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gerben

mhd. bis spez. · 16 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
21 in 16 Wb.
Sprachstufen
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

gerben

gerben

gerben Vb. ‘Tierhäute zu Leder verarbeiten’, ahd. gar(a)wen (8. Jh.), mhd. ger(e)wen, garwen, asächs. gar(u)wian, ger(i)wian, gir(i)wian, mnd. ger(e)wen, gēren (sämtlich mit unfestem Sekundärvokal zwischen r und w), aengl. gearwian ‘bereiten, fertigmachen, zurüsten’, ahd. mhd. mnd. aengl. außerdem ‘bekleiden, schmücken’, anord. ger(v)a, gør(v)a, gjǫr(v)a, schwed. göra ‘machen, tun’. Das (nach de Vries Anord. 164 vielleicht im Westgerm. gebildete und von hier nach Skandinavien gelangte) Verb (germ. *garwijan) ist Faktitivum zu dem unter gar (s. d.) behandelten Adjektiv germ. *garwa- ‘fertig, bereit’. Aus der ursprünglichen Bedeutung ‘bereiten, zurüsten’, die sich in den nord. Sprachen zu ‘machen, tun’ erweitert, geht im Mhd. und Mnd. (um 1300) der fachspezifische Gebrauch ‘Leder zubereiten’ hervor. Dieser ermöglicht schon spätmhd. die Übertragung ‘prügeln, schlagen’, die bis heute besonders in der Fügung jmdm. das Fell gerben (16. Jh.) geläufig ist. Infolge des lautgesetzlichen Wandels von -rw- zu -rb- (s. Erbse, Farbe, mürbe) tritt mhd. frühnhd. gerben neben das bis ins 15. Jh. noch übliche gerwen. – Gerber m. als Berufsbezeichnung dienendes Nomen agentis zu gerben (s. oben), mhd. ger(e)wer, gerber, vorher (wegen der anfangs umfassenderen Verbbedeutung) in der verdeutlichenden Zusammensetzung ahd. ledargar(a)wāri (11. Jh.), mhd. ledergerwer; vgl. auch anders abgeleitetes gleichbed. ahd. ledergar(a)wo (11. Jh.), spätmhd. ledergerwe; dazu Gerberei f. ‘Vorgang des Gerbens’ (17. Jh.), ‘Werkstätte des Gerbers’ (Anfang 18. Jh.).
1548 Zeichen · 56 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    gerben

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +5 Parallelbelege

    gerben s. geerbe, s. gërwe, s. gerwen.

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Gêrben

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Gêrben , Gêrber, u. s. f. S. Adelung Gärben .

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    gerben

    Goethe-Wörterbuch

    gerben ‘jdm das Fell g.’: ihn tüchtig verprügeln In der Ecke fanden sie [ die Hausleute ] ihn [ den Wolf ] und schlugen …

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Gerben

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Gerben , den Spelzweizen, denselben von den Hülsen befreien; Stahl, ihn durch wiederholtes Zusammenschweißen veredeln; K…

  5. modern
    Dialekt
    gërben

    Elsässisches Wb. · +4 Parallelbelege

    gërbe n [karwə fast allg.; kærwə Str. W.; Part. karpt, kærpt] 1. gerben. I n Barr gërbt m e r vi e l Lëder Bf. 2. prügel…

  6. Spezial
    gerben

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    ger|ben vb.tr. cuncé (-cia), fá la cuncia.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit gerben

8 Bildungen · 4 Erstglied · 1 Zweitglied · 3 Ableitungen

Zerlegung von gerben 2 Komponenten

ger+ben

gerben setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

gerben‑ als Erstglied (4 von 4)

gerbenstrauben

DWB

gerben·strauben

gerbenstrauben , m. eine art hefengebäck: gerben- oder heffenstrauben. Nürnberger kochbuch (1734) 662.

gerben als Zweitglied (1 von 1)

durchgerben

DWB

durch·gerben

durchgerben , völlig, fertig gerben, untrennbar und trennbar. das fell ist durchgegerbt. das leder wol durchgerben Stieler 605 . die felle d…

Ableitungen von gerben (3 von 3)

begerben

RhWB

be-gerben: sich b., sich erbrechen Saarbg-Wehing Winchering .

vergerben

DWB

vergerben , verb. ' durch gerben verbrauchen, alle machen; bei den holzflöszen, ein flosz mit stangen kreuzweise überlegen und mittels wiede…

zergerben

DWB

zergerben , verb. , durch vieles gerben unbrauchbar machen; gew. übertr. für kräftig prügeln und die haut zerschlagen: ich wil die haut dir …