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Deutschland

nhd. bis spez. · 12 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

Deutschland

Deutschland

deutsch Adj. , ahd. thiutisk (um 1000), mhd. diutisch, diutsch, tiutsch, tiusch, (md.) dūdesch, dūtsch, dūsch, nhd. (häufig bis ins 16./17. Jh., gelegentlich noch 2. Hälfte 18. sowie 19. Jh.) teutsch, asächs. thiudisc, mnd. dǖdesch, mnl. (holl.) duutsc (woraus engl. Dutch ‘holländisch’), nl. duits, fläm. dietsc; zu aengl. þēodisc, got. þiudiskō sowie zu den skandinav. Formen s. unten. In latinisierter Form erscheint das westgerm. Adjektiv bereits zur Zeit Karls des Großen (seit 786) als mlat. theodiscus ‘zum (eigenen) Volk gehörig’; zuerst auf sprachliche Verhältnisse bezogen, meint es den Gebrauch der germ. Volkssprache im Gegensatz zu Lat. und den roman. Sprachen, bezeichnet daher (im frühesten Beleg) auch das Aengl., dann das Frk. und wird später auch auf politische Verhältnisse angewandt. Neben theodiscus erscheint seit etwa 880 als Reflex der ahd. Form (s. oben) auch mlat. diutiscus, tiutiscus. Die den germ. Formen und ihren Latinisierungen zugrundeliegenden Bildungen gehören als Zugehörigkeitsadjektive auf -isk- zu germ. *þeuðō ‘Volk’, ahd. thiota, thiot (8. Jh.), mhd. diet (erhalten in Eigennamen wie Dietrich, Dietwald), asächs. thiod(a), mnl. diet, aengl. þēod, anord. þjōð, got. þiuda (s. auch deuten). Verwandt mit germ. *þeuðō sind air. tūath ‘Volk, Stamm, Land’, lit. tautà ‘Volk, Nation, Land’. Diese Substantive gehören wie tausend (s. d.) zur Wurzel ie. *tē̌u-, *teu̯ə-, *tū̌- ‘schwellen’, bezeichnen ursprünglich also die ‘große (kraftvolle, mächtige) Menge’. Die westgerm. Adjektivbildung ist vielleicht als Äquivalent für lat. vulgāris ‘allgemein, alltäglich, allbekannt’ (zu lat. vulgus ‘große Menge, Volk’) entstanden. Einmal belegtes got. þiudiskō Adv. ‘heidnisch’ ist unabhängig davon Übersetzung von griech. ethnikṓs (ἐθνικῶς), zu éthnos (ἔθνος) ‘Volk’, Plur. (biblisch) auch ‘Heiden’ (s. ethnisch und 1Heide m.). Entsprechend übersetzt aengl. þēodisc ‘heidnisch’ lat. gentīlis (s. Gentilgesellschaft) in der kirchenlat. Bedeutung ‘heidnisch’ (zu lat. gentēs Plur., kirchenlat. ‘Heiden’). Offen bleibt die Frage, wieweit das substantivierte Adjektiv aengl. þēodisc n. ‘einheimische Sprache, Einzelsprache’ eine selbständige Bildung ist oder unter dem Einfluß des Kontinentalwestgerm. steht. Ein solcher ist zumindest in semantischer Hinsicht für die skandinav. Bildungen anord. þȳðverskr, þȳzkr, norw. schwed. dän. tysk ‘deutsch’ vorauszusetzen. Mlat. theodiscus wird Mitte des 11. Jhs. durch das konkurrierende mlat. teutonicus verdrängt (umgedeutet aus lat. Teutonicus ‘dem Stamm der Teutonen angehörend, germanisch’; der Name der Teutonen gehört gleichfalls zur hier behandelten Wortgruppe, weist in seiner antiken Lautform lat. Teutonī, Teutonēs aber auf kelt. Umgestaltung). Anfang des 10. Jhs. werden sowohl mlat. theodiscus wie mlat. teutonicus auf die sprachlichen und politischen Verhältnisse des Ostfrankenreiches (und damit auf das mittelalterliche deutsche Reich) eingeschränkt. Die Wendung mit jmdm. deutsch (‘offen, unmißverständlich’) reden ist seit der 2. Hälfte des 15. Jhs. bezeugt. – verdeutschen Vb. ‘ins Deutsche übertragen’, früher verteutschen (15. Jh.); älter ist noch im 17. Jh. vorkommendes deutschen, teutschen, mhd. diutschen, tiutschen ‘auf deutsch sagen, erklären’. Deutschland, aus Fügungen wie mhd. in Diutischemi lande (Annolied, um 1085) entstanden, im Mhd. vereinzelt schon in Diutisk lant (Kaiserchronik, um 1150), spätmhd. Tiutschland; Zusammenschreibung setzt sich endgültig erst im 16. Jh. durch.
3476 Zeichen · 117 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Deutschland

