Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
seufzen
seufzen
seufzen Vb. ‘hörbar tief und schwer Luft holen bzw. ausstoßen’, mhd. siufzen steht als Intensivum (den Suffixbildungen auf ahd. -azzen, -azen, -ezen, -izen folgend, s. ächzen) zu ahd. sūftōn ‘ächzen, stöhnen’ (um 800, vgl. auch irsūftōn, 8. Jh.), mhd. siuften, daneben (mit nd.-nl. cht, s. sacht) mnd. süchten, aber auch süften ‘schwer atmen, röcheln’ (vgl. asächs. sūftunga), mnl. suchten, sochten, nl. zuchten ‘seufzen’. Dieses ist abgeleitet von dem in mhd. sūft ‘Seufzer’, eigentlich ‘das Einschlürfen des Atems’, mnd. sucht(e) ‘Atemzug des Sterbenden, Seufzer’ erhaltenen Abstraktum, das zu dem unter saufen (s. d.) abgehandelten Verb gehört (vgl. ahd. sūfan ‘schlürfen’), so daß sich für seufzen eine Ausgangsbedeutung ‘den Atem einsaugen, einschlürfen’ ergibt. – Seufzer m. ‘tiefer, stoßhafter Atemzug’ (16. Jh.); älter Seufze, mhd. siufze, siufte (neben sūft, s. oben).