

≠ Der Sindau , — es, Mz . u. 1) Der Sinau. 2) Der Sonnenthau mit runden Blättern (Drosera rotundifolia L .).

Sindbad

Meyers

sind·bad

Sindbad , Name eines abenteuerreichen Reisenden in »Tausendundeine Nacht«. Vgl. Chauvin , Bibliographie des ouvrages arabes , Heft 7 (Lüttic…

sindela

AWB

sindela Gl 3,242,31 s. skintula.

Sindeldok

MeckWB

sindel·dok

Sindeldok m. a. Spr. Tuch aus Seidentaft: 'grote parlen in I swarten zindeldoke' (1541) Jb. 42, 23. Vgl. Sindal .

sind als Zweitglied (30 von 36)

hellasind?

KöblerAhd

*hellasind? , st. M. (a) Hw.: vgl. as. hellsīth*

rāhsind?

KöblerAhd

*rāhsind? , st. M. (a) Hw.: vgl. as. wrāksīth*

allessind

KöblerMnd

alles·sind

allessind , Adv. nhd. auf jede Weise, durchaus, jedenfalls Hw.: s. allessindes E.: s. alles, sind L.: MndHwb 1, 58 (allesins)

Basilig(e)sind

Idiotikon

Basilig(e)sind Band 7, Spalte 1127 Basilig(e)sind 7,1127

Buebe(n)g(e)sind

Idiotikon

Buebe(n)g(e)sind Band 7, Spalte 1127 Buebe(n)g(e)sind 7,1127

Bëttelg(e)sind

Idiotikon

Bëttelg(e)sind Band 7, Spalte 1127 Bëttelg(e)sind 7,1127

G(e)sind

Idiotikon

G(e)sind Band 7, Spalte 1122 G(e)sind 7,1122

gisind

AWB

gis·ind

gi- sind st. m. , mhd. gesint; as. gisīth; afries. sīth, sīd; ae. gesíð. — Graff VI,233. ka-sind: nom. sg. Gl 1,276,52 ( Rd ); dat. sg. - ] …

Heide(n)g(e)sind

Idiotikon

Heide(n)g(e)sind Band 7, Spalte 1125 Heide(n)g(e)sind 7,1125

Hūslumpeⁿg(e)sind

Idiotikon

Hūslumpeⁿg(e)sind Band 7, Spalte 1126 Hūslumpeⁿg(e)sind 7,1126

I(n)g(e)sind

Idiotikon

I(n)g(e)sind Band 7, Spalte 1125 I(n)g(e)sind 7,1125

Ingesind

MeckWBN

inge·sind

Wossidia Ingesind n. Gesinde: dat ganze Ingesind, dat slöp S. Neum. Volksm. 149.

Lumpe(n)g(e)sind

Idiotikon

Lumpe(n)g(e)sind Band 7, Spalte 1126 Lumpe(n)g(e)sind 7,1126

Līre(n)g(e)sind

Idiotikon

Līre(n)g(e)sind Band 7, Spalte 1126 Līre(n)g(e)sind 7,1126

Pfaffe(n)g(e)sind

Idiotikon

Pfaffe(n)g(e)sind Band 7, Spalte 1127 Pfaffe(n)g(e)sind 7,1127

Ableitungen von sind (8 von 8)

besinden

KöblerMhd

besinden , sw. V. nhd. auf den Weg bringen, ins Werk setzen Q.: WvÖst (1314) (FB besinden) E.: s. be, sind... W.: nhd. DW- L.: Lexer 17b (be…

ersinde

BMZ

ersinde swv. erreiche durch gehen, bildl. erforsche. dô der unguote iʒ alleʒ ersindote Diemer 235,2. daʒ er ze lande wolde varen zu sîneme g…

ersinden

Lexer

er-sinden swv. BMZ durch gehen erreichen, bildl. auskundschaften, erforschen Gen. Exod. ( bei D. 35,10. 130,18 erahten, ervinden).

gesind

DWB

gesind , gesinde , m. weggenosse, gefolgsmann, comes, starkflectiert ahd. gasint, mhd. gesint, altsächs. gisîð, ags. gesîð, fries. sîth, sch…

gesinde

DWB

gesinde , n. das gefolge, die dienerschaft, ahd. gasindi, gisindi, coll. zum masc. gasint, s. das zweitvorhergehende wort, mhd. gesinde und …

gesinden

DWB

gesinden , verb. , mhd. gesinden, zum gesinde, gefährten oder diener machen, wohin oder wozu aufnehmen, refl. sich in jemandes gefolge, dann…

gesindlich

DWB

gesindlich , n. , collectivbildung zu gesindel in verächtlicher bedeutung: mhd. arme gesindelêhe ( niederes hausgesinde ) Herbort 1577 ; klu…

sinde

DWB

sinde , präp. seit ( vgl. sint): aber zu keiser Heinrich des vierdten zeiten, vertrat das reich den fusz, das es sinde der zeit nie recht wi…