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Deutschland , gen. -es, oder -s, plur. car. das Land der Deutschen, ohne den bestimmten Artikel, außer wenn es ein Beywo…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Deutschland

    Goethe-Wörterbuch

    Deutschland vgl Vorbem zu deutsch; überwiegend ‘in D.’ a konkr als räuml Gebilde, Landschafts-, Lebensraum stand .. auf …

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Deutschland

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57)

    Deutschland (d.h. der deutsche Bund) ist das Centralland Europas, weniger massenhaft als das europ. Tiefland zwischen de…

  4. modern
    Dialekt
    Deutschlandn.

    Pfälzisches Wb. · +2 Parallelbelege

    Deutsch-land n. : wie schd., Deitschland [allg.]; uf D. auswannere 'in die (bis 1918 zum Deutschen Reich gehörende) Prov…

  5. Sprichwörter
    Deutschland

    Wander (Sprichwörter)

    Deutschland 1. Deutschland ist das Land der Gnaden. 2. Deutschland ist ein schöner (waidlicher) hengst, der futter gnug …

  6. Spezial
    Deutschland

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Deutsch|land n. (-s) ‹geog› Germania f. , Paisc Todësc m.pl.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit deutschland

7 Bildungen · 3 Erstglied · 3 Zweitglied · 1 Ableitungen

Zerlegung von deutschland 2 Komponenten

deutsch+land

deutschland setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

deutschland‑ als Erstglied (3 von 3)

Deutschland (23. 5. 1949)

DERW

Deutschland (23. 5. 1949), N., ›Verfassung‹, ›grundlegendes Gesetz‹ 1645, Lüs. lat. lex fundamentalis, F., ›grundlegendes Gesetz‹, s. Grund,…

Deutsch-Landsberg

Meyers

deutsch·landsberg

Deutsch-Landsberg , Marktflecken in Steiermark, 372 m ü. M., an der Laßnitz und der Graz-Köflacher Eisenbahn (Linie Lieboch-Wies), am Fuß de…

Deutschlandvertrag

DERW

deutschland·vertrag

Deutschlandvertrag, M., ›Vertrag zwi- schen Frankreich und Großbritannien und den Vereinigten Staaten von Amerika und der Bundesrepublik Deu…

deutschland als Zweitglied (3 von 3)

Nachwendedeutschland

RDWB1

Nachwendedeutschland Германия после объединения (ФРГ и ГДР в 1991 г.)

Nieder-Deutschland

Adelung

nieder·deutschland

Nieder-Deutschland , Gen. Niederdeutschlandes, plur. car. der nördliche und niedriger gelegene Theil von Deutschland, welcher in weiterer Be…

Ober-Deutschland

Adelung

oberdeutsch·land

Ober-Deutschland , -es, plur. car. der obere oder höhere, d. i. näher nach dem Gebirge zu gelegene südliche Theil Deutschlandes, welcher in …

Ableitungen von deutschland (1 von 1)