Aberglaube Im Nom in der Regel ‘Aberglaube’; ‘A-n’ GWBB5,301,1 ChStein 6.[4.82]
nicht eindeutig GWB39,175,22 Götz
1 V
Gen ‘A-ns’; ‘A. an’ GWB35,230,15 TuJ
‘A-n treiben’ GWBB5,233,19 ChStein 9.[12.81]
‘astrologischer A.’ GWBB13,331,3 Schiller 8.12.98 GWB40,37,5 Üb: Piccolom
In Übs für: frz ‘superstition(s)’ Mahomet 174u803 GWB41
2,229,4 u 230,18 Übs: Globe
engl ‘superstitions’ GWBN12,56,16 Üb:Howard
‘bigotry’ GWB46,196,21 Hackert, Tgb Knight
Schon in Labores juv (1758) als Entsprechung für ‘superstitio’ belegt DjG
3 1,46,38
Auffallend häufiges Vorkommen in Schr zur Literatur und FlH, s bes GWBN3,158,10—165 FlH RBacon
A. ist für G ein seinem Ursprung nach negativer Begriff1): das Aber steht hier als verneinend wie bey Aberglauben, Aberwitz GWBB44,299,9 Riemer 28.8.28
Dieser negative Aspekt herrscht vor, wenn es sich um die traditionsgebundenen Formen des A-ns handelt (1), doch kann auch ‘der Aberglaube berechtigt’ ( GWB32,202,7 ItR)
sein, wenn dieser als psychisches Bedürfnis2) des Menschen gesehen wird (2): Ich [
Boisserée] sprach vom A-n — wie man sich bey aller Anerkennung des Geheimnißvollen im Leben davor zu hüten. Und er [
G] war einig, daß man nur so viel darauf geben müße, um Ehrfurcht vor der uns umgebenden Geheimnißvollen Macht in allem zu haben und zu behalten — welches eine Haupt-Grundlage wahrer Weisheit Gespr Boisserée 5.10.15
A. steht hier wie Glaube iGz Unglauben (2a Ende) und kann eine dumpfere Vorstufe des Wissens darstellen (2b) oder als Analogon der Poesie gelten (2c). Zu den Aussagen G-s über seinen eigenen A-n (3) vgl auch ‘Dämonen’, ‘dämonisch’, bes in späten Briefen 1
als Phänomen in Religion, Volksglaube, Brauchtum a
mBez auf Religiöses, auch innerhalb des christl Glaubens (nicht für heidnische Religionen als solche), häufig mit abwertenden Attr daß .. durch ahnungsvolle Symbole [
antiker Mysterien] .. die Hoffnung auf die Fortdauer unsers Daseins sowohl von falschen Schrecknissen eines trüben A-ns, als von den eben so falschen Forderungen einer lebenslustigen Sinnlichkeit gereinigt worden GWB36,344,12 Zu brüderlAndenkWielands 1813 Frömmigkeit .. ohne irgend eine trübe Beimischung von Furcht und A-n Gespr(Bi 2,98) Falk 10.11.10 da .. die geistlichen Mummereien nur einen abgeschmackten A-n noch mehr befestigten GWB22,116,8 Lj IV 18 Die Schriften Luthers enthalten, wenn man will, viel mehr A-n, als die unsers englischen Mönchs [
Bacon]. Wie bequem macht sich’s nicht Luther durch seinen Teufel GWBN3,160,21 FlH III Goethes Gleichnis vom alten ehrwürdigen Eichbaum, den ein Eiferer umhaut. Aber wenn der A. aufhören soll, so müsse auch der Eichbaum umgehauen werden Gespr(Pollmer 264) Riemer 27.12.06 Letters on Demonology and Witchcraft von Walter Scott, offenbar geschrieben, um den vorwaltenden A-n zu beseitigen GWBTgb 30.12.30 GWBN13,143,13 Morph Plp [G?] Diese unerfreulichen Ereignisse [
innere Kämpfe der Serben] werden noch mehr verdüstert durch eine blos formelle Religion .. durch einen seltsamen ahnungsvollen A-n, der die Vögel als Bothen gelten läßt, durch Menschenopfer Städte zu festigen denkt GWB42
1,252 Plp Seit Erbauung Roms zog der Staatsmann, der Kriegsheld vom A-n nach Bedürfniß die größten Vortheile .. Vögelflug .. drohende Wahrzeichen GWB41
1,362,28 Rez:Knebel,Lukrez
bes schädlich für bildende Kunst die meist unsinnigen Gegenstände der Bilder [
mit christl Motiven] .. der Glaube hat die Künste wieder hervorgehoben, der A. hingegen ist Herr über sie geworden, und hat sie abermals zu Grunde gerichtet GWB30,165,18 ItR~GWBTgb 19.10.86 das Übel [
