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Schwind

nhd. bis Dial. · 9 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Meyers
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12 in 9 Wb.
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Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Schwind

Bd. 18, Sp. 215
Schwind, Moritz von, Maler und Zeichner, geb. 21. Jan. 1804 in Wien, gest. 8. Febr. 1871 in München, erhielt den ersten Unterricht in der Kunst auf der Akademie in Wien und bei Ludwig Schnorr, bildete sich aber zumeist auf eigne Hand und entfaltete eine große Produktivität in Zeichnungen nach Märchen, Opern, in Illustrationen etc. 1827 ging er nach München, wo Cornelius einen solchen Eindruck auf ihn machte, daß er sich 1828 dort niederließ. Hier malte er in der Bibliothek der Königin Szenen aus Tiecks Dichtungen und komponierte Szenen aus dem Leben Karls d. Gr. für die Burg Hohenschwangau, die X. Glink ausführte. 1835 begab sich S. nach Rom. Bald heimgekehrt, entwarf er für den Saal Rudolfs von Habsburg im Königsbau einen figurenreichen Kinderfries. 1838 vollendete er Wandbilder in einem Gartensalon Des Schlosses Rüdigsdorf bei Altenburg, welche die Muthe von Amor und Psyche behandeln. 1839–44 entstanden die Wand- und Deckenbilder im Antikensaal zu Karlsruhe (vgl. R. Förster, Moritz v. Schwinds Philostratische Gemälde, Leipz. 1903), die Fresken im Treppenhaus der Kunsthalle, die allegorischen Kompositionen für den Sitzungssaal der badischen Ersten Kammer daselbst, das reizende Tafelbild Ritter Kurts Brautfahrt und die Skizzen zu dem 1847–48 ausgeführten Vater Rhein (Raczynskische Sammlung im Kaiser Friedrich Museum zu Posen). Der Auftrag, für das Städelsche Institut den Sängerkrieg auf der Wartburg zu malen, veranlaßte ihn, 1814 nach Frankfurt überzusiedeln. In demselben Jahr entstand der »Almanach von Radierungen von M. v. S. mit erklärendem Text und Versen von E. Freiherrn von Feuchtersleben«, humoristische Verherrlichungen der Tabakspfeife und des Bechers. Derselben Periode gehören auch die köstlichen kleinen Genrebilder: der Falkensteiner Ritt (Leipzig, Städtisches Museum) und der Hochzeitsmorgen oder die Rose (Berlin, Nationalgalerie) an. 1847 wurde er als Professor an die Münchener Akademie berufen und komponierte dort 1849 seine originelle Symphonie nach Beethoven. Daran reihte lich das reichgegliederte Aschenbrödel mit seinen verwandten Nebenbildern aus der Mythe der Psyche und dem Märchen von Dornröschen (1854). Als der Großherzog von Sachsen die Wiederherstellung der Wartburg unternahm, beauftragte er S., die bedeutendsten Momente aus dem Leben der heil. Elisabeth und einige Szenen aus der thüringischen Sage und Geschichte zu malen (1854–55, gestochen von Langer). Diesen Werken folgte Kaiser Rudolfs Ritt zum Grabe, der Aquarellenzyklus: die sieben Raben und die treue Schwester (1857), durch den Schwinds eigentümliche Begabung für die Romantik des deutschen Märchens zum erstenmal allgemeine Anerkennung fand (jetzt im Museum zu Weimar), mehrere Bilder für den Grafen Schack (darunter die Morgenstunde und die Hochzeitsreise) und eine Reihe von Bildern für den Hochaltar der Frauenkirche in München. Mit unerschöpflichem Humor zeichnete S. 1863 in einem über 20 Ellen langen Zyklus wichtige Momente aus dem Leben seines Freundes Franz Lachner (vgl. »Die Lachnerrolle. Mit Text von O. Weigmann«, Münch. 1904) und schmückte in demselben Jahre die Pfarrkirche in Reichenhall mit Fresken; 1864 entstand die Heimkehr des Grafen von Gleichen (Schackgalerie) und der Karton: die Zauberflöte, der erste der im neuen Opernhaus zu Wien ausgeführten Kartons nach deutschen Opern, die ihm Gelegenheit gaben, alle seine Lieblingsgestalten aus dem Gebiete der Tonkunst vorzuführen. Dieser Zeit gehören auch geistvolle kunstgewerbliche Entwürfe an. An seinem 66. Geburtstag vollendete er den lieblichen Aquarellenzyklus von der schönen Melusine, der nächst den sieben Raben sein Hauptwerk ist (kaiserliche Galerie in Wien). 1855 war er mit seinen Brüdern August, österreichischem Ministerialrat (gest. 1892), und Franz, österreichischem Bergrat, in den österreichischen Ritterst. ind erhoben worden. Schwinds Vorzüge liegen im Rhythmus der Komposition, in durchweg idealer Anschauung, strenger Zeichnung und innigstem Eingehen auf seinen Stoff bei romantisch-poetischer Grundanschauung. Sein Briefwechsel mit Ed. Mörike wurde von Bächtold herausgegeben (Leipz. 1890). Vgl. L. v. Führich, Moritz v. S. (Leipz. 1871); Holland, M. v. S., sein Leben und seine Werke (Stuttg. 1873); Haack, M. v. S. (2. Aufl., Bielef. 1904); Grautoff, Moritz v. S. (Berl. 1905); »M. v. S. Des Meisters Werke in 1265 Abbildungen« (hrsg. von Weigmann. Stuttg. 1906); W. Pastor, M. v. S., eine Einführung in sein Leben und sein Werk (das. 1907).
4471 Zeichen · 81 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Schwind

