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langsam

as. bis spez. · 21 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
21 in 21 Wb.
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

langsam

langsam

lang Adj. räumliche und zeitliche Erstreckung bezeichnend, ahd. lang ‘langgestreckt, lange dauernd, ausführlich’ (8. Jh.), mhd. mnd. mnl. lanc ‘lang, langsam’, asächs. nl. lang, aengl. lang, long, engl. long, anord. langr, schwed. lång, got. laggs wird zusammen mit gleichbed. lat. longus, mpers. drang, pers. dirang ‘lang’ auf ie. *(d)longho-, Adjektivbildung zu einer nasalierten Gutturalerweiterung der Wurzel ie. *del- ‘lang’, zurückgeführt. Unnasaliert liegt die (ursprünglich zum Teil wohl zweisilbige) Gutturalerweiterung vor in aind. dīrgháḥ, griech. dolichós (δολιχός), aslaw. dlьgъ, russ. dólgij (долгий) ‘lang’, ebenso (mit d-Abfall) in lit. ìlgas, lett. ilgs und in got. tulgus ‘fest, standhaft’. Das erste Zeugnis des germ. Adjektivs zeigt der bei Tacitus in lat. Langobardī überlieferte Name der Langobarden, eigentlich ‘Langbärte’. Im Dt. bezeichnet lang sowohl die Erstreckung in einer Dimension, und zwar bei Körpern die der größten Ausdehnung (im Unterschied zu breit oder dick), als auch die Erstreckung in der Zeit. In festen Verbindungen, vgl. lange Finger machen ‘stehlen’, einen langen Hals machen ‘neugierig sein’, ein langes Gesicht machen ‘enttäuscht sein’. – lange Adv. ‘lange Zeit, bei weitem’, ahd. lango ‘vor langer Zeit, längst’ (8. Jh.), mhd. lange, langen ‘seit langem, lange Zeit’. längs Präp. Adv. ‘an etw. entlang, der Länge nach’, mhd. langes, lenges Adv. ‘vor langer Zeit, der Länge nach’, mnd. langes, frühnhd. auch längst (mit hinzugetretenem t, s. unten) sind adverbiale Genitive Sing. des Adjektivs. Das Adverb ist in der Gegenwart kaum noch in Gebrauch (etw. längs schneiden, nordd. längs kommen); als Präp. wird längs seit dem 14. Jh. verwendet. längst Adv. ‘seit langer Zeit, schon lange, bei weitem’, frühnhd. längst, auch langest, leng(e)st. Ursprünglich identisch mit längs (s. oben), dessen adverbiale Verwendung im Sinne von ‘vor langer Zeit’ die durch sekundäres -t erweiterte Form übernimmt; entsprechend unlängst Adv. ‘vor nicht langer Zeit, vor kurzem’, mit unorganischem -t aus dem adverbiellen Genitiv frühnhd. unlang(e)s (15. Jh.), mnd. unlanges, mnl. onlanges. Länge f. ‘Ausdehnung in die Hauptrichtung, Dauer, Längengrad’, ahd. lengī (9. Jh.), mhd. lenge. Länge bezeichnet insbesondere die räumliche Erstreckung im Unterschied zu Höhe und Breite, auch die Körpergröße, und erscheint als Grundwort in Maßbezeichnungen wie Hauptes-, Pferde-, Schiffslänge. langen Vb. ‘ausstrecken, sich erstrecken, reichen, auskommen’, mhd. langen ‘lang werden oder machen, sich