Ochse das Wort ist allg.; lautl. unterscheiden sich zwei Geb., das südl. mit
ogs, ǫ-, –ks, Pl.
-sə(n), welches bis ausschl. Bitb-Wallend Holsthum Messerich Biersd, Prüm-Mauel Dackschd Laschd Wetteld Seiwerath Wallersh Oos,
[]Daun-Gerolst Gees Betteld OEhe Neichen Sarmersb, Aden-Müllenb, May-Nachtsh, Aden-Arb, Koch-Büchel Faid Beuren Brieden, May-Kehrig Reudelsterz Kottenh Nickenich Eich, Neuw-Heimb Hardert Isenbg reicht; doch südl. dieser L. noch einige Enklaven u. Restpunkte mit
-s, Wend-Reichenb
s, Pl.
ǫgsə; Simm-Laub
ǫgs, alt
ōs; an der Saar Restpunkte
ūə(r)s Merz-Büding, Saarbg-Wehing Palzem Kelsen Winchering Manneb Nittel; dann noch geschl.
s, ōəs immerh. einschl. Trier-Rodt Orenhf, Bitb-Beiling Speicher Hosten u. innerh. einschl. Trier-Kersch Newel Olk Minden; dann um Wittl-Eisenschmitt (Doppelformen
ǫgs u.
ous Bitb-Stahl;
ūəs u.
ogs Bitb-Rittersd;
ǫgs, aber
īəsχən Bitb-NWeis Seimerich); dann im O.
s innerh. einschl. Zell-Altstrimmig, Koch-Lieg, Goar-Gondershsn Buchholz Niederbg Damschd Bickenb, Simm-Schnellb Manneb, Zell-Panzw (Reidenhsn
ogs u.
s);
n. einschl. der o.
gen. L. herrscht
s, əs [in SPrüm
ū(ə)s, ebenso in May, Aden u. LRip]; Eup
us; SNfrk
ōəs [Erk-Elmpt
ăs u.
ōs, Pl.
əs, -- u.
osən]; SGeld, SMörs
s; NGeld, NMörs, Klev, Rees, Dinsl
ǫs; der Pl. in diesem
s-Geb. ist im Sü
d. -sə(n); im Rip
(ə)sə u.
(ə)s (letzteres in Bed. 2 als Schimpfw.) [
ǫuəs Dür-Lövenich]; SNfrk
əs; Geld, Mörs
ǫsən u.
s; Klev
s;
n. Ruhr
ǫsən; in Altk (mit Ausn. des NW-Teiles (Birnb, OLahr Eupel Krunkel Flammersf, wo
s), Siegld, Berg, Ruhr herrscht der Sg.
-sə(n), u. zwar
osə, ǫ-, ō- Altk;
oəsə, uə- Siegld;
ōəsən, ō- Berg (in Sieg bis Eckhsn Wellerschd Hetzenholz Oberhsn Much
-; MülhRh-NGrützenb
s u.
-sən); Barm
ǫsən; Wermelsk
ou-; Ruhr
sə; Pl.
-sə(n) [NBerg auch
-sənts]; Demin.
ęgsχə(n), e-, īə(r)sχən, (ə)-, ə-, –ȳə-, skə(n) m.: 1. wie
nhd.; doch bedeutet
O. wie
nhd. nicht nur das verschnittene Tier, als Zug- u. Schlachttier (so Allg.), sondern auch, je nach Geb., das unverschnittene Tier, als Zuchttier, Stier, Bulle, u. zwar dies zunächst in all den Geb., wo
O. in Verb. mit einem bezeichnenden ersten Komponent gilt,
Deckoss im Kölner Raum,
Reitoss(en) Neuw (noch vereinzelt), Altk (ebenso), Siegld, Waldbr, Gummb;
Springoss(en) Wippf (vereinz.), Sol (vereinz.), Mettm, Lennep, NKöln, NBergh, NDür, NJül, NAach, Grevbr, Neuss, Erk, NOHeinsb, MGladb, Kemp, Kref;
Farross MülhRh u. Kreuzn (
s. Wk.
