Eintrag · Mittelhochdeutsches Wb. (MWB)
buole swM.
2 ‘Bruder, Schwager, naher Verwandter’
1 ‘Geliebter, Freund’, meist als Anrede: ‘viel lieber buͦl’, sprach sie Lanc 469,1; trvter buͦle, was mainnet daz? JvKonstanz 2308. 2371; also half si ir amise [La. irme puͦlen ] RittermdN 196; Ruschart 323. 720; MinneR 451 126. 218. 273; Brun 738. 546. – an den Ehemann: hab uf, buole, dinen kopf RittermdN 192. – an Christus: owi sal imer cuͦmen de selige dach, / dat ich dich, suͦze buͦle, suͦle gesien Lilie 44,35; Jhesus, vil lieber buͦle min, la mich in warer rúwe und in herzelicher liebi zuͦ dir Mechth 7: 38,10; Seuse 92,17. – als Anrede des Dichters an die Leser oder des Lesers an den Dichter (nur Brun ): des wil ich bescheiden dich, / trut bule min nu sich Brun 11638. 2364; erunt duo in carne una / an einem vleische werden zwene. / waz ist daz gesprochen? sprich, / trut bule, des berichte mich ebd. 1840. 7096 u.ö. – auf eine Frau bezogen: den bessten guͤrtel den ain man / ains mals vmb sich guͤrten kan, / der ist von wizzen armen blanck / sines buolen ain zaͤrtlich vmbvanck LS186 34 2 ‘Bruder, Schwager, naher Verwandter’ dâ wart ez gâhes erkant / sant Georjen buolen beiden [den beiden Brüdern des hl. Georg] Georg 525; wir, greue Cuͦnrat von Veihingen [...] durch liebe vnd bieth vnsers lieben boͧlen greue Eberhartes von Tuwingen vnd unserr lieben swester Adelhaet [Frau Eberhards] UrkCorp (WMU) 1592,42,39. 3368,5; Elis 6252. 6297; vns selber vnd auch vnserm lieben bulen Kraften von Hohenloch UrkWürzb 41,248 (a. 1346). – als Anrede: lieber buole Georîs Georg 559. 749. 776; lieber buͦle, siest eintrehtig mit gotte und vroͤwe dich sines willen! Mechth 6: 42,8; HvFritzlHl 108,25; [Aglye zu Ryal (Wilhelm) nach dessen Adoption durch ihren Vater Agrant: ] ‘zarter buͦle min! / [...] du solt mir und Appollen / mit vlizze willekomen sin!’ / ‘gnade’, sprach er, ‘swesterlin!’ WhvÖst 1374
MWB 1 1113,7; Bearbeiter: Tao