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Aberglaube

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Meyers
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14 in 13 Wb.
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Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Aberglaube

Bd. 1, Sp. 29
Aberglaube (Afterglaube, lat. Superstitio), ein Vertrauen auf übernatürliche Vorgänge, wie es nicht oder nichtmehr dem herrschenden Glauben der Mehrheit entspricht oder über denselben hinausgeht. Vielfach handelt es sich dabei um Phantasievorstellungen, die einer niedern Kulturstufe überhaupt entsprechen und daher in den verschiedenen Weltteilen mannigfache Übereinstimmungen zeigen, bei fortgeschrittenen Völkern vielfach um Überlebsel aus einer ältern, durch neuere Formen ersetzten Religion (Heidentum) oder aus früher herrschenden Anschauungen (Hexenglaube). Psychologisch betrachtet, ergibt sich als Urquell für den meisten Aberglauben das Personifizierungsbedürfnis des menschlichen Intellekts, das hinter allen ihm unerklärlichen Naturvorgängen handelnde Persönlichkeiten sucht, mit denen man Verbindungen anknüpfen und unterhandeln kann. Furcht und Eigennutz sind die hauptsächlichen Ursachen für abergläubische Neigungen, doch spielen auch aus dem Traumleben abgeleitete Vorstellungen eine bedeutende Rolle. Der theoretische A. begnügt sich meist mit Vorstellungen religiöser Natur (religiöser A.); er leistet der Abgötterei, Reliquienverehrung, dem Glauben an die magische Kraft gewisser Zeremonien, durch welche die vorausgesetzten übernatürlichen Mächte zu Hilfsleistungen bewogen werden sollen (s. Magie), dem Gespensterglauben und Spiritismus Vorschub. Der praktische A. hofft von der Wirkung geheimer Zeichen und Zeremonien Beistand für materielle Zwecke und hat unter anderm den Glauben an Astrologie, Chiromantie und Zauberei gefördert. Hierher gehört auch der A. an Wunderdoktoren, Amulette, Beschwörungen, Besprechungen u. dgl. Geschichtlich unterscheidet man natürlichen und philosophischen oder gelehrten Aberglauben. Jener ist bei rohen, ungebildeten Völkern heimisch, dieser wirft dem rohen Irrwahn ein scheinbar wissenschaftliches Gewand um. Abergläubische Meinungen sind oft harmlos, oft aber gefährlich. Sie machen furchtsam, unduldsam, bisweilen fanatisch. Das sicherste Mittel dagegen ist guter Volksunterricht. Vgl. Schindler, Der A. des Mittelalters (Bresl. 1858); A. Wuttke, Der deutsche Volksaberglaube der Gegenwart (3. Bearbeitung von E. H. Meyer, Berl. 1900); Pfleiderer, Die Theorie des Aberglaubens (das. 1872); Mannhardt, Die praktischen Folgen des Aberglaubens (das. 1878); Lippert, Christentum, Volksglaube und Volksbrauch (das. 1882); C. Meyer, Der A. des Mittelalters (Basel 1884); Brunnhofer, Die Quelle des Aberglaubens (in »Kulturwandel und Völkerverkehr«, Leipz. 1891); Lehmann, A. und Zauberei von den ältesten Zeiten bis in die Gegenwart (a. d.n., Stuttg. 1898).
2628 Zeichen · 39 Sätze

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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Aberglaube

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Der Aberglaube , des -ns, plur. car. 1) Derjenige Zustand des Gemüthes, da man äußern Handlungen und Erscheinungen mehr …

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Aberglaube

    Goethe-Wörterbuch

    Aberglaube Im Nom in der Regel ‘Aberglaube’; ‘A-n’ B5,301,1 ChStein 6.[4.82] nicht eindeutig 39,175,22 Götz 1 V Gen ‘A-n…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Aberglaube

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Aberglaube (eigentlich Oberglaube, was über den wahren Glauben hinausgeht), eine Verwirrung des Glaubens, die wesentlich…

  4. modern
    Dialekt
    Aberglaube

    Schweizerisches Idiotikon · +1 Parallelbeleg

    Aberglaube Band 2, Spalte 587 Aberglaube 2,587

  5. Sprichwörter
    Aberglaube

    Wander (Sprichwörter)

    Aberglaube 1. Aberglaube hat Bohnen in den Ohren. 2. Aberglaube ist keine Wissenschaft. – Bertram. [Zusätze und Ergänzun…

  6. Spezial
    Aberglaubem

    Dt.-Russ. phil. Termini · +1 Parallelbeleg

    Aberglaube , m суеверие , ср

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit aberglaube

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Ableitung von aberglaube

aberglauben + -e

aberglaube leitet sich vom Lemma aberglauben ab mit Suffix -e, auf Verb-Stamm zurückgeführt.

Zerlegung von aberglaube 2 Komponenten

aber+glaube

aberglaube setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

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