Stier); in diesem Geb. kann auch, wenn keine Verwechslung mit dem
Arbeits-, Wirks-, Treck-, Dau-, Fahr-, Driv-, Joch-, Karr-, Plug-O. (Plöger) gegeben ist, der Stier einfach
dEr s (
ōəs) heissen, während der
Arbeitsochse nur
dər, ən O. ist;
de Koh noəm O. leden (leiten);
de K. bei den O. dohn; de K. es beim O. gewes; ech bön met der K. bei der O. geleit; der O. hät de K. gesprongen; aber auch in andern Geb., wo es die Zs. nicht gibt, gilt
dEr s (gegenüber
dər, ən O.) für den Stier, so in Sieg, MülhRh, Wippf,
[]Aden, Ahrw, Schleid (
nom O. fahre), Rheinb, Bergh, Dür, Jül (auch Meis, Kreuzn, Goar-Rheindieb Steeg
zum O. gehn); man nennt ihn hier aber auch
Deck-, Stieross (letzteres Goar-ODieb, Aden, Ahrw, Rheinb, Eusk, Bo, Bergh, Dür, NWNeuw, Sieg); wie die Wk.
Stier erweist, nimmt dies Wort nicht nur einen grossen mittlern Raum ein, sondern es dringt auch ein nicht nur in die Geb. der o.
gen. Zs. (
Reitochse usf.). sondern auch in die Geb. mit eignen Bezeichnungen (
Farren, Fasel, Mullen, Mulles, Bülles, Heinz, Leicher; weniger in das Geb. von
Dür (Selfk),
Farsch, Farr (Geld, Mörs, Klev), von
Bull (
n. Ruhr). — Allg. ist also die Bed. ‘verschnittener Arbeits-, Zugochse’;
der geht (fährt) met dəm O. hat einen O. als Zugtier;
met dem O. arbeən (
plügen, ejen usf.) Gummb, Allg. [der einjährige verschnittene Jungochse ist der
Lipper(t), Lippochse, Lüpper, Bürkel, Büsser(t), Keiert, Quetscher, Puss, Schlippes, Hoppəs-chen, Ochsenbäuert, –rind, –stier; der O. es geschnidden (
gekneppt May-Kell;
ingedrage Klev-Schneppenhsn); allg. nennt man auch dies Jungtier
Öchschen]. — In RA. werden O. besonderer Herkunft genannt:
En Kopp (Augen) han wie ennen dänschen O. Lennep, Ruhr, Mörs, —
ne fränsche O. Dür, —
fresche (
vrelsche Erk-Körrenz) (friesischer)
O. Bergh, Erk, Monsch, —
en ovverländesche O. Sieg-Siegbg, —
nen trierschen O. Sol-Wald. —
Stiven O. tüchtiger O. Heinsb-Tüddern. —
Der hat Leder vam kromme O. schief getretene Schuhe Ottw-Aschb. —
En Koppel O.ən O.paar für ein Gespann;
den as su domm wie en K. O.ən WMosfrk;
wen en K. O.ə wellt borgen, dorf sech des Scholdschengs (-scheins)
net schamen Prüm-Ihren. — Der O. führt Rufn., wie
Baumann, Blum, Braun, Farro, Grison, Hans, Hektor, Kadett, Schwarz, Schweizer, Schimmel (so in Malm). — RA.: der O. u. seine
Körperteile. Sonn gruəte Höəres (
Hörner )
hät mi Bestevadders O. gesagt, wenn man sich reckt u. streckt Kemp, Dür;
sun Höərner hät use O. MülhRh-BGladb.
Et ös e Glöck, dat de köddste (zornigsten)
O.ən net de längste Höərnder han Sieg-Scheiderhöhe.
Gutt es et, dat eich kä Bauer sen, dann schmeissen eich ach (auch)
kä Wan erem, brecht mer ach kä O. kä Hor, on scheisst mer ach kä Katz en't Kor Wend-Sotzw, Rhfrk, Mosfrk.
De ölste (ältesten)
O.ən häbbt de stiffste Hörn Rees-Ringenbg.
Et fählen em nuren noch de Horenter, un dann wär der O. ferdig Saarl-Berus, Allg.
De büs (bösen)
O.ə krige kain schwer Hor Neuw-Notschd.
Wenn alle Öss (Ossen) (van Nemwegen) sterwen, dann kreg ek noch kenn Horn Mörs.
Pack (holl) de O. am Hor! greif mutig die Sache, Aufgabe an Allg.;
wer der O. angeiht, de pack in bei de Höəner Köln.
Wo de O.ə uf de Hore danze un de Isel Gei (Geige)
spiele! Antw. auf die Frage: wohin gehst du? Kreuzn-Kirn.
Den O. zieht mer nit beim Hor, den Esel nit beim Schwanz []Kobl-Rhens.
