lautwandel 53 Wörterbücher · 2,7 Mio. Artikel
Wildcard · " Volltext

Aggregat · alle Wörterbücher

snīden

mhd. bis Dial. · 7 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

WWB
Anchors
9 in 7 Wb.
Sprachstufen
3 von 16
Verweise rein
13
Verweise raus
33

Eintrag · Westfälisches Wb.

snīden V.

Bd. 5, Sp. 196
snīden V. [allg.] 1. (mit dem Messer oder einem anderen Schneidewerkzeug) durch einen oder mehrere Schnitte o.Ä. zerteilen, zerlegen. Isen schniden (Kr. SteinfurtStf Kr. Steinfurt@NordwaldeNw). Dat Gemaise wurte geschnitt (Kr. OlpeOlp Kr. Olpe@RüblinghausenRü). Bounen aftrecken un tau’m Inmaken snīen (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. Lünen@DortmundDo). Diän Immen sneïn die Bienen schneiden, d.h. den Honig nehmen (Kr. BrilonBri Ah). In Stücke snīn (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. Lünen@WellinghofenWl). — Ra.: Dat snitt in twee Dage mähr as in eenen das Messer ist so stumpf (Kr. TecklenburgTek Kr. Tecklenburg@IbbenbürenIb). — 1.1. sägen, mit der Säge zerschneiden. Holt an Brää schnieden Holz zu Brettern zersägen (WmWb). Ne geschneddene Speeke is nix weerd eine gesägte Speiche taugt nicht, sie muss gespalten sein (WmWb). — 1.2. Korn (oder Gras) schneiden, mähen. Gress snīden (Kr. SteinfurtStf Rh). Dat Gras mauht schniän wärn (Kr. Unna u. die krfr. Stadt HammUnn La). Use Weske sneïen (Kr. WiedenbrückWie Xy). — 1.3. schälen (von Kartoffeln und Zwiebeln). Hai snitt ’e Tiufeln (Kartoffeln) (Kr. BrilonBri Kr. Brilon@AssinghausenAh). Ssiepel schnieden (WmWb). — 2. (mit dem Messer oder einem anderen Schneidewerkzeug) von etwas abtrennen, ablösen, abschneiden, aus etwas herausschneiden. De Luidöern snuien Hühneraugen herausschneiden (Kr. LippstadtLst Kr. Lippstadt@WestereidenWe). En Twïeln (Zweig) vam Baume snīn (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. Lünen@WellinghofenWl). Se heppt em dat böwwerste Litt van’n Finger snedden (Kr. AhausAhs Kr. Ahaus@WessumWe). — Ra.: Schnitt uch un kritt uch! Aufforderung zum Zugreifen bei Tisch (Kr. BrilonBri Kr. Brilon@NiedersfeldNf). — 3. durch Schneiden kürzen (und in eine bestimmte Form bringen); beschneiden, stutzen. De Hōa snīn (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor Wl). Heh hädd sick deh Haore snihden laoten (Kr. MünsterMün Mü). Hoi snitt sik de Nēle (Kr. HöxterHöx Kr. Höxter@SandebeckSb). — 4.1. durch Schneiden etwas formen, schaffen. En Paar Holsk schnien (Kr. CoesfeldKos Kr. Coesfeld@HiddingselHi). Se häbbt em Riemen ut Fell snïeden (Kr. AhausAhs Kr. Ahaus@NienborgNb). Kumm, hälp mol en winnig Fader (Futter) schnieden! (Kr. BrilonBri He). Wüu schnüut dat Fewer (Futter) mett’er Schnüutmaschünen (Kr. LemgoLem Kr. Lemgo@MarksbergMa). — Ra.: Hä es simm’m Vā at ūt’m Gesicht gesnīen ähnelt ihm sehr (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. Lünen@WellinghofenWl || mehrf.). Wi ut’n Auge snïen jmdm. sehr ähnlich (Kr. WiedenbrückWie Kr. Wiedenbrück@RöckinghausenRö). — 4.2. (ein Kleidungsstück) zuschneiden. — Sprichw.: Wat schnedden is, mutt ook näit weern wer A sagt, muss auch B sagen (WmWb). Et ess so geschnïen, et mot ok geneiht wär’n (Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. GladbeckRek Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. Gladbeck@RecklinghausenRh || mehrf.). — 5. jmdm., sich eine Schnittwunde beibringen; sich mit, an etwas Scharfem verletzen. Met’n Mest inn’en Diumen schnien (Kr. HalleHal Bo). He hät sik inn’n Finger sneïen (Kr. WiedenbrückWie Rö). — Ra.: Schnuid dui nich inn’n Finger! wenn jmd. beim Abschneiden von Wurst und Schinken zu bescheiden ist (Kr. HerfordHfd Kr. Herford@GohfeldGo). — 6. an jmdm. einen chirurgischen Eingriff vornehmen, operieren. Hä maut gesnīen wēän’n (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. Lünen@WellinghofenWl). — 7. (z.B. ein Schwein oder Pferd) kastrieren, verschneiden. Ne Sūege snīn (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor Wl). Puggen schnien (WmWb). De junge Hengste van’n Jaor wodden van ne Vehdokter schnedden (WmWb). Geschnedden Bäär (Eber) (WmWb). — 8. durch Schneiden töten, schlachten (Kr. HerfordHfd Kr. Herford@EngerEn). — 9. in bestimmter Weise scharf sein, geeignet sein, etwas abzuschneiden, zu zerschneiden. All te scharp schnitt ouk nit (Kr. Altena u. die krfr. Stadt LüdenscheidAlt Kr. Altena u. die krfr. Stadt Lüdenscheid@LüdenscheidLü || mehrf.). — 10. (bes. von Wind, Kälte u.