die nazarenische Kunstrichtung] .. Edles und Jämmerliches, Talent und Nichtigkeit, Religion und A., frommer Wahn und Sinnlichkeit GWBB28,163,4 JPLanger 4.7.17
Verehrung außergewöhnlicher Menschen wie er [
Cagliostro] .. seine Taschenspielereien treiben, und überall Anhänger finden konnte .. daß ein gewisser A. an dämonische Menschen niemals aufhören .. wird GWB35,230,15 TuJ [
an Erwin vSteinbach, den Erbauer des Straßburger Münsters:] Was braucht’s dir Denkmal! und von mir! Wenn der Pöbel heilige Namen ausspricht, ist’s A. oder Lästerung GWB37,140,10 Baukunst 1773 [
sa ItR üb Philipp Neri] b
mBez auf die Wissenschaft alles sollte [
in der med Wiss] auf klare Begriffe gebracht und in logischer Form dargelegt werden, damit jedes Vorurtheil beseitigt und aller A. zerstört werde GWB28,340,15 DuW 15 den Tieren höhere Sinne zuschreiben .. führt zum A-n GWB39,68,21 Götz
1 II daß er [
Seneca] gegen Leichtgläubigkeit und A-n im Kampfe steht GWBN3,126,26 FlH II Johann Matthäus Barth .. der dem A-n entgegen arbeitet, und sich daher mit Naturlehre abgibt GWBN4,177,5 FlH VI [
Voß dÄ] schreitet gewaltig gegen die ihn so fürchterlich bedrohenden Irrsale, gegen Schnellglauben und A-n GWB40,274,18 Rez:Voß, Ged [G/Voß dJ] als diese [
die Newtonische Theorie] die Welt in pfäffischen A-n verhüllt hatte GWBN5
1,326,9 Fl ÄltEinl Baco .. ist .. bei allem Seltsamen das er verspricht, fast gänzlich frei von A-n GWBN3,224,9 FlH IV Pater Bonacursius .. der mit Kirchern auf die Dauer des Bildeindrucks im Auge aufmerksam ward. Zufälligerweise war es das Fensterkreuz .. und es ist ihnen als Geistlichen nicht zu verargen, daß sie zuerst der Heiligkeit dieser mathematischen Figur eine solche Wunderwirkung zuschrieben. Übrigens ist dieß einer von den wenigen Fällen, wo eine Art von A. sich zur Betrachtung der Farbenerscheinung gesellt hat GWBN3,288,4 FlH V c
in volkstüml Anschauungen Man sagt, die Schwitzer haben den A-n, wenn sie mit dem Stocke an die Seite des Zürcher Wappens schlagen, daß es der ganze Canton Zürch übel fühle GWBTgb 28.9.97 den alten A-n, daß so ein Haus [
in das der Blitz einschlug] eben immer abbrenne GWBTgb 26.8.97 jenes Mährchen .. jenen A-n; ein liebevolles Mädchen könne den Ersehnten, wenn sie ihrer Weife Leidenschaft und Zärtlichkeit zauberisch mittheile .. an dem so schwach scheinenden Faden heranziehen GWB25
2,142 Wj III 4 Var er sagte .. man solle die Kinder nichts weis machen, dergleichen gäbe zu unzählichen Irrthümern und A-n Anlaß AA39 Werth
1 I~Werth
2 den A-n der Kameltreiber .. zu beschwichtigen GWB7,209,9 DivNot [
Fräulein:] Eine weise Frau .. beteuerte seine Lebenskräfte seyen mit schröcklichen Zauberformeln mit der Verwesung gepaart .. [
Weisl:] A-n GWB39,175,22 Götz
1 V [
Faust:] Wir kehren froh von junger Flur zurück, | Ein Vogel krächzt; was krächzt er? Mißgeschick. | Von A-n früh und spat umgarnt: | Es eignet sich, es zeigt sich an, es warnt GWBFaust II 11416
personifiziert [
Armenier:] Nein das Mädchen ist nicht schuldig, | Schuldig ist der A. GWB12,311 FeradeddinOper 36 [
sa 3 bes letztes Zit] 2
als natürl Bedürfnis auch des gebildeten Menschen a Der A. gehört zum Wesen des Menschen und flüchtet sich, wenn man ihn ganz und gar zu verdrängen denkt, in die wunderlichsten Ecken und Winkel, von wo er auf einmal, wenn er einigermaßen sicher zu sein glaubt, wieder hervortritt GWB42
