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unendlich

mhd. bis spez. · 12 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
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12 in 12 Wb.
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

unendlich

unendlich

Ende n. ‘Ort oder Zeitpunkt des Aufhörens, Abschluß, äußerste Begrenzung’, auch ‘letztes, äußerstes Stück’, ahd. enti ‘Ende, Endpunkt, Zielpunkt’ (8. Jh.), mhd. ende ‘Ende, Ziel, Richtung’, asächs. endi, mnd. ende, mnl. e(i)nde, nl. einde, afries. enda, ende, aengl. ende, engl. end, anord. endir, daneben endi, schwed. ända, got. andeis. Germ. *andja- ‘Ende’ führt mit griech. antíos (ἀντίος) ‘gegenüberstehend, entgegengesetzt’ auf ie. *anti̯o- ‘gegenüber, vor einem liegend’, eine Ableitung von ie. *anti ‘gegenüber’ (Adv. und Präp.); vgl. aind. ánti ‘gegenüber, vor, nahe’, griech. antí (ἀντί) ‘angesichts, gegenüber, anstatt’, lat. ante ‘vorn, vor’. Dieses ie. *anti, ursprünglich ‘im Angesicht’, gehört als erstarrter Lokativ zu ie. *ants ‘Vorderseite, Stirn’ (vgl. hethit. ḫanza ‘Vorderseite, Front’), daneben mit o-Suffix ie. *anto-, worauf aind. ántaḥ m. ‘Ende, Grenze, Rand’ und air. ētan ‘Stirn’ beruhen. Die Präfixe dt. ant- (s. Antlitz, Antwort) und ent- (s. d.) stellen sich ebenfalls zu dieser Wortgruppe. Im Dt. dringt bei Ende, das im räumlichen Sinne auch in der Mehrzahl gebräuchlich ist, seit dem 18. Jh. die schwache Pluralform Enden durch. – enden Vb. ‘aufhören, einen Abschluß finden’, ahd. entōn (8. Jh.), mhd. enden ‘beenden, vollbringen, enden, sterben’ sowie gleichbed. asächs. endion, mnd. enden, mnl. e(i)nden, nl. einden, afries. enda, endia, aengl. endian, engl. to end, anord. enda; früh zum unter Ende (s. oben) dargestellten Substantiv gebildet; im Dt. in älterer Zeit überwiegend transitiv, heute nur noch intransitiv mit der Bedeutung ‘aufhören’, die bis Anfang des 19. Jhs. auch durch reflexiven Gebrauch ausgedrückt wird. Als transitives Verb ist jetzt die Präfixbildung beenden ‘zum Abschluß bringen’ (17. Jh.) üblich. Völlig bedeutungsgleich mit enden und beenden, in der Gegenwart aber zurücktretend und gewähltem Stil vorbehalten sind die jüngeren Verben endigen (15. Jh., vorher schon mnd. endegen, 13. Jh., vgl. auch nl. eindigen) und beendigen (17. Jh.), für deren Bildung auf das Adjektiv spätmhd. endec ‘zu Ende kommend, schnell, eifrig’, mnd. endich ‘endgültig, rasch’ hinzuweisen ist. Eine weitere Präfixbildung zu enden ist verenden Vb. ‘sterben’ (von Tieren), ahd. firentōn ‘beenden, vernichten, sterben’ (um 1000), mhd. verenden ‘beenden, ein Ende nehmen, sterben’, im Nhd. vom 18. Jh. an auf die heutige Verwendung eingeschränkt. Endung f. ‘Wortausgang, Endsilbe’, namentlich als Flexionszeichen, ahd. entunga ‘das Aufhören, Ende, Begriffsbestimmung’ (9. Jh.), gientunga ‘Begriffsbestimmung’ (8. Jh.), spätmhd. endunge ‘Ende, Vollendung, Austrag’; vgl. mnd. endinge, mnl. e(i)ndinge, aengl. endung, engl. ending, anord. ending ‘Ende, Beendigung’; als grammatisches Fachwort seit dem 15. Jh. endlich Adj. ‘in Raum und Zeit begrenzt’, auch ‘abschließend, am Ende kommend’, so vor allem adverbiell ‘schließlich, zuletzt’, häufig Ausdruck der Ungeduld nach langem Warten, mhd. endelich ‘am Ende kommend, endgültig, eifrig, eilig’; von den mhd. Bedeutungen gilt ‘eifrig, eilig’ (eigentlich ‘zielstrebig’) auch frühnhd. bis ins 17. Jh., ‘endgültig’ gelegentlich noch im 19. Jh.; seit dem 17. Jh. steht endlich außerdem (entsprechend vorausgehendem unendlich, s. unten) im Sinne von ‘irdisch, sterblich’, in der Mathematik etwa seit 1700 für ‘räumlich und zeitlich begrenzt’ (eine endliche Größe, Menge). unendlich Adj. ‘kein Ende habend, unbegrenzt unermeßlich’, ahd. unentilīh ‘unbegrenzt, endlos’ (9. Jh.), mhd. unendelich ‘endlos, zahllos, unvollendet, untüchtig’, diese Verwendungen leben noch im älteren Nhd.; Anfang des 16. Jhs. wird unendlich philosophischer und mathematischer Terminus; rein verstärkender adverbieller Gebrauch seit dem 18. Jh.
3699 Zeichen · 123 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    unendlichAdj.