Dat nötzt esu viel, as wa mer en Uəss an (in)
en Hor pötzt gar nichts Bitb-Mettend, Mosfrk, Rhfrk (
s. weiter bei Horn).
Jedde O. hät Hoər (
Haare )
om Kopp! sagt der, über dessen Glatze man spottet Ahrw-Heimersh;
et hät noch nömmes ene O. met ener Plät gesenn Jül.
Weə alle O.ə et Mul stoppe well, moss vill Heu han Eusk-Billig.
Wemmer de (den sauren Wein)
enem O. in't Ohr schit, dann läft er bis uf Simere Galopp Simm-Laub.
De O.ə of de Schwänz kloppe O. antreiben Goar-Weiler. — Der O. u. die
andern Haustiere. De O. därf net vergesse, dat e mol Kalf gewest es der Erwachsene soll über jugendlichen Übermut nicht zu schroff urteilen Neuw-Altwied.
Jung e K., alt en O. vom Menschen Bitb-Outschd.
Mer süht am K., wat fir nen O. et werde well Köln-Stdt.
Wenn den an (in)
der irschten Li (Lüge)
e K. worde wär, dann wär e jetzt schunn lang en O. Prüm-Mürlenb.
Wenn dou gennen O. krige kos (kannst),
moss dou möt e K. tefreje sin Geld-Leuth.
Wann mer e K. scheckt, kemmt en O. sereck Birkf.
Do hammer et richtige Käləfche beim Öchs-che das passt zueinander Kobl-Moselweiss.
Bröllt der O., dann lock (lautet, schreit)
de Koh, dann schleht der Esel der Tak derzo Dür.
O.ə sei kei Kih! ausweichende Antw. auf die Frage: wie? Trier-Waldrach.
Dat well ech dech sage, et Peərd es kenne Wage, enne O. es noch kenn Kouh, wat säəs du nu dortou? Erk-Anhv.
Minger Moder irer Koh Broder, dat wor en O. (
K. wird leise gesprochen) sagt man, wenn jmd. von weitschichtiger Verwandtschaft spricht Rip;
singersch Vadder K. Broder es en O. er ist ein Dummkopf Wippf.
Eng K. steht liewer bei engem O. ewie bei enger aner K. WBitb.
Et deht der O. noch ens got, wann er neəwen de K. ka stoəhn Heinsb.
Wie ne O. övver en K. herfalle Schleid-Wildenbg.
Vom O. op et Peərd kuə wirtschaftl. fortschreiten Schleid;
van et Kühke op et Össke on van et Ö. op et Perd komme Mörs-Orsoy.
Wenn O. un Isel (
Esel )
sesammekumme, dann werd et dono Simm-Heinzenb.
Wa mer e O. schickt, krit mer e Esel were (wieder) Kreuzn, Rhfrk, Kobl-Güls, Neuw-Heimb Weis.
Ich han käne O. gefress, dat ich su en E. drihn (tragen)
kann! zu einem, der lästig fällt Kobl-Sayn.
Men kann ut dem E. kin O. maken Elbf.
Van den O. no den E. von einem zum andern, vom Regen in die Traufe Mörs, Klev. — O. u.
Bauer. Lott (lass)
de Buər den O.! lass ihm seinen Dünkel MGladb-Viersen.
Jedder Burschmann os stolz op sengen O. Schleid-Hellenth.
Ne B. en ene O., die gönnt dörch eng (eine)
Puərz (Pforte) Aach.
E B. un e O., das sin zwe Rinnviehcher Ottw-Neunk;
twelf B.ən en ennen O. sin dartihn Beester Rees, Ess, Geld.
Wat koste de O.ə? zu dem Bauern, der den Hut schief auf einem Ohr sitzen hat Rheinb-Meckenh. — Der O. als
Arbeitstier u. in seinen sonstigen Tätigkeiten.
Stärk wie [] ene O. Rip, Allg.;
quoj (böse)
as enne O. Mörs.
En ale O. äs däck (oft)
besser bie en neuen Neuw-Asb.
Ene O. stäht net allän (allein) Bernk-Cleinich.
O. kennt O. wir wissen, was wir gegenseitig voneinander zu halten haben Aach. Der Bauer, erzürnt, zu seinem eigensinnigen O.:
We dech O. genannt hät, hät dech got gekannt! Eusk-Billig.
Och enen O. deiht sing Arbeit Köln-Stdt.
Arbeiden (werken, schaffen, trecken, däuen, ziehen) wie en O. Allg.
