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Aberglaube

nhd. bis spez. · 13 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
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14 in 13 Wb.
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

Aberglaube

Aberglaube

aber Adv. und Konj. drückt als stets betontes Adv. mehrfache Wiederholung aus ‘wieder(um), abermals, noch einmal’, seit dem 16. Jh. allmählich durch wieder (s. d.) verdrängt, heute nur noch in bestimmten Verbindungen wie aber und aber(mals) (‘immer wieder’), tausend und abertausend (‘viele tausend’), Hunderte und aber Hunderte, bezeichnet als Konj. den Gegensatz ‘(je)doch, dagegen’, schränkt eine Behauptung ein ‘allerdings, freilich, immerhin’, verstärkt eine Behauptung, Aufforderung ‘wirklich’, drückt Verwunderung, einen Vorwurf aus aber, aber! (‘nicht doch!, was soll das?’). Ahd. (Adv. und Konj.) avur (auch afa, afar, 8. Jh.), mhd. aber, aver, mnd. āver, ōver, ēver ‘abermals, wiederum, von neuem; aber, dagegen’ sind wie verwandtes got. afar Präp. ‘nach’, Adv. in afaruh þan ‘nachher, später’, anord. norw. (mundartlich) aur- ‘unter, hinter’ (nur in Zusammensetzungen), z. B. anord. aurborð ‘Schiffsplanke vom Kiel’, norw. (mundartlich) aurbenk ‘hinterste Bank in der Stube’, und wohl auch anord. afar- ‘besonders, sehr’ alte Komparativbildungen zu den unter ab und von (s. d.) angeführten Ansätzen ie. *apo, *apu ‘ab, weg’, ebenso aind. aparám ‘später, künftig’, eine adverbial gebrauchte Flexionsform von aind. áparaḥ ‘hinterer, späterer’, awest. apara- Adj. (örtlich) ‘hinterer’, (der Reihenfolge nach) ‘folgender, zweiter’, (zeitlich) ‘späterer, künftiger’ und die (der Deklination der n-Stämme folgenden) germ. Formen asächs. aƀaro, aengl. eafora ‘Nachkomme’. aber bedeutet danach ursprünglich ‘weiter entfernt, später’, woraus sich im Dt. die Bedeutung ‘wieder, noch einmal’ entwickelt. Aus dieser Verwendung im Sinne einer Wiederholung konnte die einen Gegensatz bezeichnende Funktion entstehen. Beides ist bereits im Ahd. ausgebildet, der Gebrauch als Konjunktion endgültig allerdings erst im Spätahd. Aber n. ‘Einwand, Bedenken, Schwierigkeit’ (16. Jh.), Substantivierung der adversativen Konjunktion aber. Aberglaube m., (selten) Aberglauben ‘in falschen Vorstellungen wurzelnder Glaube, Irrglaube, trügerische Vorstellung, Einbildung, Vorurteil’, spätmhd. abergloube, doch geläufig erst seit Ende des 15. Jhs. In Zusammensetzungen dieses Typs (s. auch unten Aberwitz) bezeichnet aber-, ausgehend von der wiederholenden Funktion, das Gegenteil oder unechte Gegenstück des im Grundwort genannten Begriffs. abergläubisch Adj. ‘im Aberglauben befangen, dem Aberglauben entspringend’ (Anfang 16. Jh.), älter (heute ungebräuchlich) abergläubig (Ende 15. Jh.); vgl. mnd. āver(ge)lȫvich, (häufiger) āver(ge)lȫvisch. abermals Adv. ‘noch einmal, von neuem, wiederum’; zusammengezogen aus gleichbed. aber ein(e)s mal(e)s (2. Hälfte 15. Jh.). Aberwitz m. ‘völliger Unsinn, Unsinnigkeit, Irrsinn’, zunächst (14. bis 17. Jh.) Fem., dann (17. Jh.) Mask., gebildet mit aber- (s. oben Aberglaube) zu Witz im Sinne von ‘Vernunft, Verstand, Klugheit’ (s. d.); voraus geht mhd. abewitze f. ‘Unverstand, Wahnsinn’, vgl. mnd. āwit(te).
2937 Zeichen · 82 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Aberglaube

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Der Aberglaube , des -ns, plur. car. 1) Derjenige Zustand des Gemüthes, da man äußern Handlungen und Erscheinungen mehr …

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Aberglaube

    Goethe-Wörterbuch

    Aberglaube Im Nom in der Regel ‘Aberglaube’; ‘A-n’ B5,301,1 ChStein 6.[4.82] nicht eindeutig 39,175,22 Götz 1 V Gen ‘A-n…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Aberglaube

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Aberglaube (eigentlich Oberglaube, was über den wahren Glauben hinausgeht), eine Verwirrung des Glaubens, die wesentlich…

  4. modern
    Dialekt
    Aberglaube

    Schweizerisches Idiotikon · +1 Parallelbeleg

    Aberglaube Band 2, Spalte 587 Aberglaube 2,587

  5. Sprichwörter
    Aberglaube

    Wander (Sprichwörter)

    Aberglaube 1. Aberglaube hat Bohnen in den Ohren. 2. Aberglaube ist keine Wissenschaft. – Bertram. [Zusätze und Ergänzun…

  6. Spezial
    Aberglaubem

    Dt.-Russ. phil. Termini · +1 Parallelbeleg

    Aberglaube , m суеверие , ср

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit aberglaube

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Ableitung von aberglaube

aberglauben + -e

aberglaube leitet sich vom Lemma aberglauben ab mit Suffix -e, auf Verb-Stamm zurückgeführt.

Zerlegung von aberglaube 2 Komponenten

aber+glaube

aberglaube setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

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