Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Kiesel
Kiesel
1Kies m. ‘grobkörniger Sand’. Die Etymologie ist ungewiß. Für mhd. kis und das abgeleitete, aber früher bezeugte ahd. kisil (s. unten) vermutet man (vgl. 1, 356) Verwandtschaft mit den balt. Formen apreuß. sixdo ‘Sand’ und lit. žiezdrà ‘Kies-, Sandkorn’, so daß ie. *g̑eis- bzw., wenn nl. kei ‘Kieselstein’ als zugehörig betrachtet wird, ie. *g̑ei- ‘Kies’ erschlossen werden kann. Kies begegnet seit dem 16. Jh. vielfach als bergmännischer Ausdruck zur Bezeichnung eines arsen- oder schwefelhaltigen Minerals mit geringerem Metallgehalt als Erz, vgl. Kupferkies Kupfereisensulfid (17. Jh.), Schwefelkies eisen- und schwefelhaltiges, metallisch glänzendes Mineral (18. Jh.). – Kiesel m. ‘kleiner von Wasser abgeschliffener Stein’, Bildung mit Deminutiv- bzw. Zugehörigkeitssuffix zu Kies (s. oben), aber früher belegt als dieses, ahd. kisil (8. Jh.; vgl. auch kisilī(n), Hs. 12. Jh.), mhd. kisel ‘Kieselstein, Hagelstein, Schloße’, mnl. kēsel, aengl. ceosel.