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scheif

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MeckWB
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Eintrag · Mecklenburgisches Wb.

scheif Adj., Adv., Adj., Adv., Adj., Adv., Adj., Adv.

Bd. 6, Sp. 11
Wossidia scheif -ee-, flekt. -w- Adj. und Adv. schief 1. ungerade, abschüssig, geneigt, krumm a. Adj.: min scheef Ding Sense im Rätsel Wo. V. 1, 4 c; dat 's sonn' unornlich Diern, geiht wedder up scheiwe Hacken RoRostock@RibnitzRibn; dee hett 'n scheewen Stäwel an der Bezechte geht schwankend HaHagenow@RedefinRed; scheif Schörling Murmel, die nicht ganz rund ist Ro; der schlechte Pflüger weist Tadel zurück: uppe scheewen Fohren waßt 't mihrst Kuurn StaStargard@WulkenzinWulk; dee (der Kranke) kümmt bald nah 'n scheewen Barg Friedhof, benannt nach dessen Geländelage Schö; de Bessen is scheif up 'n Stäl RoRostock@RibnitzRibn; hei is 'n bäten scheif up 'n Stäl jem. ist nicht ganz richtig im Kopf Bentw; et iß keen Pott so scheef, et findt sick noch wol eene Stülpe darup Mantz. Ruh. 5, 39; Abfertigung auf den Vorwurf de Hock is jo scheif — Ja, scheiw Dinger pissen ok grad', se möten dor blot nah hollen warden HaHagenow@RedefinRed; StaStargard@GrammertinGramm; oft vom Körperbau: dei (die schlechte Laderin, deren Kornfuder schief ist) kriggt sonn' scheiwen Kierl as sei lad't hett LuLudwigslust@Groß LaaschGLaasch; Sprw.: Dee wat Leiws hett, dee geiht dornah, Un dee wat Scheiws hett (eine unansehnliche Braut), dee smitt dornah HaHagenow@GammGamm; aber begütigend: Bäten scheif Is likers (liker) leif allgem.; Mi 75b; Bri. Volkssp. 31; Bäten scheif Hett Gott leif Pa; HaHagenow@RedefinRed; dor (an einer üblen Sache) kann 'n sick krumm un scheif an argern ebda; GüGüstrow@GülzowGülz; sick ... scheiflachen H. Schröd. Buerh. 3, 59; dee (ein Verwachsener) hett sick scheif sagen WaWaren@RogeezRog; dee lett de preußschen Dalers sick nich scheef liggen ist ein Verschwender SchwSchwerin@PinnowPinn; dor wiren weck all leidig scheef stark angetrunken Bri. 3, 16; von Körperteilen: 'Dei Mag iss my gantz scheiff' (ich habe großen Hunger; 1734) Nd. Jb. 33, 160; scheiw Ogen s. unt. 2; sick 'n scheiw Mul taumaken schweigend beieinandersitzen Wi; MaMalchin@NeukalenNKal. b. Adv.: dee (die Ehefrau) hett de Mütz scheif up ist launisch PaParchim@DobbertinDobb; denn' sitten de Hacken scheif er ist übelgelaunt RoRostock@BastorfBast; hierfür wird als Ursache angegeben hei hett scheif lägen SchöSchönberg@SchlagresdorfSchlagr; scheif gahn betrunken sein MaMalchin@StavenhagenStav; scheif kiken schielen Lu Ludwigslust@DambeckDamb; hei wir scheiw wickelt war im Irrtum: Reut. 2, 181. 2. falsch, böse, gehässig a. Adj.: dat wir 'n Scheiwen ein böser Mensch Wa; de N. (Herr eines Nachbargutes) kickt wedder mit scheiw Ogen her MaMalchin@RemplinRempl; im Segen gegen das Verschiren (Behexen durch bösen Blick): Hett di een seihn mit 'n poor scheew Ogen, Süht di nu een mit 'n poor grad' Ogen (1931) HaHagenow@Klein BengerstorfKBeng; 'n scheiw Og' krigen Schelte bekommen PaParchim@Groß PankowGPank; 'Du (eine böse Frau) geist noch wol mit einen schewen ganck' Schlue 85; abgeschwächt: 't geiht all' sinen scheiwen Gang alles geht in gewohnter Weise weiter RoRostock@RibnitzRibn; Camm. Vadd. 8; du mööst dat nich von de scheiw Sit upnähmen dich nicht verletzt fühlen WaWaren@JabelJab; in 'n scheiw Licht tau stahn kamen (verdächtigen Eindruck erwecken) Schneeb. Heil. 150. b. Adv.; abgeschwächt: dee (Kinder eines Nachbarn) dörf 'n nich scheif ankiken, sonst meinen deren Eltern gleich, ihnen sei Unrecht geschehen allgem.; denn' (den Hund) dörft ick nich scheif anräden, denn trug' hei mi 'n ganzen Dag nich SchwSchwerin@DambeckDamb. 3. verdrossen, mißmutig a. Adj.: hei hett sinen Scheiwen ist mißgelaunt RoRostock@Nienhagen bei DoberanNHagD. b. Adv.: dei (Geizhals) süht scheif tau den Kop MaMalchin@StavenhagenStav. 4. seem. ungünstig: scheewen Wind is, dee so hen un her flœkert umspringt Ro; is 'n scheewen Wind, dann muß man kreuzen WiWismar@HobenHob; scheef Südoost Südostwind mit Regen Ro; Wetterregeln: nah 'n scheewen Südoost kümmt 'n strammen Nuurdwest Ro; Scheiben Südwest Bringt Rägen un Pest Ro. 5. Besonderes: scheewen Dingsdag Dienstag vor Ostern LuLudwigslust@LaupinLaup; so auch Woeste-N. 228a und Nd. Kbl. 1, 78; 2, 26; vgl. krumm Mittwoch (Bd. 4, 703). 6. FN.: Scheif (-ee-) -barg, -breid', -grund, -koppel, -soll, -wand, -werder, -woort; Scheefbrückenmoor; scheewe Hörn; Scheewewindup; Scheiwen (-ee-, -b-) -acker, -barg, -kraug, -land, -rade. Zss.: spund-, uhren-, uurt-, ver-, windscheif. — Mnd. schêf. — Br. Wb. 4, 624; Dä. 402b; Da. 184a; Kü. 3, 31; Me. 4, 303.
3968 Zeichen · 75 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    scheifadj.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer)

