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erlangen

mhd. bis spez. · 19 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
19 in 19 Wb.
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

erlangen

erlangen

lang Adj. räumliche und zeitliche Erstreckung bezeichnend, ahd. lang ‘langgestreckt, lange dauernd, ausführlich’ (8. Jh.), mhd. mnd. mnl. lanc ‘lang, langsam’, asächs. nl. lang, aengl. lang, long, engl. long, anord. langr, schwed. lång, got. laggs wird zusammen mit gleichbed. lat. longus, mpers. drang, pers. dirang ‘lang’ auf ie. *(d)longho-, Adjektivbildung zu einer nasalierten Gutturalerweiterung der Wurzel ie. *del- ‘lang’, zurückgeführt. Unnasaliert liegt die (ursprünglich zum Teil wohl zweisilbige) Gutturalerweiterung vor in aind. dīrgháḥ, griech. dolichós (δολιχός), aslaw. dlьgъ, russ. dólgij (долгий) ‘lang’, ebenso (mit d-Abfall) in lit. ìlgas, lett. ilgs und in got. tulgus ‘fest, standhaft’. Das erste Zeugnis des germ. Adjektivs zeigt der bei Tacitus in lat. Langobardī überlieferte Name der Langobarden, eigentlich ‘Langbärte’. Im Dt. bezeichnet lang sowohl die Erstreckung in einer Dimension, und zwar bei Körpern die der größten Ausdehnung (im Unterschied zu breit oder dick), als auch die Erstreckung in der Zeit. In festen Verbindungen, vgl. lange Finger machen ‘stehlen’, einen langen Hals machen ‘neugierig sein’, ein langes Gesicht machen ‘enttäuscht sein’. – lange Adv. ‘lange Zeit, bei weitem’, ahd. lango ‘vor langer Zeit, längst’ (8. Jh.), mhd. lange, langen ‘seit langem, lange Zeit’. längs Präp. Adv. ‘an etw. entlang, der Länge nach’, mhd. langes, lenges Adv. ‘vor langer Zeit, der Länge nach’, mnd. langes, frühnhd. auch längst (mit hinzugetretenem t, s. unten) sind adverbiale Genitive Sing. des Adjektivs. Das Adverb ist in der Gegenwart kaum noch in Gebrauch (etw. längs schneiden, nordd. längs kommen); als Präp. wird längs seit dem 14. Jh. verwendet. längst Adv. ‘seit langer Zeit, schon lange, bei weitem’, frühnhd. längst, auch langest, leng(e)st. Ursprünglich identisch mit längs (s. oben), dessen adverbiale Verwendung im Sinne von ‘vor langer Zeit’ die durch sekundäres -t erweiterte Form übernimmt; entsprechend unlängst Adv. ‘vor nicht langer Zeit, vor kurzem’, mit unorganischem -t aus dem adverbiellen Genitiv frühnhd. unlang(e)s (15. Jh.), mnd. unlanges, mnl. onlanges. Länge f. ‘Ausdehnung in die Hauptrichtung, Dauer, Längengrad’, ahd. lengī (9. Jh.), mhd. lenge. Länge bezeichnet insbesondere die räumliche Erstreckung im Unterschied zu Höhe und Breite, auch die Körpergröße, und erscheint als Grundwort in Maßbezeichnungen wie Hauptes-, Pferde-, Schiffslänge. langen Vb. ‘ausstrecken, sich erstrecken, reichen, auskommen’, mhd. langen ‘lang werden oder machen, sich ausstrecken, um etw. zu erreichen, Verlangen haben’, ahd. langēn ‘Verlangen haben’ (9. Jh.). anlangen Vb. ‘ankommen’ (16. Jh.). erlangen Vb. ‘bekommen, gewinnen, erwerben, erreichen’, mhd. erlangen ‘sich sehnen, verlangen, erreichen’, auch (unpersönlich) ‘lang dünken, langweilen’. S. auch gelangen, hinlangen. verlangen Vb. ‘nach etw. Sehnsucht haben, etw. begehren, fordern’, mhd. verlangen; Verlangen n. substantivierter Infinitiv, mhd. verlangen, auch ‘Verdruß, Kummer’. länglich Adj. ‘im Verhältnis zur Breite größere Länge aufweisend, ein wenig lang’, ahd. langlīh (9. Jh.), frühnhd. langelich, lengelich (15. Jh.), daneben frühnhd. langlecht, länglicht, mhd. lengeleht. langsam Adj. ‘zögernd, lange Zeit brauchend, träge’, ahd. (8./9. Jh.), asächs. langsam ‘lange dauernd’, aengl. langsum; s. -sam. Daneben ahd. langseimi (10. Jh.), mhd. lancseim; das zweite Wortglied (ahd. -seimi) stellt sich zu mhd. seine ‘langsam, träge’, verwandt mit seit, Seite (s. d.), oder es gehört im Sinne von ‘langsam fließend, tröpfelnd’ zu dem unter Seim (s. d.) behandelten Substantiv; die Bedeutung ‘zögernd, gemächlich, nach und nach’ wird von langsam übernommen. Langeweile f. ‘Gefühl des Nichtausgefülltseins, des Überdrusses, Mangel an Abwechslung’, mhd. lange wīle, Zusammenschreibung vereinzelt seit dem 14. Jh., fest im 17. Jh., doch noch bis zur Gegenwart mit Binnenflexion (aus Langerweile, der Langenweile begegnen); langweilen Vb. ‘Langeweile bereiten’, reflexiv ‘Langeweile haben’ (18. Jh.); langweilig Adj. ‘uninteressant’ (15. Jh.). Langfinger m. ‘Dieb’ (17. Jh.). Langmut f. ‘Geduld, Nachsicht’ (16. Jh.), Rückbildung (da sich ahd. langmuotī, 8. Jh., nicht fortsetzt) aus langmütig Adj. ‘geduldig’, ahd. langmuotīg (10./11. Jh.), mhd. lancmüetec, Weiterbildung des Adjektivs ahd. langmuot (8. Jh.), einer Übersetzung von gleichbed. kirchenlat. longanimis (zu lat. longus ‘lang’ und animus ‘Seele, Mut’). Langohr n. Name des Hasen (auch kleines Langohr) und des Esels (großes Langohr), wohl rotw. (16. Jh.); zu vergleichen ist die ähnliche Benennung des Hasen durch spätlat. aurītus (zu lat. auris ‘Ohr’), des Esels durch die zugehörige Deminutivform lat. aurītulus. Adjektivisches aurītus ‘(in auffälliger Weise) mit Ohren versehen’ dient zur Charakterisierung beider Tiere. langwierig Adj. ‘lange während, viel Zeit erfordernd, mühsam’, frühnhd. langwiric ‘lange dauernd, lange lebend’ (15. Jh.), Zusammensetzung mit dem Adjektiv ahd. wirīg ‘dauernd, dauerhaft’ (um 1000), mhd. wiric ‘dauerhaft’, zu ahd. werēn (s. währen). Weit früher als das Adjektiv erscheint das Abstraktum ahd. langwirī̌gī ‘lange Dauer’ (um 1000).
5145 Zeichen · 185 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    erlangenswv.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +4 Parallelbelege

