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Salben

mhd. bis spez. · 18 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Meyers
Anchors
22 in 18 Wb.
Sprachstufen
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66

Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Salben

Bd. 17, Sp. 462
Salben (Unguenta), äußerlich anzuwendende Heilmittel von der Konsistenz der Butter, die aus einer Salbengrundlage (Salbenkörper, Constituens) und dem beigemischten Arzneistoff bestehen. Als Salbengrundlage benutzte man früher ausschließlich Fett- und Wachsmischungen, jetzt auch Vaselin, Lanolin, Glyzerinsalbe, Mollin etc. S. werden direkt auf die Haut und auf Wundflächen gestrichen oder auf Leinwand oder Mull ausgebreitet und dann aufgelegt. Sie wirken zunächst mechanisch, insofern sie eine schützende Hülle bilden, Reizungen abhalten, die Haut weich, geschmeidig und schlüpfrig machen, sie vor Austrocknung und Aufspringen schützen und die Verdunstung auf ihr beschränken (Schutz- oder Deckpflaster). Den S. beigemischte Arzneistoffe beschränken zu starke Absonderung (reizmildernde S.) oder regen dieselbe an (reizende S.). Quecksilber- und Jodsalben werden auf größere unverletzte Hautflächen angewendet, damit ihre wirksamen Stoffe aufgesaugt und in die allgemeine Blutzirkulation aufgenommen werden (Schmierkur). Die wichtigsten S. sind: Borsalbe (Unguentum acidi borici), 9 Teile Paraffinsalbe, 1 Teil Borsäurepulver; Wollfettsalbe (U. adipis lanae), Mischung von 20 Teilen Wollfett und je 5 Teilen Wasser und Olivenöl; Königs- oder Basilikumsalbe (U. basilicum), Mischung aus 9 Teilen Olivenöl, je 3 Teilen gelbem Wachs, Kolophonium und Talg und 2 Teilen Terpentin; Spanische Fliegensalbe (U. cantharidum, irritans), s. Kantharidensalbe; Wachssalbe (U. cereum), Mischung aus 7 Teilen Olivenöl und 3 Teilen gelbem Wachs; Bleiweißsalbe (U. cerussae, U. album simplex), Mischung aus 3 Teilen Bleiweiß und 7 Teilen Paraffinsalbe; Bleiweißsalbe mit Kampfer (U. cerussae camphoratum) ist Bleiweißsalbe mit 5 Proz. Kampfer; Bleipflastersalbe (U. diachylon), Mischung aus gleichen Teilen Bleipflaster und Olivenöl; Altheesalbe (U. flavum), Mischung aus 500 Teilen Schmalz (durch Digerieren mit 10 Teilen Kurkuma gelb gefärbt) und je 30 Teilen gelbem Wachs und Fichtenharz; Glyzerinsalbe (U. glycerini), 90 Teile Glyzerin, 10 Teile Weizenstärke und 15 Teile Wasser im Dampfbad erhitzt; graue Quecksilbersalbe (graue Salbe, U. hydrargyri cinereum, U. neapolitanum), sehr innige Mischung aus 100 Teilen Quecksilber, 15 Teilen Wollfett, 3 Teilen Olivenöl, 112 Teilen Schmalz und 70 Teilen Talg; weiße Quecksilbersalbe (Präzipitatsalbe, U. hydrargyri album, U. hydrargyri amidato-bichlorati), 1 Teil weißes Präzipitat, 9 Teile Paraffinsalbe; rote Quecksilbersalbe (U. hydrargyri rubrum), 1 Teil Quecksilberoxyd, 9 Teile Paraffinsalbe; Jodkaliumsalbe (U. kalii jodati), Mischung aus 20 Teilen Jodkalium, 0,25 Teilen Natriumthiosulfat, 15 Teilen Wasser und 165 Teilen Schweineschmalz; Cold-cream (U. leniens), schaumige Mischung aus 7 Teilen weißem Wachs, 8 Teilen Walrat, 57 Teilen Mandelöl, 28 Teilen Wasser und 2 Tropfen Rosenöl; Majoransalbe (Majoranbutter, Meiranbutter, U. majorani), Schmalz wird mit zerschnittenem und mit Spiritus befeuchtetem Majorankraut erwärmt und dann abgegossen. Paraffinsalbe (U. paraffini), 1 Teil festes, 4 Teile flüssiges Paraffin; Bleisalbe (Bleicerat, U. plumbi), Mischung aus 8 Teilen Paraffinsalbe und je 1 Teil Bleiessig und Wollfett; gerbsaure Bleisalbe (U. plumbi tannici, U. ad decubitum), Mischung aus 1 Teil Tannin, 2 Teilen Bleiessig, 17 Teilen Schmalz; Pappelsalbe (Pappelpomade, U. populi), 1 Teil frische Pappelknospen mit 2 Teilen Schmalz gekocht, bis die Feuchtigkeit verdampft ist, dann ausgepreßt; Präzipitalsalbe, s. oben: weiße Quecksilbersalbe; Rosensalbe (U. rosatum), Mischung aus 50 Teilen Schmalz, 10 Teilen weißem Wachs und 5 Teilen Rosenwasser; Rosmarinsalbe (Nervensalbe, U. rosmarini compositum, U. nervinum), Mischung aus 16 Teilen Schmalz, 8 Teilen Talg, 2 Teilen gelbem Wachs, 2 Teilen Muskatnußöl, je 1 Teil Rosmarin- und Wacholderöl; Pockensalbe (Pustelsalbe, Brechweinsteinsalbe, U. tartari stibiati, U. stibiatum), Mischung aus 2 Teilen Brechweinstein und 8 Teilen Paraffinsalbe; Terpentinsalbe (U. terebinthinae), Mischung aus gleichen Teilen Terpentin, gelbem Wachs und Terpentinöl; Zinksalbe (U. zinci), Mischung aus 1 Teil Zinkoxyd und 9 Teilen Schmalz. Flüchtige Salbe, soviel wie flüchtiges Liniment, s. Linimente.
4258 Zeichen · 48 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    salbenswv.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +4 Parallelbelege