2,174,4 MuR(500) Denn wer kann sagen .. daß er sich nicht neben dem ernstesten Thun und Leisten, wie mit Glauben und Hoffnung, so auch mit A-n und Wahn, Leichtsinn und Vorurtheil hinhalte GWBN3,160,16 FlH III RBacon Denn eigentlich ergreift der A. nur falsche Mittel, um ein wahres Bedürfniß zu befriedigen, und ist deßwegen weder so scheltenswerth als er gehalten wird, noch so selten in den sogenannten aufgeklärten Jahrhunderten GWBN3,160,7 FlH III RBacon Bedenke man nun die wundersame Complication der menschlichen Natur, in welcher sich die stärksten Gegensätze vereinigen, Materielles und Geistiges, Gewöhnliches und Unmögliches .. bedenke man einen solchen Widerstreit, wenn er in einem vorzüglichen Menschen [
wie Philipp Neri] sich ereignet und zu Tage tritt, wie er durch das Unbegreifliche, was sich aufdringt, den Verstand irre macht, die Einbildungskraft losbindet, den Glauben überflügelt, den A-n berechtigt und dadurch den natürlichen Zustand mit dem unnatürlichsten in unmittelbare Berührung, ja zur Vereinigung bringt GWB32,202,7 ItR Der astrologische A. ruht auf dem dunklen Gefühl eines ungeheuren Weltganzen .. So darf der Mensch im Vorgefühl seiner selbst nur immer etwas weiter schreiten und diese Einwirkung [
der Gestirne] aufs sittliche, auf Glück und Unglück ausdehnen. Diesen und ähnlichen Wahn möchte ich nicht einmal A-n nennen, er liegt unserer Natur so nahe, ist so leidlich und läßlich als irgend ein Glaube GWBB13,331,3u16 Schiller 8.12.98 muß man durchaus bemerken, daß, praktisch genommen, sich Glaube und A. nicht unterscheiden lasse GWB41
1,264,5 Fromme Betrachtg es bleibt höchst merkwürdig, daß die Formen des Glaubens und A-ns bei allen Völkern und zu allen Zeiten immer dieselben geblieben sind GWB26,151,25 DuW 3
iGz Unglaube Man hat oft gesagt und mit Recht, der Unglaube sei ein umgekehrter A., und an dem letzten [
dem Unglauben] möchte gerade unsere Zeit vorzüglich leiden .. das Allervorzüglichste .. wird so lange als nur möglich ist, verneint. Dieser Wahnsinn unserer Zeit ist auf alle Fälle schlimmer, als wenn man das Außerordentliche, weil es nun einmal geschah, gezwungen zugab und es dem Teufel zuschrieb. Der A. ist ein Erbtheil energischer, großthätiger, fortschreitender Naturen; der Unglaube das Eigenthum schwacher, kleingesinnter, zurückschreitender, auf sich selbst beschränkter Menschen GWBN3,164,6u17 FlH III RBacon Der sogenannte A. beruht auf einer viel größern Tiefe und Delikatesse als der Unglaube Gespr(Pollmer 263) Riemer 12.12.06 b
verflochten mit neueren naturwissenschaftl Erkenntnissen Im sechzehnten Jahrhundert, nach frischer Wiederbelebung der Wissenschaften, erschienen die bedeutenden Wirkungen der Natur noch unter der Gestalt der Magie, mit vielem A-n umhüllt GWBN4,75,8 FlH VI Er sprach .. hauptsächlich über naturhistorische Gegenstände, Ahndungen, A-n usw. Gespr(Bi 5,85) Hudtwalcker Mai/Jun 09 Ein großer Theil dessen, was man gewöhnlich A-n nennt, ist aus einer falschen Anwendung der Mathematik entstanden, deßwegen ja auch der Name eines Mathematikers mit dem eines Wahnkünstlers und Astrologen gleich galt GWBN3,159,20 FlH III RBacon Dieser sinnige Mönch [
Bacon], ebensoweit vom A-n, als vom Unglauben entfernt, hat Alles in der Idee, nur nicht in der Wirklichkeit gehabt Gespr(Bi 2,24) Falk [26.]2.09 daß man ihn [
Bacon] der Zauberei bezüchtigt, war damals ganz natürlich. Aber seine Zeit nicht allein beging diese Übereilung, daß sie das, was tiefen, unbekannten, festgegründeten, consequenten, ewigen Naturkräften möglich ist, als dem Willen und der Willkür unterworfen, als zufällig herbeigerufen, im Widerstreit mit Gott und der Natur gelten ließ. Auch hierüber ist der Mensch weder zu schelten noch zu bedauern: denn diese Art von A-n wird er nicht los werden, so lange die Menschheit existirt. Ein solcher A. erscheint immer wieder, nur unter einer andern Form. Der Mensch sieht nur die Wirkungen, die Ursachen, selbst die nächsten, sind ihm unbekannt GWBN3,163,25u27 FlH III Ein solches Wissen, eine solche Kunst [