Ä.) einen scharfen Schmerz (auf der Haut) verursachen (Kr. Altena u. die krfr. Stadt LüdenscheidAlt Kr. Altena u. die krfr. Stadt Lüdenscheid@AltenaAl). — 11. Beim Skatspiel. — 11.1. mit einer Karte stechen, aber dabei eine höhere Karte zurückhalten, bis mit ihr eine große Punktzahl gestochen werden kann. Hä snitt sīn’n Mann beim Kartenspiel (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. Lünen@WellinghofenWl). — 11.2. so spielen, dass der Gegenspieler keine 30 Punkte erreicht. Fi het ’ne snīen er ist Schneider im Kartenspiel (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. Lünen@WellinghofenWl). — 12.1. (+ sik) sich irren, sich verrechnen. Do snitt ’e sik owwer (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor Wl). Do saste di doch wuäl schneïen (Kr. IserlohnIsl Is). Ja snīt ’i da bist du sehr im Irrtum (Kr. BeckumBek Kr. Beckum@VorhelmVh), daraus wird nichts (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor WWB-Source:252:SchleefSchleef). Schnīt di man nich; dat Lǖt nimmt di nich (Kr. MindenMin Kr. Minden@HahlenHa). — 12.2. betrügen: Dai hiät iäm wuät verkoft un hiät ’ne dobeï snīen (Kr. IserlohnIsl Kr. Iserlohn@IserlohnIs). — 13. (Grimassen) aufsetzen, zeigen. Gesechter schneen (Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. GladbeckRek Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. Gladbeck@BottropBp). Hei sneg luter Fratzen (Kr. OlpeOlp Kr. Olpe@DrolshagenDh). Ne Nāse schnuien die Nase rümpfen, kraus ziehen (vor Ekel, Hochmut) (Kr. SoestSos Ku). Hä snit sik aine setzt eine missmutige Miene auf (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor WWB-Source:252:SchleefSchleef). ⟨Inf.: ›snīden‹ [WMünsterl Kr. SteinfurtStf Kr. CoesfeldKos Kr. MünsterMün Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. GladbeckRek Kr. BeckumBek sowie Kr. BrilonBri Wal], snīten (Kr. BeckumBek Al: nur Stadt), snǖn (Kr. DetmoldDet Kr. Detmold@IstrupIs), sonst ›snīen‹. — Präs. 3. Pers. Sing.: snit [verbr.]. Prät.: 1./3. Pers. Sing.: ›snē²t‹ [die krfr. Städte Gelsenkirchen u. Wanne-EickelGel Kr. BeckumBek Kr. HöxterHöx Mark Kr. SoestSos MSauerl Kr. MeschedeMes Kr. BrilonBri Olp], ›snē²ªt‹ [Kr. MindenMin Kr. DetmoldDet Kr. WiedenbrückWie Höx], ›snē²ᵇt‹ [Tek], ›sniᵉt‹ (Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. GladbeckRek Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. Gladbeck@HalternHa); Pl.: ›snē²ᵇden‹ (Kr. TecklenburgTek Kr. Tecklenburg@MettingenMe), ›snē²ten‹ [Kr. BeckumBek die krfr. Stadt WittenWit Enr], ›sniᵉten‹ [Ennepe-Ruhr-KreisEnr Arn], ›snīᵉn‹ [Kr. HöxterHöx die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor Kr. Unna u. die krfr. Stadt HammUnn Kr. SoestSos Kr. Altena u. die krfr. Stadt LüdenscheidAlt Bri], snäien (äi = ›ī‹ im Hiat) (Kr. MindenMin Kr. Minden@HahlenHa); Part.: -›sniᵉden‹ [WMünsterl Kr. CoesfeldKos Kr. MünsterMün Kr. WarendorfWdf Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. GladbeckRek Kr. LüdinghausenLhs Bek], -›sniᵉten‹ [Arn], -›snīᵉ(e)n‹ [Kr. TecklenburgTek Kr. MünsterMün Kr. WarendorfWdf Kr. HalleHal Kr. DetmoldDet Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. GladbeckRek Kr. BeckumBek Kr. WiedenbrückWie Kr. HöxterHöx die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor Kr. Unna u. die krfr. Stadt HammUnn Kr. SoestSos MSauerl Bri], -snäien (äi = ›ī‹ im Hiat) (Kr. MindenMin Kr. Minden@HahlenHa), snit (Kr. TecklenburgTek Me)⟩ ¶ WWB-Source:238:RhWbRhWb 7,1587: schneiden; WWB-Source:207:NdsWbNdsWb 11,241: snīden; HnVwb 3,350: schneiden. Zus.:→ ferdig~, kapot~, kurt~, oªpen~.
4652 Zeichen · 137 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    snîdenstn.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +3 Parallelbelege