    Köbler Mhd. Wörterbuch

    unendlich , Adj. Vw.: s. unendelich

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    unendlichAdj.

    Köbler Mnd. Wörterbuch

    unendlich , Adj. Vw.: s. unendelīk

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Unéndlich

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Unéndlich , adj. et adv. der Gegensatz von endlich, was kein Ende hat; ewig. Die unendliche Dauer Gottes. Ingleichen, wa…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    unendlich

    Goethe-Wörterbuch

    unendlich [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Unendlich

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Unendlich , Gegensatz zu zeitlich, irdisch; in der Mathematik Größe, die sich nicht in bestimmter Begränzung darstellen …

  6. modern
    Dialekt
    unendlich

    Mecklenburgisches Wb.

    unendlich über die Maßen groß: das Makrelenfangen hett mi unendlichen Spaß maakt Ro Warn ; maßlos, leidenschaftlich: dat…

  7. Spezial
    unendlichadj

    Dt.-Russ. phil. Termini · +1 Parallelbeleg

    unendlich , adj бесконечный , п

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit unendlich

7 Bildungen · 4 Erstglied · 0 Zweitglied · 3 Ableitungen

Ableitung von unendlich 3 Analysen

un- + endlich

unendlich leitet sich vom Lemma endlich ab mit Präfix un-.

Alternativen: unenden+-lich un-+end+-lich

unendlich‑ als Erstglied (4 von 4)

unendlichen

DWB

unendlichen , verb. Birken lorb. 107 . vgl. verunendlichen, verendlichen.

unendlichkeit

DWB

unendlich·keit

unendlichkeit , f. , gegentheil und seitenstück zu endlichkeit. mhd. unendelîcheit; mnl. onendelijcheit ( nl. oneindigheid); dän. uendelighe…

Ableitungen von unendlich (3 von 3)

unendliche

DWB

unendliche , f. , infinitas Maaler 460 a . — unendlicherlei J. Böhme 4, 130 ; Rosegger II 3, 23. unendlichfach allg. d. bibl. anh. 53—86, 20…

urunendlich

DWB

urunendlich , adj. ' in der philosophie ... gott der vater, im gegensatze zu dem urendlichen, gott dem sohn ' Krünitz 202, 476 . —

verunendlichen

DWB

verunendlichen , v. : so dasz es ( das endliche ) in seiner verbindung mit dem unendlichen ... gegen seine nicht verschwundene, vielmehr per…

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APA
Cotta, M. (2026). „unendlich". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 10. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/unendlich/pfeifer_etym
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Cotta, Marcel. „unendlich". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/unendlich/pfeifer_etym. Abgerufen 10. May 2026.
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Cotta, Marcel. „unendlich". lautwandel.de. Zugegriffen 10. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/unendlich/pfeifer_etym.
BibTeX
@misc{lautwandel_unendlich_2026,
  author       = {Cotta, Marcel},
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