Dat Perd zieht, den Uass deit (drückt);
sei och su gescheit! mache alles richtig Trier-Schleidw.
De Klökere (Klügere)
git no, sat der O., do trock he de Meskar Jül.
O.ən on Wiver trecke för de Kopp beide sind eigensinnig Kemp, Geld.
Ne O. arbet och mem Kopp; dat süht mer am O., dat de Kopparbeit am schwersten es zu dem, der geistige Arbeit als schwer hinstellt Köln, Verbr.
De Dommen on de O.ən fengk (findet)
mer do, wo de miəhrschte Ärbicht es Wippf-Bechen.
Koppärbeit greppt an, säj den O., duw trocke den örste Kehr (zum ersten Male)
de Plug geistige Arbeit ist schwer Geld-Schravelen.
De ös hönner dem Kopp gejouch (gejocht)
wie de O. starrköpfig Sieg-Ittenb.
De O. geht an der For (Furche)
wie en jungen Hengst Gummb-Mühle.
De gäht esö rauhig wie en O. fir dem Plog Trier-Beuren;
de giht su steif bie en O. am Pl. May-MüMaif;
de däut füran wie en O. Eusk;
de däut bie en O. de Berg eraus May-Wassenach.
De Uəssen deien de Hower op de Speicher, an de Perd schläfen (schleifen)
se eröm (wieder)
erof ein O.gespann stellt sich weniger kostspielig als ein Pferdegespann u. rentiert sich besser Bitb-Seimerich.
Dat Farre on dat Ladde es got on wahl, ävver de ärme Öss moss et Trecke dunn das Planen ist leicht, aber nicht das Ausführen Sieg-ODollend.
De dömmsten O.ən trecken am besten dumme Menschen arbeiten körperlich am besten Sieg-Leuschd.
Wat me dohn kann em März, dat trick de O. am Sterz im
M. ist noch nicht viel Feldarbeit zu leisten MülhRh-Eulenth.
Wat der em Kopp hat (der Eigensinnige),
trecke em honnert O.ə net eraus Birkf-Bundenb.
De Klükere (Klügere)
gef no(r), sagg den O., dor trock hei an Mörs, Rees, MGladb.
Wenn de Öəss fahre, modde sich de Pöəs (Pfosten)
wahre Tölpelhaftigkeit, Dummheit richtet Schaden an Kref, Kemp, MGladb, Klevld.
Mach net, dat dech de O. stüss! zu dem, der die Butter zu dick aufträgt Rip, Berg, SNfrk (
et os en büse O. om Dörf Aden-Weibern);
de O. stüss mech gesagt beim Rülpsen MülhRh-Refr;
der O. hät in gestüsse er ist bezecht Köln-Stdt;
einem stössigen O. muss me uswichen einem, der streitsüchtig ist Waldbr-Morsb.
E Bauer, den de Fohn dreht, en O., den om (im)
Won (Wagen)
geht, e Fraumensch, dat em Bestode (Heiraten)
steht, de lossen sech net omhalen (zurückhalten) Prüm-Ringhuschd.
Wenn et op de Grisst (Grösse)
okiem (ankäme),
da miet och en O. en Hosen erlofen (einholen) Prüm-Mürlenb.
[] Iərscht (eher)
köm en O. langs mech, de söt noch goden Dag! von einem, der nicht die Tageszeit als Gruss bietet Ahrw-Ramersb.
Ersten O., et Hecken (Schlagtor an der Weide),
los, lesste Kuhw et H. tu Klevld.
Do steht der O. am (fürm) Berg es geht nicht weiter Rip, Allg.
Et es bester, dat de O. sprengk, als dat de Vugel sengk (singt) dass bei der Getreideernte der O. gehörig heran muss, als dass das G. zu reif wird u. die Vögel es bekommen Ahrw. Der Dumme
es vom O. gelet (geleitet) Sieg-Hennef.
Ene O., de dröscht, soll me de Mull net verbenge (-binden) dem tüchtig Schaffenden gehört auch Nahrung ErcklGladb.
Wenn der O. Geild het, kann he bröllen der Mensch, der Geld hat, kann prahlen Elbf.
Alltit bröllt dem Bur den O., ens van Honger, donn van Dorsch (Durst);
alltit sind de Buren dronke, a. sind de Schelme voll Geld-Leuth.
Herrgott, werp Heu eravver, de Öəss hant Honger! Aach.