    er-langen swv. BMZ unpers. lang dünken, langweilen Parz. wen mohte dâ erlangen Wig. 270,27 ; mit gen. Parz. Trist. daʒ m…

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    erlangensw. V.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    erlangen , sw. V. nhd. erreichen, erlangen, bekommen, erhalten (V.), erwirken, durchsetzen, verlangen, reichen, überreic…

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Erlangen

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Erlangen , verb. reg. act. bis an etwas langen, d. i. reichen. 1. Eigentlich. Es stehet mir zu weit, ich kann es nicht e…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    erlangen

    Goethe-Wörterbuch

    erlangen auch (PartPrät) subst 1 an einen (ersehnten) Ort, ein Ziel gelangen; auch metaphor [ Vesuv ] so erlangten wir d…

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Erlangen

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Erlangen , bayer. Stadt an der Regnitz, dem Ludwigskanal und der Süd-Nordeisenbahn, mit 11750 E., Hut-, Strumpf-, Tuchfa…

  6. modern
    Dialekt
    erlangentrans.

    Mecklenburgisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    erlangen a. Spr. trans. an einen Ort gelangen, erreichen: 'Dat wy den Berch Moria erlangen' Schlue 25. Mnd. erlangen.

  7. Sprichwörter
    Erlangen

    Wander (Sprichwörter)

    Erlangen 1. Was man nicht erlangen kann, danach sehnt man sich am meisten. Holl. : Wat iemand niet kan geworden, dat is …

  8. Spezial
    erlangen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    er|lan|gen vb.tr. 1 (erwerben) arjunje (-nj, arjunt) 2 (bekommen, erhalten) ciafé (-fa) ▬ die Freiheit erlangen arjunje …

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit erlangen

9 Bildungen · 0 Erstglied · 9 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von erlangen

er- + langen

erlangen leitet sich vom Lemma langen ab mit Präfix er-.

Zerlegung von erlangen 2 Komponenten

erlan+gen

erlangen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

erlangen als Zweitglied (9 von 9)

abverlangen

DWB

abverlangen , expostulare, abfordern: hernach vier backenzähn und eine hand voll bart dem alten herren abverlangen. Wieland; nimm den ring z…

anerlangen

DRW

aner·langen

anerlangen etwas (gerichtlich zugewiesen) erhalten 1401 WienGQ. II 1 S. 344

anverlangen

DWB

anverlangen , expetere, verlangen, an einen wie abverlangen von einem verlangen: die anverlangte abschrift; etwas gerichtlich anverlangen. v…

Hinunterlangen

Wander

hinunter·langen

Hinunterlangen Das ist zum Hinunterlangen und nichts hervorbringen. ( Nürtingen. ) Halb aus Aerger, halb aus Staunen.

ȫverlangen

MNWB

oever·langen

ȫverlangen , ōver- , swv. : übergeben, aushändigen , bezahlen, „transporrigere transtendere” (Voc. Strals. ed. Damme), nēgenteyn mark stenda…

überlangen

DWB

ueber·langen

überlangen , v. , nebenform überlängen. wie beim simplex dringt in obd. dialecten der umlaut vom verbum lengen ( ahd. ) herein ( s. o. th. 6…

underlangen

KöblerMnd

under·langen

underlangen , Adv. nhd. untereinander, gegenseitig E.: s. under (1), langen (3) L.: MndHwb 3, 2, 261 (underlange/underlangen), Lü 431b (unde…

ōverlangen

KöblerMnd

ōverlangen , sw. V. Vw.: s. ȫverlangen

ȫverlangen

KöblerMnd

ȫverlangen , sw. V. nhd. überreichen, übergeben (V.), aushändigen, bezahlen, ausliefern ÜG.: lat. transporrigere, transtendere E.: s. ȫver (…