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    * Schwind ,

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    schwind

    Goethe-Wörterbuch

    schwind rasch, eilends bzw gleich, unverzüglich [ Satyros: ] Wer ist dein Vater dann?| [ Arsinoe: ] Er ist der Priester …

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Schwind

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Schwind , Moritz von, Maler, geb. 1804 zu Wien, kam 1828 nach München zu Cornelius und betheiligte sich daselbst vielfac…

  4. modern
    Dialekt
    schwind

    Schweizerisches Idiotikon · +2 Parallelbelege

    schwind Band 9, Spalte 1956 schwind 9,1956

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schwind

156 Bildungen · 134 Erstglied · 8 Zweitglied · 14 Ableitungen

Zerlegung von schwind 2 Komponenten

sch+wind

schwind setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

schwind‑ als Erstglied (30 von 134)

schwindartig

DWB

schwin·dartig

schwindartig , adj. : wenn nun aber auch an entfernten theilen die drüsen anschwellen, ausschläge von verschiedner gestalt, oder geschwüre, …

schwindbeutel

DWB

schwind·beutel

schwindbeutel , m. ' lederner beutel, mit allerlei kräutern, kirchhof-erde, ackermaus-ohren u. s. w. angefüllt, um kühen, die die schwindsuc…

schwindblume

DWB

schwind·blume

schwindblume , f. name einer binsenart, helonias Nemnich. — schwindblümel, name der aurikel, primula auricula Pritzel-Jessen.

schwindel

DWB

schwin·del

schwindel , adj. , ganz vereinzelt für schwindelnd: mit weinenden augen, mit schwindelem hirne. der ewigen weiszheit betbüchlin (1518) 106 b…

Schwindelanfall

PfWB

schwindel·anfall

Schwindel-anfall m. : wie schd., Schwinnelan- fall [ LU-Opp BZ-Dierb ]. Er hot als Schwinnelanfäll [ LU-Opp ]. Südhess. V 926 .

schwindelbeerbaum

DWB

schwindelbeerbaum , m. name des schlingbaumes in Tirol, viburnum lantana. Pritzel-Jessen.

schwindelbeere

DWB

schwindel·beere

schwindelbeere , f. 1) die tollkirsche, wolfsbeere, nachtschatten, atropa belladona. Nemnich. Pritzel - Jessen. 2 ) der schlingbaum, virburn…

schwindelbild

DWB

schwindel·bild

schwindelbild , n. : die mutter soll das kind vor leidenschaft behüten, die den reifern oft dahinreiszt, — und du, du selber füllst des knab…

schwindelbrücke

DWB

schwindel·bruecke

schwindelbrücke , f. brücke in schwindelerregender höhe: der ( forstmeister ) erklomm einen absatz an einer gegenüberstehenden hohen mauer, …

schwindeldach

DWB

schwindel·dach

schwindeldach , n. : erst wirbelt sie ( die hölle ) mich künstlich auf der freude leztes glättestes schwindeldach, schwäzt mich bis an die s…

schwindeldrehn

DWB

schwindeldrehn , n. : und mögen goldne schurken beben und sich vor kraft und tugend graun und mit der feigheit schwindeldrehn vor dem erwach…

schwindeldumm

DWB

schwindel·dumm

schwindeldumm , adj. , in älterer sprache schwindeltumm, betäubt, taumelig, dösig vom schwindel, schwindlig. Weinhold 16 b : die welt ist ru…