En O. hot em de Hemet (Heimat)
gefress von einem, der nicht weiss, wo er geboren ist Daun-Strohn.
Jeder O. kennt de Krepp va seim Hären Saarl-Kerprich Hemmersd.
De O., de ämol im Kabbes war, geht immer wiere ənin wer sich einmal mit der Liebe abgegeben hat, lässt nicht mehr davon Simm-Horn.
Ene losgebonge (-gebundener)
O. leck sich no singem Beleven (-lieben) ein Mensch ohne Hemmung, Zucht fröhnt seinen Begierden MGladb-Korschenbr.
Ech han en O. dohem, de hät van zwei Köh de Melch gesogen, on et bleff doch en O. sagte der Bauer zum Advokaten, der seinen Prozess verloren hatte u. sich entschuldigte, an seinen Kenntnissen dürfe der Bauer nicht zweifeln, er habe zwei Universitäten besucht Sieg-Scheiderhöhe.
De Fur (Furche)
es su kromm, wie en O. seck (seicht) Dür-Pier.
Pisst dau aus dem Loch; eich ho gemänt, et wär en Öchs-chen! zu dem, der seine Meinung ändert Trier-Karths.
Nen O. git mih Mes (Mist)
wie dausend Nachtigalle Köln-Stdt.
Dat han ich mer selfs ze verdanke, sat der O., do fohr e singen eige Mes ebd. —
Et lött sech kennen O. anbenden, of me mott öm anpacken ohne ernste Arbeit gelingt nichts Mörs.
Et sein domm O.ə, die mer an de Krepp bend on se fresse net Neuw-Dierd.
Wem der O. hüərt, de pack en am Streck an MülhRh-Bensbg.
Op em gode Stöck (Feld)
mussen Dessele (Disteln)
wassen, dat mer en O. dran bengen kann Wippf-Pütz.
Met Fökeln (schmeicheln)
ka mer nen O. twengen Sol.
Mer kann den O. wahl an't Wasser driwen, awer net zwöngen, dat he süfft Waldbr-Rosb, —
an de Bore (Born)
dreiwe, awwer nit mache, darre seift Simm, —
no der Dränk leə (leiten),
ävver tom Supe kann men öm net twenge der Zwang gegenüber einem Menschen (Kinder, Eigensinnige) hat seine Grenzen MGladb, Grevbr;
wann den O. net sufen wellt, da kast du em et Mul on't Wasser halden, dann süft hen och noch net Malm-Weywertz.
Hot (halt)
den O. ens fos (fest),
sons löpp e us derdor! [] bändige den Tölpel, Dummen Kemp-Breyell.
Heə es ze domm, för ene O. ze leie (leiten) Aach, —
ene O. no de Bahn te brengen Rees-Drevenack. Der Unerfahrene
spannt der O. hinger der Plog macht alles verkehrt Köln, Gummb, Birkf.
De hät et (dem fählt et), wo mer de O. schleiht (im Kopfe) er ist dumm-hochmütig Neuw (kurköln.), Sieg, MülhRh, Köln.
Weis mir dem Grossvatter sei O.ə! damit hebt man ein Kind am Kopfe in die Höhe Wend-Offenb.
Met de Leit schwätzt mer on met de O.ə fahrt mer Saarbr.
Mer soll net met zweng (zwei)
O.ən fohren, wemmer nur fer än Koh Forer (Futter)
hät nicht höher hinauswollen, als die Mittel erlauben Neuw.
Du kenns nüs van Peərd, du bes ze lang met O.ə gegange! in dieser Sache steht dir kein Urteil zu Sülzt.
Wer lang met O.ə fihrt, wird och en O. Simm-Buch, Wittl.
Et hät wat te sägge: mät en olt Perd te gohn egge, mät en O. te gohn baue (pflügen)
dat sall ouw raue (reuen);
kommj (kommst du)
s'owes t'Hüs (zu Haus),
hät den Bur noch en grot Gedrüs (Schimpfen),
en wej (willst du)
dann noch en Wort sägge, dann säte: packt ouw mät den olde Kröck egge! Klage des Knechtes Emmerich.
De hät och für e Öss-che Däu der kann mit einem kleinen O. sein ganzes Ackerland bearbeiten Dür-Gey. —
Schicksal des O.
Besser än Ei en Frieden als en O. em Krieg Eif.
Blot tütt (zieht),
sät de Mann, du goəf he sinen O. en Dük (Kuss) SNfrk.
