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Seufzen

nhd. bis spez. · 12 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Campe
Anchors
13 in 12 Wb.
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Eintrag · Campe (1807–1813)

Seufzen v., intrs, trs

Bd. 4, Sp. 422a
Seufzen, v. I) intrs. den Athem mit einem gewissen tonlosen Laute tief und heftig in sich ziehen und eben so wieder ausstoßen, welches eine natürliche Äußerung einer stillen Betrübniß, eines geheimen Kummers und eines hohen Grades der Sehnsucht ist, bei Otfried, Notker und andern alten O. D. Schriftstellern suften, supfen, im N. D. auch suften, süften und zuften, auch suchten, zuchten, im Osnabrückschen söchten. Weinen und seufzen. Tief seufzen. Vor Kummer, Bangigkeit, Liebe, Sehnsucht seufzen. »Wenn der Gottlose herrschet, seufzet das Volk.« Sprichw. 29, 2. Nach etwas seufzen, seufzend danach verlangen. Zu Gott seufzen, sein Seufzen, als Zeichen des Kummers, der Sehnsucht  an Gott richten, und seufzend zu ihm beten. Über jemand seufzen, seinen Kummer, Schmerz über das von ihm erlittene Unrecht  durch Seufzen ausdrucken. Stöhnen und ächzen unterscheiden sich von seufzen dadurch, daß sie das heftige Ausstoßen des Athems mit einem schmerzlichen Laute bezeichnen, indem man beim Ächzen besonders den Laut ach! beim Stöhnen aber einen tieferen und dumpfern Laut hören läßt, und daß beide mehr Zeichen und Ausdruck körperlicher Schmerzen sind. Uneigentlich gebraucht man seufzen auch von andern ähnlichen Lauten, bei leblosen Dingen, wenn man an ähnliche Ursachen dabei denkt. Der Wind seufzt in den Büschen und das Laub der Trauerweide flüstert klagend über seinem Grabe. II) trs. 1) Mit Seufzern ertönen lassen, sagen. Und seufzet leise manches Ach! Göthe. So auch uneigentlich. »— in das Pianissimo der sanft regen Natur seufzte die Nachtigall Flötenhauche.« Benzel=Sternau. Es rauscht mir so traurig der dunkle See Und jede Welle, sie seufzet Weh. Amal. Ihof. (R.) 2) Durch Seufzen bewirken, in einen gewissen Zustand versetzen. »Das empfindelnde Zeitalter, wo Liebende sich zu Schatten seufzten.« Bragur. (R.) — D. Seufzen.
1854 Zeichen · 35 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Seufzen

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Seufzen , verb. regul. neutr. welches das Hülfswort haben erfordert, den Athem mit einem diesem Zeitworte angemessenen K…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    seufzen

    Goethe-Wörterbuch

    seufzen flekt Formen auch mit e-Einschub 1 seinem Schmerz, Kummer Ausdruck verleihen a kummervoll schwer ein- u wieder a…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Seufzen

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Seufzen , eine Form der Atmung, wobei Atemzüge mit tiefer und gedehnter Inspiration und Exspiration erscheinen, die von …

  4. modern
    Dialekt
    seufzenschw.

    Pfälzisches Wb. · +2 Parallelbelege

    seufzen schw. : wie schd., seifze (saifdsə) [mancherorts, Christmann Kaulb 23 Mang 127 Lambert Penns 149 Krämer Gal 198]…

  5. Sprichwörter
    Seufzen

    Wander (Sprichwörter)

    Seufzen 1. Es kompt nicht alles Seufzen von Kranckheit. – Petri, II, 840. 2. Er seufzt wie ein Esel, dem ein Sack entfäl…

  6. Spezial
    seufzen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    seuf|zen vb.intr. 1 (schwer ein- und ausatmen) sospiré (-ra) 2 (stöhnen) jemé (jëma), süsté (-ta) , trá süs ć .

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit seufzen

13 Bildungen · 1 Erstglied · 8 Zweitglied · 4 Ableitungen

seufzen‑ als Erstglied (1 von 1)

seufzendsüsz

DWB

seufzendsüsz , adj. : leise wallend wie der ton der seufzendsüszen laute. Herder 16, 106 Suphan.

seufzen als Zweitglied (8 von 8)

abseufzen

DWB

abseufzen , suspiriis impetrare, durch seufzer abnehmen: aber lasz sie schreien, sie haben noch lang zu schreien, ehe sie das herwider schre…

aufseufzen

DWB

auf·seufzen

aufseufzen , alte suspirare: aufseufzende abendwinde. Bettine tageb. 52 ; als von der obersten höhe Saturnius schauet die greuel, seufzet er…

beseufzen

DWB

beseufzen , gemere, lugere aliquid, beklagen: die thorheiten der menschen, die vergänglichkeit des lebens beseufzen; wenn andre stehn und zi…

durchseufzen

DWB

durch·seufzen

durchseufzen , die zeit mit seufzen hinbringen. 1 1. untrennbar. zu freuden ungeschickt und ungeschickt zu pflichten durchseufzt er ( der th…

erseufzen

DWB

erseufzen , mhd. ersiuften. 1 1) ingemiscere, aufseufzen: da erseufzet Tobias tief und hub an zu weinen und zu beten. Tob. 3, 1 ; da erseufz…

herseufzen

DWB

her·seufzen

herseufzen , verb. durch seufzen herholen: den abgeschiedenen seufzen wir nicht wieder her.

hinseufzen

DWB

hin·seufzen

hinseufzen , verb. seufzend hinsprechen: seine klagen hinseufzen; seufzend verbringen: voll von beständigem jammer seufzet sie ( die gattin …

verseufzen

DWB

ver·seufzen

verseufzen , verb. , mhd. versiufzen Lexer mhd. handwb. 3, 231 ; ingemere, versufftzen Diefenbach gloss. 298 a ; mnd. vorsuchten Schiller-Lü…

Ableitungen von seufzen (4 von 4)

beseufzen

DWB

beseufzen , gemere, lugere aliquid, beklagen: die thorheiten der menschen, die vergänglichkeit des lebens beseufzen; wenn andre stehn und zi…

entseufzen

DWB

entseufzen , ingemere, erseufzen: Euriolus erschrack des und ward krank und entsufzet aller siner kreften ( vehementer ). Wyle transl. ( Luc…

erseufzen

DWB

erseufzen , mhd. ersiuften. 1 1) ingemiscere, aufseufzen: da erseufzet Tobias tief und hub an zu weinen und zu beten. Tob. 3, 1 ; da erseufz…

verseufzen

DWB

verseufzen , verb. , mhd. versiufzen Lexer mhd. handwb. 3, 231 ; ingemere, versufftzen Diefenbach gloss. 298 a ; mnd. vorsuchten Schiller-Lü…