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Schabsel

nhd. bis sprichw. · 7 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
8 in 7 Wb.
Sprachstufen
3 von 16
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10
Verweise raus
18

Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

Schabsel

Schabsel

schaben Vb. ‘reiben, abkratzen, radieren’. Das gemeingerm., ursprünglich starke Verb ahd. scaban (9. Jh.; giscaban, 8. Jh.), mhd. schaben ‘kratzen, radieren, scharren’, reflexiv ‘schäbig werden, glatt werden, polieren’, intransitiv ‘schnell weggehen’, asächs. skaƀan, mnd. schāven, mnl. scāven, nl. schaven, aengl. sc(e)afan, engl. to shave, anord. skafa, schwed. skava, got. skaban ‘die Haare scheren’ (germ. *skaban) läßt sich mit lat. scabere ‘kratzen, reiben’, scaber ‘rauh, krätzig’, scabiēs ‘Rauhigkeit, Räude’, lit. skõbti ‘mit dem Beitel, Schaber aushöhlen, (in Holz) schneiden’, russ.-kslaw. skoblь, russ. skóbel’ (скобель) ‘Schabmesser’ auf ie. *skā̌b(h)- zurückführen, eine durch Labialwechsel unterschiedene Variante der Wurzel ie. *(s)kē̌p-, *(s)kō̌p-, *(s)kā̌p- ‘mit scharfem Werkzeug schneiden, spalten’, wozu auch schaffen, Schaff, Schaft, schöpfen (s. d.) gehören. Übertritt zur schwachen Flexion erfolgt etwa im 16. Jh., zunächst im Prät. (schabte), zögernd im Part. Prät. (geschabt; doch geschaben vereinzelt noch im 19. Jh.). Vom Verb abgeleitet 1Schabe f. ‘Schabeisen (zum Glätten), Hobel’, ahd. scabo m. (9./10. Jh.), scaba f. (11. Jh.) ‘Schabeisen’, mhd. schabe f. ‘Schabeisen, Hobel’, asächs. skaƀo m., mnd. mnl. schave, nl. schaaf, aengl. sceafa m., anord. skafi m. ‘Schabeisen’. 2Schabe f. Name für ein abgeflachtes, käferähnliches, lichtscheues Insekt, das vornehmlich in Küchen, Backstuben und Speichern lebt, ‘Kakerlak’. Als Tiername zuerst mhd. schabe zur Bezeichnung (13. Jh.) der ‘Kleidermotte’ (so noch heute gebietsweise in Süddeutschland), danach steht Schabe als Gemeinschaftsname für ‘Holzwurm, Assel’ (16. Jh.) und anderes Kleingetier, dessen schädliche Wirksamkeit sich als schabendes, raspelndes Fressen darstellt. In diesem Sinne, also gleichsam als ‘Mehl, Staub machendes (oder fressendes?) Tierchen’, ist auch (trotz Ebbinghaus in: General Linguistics 17 (1977) 92 f.) das lat. ērūca glossierende aengl. mǣlsceafa (10. Jh.) aufzufassen. Erst im 18. Jh. wird Schabe (auch in den Zusammensetzungen Bäcker-, Mehl-, Küchenschabe als literatursprachlicher Name im oben genannten Sinne üblich. Vgl. Pfeifer Tiernamen Beiheft 2 (1965). S. auch Schwabe. schäbig Adj. ‘räudig, krätzig, abgeschabt, abgenutzt, kleinlich, geizig’, mhd. schebic ‘räudig, von schlechtem Aussehen’, mit affektiver Geminierung mnd. mnl. schabbich ‘krätzig, schorfig’, nl. schabbig ‘abgenutzt, abgeschabt’, engl. shabby (vgl. aengl. sceabbede ‘krätzig, schorfig’) sind Ableitungen von Substantiven, die zu dem unter schaben (s. oben ) behandelten Verb gebildet sind, wie ahd. scabado, skebido m. (9. Jh.), asächs. skaƀaðo m., aengl. sceabb, anord. skabb n. ‘Räude, Krätze’ (woraus engl. scab), schwed. skabb und (erst seit dem 18. Jh. bezeugtes) nhd. 3Schabe f. ‘Räude, Krätze’, vereinzelt auch Schäbe (18. Jh.), nd. Schabbe. Die als Tierkrankheit verbreitete Räude verursacht Juckreiz, so daß sich die erkrankten Tiere reiben und abgeschabte Stellen im Fell entstehen. Vom Aussehen (‘abgeschabt, abgenutzt’ von der Kleidung) wird schäbig auf das Verhalten (‘kleinlich, geizig, erbärmlich’) übertragen. Schabsel n. ‘abgeschabtes Teilchen’ (17. Jh.); zum Suffix s. -sal, -sel.
3185 Zeichen · 114 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Schabsel

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Das Schabsel , des -s, plur. doch nur im gemeinen Leben, ut nom. sing. dasjenige, was abgeschabet wird; Niedersächsisch …

  2. modern
    Dialekt
    Schabseln., m.

    Pfälzisches Wb. · +2 Parallelbelege

    Schabsel n., m. : 1. a. 'was abgeschabt wurde, beim Schaben oder Kratzen abfällt (z. B. von Gelbrüben, Kartoffeln, Schup…

  3. Sprichwörter
    Schabsel

    Wander (Sprichwörter)

    Schabsel Aus Schabsel macht die Noth sich ein Labsel.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schabsel

2 Bildungen · 1 Erstglied · 0 Zweitglied · 1 Ableitungen

Ableitung von schabsel

schab + -sel

schabsel leitet sich vom Lemma schab ab mit Suffix -sel.

schabsel‑ als Erstglied (1 von 1)

Schabseler

PfWB

schab·seler

Schabseler m. : Neckname der Bewohner von Kaislt [KL-Ottbg Hebel 89], für KL-Schallodb u. RO-Winnw [ Seebach Neckn. 27], Pl. Schabs(e)leʳ; v…

Ableitungen von schabsel (1 von 1)

Geschabsel

PfWB

Ge-schabsel n. : 1. 'Abgeschabtes', Geschabsel [ KU-Schmittw/O ]; vgl. Schabsel . — 2. 'dünne Rinde an Baumtrieben' [ KL-Siegb ]. — Südhess.…