Et geht di grade we dem Hungk (Hund),
der am Heuhop log, et selwer nich frot (frass)
un den O. nich gunnte Wippf.
Ös den O. fett? gefragt, wenn die Lampe zu gross brennt Kemp-Grefr.
Wenn se met der O. bronke (prunken),
weəd heə bau (bald)
geschlacht gesagt, wenn man dem Alter Ehrenbezeugungen erweist Aach-Stdt, —
left he net miəh long Heinsb.
E blot (blutet)
wie enne O. Rip, Allg.
Bej Verlop (Verlauf)
van Tiə (Zeiten)
stärft den O. of den Driwer man soll unangenehme Sachen (Prozesse udgl.) möglichst hinausziehen, in der Zwischenzeit ereignet sich das eine oder andere, das die Sache ändert Emmerich.
Et es e Für, äls of men enen O. drop broəne (braten)
wöu Aach, Allg.
He mach e Gesech, als wenn er en O. verschlönge wöll Sieg-Bellinghsn. —
Unmögliches kann man vom O. nicht verlangen.
Wat kann mer van em O. mih verlange als e got Stöck Flesch, — als e St. Rendflesch! mit dem Tölpel, Grobian, Dummen ist nichts anzufangen Rip, Nfrk, Trier;
van enem O. kann mer kin Rengkflesch v.! verlange nichts Unmögliches Kref, —
kenn Ferkesfleisch v.! Mörs, —
kän Kottletten v.! Saarbg-Nittel.
Dat geht langsam (dat kömmp lat ‘spät’
an, dat kömmt em, bei em) wie dem O. de Melk Nfrk, Rip (
s. weiter bei Milch);
dat kümmp langsam es beim O. de Milk, alle siewe Johrs en Dröppken MülhRuhr, Nfrk.
Dem gen de O.ə melk er hat viel Glück Ahrw-Sinzig.
Dat ös ennen Tustand, sät den Bur, sewen O.ən on noch ken Melk! []Mörs.
He well der O. melke ein Geschäft anfangen, woran nichts zu verdienen ist MGladb.
We't Glöck hät, dem brocht (wird brünstig)
der O. Wermelsk.
He geft tegen (gegen)
en gösten (unträchtigen)
O. an ist sehr geizig Rees-Ringenbg. Dem Glücklichen
kalf der O. Allg., —
op dem Speicher Trier-Schleidw, —
am (im)
Stal on de Kih of em Sp. Trier-Mehring;
dem ene kalwe de O.ən, dem annern de Kih noch net Prüm, Allg. (
s. weiter bei kalben).
De mät e Gesich we en O., de e Kalf krit Bergh-Hüchelhv.
De gläft (glaubt)
och, dat den O. fleit (flötet) Merz-Losh.
Dat es, as wenn me en O. lesen lehren wöll Rees-Drevenack.
Et es kenn Kleinigkeit enne O. in die Wieg met en Treckmütz op! Mörs-Rheinbg.
Dat sieht aus wie de O. im Zilönner (Zylinderhut) Meis-Merxh, —
of der Kanzel Goar-Braunshorn.
Er versteht dervun so viel wie de O. vum Sunndag, er frisst alle Dag Hau (Heu) Simm-Laub, —
en O. vom Hauroppe Simm-Leideneck, —
van er Huhmess Schleid, —
vom Kardeinebigeln Trier-Casel, —
vom Vijelinspillen Neuw-Dernb.
Du stells dich an bie en O. beim Bretzelbacke Neuw-Dierd Dattenbg. — Und so wird das Tölpelhafte, Steife, Dumme im Menschen gern in
Vergleichen mit dem
O. deutlich gemacht.
Su domm (plomp, stif, bott, langsam, faul, eigensinnig) wie en O. Allg.;
de es so steif wie en allen O. Bernk-Malborn;
su domm wie en O., et fähle bloss noch de Höre Dür, Verbr., —
wie en Koppel (siewe, honnert Koppeln) O.ən Trier, Bitb;
he es dommer as Gört Potten sinnen O. Geld;
su ful (träge)
wie en agebonnenen O. Sieg;
doll wie en geschlahe O. Saarl-Differten.
Der steht do (so ratlos)
wie ene O. am (fürm) Berg Rip, Allg.;
mer hält elo we en O. am B. Daun-Hillesh;
de steht do wie en O. vorm naue Schauəredor (Schüreporz, Stalldür) Simm, Allg., —
fir er fresch gestrochene Schaureport Koch-Laub;
e guckt (sieht, kickt) (äne an) wie en O. of e grin Scheierdor Saarbr-Camphsn, —
op en eche (eichene)
Düər Sieg-Ägid, —
op en neu D. Rip, Nfrk, —
op en rut D. Sieg-Siegbg.