    scheif prät. s. schîben; adj. s. schief.

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    scheifAdj.

    Köbler Mnd. Wörterbuch

    scheif , Adj. Vw.: s. schēf (1)

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    scheif

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    scheif , scheifeln , s. schief, schiefeln.

  4. modern
    Dialekt
    Scheiff.

    Lothringisches Wb. · +4 Parallelbelege

    Scheif [šaif D. Si. u. s.] f. 1. Zielscheibe. — 2. Signalscheibe. s. a. Dix.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit scheif

39 Bildungen · 38 Erstglied · 0 Zweitglied · 1 Ableitungen

scheif‑ als Erstglied (30 von 38)

Scheifas

MeckWB

schei·fas

Scheif-as n. im Kartenspiel Karo-As, s. As 1 (Bd. 1, 463).

Scheifback

MeckWBN

scheif·back

Wossidia Scheifback f. Beiname eines Menschen mit 'schiefem' Gesicht Müll. Reut. 113 b .

scheifbeinig

MeckWB

scheif·beinig

scheifbeinig krummbeinig; im Volksreim: Krummpucklig Fru, scheifbeinig Mann, Wo häng' ick nu minen Ränzel an Wo. Sa. Me. 4, 304.

scheifbeint

MeckWB

scheifbeint scheefbeent wie das Vor. ; im Neckreim auf Peiter: Kiekt den scheefbeenten Peter an Wo. V. 4, 246 c; in Tanzreimen: du scheifbei…

scheifeln

RhWB

scheif·eln

scheifeln -e·i.v- Düss-Stdt ; -aif Dinsl-Aldenr schw.: schief gehen, beim Gehen die Knöchel aneinanderreiben, von Kühen u. Menschen. — Abl.:…

Scheifels

RhWB

schei·fels

Scheifels = Schlamm zusammen kratzen s. schäufeln bei Schaufel;

scheifen

RhWB

scheifen še·i.və Eup ; -ē:v- Dür-Heistern , Monsch-Witzerath schw.: hinken, herankommen mit schiefer Beinstellung; do könnt he geschevt, — a…

Scheiffaut

MeckWB

scheif·faut

Scheiffaut Scheeffot m. Beiname eines Menschen, der einen verkrüppelten Fuß hat oder der mit einem Fuß schief auftritt: Scheeffot Mi Nachtr.…

scheifgahn

MeckWB

scheifgahn mißlingen: hett din Fründ nu dei gaude Städ' krägen? — Nee, dat is scheifgahn Ro Ribn ; prägnant: mit Lene güng' dat scheif sie h…

Scheifgebühne

RhWB

scheif·gebuehne

Scheif-gebühne šēfjəby·n. Wurmgeb . n.: Traufbühne, zum Auffangen u. Ableiten der Wasser vor dem Arbeitsort, in der Bergmspr.

scheifgittches

RhWB

scheif-gittches šēwərjitχəs Altk-Hellert Adv.: lächerlich schief.

Scheifhack

MeckWB

scheif·hack

Scheifhack -hacken m. 'Schiefhacke', 'Krummbein', Beiname eines Menschen: 'Brink wech den rechten schefhacken!' Red. Ost. 1825; Scheefhacken…

Scheifhals

MeckWB

scheif·hals

Scheifhals m. eig. Beiname eines Menschen mit schiefem Hals; geläufig in Rdaa., die Ratlosigkeit bezeichnen: nu ror, Scheifhals! s. roren 3 …

Scheifhuurn

MeckWB

Scheifhuurn n. Name von Kühen mit krummen Hörnern Ro.

scheifklott't

MeckWB

scheifklott't eine schiefe Mütze tragend; im Volksreim: Schulten sin oll scheifklott't Diern Dee will frigen gor tau giern Pa Mestl .

Scheifkopp

MeckWB

scheif·kopp

Scheifkopp m. 'Schiefkopf'; Beiname eines Menschen, dem der Kopf schief sitzt Ro; Kuhname Ha; Sta Sad ; Wa KGrub .

scheifkrumm

MeckWB

scheif·krumm

scheifkrumm schief und krumm, sehr krumm; im Rätsel vom Grapen: scheefkrumm Vader Wo. V. 1, 137.

Scheiflenn'

MeckWB

Scheiflenn' -lend f. Beiname eines Menschen mit schiefem Oberschenkel; im Dorfreim: Jastram Scheiflend Lu Göhr .

Ableitungen von scheif (1 von 1)

verscheif

MeckWB

verscheif schief, von der Seite, mißtrauisch: wenn einer den annern verscheif ankickt Ro AHeide ; Camm. Tid. 16; Rda.: Denn geiht nicks mihr…