    snîden stn. diz valschafte snîden betrügen wolde si dâ nicht bewarn Pass. K. 590,10.

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    sniden

    Mnd. Handwb. (Lübben/Walther) · +2 Parallelbelege

    sniden, st. v. 1. schneiden; zerschneiden, zersägen. 2. im einzelnen (zerschnitten) verkaufen. 3. schlachten. 4. schneid…

  3. modern
    Dialekt
    snidenPart., trans., refl., intrans.

    Mecklenburgisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    sniden Präs. snid', snittst, snitt, sniden, Prät. sned', Part. Prät. snäden schneiden Mi 82 b 1. trans. a. zerschneiden,…

Verweisungsnetz

1467 Knoten, 2400 Kanten

Tap auf Knoten öffnet Detail · Drag zum Umpositionieren · Scroll zum Zoomen

1-Hop 2-Hop
Filter:
Anchor 5 Hub 13 Kompositum 1445 Sackgasse 4

Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit sniden

31 Bildungen · 2 Erstglied · 23 Zweitglied · 6 Ableitungen

sniden‑ als Erstglied (2 von 2)

snîdenāve

MNWB

snide·nave

° snîdenāve ? „ pro 17 snide naven ” (Hamb. KR. 7, 59). S. auch snîderāve.

sniden als Zweitglied (23 von 23)

afsnîden

MNWB

afsnîden , stv. , 1. abschneiden, abhauen, (Korn, Gras) schneiden, de kēlen a. die Kehle durchschneiden, durchstechen. Im Strafrecht: Finger…

ansnîden

MNWB

ans·niden

ansnîden , stv. , anschneiden, einschneiden in etw. (z. B. Wappen in Stein).