He klotzt (
sieht, lu(g)t usf.)
(enen an) wie ene O. Allg.;
de kuck bie'n O. on (in)
e Donnerwedder Aden-Herschb.
De schafft wie e angebunne O. Bernk-Stipshsn.
He hürt wie ene O. gar nicht, ist störrisch Rip, Allg.
De stellt sech an (benimmt sech, steht do) wie en O. Allg.
E geht föran wie en O. Schleid-Dollend;
de löf grad us wie de Bäckersch O. MülhRh-Rösr;
er stäht wie en O. Trier;
er giht wiere wie en O. Zell-Raversbeuren;
de gäht derdurch wie en O. so fest, gleichmässig, bedächtig Bitb-Mettend;
der geht druf los wie e O. in de Kabbes Kreuzn-Langenlonsh.
Bröllen (
bölken, bälken, schreien usf.)
wie ene O. Allg.
De sengt wie ene O. Grevbr-Wickr.
De heit (haut) (
drof)
wie en O. Mosfrk, Allg.
De süppt wie nen O. er ist ein Trinker Sol.
E leit (schläft)
wie e O. Ottw.
Hej schlöppt (schläft)
(so fast) as ene O. Klev, Dür, May.
He hat Hunger wie ene O. []Heinsb-Althaaren.
De Kärl hät ne Kopp wie nen O. so hart, dick u. er ist störrisch Rip, Allg.
Eich mänen, de hätten de Moss (Mass)
von deine Kap (Kappe)
iwer en O. gehollt Trier-Casel.
De hät en Stiərn wie en O. Dür.
De mich en Maul bie en O., de Bretzele käut Aden-Herschb.
Der Kerl hät e Paar Backe wie en O. Sieg.
Der hat e Fell so dick wie dat von em O. Ottw-Stennw.
Er hält de K. dar wie e O. May-Kehrig.
Er hät Oge (su gruss) wie enen O. Rip, Allg., —
mecht Oge wie en O. am Berg Prüm, —
wie en O., der no em Doler (Taler)
guckt Wittl-Dörb, —
wie Mase August sei O. verstört Bernk-Bollenb, —
wie en gestochen O. Goar;
den verdreht de Aən wei en O. em Joch Merz-Bergen;
der schneid en A (Auge)
wie e O. vorm Rawenist (Rabennest) Kreuzn-Oberhsn.
Er es gefall we'n gestochene O. Saarl-Differten.
De steiht en de Gedanke wie en O. en de Firze (Fürzen) Zell-Briedel.
De hat Gleck wie en O., de gletscht Kobl, Neuw.
Der sieht aus wie e O. met em Stuppschwanz Saarbr-Camphsn. —
Et es esu kalt wie ene O. Ahrw, Eusk.
Knubbele Flesch bie en halve O. esu gruss Sieg-Ägid. —
En Uss bleift en U., on wenn me en siewe mol heremdräht, et es emmer noch en U. May.
En O. es en O., on den dermet fährt, es och en O. Daun.
Zweschen dir un em O. geft et nuər meh ei Merkmol! Saarbg-Hentern.
Dat es ene Kerl, de künnt för den O. Vetter sägge Geld-Hinsbeck. — Im
Kinderld. Et Heuj es op, den O. es blend, en Gat (Loch)
in de Bocks (Hose),
wor de Sonn dör schinnt! Spottr. gegenüber dem O.bauer Geld-Schravelen.
Keh komme, O.ə bromme; Mäd, mach der Stall op! Hirtenruf bei Ankunft vor dem Stalle Siegld-Weidenau.
