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einnicken

nhd. bis spez. · 9 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
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9 in 9 Wb.
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

einnicken

einnicken

1nicken Vb. ‘(den Kopf) auf und ab bewegen, niederbeugen’ (zum Zeichen des Grußes oder der Bestätigung), ahd. (h)nicken (9. Jh.), mhd. mnd. mnl. nicken, nl. nikken. Das nur im Kontinentalwestgerm. bezeugte schwache Verb (dän. nikke, schwed. nicka sind aus dem Mnd. entlehnt) ist ein Kausativum mit Intensivgemination zu dem unter neigen (s. d.) dargestellten Verb, also eigentlich ‘niedersinken machen, zur Verneigung bringen’ (zum Zeichen der Unterwerfung). In früher Zeit in breiter (vielfach übertragener) Verwendung, ausgehend von (transitiv) ‘jmdn. niederbeugen, -drücken’, (intransitiv) ‘sich niederbeugen, niedersinken’, z. B. ahd. mhd. ‘(nieder)beugen, niederdrücken, abweichen’ sowie ‘(durch Körper- bzw. Kopfbewegung) sich (hin)neigen, zustimmen, zuerkennen’; vgl. auch ahd. bi(h)nicken ‘erdrücken, übertölpeln, überwältigen, verbergen’, mhd. benicken ‘(sich) beugen, niederdrücken’, ahd. gi(h)nicken ‘jmdn. etw. antun, hart bedrücken, überwältigen’, mhd. genicken ‘(sich) neigen, sinken, demütigen’, ahd. fir(h)nicken ‘vernichten, zerstören, vereiteln’, mhd. vernicken ‘herabbeugen, unterdrücken, demütigen’, ahd. int(h)nicken ‘sich niederlassen, niederkauern, senken’, ahd. nidar(h)nicken ‘zusammenziehen, niederdrücken, übertölpen’. Im Frühnhd. schwächt sich diese Bedeutungsvielfalt ab, im Nhd. nur noch meist intransitiv (mit dem Kopf, mit den Augen) nicken, seltener transitiv (den Kopf, Dank, Zustimmung) nicken. Vom heutigen Standpunkt aus ist hierherzustellen seit dem Ahd. bezeugtes 2nicken Vb. ‘leicht und kurz schlafen’, das, obwohl auf anderer Grundlage beruhend, im Nhd. mit 1nicken (s. d.) lautlich und, im Sinne von ‘im Sitzen (ein)schlafen, wobei der Kopf nach vorn sinkt’, auch semantisch zusammengefallen ist. Vgl. ahd. intnucken (10./11. Jh.), mhd. entnucken, entnücken, entnicken ‘einschlafen, entschlummern’, auch nhd. (obd.) entnucken ‘(sitzend) einschlafen’; hierzu auch schweiz. Nuck ‘Schläfchen, kurzer Schlummer’, dafür hd. Nickerchen, ein Nickerchen machen. Auszugehen ist von mhd. nücken bzw. (md.) nucken ‘den Kopf bewegen, (vom Pferd) stutzen, mit sinkendem Kopf einschlafen’, mnd. nucken ‘drohend oder trotzig den Kopf bewegen’. Umlauthemmendes -kk- ist noch wirksam in den Mundarten (bair. schweiz. nucken), sonst nücken, das sich entrundet leicht an 1nicken anschließt. Heute vornehmlich einnicken Vb. ‘in einen leichten Schlaf, Schlummer fallen, im Sitzen einschlafen’ (18. Jh.); bildlich ‘friedlich und sanft sterben’ (20. Jh.). Die Herkunft dieses Verbs ist im Hinblick auf den zugrundeliegenden abweichenden Stammvokal -u- unklar. Zu ie. *neug-, einer Gutturalerweiterung der Wurzel ie. *neu- ‘einen Ruck machen, nicken, winken’, wozu lat. nuere ‘nicken, sich neigen’? Oder mit Nacken, Nocken (s. d.) zu ie. *kneg-, *kneug-, einer Bildung zu der nur erweitert darstellbaren Wurzel ie. *ken- ‘zusammendrücken, knicken’? Oder lediglich eine intensivierende Lautvariante zu 1nicken (s. oben)?
2937 Zeichen · 77 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Einnickenv., ntr.

    Campe (1807–1813) · +3 Parallelbelege

    Х Einnicken , v. ntr. mit sein, sitzend oder stehend einschlafen, wobei der Kopf gewöhnlich vorwärts sinkt oder nickt. I…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    einnicken

    Goethe-Wörterbuch

    einnicken im Sitzen (üb einer Tätigkeit) für kurze Zeit einschlafen, vom Schlaf überwältigt werden [ auf der Heimfahrt v…

  3. modern
    Dialekt
    einnickenschw.

    Pfälzisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    ein-nicken , ein-nucken schw. : '(sitzend) in leichten Schlaf sinken', eiⁿnicke [verbr. VPf], in- [ HB-Kirrbg ], innucke…

  4. Spezial
    einnicken

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    ein|ni|cken vb.intr. (in Halbschlaf fallen) se indormedí, fá na picia dormida, ciochí (ciochësc), se intolí..

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Zerlegung von einnicken 2 Komponenten

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Cotta, M. (2026). „einnicken". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 10. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/einnicken/pfeifer_etym
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Cotta, Marcel. „einnicken". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/einnicken/pfeifer_etym. Abgerufen 10. May 2026.
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Cotta, Marcel. „einnicken". lautwandel.de. Zugegriffen 10. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/einnicken/pfeifer_etym.
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