ausstrecken, um etw. zu erreichen, Verlangen haben’, ahd. langēn ‘Verlangen haben’ (9. Jh.). anlangen Vb. ‘ankommen’ (16. Jh.). erlangen Vb. ‘bekommen, gewinnen, erwerben, erreichen’, mhd. erlangen ‘sich sehnen, verlangen, erreichen’, auch (unpersönlich) ‘lang dünken, langweilen’. S. auch gelangen, hinlangen. verlangen Vb. ‘nach etw. Sehnsucht haben, etw. begehren, fordern’, mhd. verlangen; Verlangen n. substantivierter Infinitiv, mhd. verlangen, auch ‘Verdruß, Kummer’. länglich Adj. ‘im Verhältnis zur Breite größere Länge aufweisend, ein wenig lang’, ahd. langlīh (9. Jh.), frühnhd. langelich, lengelich (15. Jh.), daneben frühnhd. langlecht, länglicht, mhd. lengeleht. langsam Adj. ‘zögernd, lange Zeit brauchend, träge’, ahd. (8./9. Jh.), asächs. langsam ‘lange dauernd’, aengl. langsum; s. -sam. Daneben ahd. langseimi (10. Jh.), mhd. lancseim; das zweite Wortglied (ahd. -seimi) stellt sich zu mhd. seine ‘langsam, träge’, verwandt mit seit, Seite (s. d.), oder es gehört im Sinne von ‘langsam fließend, tröpfelnd’ zu dem unter Seim (s. d.) behandelten Substantiv; die Bedeutung ‘zögernd, gemächlich, nach und nach’ wird von langsam übernommen. Langeweile f. ‘Gefühl des Nichtausgefülltseins, des Überdrusses, Mangel an Abwechslung’, mhd. lange wīle, Zusammenschreibung vereinzelt seit dem 14. Jh., fest im 17. Jh., doch noch bis zur Gegenwart mit Binnenflexion (aus Langerweile, der Langenweile begegnen); langweilen Vb. ‘Langeweile bereiten’, reflexiv ‘Langeweile haben’ (18. Jh.); langweilig Adj. ‘uninteressant’ (15. Jh.). Langfinger m. ‘Dieb’ (17. Jh.). Langmut f. ‘Geduld, Nachsicht’ (16. Jh.), Rückbildung (da sich ahd. langmuotī, 8. Jh., nicht fortsetzt) aus langmütig Adj. ‘geduldig’, ahd. langmuotīg (10./11. Jh.), mhd. lancmüetec, Weiterbildung des Adjektivs ahd. langmuot (8. Jh.), einer Übersetzung von gleichbed. kirchenlat. longanimis (zu lat. longus ‘lang’ und animus ‘Seele, Mut’). Langohr n. Name des Hasen (auch kleines Langohr) und des Esels (großes Langohr), wohl rotw. (16. Jh.); zu vergleichen ist die ähnliche Benennung des Hasen durch spätlat. aurītus (zu lat. auris ‘Ohr’), des Esels durch die zugehörige Deminutivform lat. aurītulus. Adjektivisches aurītus ‘(in auffälliger Weise) mit Ohren versehen’ dient zur Charakterisierung beider Tiere. langwierig Adj. ‘lange während, viel Zeit erfordernd, mühsam’, frühnhd. langwiric ‘lange dauernd, lange lebend’ (15. Jh.), Zusammensetzung mit dem Adjektiv ahd. wirīg ‘dauernd, dauerhaft’ (um 1000), mhd. wiric ‘dauerhaft’, zu ahd. werēn (s. währen). Weit früher als das Adjektiv erscheint das Abstraktum ahd. langwirī̌gī ‘lange Dauer’ (um 1000).
5145 Zeichen · 185 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 9.–12. Jh.
    Altsächsisch
    langsamAdj.