natürl Magie] war dem A-n, von dem wir schon früher gehandelt, unentbehrlich GWBN3,221,17 FlH IV Natürliche Magie. Ursprung derselben. Aus dem oben näher bezeichneten A-
n. Wünschenswerthes Mögliche. Wird mit Erreichbarem Wirklichen verwechselt GWBN3,395 FlH Plp Alchymie und A-n GWBN3,241,7 FlH IV so findet man an ihr [
der Alchimie] dieselbe Entstehung, die wir oben bei anderer Art A-n bemerkt haben. Es ist der Mißbrauch des Echten und Wahren, ein Sprung von der Idee, vom Möglichen, zur Wirklichkeit GWBN3,207,11 FlH IV c
verflochten mit der Poesie Der A. ist die Poesie des Lebens, beide erfinden eingebildete Wesen, und zwischen dem Wirklichen, Handgreiflichen ahnen sie die seltsamsten Beziehungen; Sympathie und Antipathie walten hin und her. Die Poesie befreit sich immer gar bald von solchen Fesseln, die sie sich immer willkürlich anlegt; der A. dagegen läßt sich Zauberstricken vergleichen, die sich immer stärker zusammenziehn, je mehr man sich gegen sie sträubt GWB41
2,54,21 u 55,3 Möser Dem Poeten schadet der A. nicht, weil er seinen Halbwahn, dem er nur eine mentale Gültigkeit verleiht, mehrseitig zu Gute machen kann GWB41
2,55,18 Möser Der A. ist die Poesie des Lebens, deßwegen schadet’s dem Dichter nicht, abergläubisch zu sein GWB42
2,128,1 MuR(171)
“ Der A. ist den Dichtern zuträglich
”, sagte Goethe Gespr(Pollmer 356) Riemer 20.4.29 Die ganze Nation [
der Serben] ist eines poetischen A-ns GWB41
2,142,11 SerbLieder GWBB41,241,27 CarlAug [27.11.26] K
der Dichter bedient sich des A-ns und beherrscht ihn [
üb Shakespeare] Wahn und A-n sieht er unter sich und spielt nur damit GWB41
1,354,8 Rez:Calderon,Tochter [
Bannfluch aus Byrons ‘Manfred’] ein Gedicht .. wo die tiefsten sittlichen Gefühle unter psychischer Form sich in A-n verwandeln, durch dessen Darstellung der Dichter sich selbst so vorsätzlich als ungläubig Schauder zu erregen trachtet GWB41
2,55,23 Möser Vorurtheil, A., Gespenster und was nicht sonst! alles kommt ausführlich an die Reihe GWB41
1,163,2 Rez:Arnold, Pfingstmontag d
der persönliche A. des Einzelnen [
Harfner:] Ich bin schuldig .. Meine Gegenwart verscheucht das Glück, und die gute That wird ohnmächtig, wenn ich dazu trete. Flüchtig und unstät sollt’ ich sein .. [
Wilh:] Sonderbarer Mensch! .. Ich will in die Geheimnisse deines A-ns nicht eindringen; aber wenn du ja in Ahnung wunderbarer Verknüpfungen und Vorbedeutungen lebst GWB22,12,16 Lj IV 1 Unser Freund [
Wilh] läugnete nicht, daß er es [
das wundärztl Besteck] als eine Art von Fetisch bei sich trage, in dem A-n, sein Schicksal hange gewissermaßen von dessen Besitz ab GWB24,56,12 Wj I 4 Meine Büste möchte ich nur im äußersten Nothfall .. hergeben .. die Meinigen haben eine Art von Neigung zu diesem Exemplar, die bis an den A-n grenzt, die ich gern respectire GWBB16,374,8 Voigt dJ 9.12.03 in meinen Augen knüpft sich bey Lavatern der höchste Menschenverstand, und der grasseste A-n durch das feinste und unauflöslichste Band zusammen GWBB5,301,1 ChStein 6.[4.82] [