    salben swv. BMZ auch mit red. prät. du silbe (sielbe) Fromm. 2,534 ( Gundacher von Judenburg 55 b ), si sielben Mone 8,5…

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Salben

    Adelung (1793–1801) · +7 Parallelbelege

    Salben , verb. reg. act. 1) * Im weitesten Verstande, mit einem schlüpfrigen flüssigen Körper bestreichen oder beschmier…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    salben

    Goethe-Wörterbuch

    salben 1 den Körper od Körperteile mit einer (ölig-)flüssigen od cremigen Substanz bestreichen a Haut (u Haare) mit eine…

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Salben

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Salben ( Unguenta ), äußerlich anzuwendende Heilmittel von der Konsistenz der Butter, die aus einer Salbengrundlage ( Sa…

  5. modern
    Dialekt
    salben

    Elsässisches Wb. · +4 Parallelbelege

    salbe n , sälbe n [sàlwə O. U.; sèlpə Pfetterhsn. ; salwə Tagolsh. ] 1. salben, mit Fett einschmieren. D Schue h s. Horb…

  6. Sprichwörter
    Salben

    Wander (Sprichwörter)

    Salben 1. Durch salben vnd schmieren wird das Spiel verblettert. – Henisch, 406, 57; Petri, II, 157. 2. Salb du mich, so…

  7. Spezial
    salben

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    sal|ben I vb.tr. (mit Salbe einreiben) 1 unje (unj, unt), sferié ite cun n unghënt 2 (weihen) unje (unj, unt) II vb.refl…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit salben

53 Bildungen · 40 Erstglied · 9 Zweitglied · 4 Ableitungen

Zerlegung von salben 2 Komponenten

sal+ben

salben setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

salben‑ als Erstglied (30 von 40)

salbenbaum

DWB

salben·baum

salbenbaum , m. 1) populus nigra, aus deren blätterknospen das bekannte pappelöl, populneum, im österreichischen ' bettlersalbe ', bereitet …

salbenbüchse

DWB

salben·buechse

salbenbüchse , f. unguentarium Dief. gloss. 627 a , salbpuchs, -puszen, -buchsen, alabastrum 20 a , salbbüchs Dasyp. Maaler 342 a , salbbüch…

salbenbühse

KöblerMhd

salben·bühse

salbenbühse , st. F. nhd. Salbenbüchse ÜG.: lat. alabastrum Gl, unguentarium Gl Hw.: vgl. mnd. salvenbüsse Q.: Gl (15. Jh.?) I.: Lüt. unguen…

Salbëndbëndel

ElsWB

Salbëndbëndel [Sàlwapal K. Z. ] n. der abgetrennte Rand eines Kleides, zu einem Strumpfband verarbeitet.

Salbëndschueh

ElsWB

salb·endschueh

Salbëndschue h [Sàlwæntŷ Str. ; Sàlwaỳè Hf. ] m. aus dem Zettelende des Tuches hergestellter Pantoffel Str. Hf. Syn. Salbëndsocke n .

Salbëndsocken

ElsWB

salb·endsocken

Salbëndsocke n [Sàlwantsòkə Mütt. ; Sàlwasòkə K. Z. ] m. Socken (Tuchschuhe) aus abgetrennten Zeugrändern hergestellt. D S. gë ben warm Müt…

salbenduftend

DWB

salben·duftend

salbenduftend , adj. von salben duftend: die ernsthaftigkeit der salbenduftenden parlamentsräthe. Meiszner bei Campe.

salbeneimerlîn

LexerN

salben-eimerlîn stn. salbenbüchse. in der linken hende sîn trûg he ( arzt ) ein salbineimirlîn Schb. 309,5. 310,16.