Daumesdeck hot O.ə kot (gekauft),
Fingerling hot se hem gefohrt, grusse Man hot se geschlacht (ofgeduhn), Ditzelderchen hot Wurscht gemacht, Klendibbəs-chen hot alles gefress Fingermärchen Wittl-Gr-Littgen, WMosfrk (mit Var.). — Im
Kindersp. O. am Berg; in einer Reihe stehen Kinder nebeneinander, eins von ihnen, der
O., steht ein paar Schritte davor; der
O. dreht sich um u. sagt:
O. am Berg; währenddessen dürfen die Kinder ein paar Schritte vorwärts gehen, müssen aber, wenn sie vom
O. gesehen werden, wieder zurückgehen u. von vorn anfangen; wer unbemerkt bis zu dem
O. gekommen ist, tritt an dessen Stelle Kreuzn, Simm, Neuw, Altk, Sieg-OPleis, Schleid-Hellenth, Duisb;
O. hölen (hüten) Fangsp. Altk-Gieleroth;
O.ən dreiwen Altk-Michelb;
O.ə schlohn Sausp. Siegld, OAltk; dem
Osshiərt (
-hörer, ‘-hüter’) sind vorweg drei Schläge gestattet; er ruft:
O. herus für et iərschte Mol, O. herus für et zweite M., O. herus für et drette M.; de annere dorfen dreiwen! ist der
O. in dem Stall, in die mittlere
Kaul gebracht, so ruft er:
Kaul, K. öm, wer ken hat, es dröm; während dessen wechseln die Spieler die Standlöcher (auch
Fosskaul op der Sett [] (Seite),
F. op Hännerhand) Altk-Leingen. —
Rätsel. Vorre Fläsch un hinne Fl., in de Mitt Hulz un Eise? O., Pflug, Bauer Kreuzn-Eckw, Allg.
Füre stif un stärk, medde en roddelig Werk un henge ene Fisbüll (Stinkbeutel)
dran? MGladb-Korschenbr, SNfrk. — 2. übertr. [im Rip hierbei nur der Pl.
(ə)s]. a. persönl. α. Maikäfer mit Hörnern Berg, Altk-Bachenbg, Schleid, Monsch, Dür-Bürvenich, Köln-Sinthern, Kemp (ohne H.
Koh). — β.
bonte(r) Osse Feuersalamander Siegld-Fernd, Gummb-Belmicke Hardt Lantenb Lieberhsn Pernze (
Buntosse Neuenothe). — γ.
ennen O. in't Hus scherzh. alter Junggeselle in der Haushaltung Geld-Winternam. — δ. Schimpfw. αα. ungeschlachter, tölpelhafter, plumper, unhöflicher, dummer Mensch, auch
Horn-, Heu-, Stier-; du bös ene (richtige) O.; dat ös och su ne O.; der O.; du O.; dat es ene kromme (plompe, stive, domme) O.! Rip, Allg.;
sun O.ə (wie ühr sid), kann ech all Dag kofe! Sieg-Ägid;
du bös ene O. em Moras;
em Dreck böste nüs wert! Rheinb-Meckenh;
dat as en O. am (im)
Eassen unmanierlich Trier-Casel.
Kömmbt ene Bur möm O. durch et Dörp, röppt alles: Dag tesame! MGladb. Man schickt in den April u. lässt einen in der Apotheke
Ochsdrehdijum (-drehe dich herum)
hollen WMosfrk. — ββ. Pl. Neckn. derer von Saarl-Altforw, Wittl-Hetzerath, Bernk-Burgen, Koch-Hambuch, Goar-Beulich, May-Kehrig Niederw, Aden-Lind Weibern, Ahrw-Löhnd, Neuw-Heimb Honnef Rodenb, Sieg-Sieglar, MülhRh-Odenth, Bo-Berg Waldrf, Köln-Rond, Bergh-Kirchtroisd, Dür-Berg, Heinsb-Dalh, Erk-Merbeck, Kemp-Dilkr Tönisbg, Mörs-Östrum (gedeutet als
Öss heröm!), Rees-Brünen Damm; die von Erk-NKrüchten werden
spannische Öəss genannt (jenseits der Schwalm begannen ehemals die spanischen Niederlande).
De Berger (Bo-Berg)
Üəss, die trecke su hüəsch (langsam)
an de Jouche (Joche)
! De Waldorfer Öəss, de fresse sich net satt, se trecke ävver hart an de Jouche! — γγ.
Stadtossen Neckn. der höhern Schüler Barm. — b. sachl. α. das Sternbild des O.;
de Krifs, de kröcht (kriecht);
der O., den döcht (däut) Schleid-Bernk. — β. Pl. Samenkapseln der Herbstzeitlose Bernk-Wintrich. — γ. Gabeldeichsel, Schere für den Einspänner Mörs-Ginderich. — δ. in der Wend.:
Ene für de O. schlohn vor den Dummkopf MüEif. — ε.
O. machen einen Stein so über eine Wasserfläche hüpfen lassen, dass er zweimal aufspringt Saarl-Roden.