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Seufzen

nhd. bis spez. · 12 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Adelung
Anchors
13 in 12 Wb.
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Seufzen

Bd. 4, Sp. 68
Seufzen, verb. regul. neutr. welches das Hülfswort haben erfordert, den Athem mit einem diesem Zeitworte angemessenen Klange in sich ziehen und wieder ausstoßen, welches ein Merkmahl eines geheimen Kummers, einer stillen Betrübniß, und eines merklichen Grades der Sehnsucht ist. Wenn der Gottlose herrschet, seufzet das Volk, Sprichw. 29, 2. Tief seufzen. Zu Gott seufzen. Über jemanden seufzen, aus geheimen Kummer über das von ihm zugefügte Leiden. Nach etwas seufzen, zum Zeichen der Sehnsucht; ehedem auch um etwas seufzen. Wie hatten wir nach dieser Zeit geseufzet! Jemanden sein Leid mit Seufzen, oder seufzend, klagen. Seufzen, ächzen und stöhnen drucken ähnliche, aber doch noch sehr verschiedene Laute aus; die beyden letztern bezeichnen Töne, welche von einem höhern Grade auch körperlicher Schmerzen verursachet[] werden, dagegen seufzen am häufigsten dem stillen, unterdrückten Kummer eigen ist. So auch das Seufzen. Anm. Bey dem Ottfried, Notker und andern alten Oberdeutschen Schriftstellern suften, süften, supfen, im Niederd. suften und zuften, und mit einem andern Endlaute des Stammwortes suchten, zuchten, Holländ. zugten, Schwed. sucka, bey dem Ulphilas svogjan. Die Endsylben zen, ten, jan, und die Verdoppelung des Gaumenlautes in dem Schwed. sucka, bezeichnen ein Intensivum, dessen Stammwort noch in dem Angels. seofian, sican, Engl. to sigh, Lappländ. sagam, seufzen übrig ist. Diese sind unmittelbare Nachahmungen des mit dem Seufzen verbundenen Lautes, der am Ende des Wortes bald mit dem f, bald mit dem ch oder g ausgedruckt wird. Aus der letzten Form erhellet, daß unser Seuche, siech, siechen und Sucht Figuren von dem alten suchen, siechen, seufzen sind. Es wird solches durch Ottfrieds quimon, seufzen (Lat. gemere) bestätiget, welches in dem Nieders. quimen noch jetzt siechen bedeutet.
1820 Zeichen · 28 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Seufzen

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Seufzen , verb. regul. neutr. welches das Hülfswort haben erfordert, den Athem mit einem diesem Zeitworte angemessenen K…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    seufzen

    Goethe-Wörterbuch

    seufzen flekt Formen auch mit e-Einschub 1 seinem Schmerz, Kummer Ausdruck verleihen a kummervoll schwer ein- u wieder a…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Seufzen

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Seufzen , eine Form der Atmung, wobei Atemzüge mit tiefer und gedehnter Inspiration und Exspiration erscheinen, die von …

  4. modern
    Dialekt
    seufzenschw.

    Pfälzisches Wb. · +2 Parallelbelege

    seufzen schw. : wie schd., seifze (saifdsə) [mancherorts, Christmann Kaulb 23 Mang 127 Lambert Penns 149 Krämer Gal 198]…

  5. Sprichwörter
    Seufzen

    Wander (Sprichwörter)

    Seufzen 1. Es kompt nicht alles Seufzen von Kranckheit. – Petri, II, 840. 2. Er seufzt wie ein Esel, dem ein Sack entfäl…

  6. Spezial
    seufzen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    seuf|zen vb.intr. 1 (schwer ein- und ausatmen) sospiré (-ra) 2 (stöhnen) jemé (jëma), süsté (-ta) , trá süs ć .

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit seufzen

13 Bildungen · 1 Erstglied · 8 Zweitglied · 4 Ableitungen

seufzen‑ als Erstglied (1 von 1)

seufzendsüsz

DWB

seufzendsüsz , adj. : leise wallend wie der ton der seufzendsüszen laute. Herder 16, 106 Suphan.

seufzen als Zweitglied (8 von 8)

abseufzen

DWB

abseufzen , suspiriis impetrare, durch seufzer abnehmen: aber lasz sie schreien, sie haben noch lang zu schreien, ehe sie das herwider schre…

aufseufzen

DWB

auf·seufzen

aufseufzen , alte suspirare: aufseufzende abendwinde. Bettine tageb. 52 ; als von der obersten höhe Saturnius schauet die greuel, seufzet er…

beseufzen

DWB

beseufzen , gemere, lugere aliquid, beklagen: die thorheiten der menschen, die vergänglichkeit des lebens beseufzen; wenn andre stehn und zi…

durchseufzen

DWB

durch·seufzen

durchseufzen , die zeit mit seufzen hinbringen. 1 1. untrennbar. zu freuden ungeschickt und ungeschickt zu pflichten durchseufzt er ( der th…

erseufzen

DWB

erseufzen , mhd. ersiuften. 1 1) ingemiscere, aufseufzen: da erseufzet Tobias tief und hub an zu weinen und zu beten. Tob. 3, 1 ; da erseufz…

herseufzen

DWB

her·seufzen

herseufzen , verb. durch seufzen herholen: den abgeschiedenen seufzen wir nicht wieder her.

hinseufzen

DWB

hin·seufzen

hinseufzen , verb. seufzend hinsprechen: seine klagen hinseufzen; seufzend verbringen: voll von beständigem jammer seufzet sie ( die gattin …

verseufzen

DWB

ver·seufzen

verseufzen , verb. , mhd. versiufzen Lexer mhd. handwb. 3, 231 ; ingemere, versufftzen Diefenbach gloss. 298 a ; mnd. vorsuchten Schiller-Lü…

Ableitungen von seufzen (4 von 4)

beseufzen

DWB

beseufzen , gemere, lugere aliquid, beklagen: die thorheiten der menschen, die vergänglichkeit des lebens beseufzen; wenn andre stehn und zi…

entseufzen

DWB

entseufzen , ingemere, erseufzen: Euriolus erschrack des und ward krank und entsufzet aller siner kreften ( vehementer ). Wyle transl. ( Luc…

erseufzen

DWB

erseufzen , mhd. ersiuften. 1 1) ingemiscere, aufseufzen: da erseufzet Tobias tief und hub an zu weinen und zu beten. Tob. 3, 1 ; da erseufz…

verseufzen

DWB

verseufzen , verb. , mhd. versiufzen Lexer mhd. handwb. 3, 231 ; ingemere, versufftzen Diefenbach gloss. 298 a ; mnd. vorsuchten Schiller-Lü…