salbeneimerlīn

KöblerMhd

salbeneimerlīn , st. N. nhd. „Salbeneimerlein“, Salbenbüchse, Salbeneimer Q.: PfzdHech (2. Hälfte 14. Jh.) E.: s. salben, eimerlīn W.: nhd. …

salben II

RhWB

salben II -a·l.w- (Abl. zu sallen?) Bernk-Wehlen schw.: empfindlich, verwöhnt, verhätschelt sein u. gerne weinen; dat Kend salft. — Abl.: di…

salbenklicker

DWB

salben·klicker

salbenklicker , m. salbenkleckser, verächtlich für salbenkrämer oder wundarzt, bader: wurmsamen krämer, salbenklicker. Fischart aller pract.…

salbenkrämer

DWB

salben·kraemer

salbenkrämer , m. dass. wie salbenhändler. salbkrämer oder verköuffer, der kostliche und wolgeschmackte salb verkaufft, myropola. Maaler 342…

salbenkram

DWB

salben·kram

salbenkram , m. 1) seplasarium, handel mit salben. Frisch 2, 145 a . 2 ) allerlei salben, verächtlich. Campe. Philander 1, 179 ( d. stelle u…

Salbenkrämer

DRW

Salbenkrämer, m. umherziehender Verkäufer von Salben vgl. Krämer (II) das sy [meister schärer] ... frömbd, landtstrychende artzet unnd salbe…

salbenmache

KöblerMhd

salben·mache

salbenmache , sw. F. nhd. Salbenhändlerin ÜG.: lat. unguentaria Gl Q.: Gl (Ende 12. Jh.) E.: s. salbe, machen (1) W.: nhd. DW- L.: Glossenwö…

salbenmacher

DWB

salben·macher

salbenmacher , m. : salbmacher, -mecher, unguentarius. Dief. gloss. 627 a . salbmacher, salbverköuffer den leyb zebeschmirwen. Maaler 342 a …

salbenmachære

KöblerMhd

salbenmachære , st. M. nhd. Salbenmacher ÜG.: lat. unguentarius Gl Hw.: vgl. mnl. salvemaker, mnd. salvenmākære* Q.: Schachzb (1375-1400) (F…

salbenmarkt

DWB

salben·markt

salbenmarkt , m. verkaufsstätte für salben: salbenmark, seplasia Dief.-Wülcker 828 ( seplasia war eine gasse in Capua, wo salben verkauft wu…

salbenruch

DWB

salben·ruch

salbenruch , m. geruch von salben: balsomen- vel selbinroch, balsamaticus. Dief. gloss. 67 a .

salbenschmeckig

DWB

salben·schmeckig

salbenschmeckig , adj. : salbensmekchig, balsamaticus Dief. gloss. 67 a , salem-smeckig, selbin-smeckig, salmaticus. nov. gloss. 47 b .

salben als Zweitglied (9 von 9)

b(e)salben

Idiotikon

b(e)salben Band 7, Spalte 816 b(e)salben 7,816

besalben

DWB

bes·alben

besalben , perungere, mit salbe einreiben, nnl. bezalven: 1 1) beflecken: wie würde dieser fleck nicht unsern ruhm besalben? Lohenst. Cleop.…

durchsalben

DWB

durch·salben

durchsalben , durch und durch mit öl bestreichen, perungere Stieler 1672 . ahd. durhsalbôn Graff 6, 193 .

einsalben

DWB

eins·alben

einsalben , inungere, dän. indsalve, einölen: dasz sie vor ihrem ende noch oder vielleicht zu anzeigung desselben eingesalbet worden. pol. c…

gesalben

KöblerMhd

ges·alben

gesalben , sw. V. nhd. salben Hw.: vgl. mnl. gesalven Q.: EvSPaul, EvB (FB gesalben), Rol (um 1170), StrKarl E.: s. ge, salben W.: nhd. DW- …

hantsalben

KöblerMhd

hant·salben

hantsalben , st. N. nhd. „Handsalben“, Bestechen Q.: ErzIII (1233-1267) (FB hantsalben) E.: s. hant, salben W.: nhd. DW-

ūfsalben

Idiotikon

ūfsalben Band 7, Spalte 814 ūfsalben 7,814

Ableitungen von salben (4 von 4)

besalben

DWB

besalben , perungere, mit salbe einreiben, nnl. bezalven: 1 1) beflecken: wie würde dieser fleck nicht unsern ruhm besalben? Lohenst. Cleop.…

ersalben

DWB

ersalben , perungere, einsalben: und sol ihn ( den kindern ) dieselbigen ( zanbäller ) wol ersalben und schmieren mit hünerschmalz, hasenhir…

gesalben

KöblerMhd

gesalben , sw. V. nhd. salben Hw.: vgl. mnl. gesalven Q.: EvSPaul, EvB (FB gesalben), Rol (um 1170), StrKarl E.: s. ge, salben W.: nhd. DW- …

Versalben

Campe

Versalben , v. trs . durch Salben verbrauchen, alle machen. Alle Salbe versalben . »— eine alte Dame, die vom Elixir mehr versalbte , als ge…