Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Taille f.
Taille f.
Taille f. ‘schmalste Stelle des Körpers zwischen Brust und Hüfte, Gürtelgegend’, auch historische Bezeichnung für eine vom 15. Jh. bis zur französischen Revolution von der königlichen Staatskasse in Frankreich erhobene Steuer; in beiden Verwendungen Übernahme (Mitte 18. Jh.) von gleichbed. frz. taille, das schon zuvor (Mitte 17. Jh.) in dem heute nicht mehr üblichen Sinne ‘Größe, Form, Gestalt, Wuchs, Statur’ (besonders von Frauen) entlehnt wird, aus dem sich im Dt. (Ende 18. Jh.) die Bedeutung ‘enganliegendes Leibchen, Mieder’ entwickelt. Afrz. frz. taille ‘das Schneiden, Zuschnitt, Form, Gestalt, Wuchs, Schneide, Kerbholz, Steuer’ (frz. auch ‘Oberkörper, Gürtelgegend’) ist Verbalsubstantiv zu afrz. taillier, frz. tailler ‘(zer)schneiden, zerlegen, zuschneiden’, aus spätlat. tāliāre ‘spalten, schneiden’, einer Ableitung von lat. tālea ‘Stäbchen, Setzling, jedes abgeschnittene stabförmige Stück’ (s. auch Detail, Teller). – tailliert Part.adj. ‘auf Taille gearbeitet’ (1. Hälfte 20. Jh.), älter ‘wohlgeformt, gut geschnitten’ (2. Hälfte 18. Jh.), frz. taillé ‘geschnitten, geformt’, Part. Perf. von frz. tailler (s. oben). Tailleur n. ‘tailliertes Jackenkleid, Schneiderkostüm’ (1. Hälfte 20. Jh.), nach gleichbed. frz. (costume) tailleur, zu frz. tailleur, afrz. tailleor ‘Schneider’; vgl. engl. tailor-made (costume).