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Helligkeit

nhd. bis spez. · 10 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
14 in 10 Wb.
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

Helligkeit

Helligkeit

hell Adj. ‘mit viel Licht erleuchtet, leuchtend, sich im Farbton dem Weiß nähernd, von hohem Klang, hoch tönend’. Das nur im Dt. und Nl. vorkommende Adjektiv ahd. hel ‘tönend’ (11. Jh.; vgl. gihelli ‘harmonisch’, 10. Jh., unhelli ‘mißtönend’, um 1000), mhd. hel ‘tönend, laut, glänzend, licht’, mnl. nl. hel ‘licht, klar, rein’ gehört zum starken Verb ahd. (8. Jh.), asächs. hellan, mhd. hellen ‘ertönen, erschallen’ (in frühnhd. Zeit abgelöst von hallen, s. d.); vgl. auch verwandtes (ablautend) anord. hjala ‘sprechen, sich unterhalten’ sowie Hall und holen (s. d.). Außergerm. vergleichen sich aind. uṣākalaḥ ‘Hahn’ (wohl ‘in der Frühe rufend’), griech. kalé͞in (καλεῖν) ‘(herbei)rufen, nennen’, lat. calāre ‘aus-, zusammenrufen’, (mit m-Erweiterung) clāmāre ‘laut rufen, schreien’, lett. (älter) kalot ‘schwatzen’, air. cailech ‘Hahn’, so daß von einer Schallwurzel ie. *kel(ə)- mit den langvokalischen Ablautstufen *klē-, *klā- ‘rufen, schreien, lärmen, klingen’ auszugehen ist (wozu mit s- mobile auch Schall, 1Schelle, schelten, s. d.). Das Adjektiv bezeichnet zunächst akustische, vom Mhd. an auch visuelle Eindrücke; Luther verwendet es als Gegenwort zu dunkel anstelle des älteren licht (s. d.), mit dem es formelhaft verbunden wird: am hellen lichten (später hellichten) Tage. Auf Farben bezogen bezeichnet hell den sich dem Weiß nähernden Farbton (hellrot, -blau im Gegensatz zu dunkelrot, -blau); s. auch grell, ursprünglich ‘laut schreiend’, dann auf Farbtöne übertragen (mit ähnlicher Entwicklung vgl. schreiend, knallig). Bei durchsichtigen Stoffen (Wasser, Glas) nimmt hell die Bedeutung von ‘klar, rein, ungetrübt, durchsichtig’ an; später wird es auf Geistiges, auf den menschlichen Verstand im Sinne von ‘klug, aufgeweckt, leicht und schnell auffassend’ angewandt, umgangssprachlich dafür helle, eigentlich Adverb (vgl. adverbielles mhd. helle). Schließlich drückt hell (seit dem 16. Jh.) eine Verstärkung ‘groß, stark, heftig’ aus (in hellen Haufen, seine helle Freude haben, in helle Wut geraten), adverbiell ‘sehr’ (hell begeistert sein). – Helle f. ‘Helligkeit’, mhd. helle ‘Helligkeit, Reinheit’. hellen Vb. (reflexiv) ‘hell werden, sich erhellen’ (18. Jh.), mhd. (vereinzelt) hellen ‘hell werden, aufleuchten’, weitergeführt in frühnhd. nhd. erhellen ‘hell machen, erleuchten’ (16. Jh.), ‘klar werden, verdeutlichen’ (17. Jh.), aufhellen (17. Jh.); schwaches, vom Adj. abgeleitetes Verb. Zum starken Verb ahd. hellan s. oben. Helldunkel n. ‘Zusammenspiel von Licht und Schatten, von hellen und dunklen Farben’ (besonders in der Malerei), von dem Kunstwissenschaftler v. Hagedorn 1762 gebildet für frz. clair-obscur, das selbst aus ital. chiaroscuro entlehnt ist; dazu entsprechend helldunkel Adj. (ebenfalls 1762). hellhörig Adj. ‘mit scharfem Gehör ausgestattet, fähig, nicht Ausgesprochenes zu erraten’ (19. Jh.), heute vor allem ‘mit scharfem Verstand begabt’, auch ‘schalldurchlässig’ (von Wänden, Türen). Helligkeit f. ‘heller Zustand, helles Licht, Lichtfülle, Lichtstärke’ (16. Jh.). Hellseher m. ‘wer hellsehen kann’ (Anfang 19. Jh.), zuvor ‘scharfsinnige, klarsichtige, tiefere Zusammenhänge verstehende Person’ (1710, Übersetzung von substantiviertem frz. clairvoyant ‘scharfsinnig’); dazu hellsehen Vb. (nur im Inf. gebräuchlich) ‘räumlich und zeitlich entfernte Personen, Gegenstände und Ereignisse angeblich ohne Vermittlung von Sinnesorganen wahrnehmen, Zukünftiges vorhersehen’ (19. Jh.). hellauf Adj. ‘vergnügt, munter, flott’, Zusammenrückung der Adverbien hell und auf, zunächst in dem aufmunternden Zuruf hellauf! ‘nur zu!, frisch auf!’ (18. Jh.), anschließend häufig in der Fügung hellauf (‘fröhlich, lauthals’) lachen. Danach im Sinne von ‘überaus, sehr’ spontane emotionale Lautäußerungen (hellauf singen, jubeln, hellauf begeistert) oder Lichterscheinungen (hellauf leuchten, strahlen, lodern) verstärkend.
3855 Zeichen · 97 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    2. Hêlligkeit