    Köbler As. Wörterbuch

    langsam , Adj. nhd. langwährend, ewig ne. long (Adj.), eternal (Adj.) Hw.: s. langsamo; vgl. ahd. langsam* Q.: H (830) E…

  2. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    langsamadj.

    Althochdeutsches Wörterbuch · +2 Parallelbelege

    langsam adj. , mhd. lancsam, nhd. langsam ( beide in anderer Bed. ); as. langsam; mnd. lancsam, mnl. lancsam ( in andere…

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Langsam

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Langsam , -er, -ste, adj. et adv. ein Wort, welches eine Eigenschaft der Bewegung ausdruckt, in einer gegebenen Zeit ein…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    langsam

    Goethe-Wörterbuch

    langsam 1 durch geringe Geschwindigkeit gekennzeichnet, mit geringer Geschwindigkeit; auch im bildlichen Zshg a in einer…

  5. modern
    Dialekt
    langsam

    Elsässisches Wb. · +7 Parallelbelege

    langsam [làsàm Hi. Bf. Str. U.; lòsòm Lohr ; làksàm M. ; lònsòm Wh. ] 1. Adv. wie hochd. Wie ge h t's? Antw.: L. im Ë…

  6. Sprichwörter
    Langsam

    Wander (Sprichwörter)

    Langsam 1. Alles werde langsam begangen, ausgenommen das Flöhefangen. – Gaal, 1069. Engl. : Nothing must be done hastily…

  7. Spezial
    langsamadj

    Dt.-Russ. phil. Termini · +2 Parallelbelege

    langsam , adj медленный , п

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit langsam

17 Bildungen · 14 Erstglied · 0 Zweitglied · 3 Ableitungen

Ableitung von langsam

lang + -sam

langsam leitet sich vom Lemma lang ab mit Suffix -sam.

langsam‑ als Erstglied (14 von 14)

langsambedächtig

GWB

langsam·bedaechtig

langsam-bedächtig zu langsam 2a die langsam bedächtige Eleganz eines halb abgewendeten Jünglings 44,309,22 CellAnh IV 1 Rüdiger Nutt-Kofoth …

Langsamer

Wander

langs·amer

Langsamer Annem (einem) Langsamen ies ke woarmer Bissen beschert. – Gomolcke, 190; Robinson, 489; hochdeutsch bei Simrock, 6190. [Zusätze un…

langsamernst

GWB

langsam·ernst

langsam-ernst bedächtig-gravitätisch; zu langsam 2a Mit langsam-ernstem, ehrfurchtsvoll gehaltnem Schritt | Seh’ ich den Fürsten 15 1 ,207 F…

langsameⁿ

Idiotikon

langsameⁿ Band 3, Spalte 1336 langsameⁿ 3,1336

Langsamgehen

Wander

langsam·gehen

Langsamgehen Dat Langsamgahn kumt van sülvst. ( Rastede. ) – Firmenich, III, 27, 35.

Langsamigheid

WWB

Langsamigheid f. Langsamegoit Langsamkeit ( Hal Bh).

langsamkeit

DWB

langsam·keit

langsamkeit , f. selten im sinne von langsam 1: langsamkeit, prolixitas, diuturnitas .i. longanimitas ( das letztere sonst langmuth). voc. i…

langsamlich

DWB

langsam·lich

langsamlich , adv. tarde, lente. Steinbach 1, 971 : langsam, vulg. langsamlich morose, tarde, tractim, lente, successive, paulatim, prolixe,…

langsamôn

AWB

lang·samon

langsamôn sw. v. — Graff II,229. gi-lancsamot: part. prt. Gl 1,367,7 ( S. Paul XXV d/82, 9./10. Jh. ). verlängern: gilancsamot [ ut vivatis,…

Langsampad

WWB

langsam·pad

Langsam-pad [ Lüb Ravensbg] langsame Person. — Sprichw.: Langsampat kümmt auk na Stadt ( Bie Gh || ähnl. mehrf.).

Langsamträge

Campe

langsam·traege

○ Langsamträge , adj . u. adv . langsam und träge zugleich. Ein langsamträges Leben, das langsam und in Trägheit verfließt. — — — liegt anf …

langsamōn

KöblerAhd

langsamōn , sw. V. (2) nhd. verlängern, bleiben ne. prolong, stay (V.) ÜG.: lat. protelare Gl Q.: Gl (10. Jh.) I.: Lsch. lat. protelare? E.:…

Ableitungen von langsam (3 von 3)

langsame

DWB

langsame , f. langsamkeit; schon ahd. langsamî, langsemî, langseimî, aber im sinne von langsam 1, processus ( temporum ), diuturnitas Graff …

verlangsamen

DWB

verlangsamen , verb. 1 1) langsam, langanhaltend machen: deren ( der willkür ) pausiren im schlafe die respiration verlangsamt. A. Schopenha…

verlangsamung

DWB

verlangsamung , f. : die abnahme der wärme ... wird in dieser letzteren region langsam; und wenn diese verlangsamung sich weit weniger in de…