dörchsnîden

MNWB

doerch·sniden

dörchsnîden , dȫr- , stv. , durchschneiden, zerschneiden, zerteilen, (Holz) zerkleinern, zersägen, dȫrsnēden klê(i)der geschlitzte Gewänder …

dorchsniden

KöblerMnd

dorchsniden , st. V. Vw.: s. dörchsnīden

ersnîden

Lexer

ers·niden

er-snîden stv. II. BMZ ausschneiden Krone , Wack. pr. 9,9. 13 ; aufschneiden, zerschneiden, einen brief ersn. Urb. Str. 242. das prot erschn…

lossniden

MeckWBN

los·sniden

Wossidia lossniden los-, abschneiden: hei ... schnitt den (einen Gehenkten) los S. Neum. Volksm. 312.

ȫversnîden

MNWB

oever·sniden

ȫversnîden , -schnîden , ōver- (aver-) , stv. (nur Part. Prät. -[ge]snēden -[ge]schnēden ): 1. (Brot vor dem Backen) mit einem Schnitt verse…

ümmebesnîden

MNWB

uemme·besniden

° ümmebesnîden , stv. : rundherum schneiden , „circumscingere” (Voc. Strals. ed. Damme 438).

umbesnîden

Lexer

umbe·sniden

umbe-snîden stv. BMZ an der vorhaut beschneiden, circumcidere Dfg. 122 a . Roth pr. 26 ;

undersnîden

Lexer

under·sniden

under-snîden stv. BMZ tr. schneidend, trennend dazwischen treten. die sterne aber brinnent, die daʒ gehilwe ê undersneit Serv. 653. du wilt …

upsnîden

MNWB

upsnîden , * upschnîden , stv. ( Präs. : Ind. 3. Sg. -snîdet, snit up ; Imp. Sg. snît up ; Prät. : Ind. 3. Sg. -snê[i]t [ -sneet, -snet ], s…

²vorsnîden

MNWB

vors·niden

2 vorsnîden , stv. , abschneiden, de tunge, de nêse v., durchschneiden, kappen de sēgelsê(i)le v.; beschneiden (Fingernägel); aufschneiden d…

ūtsniden

KöblerMnd

ūtsniden , st. V. Vw.: s. ūtsnīden*

Ableitungen von sniden (6 von 6)

besnîden

Lexer

be-snîden stn. BMZ das beschneiden der vorhaut Pass.

entsnîden

Lexer

ent-snîden stv. II. auseinander schneiden. daʒ bant entsn. Eilh. 3440.

ersnîden

Lexer

er-snîden stv. II. BMZ ausschneiden Krone , Wack. pr. 9,9. 13 ; aufschneiden, zerschneiden, einen brief ersn. Urb. Str. 242. das prot erschn…

gesnîden

Lexer

ge-snîden stv. II. BMZ schneiden ( mit ûf, ûʒ; bildl. sich von einem gesn., trennen Pass.

versnîden

Lexer

ver-snîden stv. BMZ tr. auseinander schneiden, zerschneiden, -hauen Rul. Nib. Parz. Walth. Mel. etelich harnaschrinc wart versniten Lieht. 2…

zersnîden

Lexer

zer-snîden stv. BMZ zerschneiden, -hauen Herb. Engelh. Barl. Pass. sî hete sich z. ê lâʒen und zerhouwen Reinfr. B. 8358. 10800. das prôt Ch…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „sniden". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 13. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/sniden/wwb
MLA
Cotta, Marcel. „sniden". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/sniden/wwb. Abgerufen 13. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „sniden". lautwandel.de. Zugegriffen 13. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/sniden/wwb.
BibTeX
@misc{lautwandel_sniden_2026,
  author       = {Cotta, Marcel},
  title        = {„sniden"},
  year         = {2026},
  howpublished = {lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern},
  url          = {https://lautwandel.de/lemma/sniden/wwb},
  urldate      = {2026-05-13},
}