    Adelung (1793–1801) · +7 Parallelbelege

    2. Die Hêlligkeit , plur. inus. die Eigenschaft eines Dinges, da es hell ist, in Betrachtung der Lichtstrahlen, gleichfa…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Helligkeit

    Goethe-Wörterbuch

    Helligkeit a Hell-Sein, als Zustand od (spezif) Eigenschaft, auch von Farbigem trugen große Spiegelscheiben das Ihrige z…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Helligkeit

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Helligkeit , s. Beleuchtung und Photometrie .

  4. modern
    Dialekt
    Helligkeit

    Schweizerisches Idiotikon · +2 Parallelbelege

    Helligkeit Band 2, Spalte 1143 Helligkeit 2,1143

  5. Spezial
    Helligkeit

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Hel|lig|keit f. (-,-en) 1 (Leuchtkraft, Lichtfülle) lominosité (-s) f. 2 (Schein) löm f. 3 lominus (-sc) m. 4 tlerëza (-…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit helligkeit

10 Bildungen · 3 Erstglied · 6 Zweitglied · 1 Ableitungen

Ableitung von helligkeit 2 Analysen

hellig + -keit

helligkeit leitet sich vom Lemma hellig ab mit Suffix -keit.

Alternativen: hell+-ig+-keit

helligkeit‑ als Erstglied (3 von 3)

helligkeit als Zweitglied (6 von 6)

Misshelligkeit

RDWB1

Misshelligkeit f geh. (kein Bezug zu "светлый") не имеет отношения к слову "светлый" неблагозвучие, диссонанс übertr. внутренний диссонанс, …

einhelligkeit

DWB

einhellig·keit

einhelligkeit , f. unanimitas: einhellikeit in der gemein. Brant 99, 136 ; einhelligkeit bei jung und alten. Wickram pilger 58 ; fasten, wel…

Mißhelligkeit

DRW

Mißhelligkeit, f. I wie Mißhell (I) 1. Hälfte 15. Jh. Vintler V. 9915 sodane twistige zake vnde mishelicheyt 1459 LübUB. IX 717 Faksimile so…

schelligkeit

DWB

schellig·keit

schelligkeit , f. zu schellig adj. 1 1) im sinne von 1, schälligkeit, id quod schall, sonitus, clangor, tinnitus, clamor. Stieler 1724 . 2 2…

zweihelligkeit

DWB

zwei·helligkeit

zweihelligkeit , f. , im 17. jh. ' streit, uneinigkeit ', gegensatzbildung zu einhelligkeit; vgl. zwihellen abiugare Diefenbach gl. 3 b : da…

Ableitungen von helligkeit (1 von 1)

Mißhelligkeit

Pfeifer_etym

miß- vornehmlich bis ins 18. Jh. (heute nur noch gelegentlich) produktives Präfix zur Bezeichnung des Verschiedenartigen, Abweichenden, Unri…