schwindelei

DWB

schwinde·lei

schwindelei , f. das schwindeln, schwindelhaftes handeln, gleichbedeutend mit schwindel 3 ( b ) und besonders für den wenig gebräuchlichen p…

schwindelerregend

DWB

schwindelerregend , adj. : und wieder endeten und wieder begannen die ereignisse der nacht ihren schwindelerregenden reihentanz vor den fieb…

schwindelfrei

DWB

schwindel·frei

schwindelfrei , adj. frei von schwindel (1): in jede ( der pyramiden des Mailänder doms ) hat sich ein dutzend kleiner heiliger männchen ein…

schwindelgeist

DWB

schwindel·geist

schwindelgeist , m. 1 1) geist des schwindels, taumels: schwarm- sive schwindelgeist, spiritus lymphaticus, ceritus. Stieler 639 ; nach Adel…

schwind als Zweitglied (8 von 8)

Abtschwind

Wander

abt·schwind

Abtschwind In Abtschwind und Geiselwind viel Huren und Hexen sind. – Pistor., II, 4. Zwei Oerter in Franken am Steigerwalde. Das Sprichwort …

g(e)schwind

Idiotikon

g(e)schwind Band 9, Spalte 1956 g(e)schwind 9,1956

geschwind

DWB

geschwind , adj. und adv. , unverkürzt geschwinde, mhd. geswinde, verstärktes mhd. swinde, swint, älter nhd. schwinde, schwind ( s. d. ), da…

u(n)g(e)schwind

Idiotikon

u(n)g(e)schwind Band 9, Spalte 1964 u(n)g(e)schwind 9,1964

Wälschwind

Idiotikon

Wälschwind Band 16, Spalte 527 Wälschwind 16,527

wëltg(e)schwind

Idiotikon

wëltg(e)schwind Band 9, Spalte 1964 wëltg(e)schwind 9,1964

Ableitungen von schwind (14 von 14)

beschwinden

DWB

beschwinden , tabescere, schwinden: der kranke ist beschwunden, dahin geschwunden. Stieler 1980 . vgl. mhd. geswinden.

entschwinden

DWB

entschwinden , evanescere, weg, aus den augen kommen, verschwinden: und schnell, wie geister in die luft verwehen, entschwand sie mir und wa…

Erschwinden

Adelung

Erschwinden , verb. irreg. act. S. das folgende.

geschwind

DWB

geschwind , adj. und adv. , unverkürzt geschwinde, mhd. geswinde, verstärktes mhd. swinde, swint, älter nhd. schwinde, schwind ( s. d. ), da…

geschwinde

DWB

geschwinde , f. schnelligkeit, raschheit, noch in Oberdeutschland Adelung : sollen sich mit groszer geschwinde in den sand verschlieffen. Fo…

geschwinden

DWB

geschwinden , verb. , verstärktes schwinden ( s. d. ). 1 1) dahinschwinden, verschwinden, vergehen: mhd. dô muoste im gar geswinden diu vröu…

geschwindlich

DWB

geschwindlich , adv. rasch, schnell: und hencke in denn geswindelich. Hans v. Bühel Dioclet. 6868, snelle 6849 ; und randt als geschwindlich…

geschwindung

DWB

geschwindung , f. exanimatio, geschwindung, angstliche forcht Maaler 174 b . zu geschwinden 2.

schwinde

DWB

schwinde , f. 1 1) mhd. swinde stärke, ungestüm, heftigkeit Lexer handwb. 2, 1376 : sô dan mit sînem ôsterwinde der heilig geist in senfter …

verschwind

DWB

verschwind , m. , zu verschwinden gebildet wie schwind, m. ( th. 9, sp. 2652) zu schwinden; wie schwind ist auch verschwind krankheitsname: …

verschwinden

DWB

verschwinden , verb. , ahd. farsuindan Graff 6, 884 ; mhd. verswinden mhd. wb. 2, 2, 798 b . Lexer mhd. handwb. 3, 264 ; alts. farswindan Wa…

verschwindlich

DWB

verschwindlich , adj. vergänglich: was ist ein mensch, welcher verschwindlich und bald ist nicht mehr. lob und danck a b c (1664) 26 .

verschwindung

DWB

verschwindung , f. , esvanouissement. Hulsius dict. (1616) 355 a ; verschwindung, abitio, sive abitus in auras et vanescendi ratio; freuden-…

Zerschwinden

Campe

Zerschwinden , v. ntr . unregelm. ( s. Schwinden ), mit sein , zerfahren und verschwinden, sich verlieren. Schon längst — ist der Duft zersc…