das wieder aufgefangene Glas mit Ottiliens und Eduards Namenszug ist für diesen Symbol] daß alle Verhältnisse unzerstörlich sind, die das Schicksal beschlossen hat. O wehe mir, rief Mittler .. Nun begegnet mir noch gar der A., der mir als das Schädlichste was bei den Menschen einkehren kann, verhaßt bleibt. Wir spielen mit Voraussagungen, Ahnungen und Träumen und machen dadurch das alltägliche Leben bedeutend .. auf die warnenden Symptome achtet kein Mensch, auf die schmeichelnden und versprechenden allein ist die Aufmerksamkeit gerichtet und der Glaube für sie ganz allein lebendig GWB20,192,5 Wv I 18 Der A., so wie manches andre Wähnen, verliert sehr leicht an seiner Gewalt, wenn er, statt unserer Eitelkeit zu schmeicheln, ihr in den Weg tritt GWB28,24,11 DuW 11 Ein astrologischer A. nährt seinen [
Wallensteins] Ehrgeiz, er hört Wahrsagungen begierig an, die ihm seine künftige Größe versichern GWB40,37,5 Üb:Piccolom 3
Goethe über seinen eigenen A-n Ich darf dir nicht sagen wie ich an dich dencke! was für A-n ich mit dem lieben Talismann Treibe, was ich für Wünsche und Hoffnungen mit Mährgen stille GWBB5,233,19 ChStein 9.[12.81] Diese .. fast bis zum A-n [> Ahnungsglauben
R] gereifte, mit andern getheilte Erfahrung [
daß ungeduldig Erstrebtes dann ohne eigenes Zutun erfüllt wird] GWBB40,368 Gentz 16.9.25 K Welches Gefühl von Unglauben oder A-n mich abgehalten dir ein Exemplar des Romans [
Lj] zu schicken, warum ich es erst jetzt thue .. weiß ich nicht zu sagen GWBB10,232,4 Jacobi 2.2.95 die Achse [
des Reisewagens] brach .. Aus Unmuth und A. ward die vorgesetzte Reise vielleicht übereilt aufgegeben GWB36,113,1 TuJ [
vgl GWBB27,121,7ff Zelter 22.7.16] mein größter Wunsch ist zu bleiben wo ich bin [
Jena], unterdessen sind wir nicht Herren unseres A-ns und unserer Hoffnungen GWBB28,107,17 Zelter 29.5.17 Ein gewisser Dünkel unterhielt bei mir jenen A-n; meine Lippen — geweiht oder verwünscht [
durch den Fluch Lucindes] — kamen mir bedeutender vor als sonst GWB28,23,13 DuW 11 GWB28,25,14 DuW 11 daß ich dieses Ereigniß [
günstiges Kaufangebot einer antiken Statue] als einen Wink höherer Dämonen ansah, die mich in Rom festzuhalten .. gedächten. Glücklicherweise waren wir schon in den Jahren, wo die Vernunft dem Verstand in solchen Fällen zu Hülfe zu kommen pflegt, und so mußte denn Kunstneigung, Besitzeslust und was ihnen sonst beistand, Dialektik und A., vor den guten Gesinnungen weichen GWB32,331,25 ItR ― Flucht nach Italien .. A., daß er nicht hinkomme, wenn jemand darum wisse Gespr Eckerm 10.2.29 Vorsatz nach Italien zu gehen. A. GWB29,253 DuW Plp GWB26,359 DuW Plp Es scheint, mein Schutzgeist sagt Amen zu meinem Credo, und ich danke ihm, der mich an einem so schönen Tage hierher geführt hat. Der Postillon sagte .. es sei der erste im ganzen Sommer. Ich nähre meinen stillen A-n, daß es so fortgehen soll GWB30,11,25 ItR durch einen auf Erfahrung gestützten A-n, daß ich ein Unternehmen nicht aussprechen dürfe, wenn es gelingen solle, verschwieg ich selbst Schillern diese Arbeit [
NatT] GWB35,91,20 TuJ mit dem ersten Theil [
der NatT] hervorzutreten .. gegen meinen alten geprüften A-n .. einen A-n, der sich indeß wohl ganz vernünftig erklären läßt. Einen sehr tiefen Sinn hat jener Wahn, daß man, um einen Schatz wirklich zu heben und zu ergreifen, stillschweigend verfahren müsse GWB35,150,3 TuJ
→ Orakel-Aberglaube GWB
Volks-Aberglaube Syn zu 1
GWB
Abgötterei GWB
Bigotterie Leichtglaube GWB
Volksglaube zu 2
GWB
Ahnungsglaube GWB
Halbwahn GWB
Superstition GWB
Wahn GWB
wähnen(das W.) 1) Adelung und Nachfolger wollten A. als Überglaube, Übs von superstition, verstanden wissen, sa Trübner 2) vgl WMuschg, Goethes Glaube an das Dämonische, in: DVjs 32,1958,321—343Gertrud Herwig G. H.