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Schon

mhd. bis spez. · 18 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Adelung
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20 in 18 Wb.
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Schon

Bd. 3, Sp. 1620
Schon, eine Partikel, welche in einer gedoppelten Gestalt üblich ist. I. Als ein Umstandswort, und zwar im ersten und nächsten Verstande, als ein Umstandswort der Zeit, denjenigen Umstand der Zeit zu bezeichnen, da eine Sache geschehen ist, oder wirklich geschiehet. 1. Eigentlich, so wohl von geschehenen Dingen, als von solchen, welche jetzt wirklich geschehen, wofür im Hochdeutschen auch bereits, im Niederdeutschen al und im Oberdeutschen alschon üblich ist. Wir haben schon gegessen. Er ist schon da. Er kommt schon. Es ist schon die Art den Bäumen an die Wurzel gelegt, Matth. 3, 10. Ich weiß schon, was ich thun will. Schon damahls, jetzt schon, schon vorlängst. Sie wird ganz gewiß schon auf uns warten, Gell. Ich höre es schon, sie sind ein Freygeist. Die Abenddämmerung trat schon ein. Achtzig Jahre waren schon über sein Haupt hingeflogen, Geßn. Ich bin schon so oft da gewesen. Die frühe Morgensonne flimmerte schon hinter dem Berge herauf, als Mykon ans Gitterfenster seiner Hütte trat, Geßn. So auch die Fragen. Bist du schon wieder da? Sind sie schon gekommen? Hast du es schon gehöret? Wo es auch für sich allein eine Frage machen, oder vielmehr eine fragende Bewunderung ausdrucken kann, daß eine Sache schon geschehen ist. Er ist schon da. Schon? Der Regel nach stehet es, so wie die meisten übrigen Nebenwörter, hinter dem Zeitworte, wenigstens hinter dem Hülfsworte; allein um des Nachdrucks willen wird es auch oft zu Anfange des Satzes gesetzt. Schon in der Kindheit waren wir für einander bestimmt. Schon glänzte die Sonne durch das Reblaub, das am Fenster sich wölbte, Geßn. O ja, du singst, schon hör ich dich Vom nächsten Baum, Weiße. Welche Inversion oft die beste Wirkung thut, so sehr auch Gottsched dawider eiferte, und sie für eine Nachäffung der Franzosen ausgab. 2. In weiterm Verstande, wo sich neben dem Begriffe der geschehenen Sache allerley Nebenbegriffe mit einschleichen, welche den ersten oft ganz verdrängen. 1) Oft begleitet es wünschende Ausdrücke, den Wunsch, daß eine Sache geschehen seyn, oder wirklich werden möchte, zu begleiten. Wär er doch schon da! Wenn nur meine Braut schon das wäre, was sie nach ihrem Urtheile werden wird! Gell. Wär doch schon mein Lieschen mein! Weiße. 2) Für ohne dieß, ohnehin, besonders in der vertraulichen Sprechart. Des Volks ist schon so viel, 2 Mos. 5, 5. Dein Herz, das schon so viel gequält wird. 3) Mit dem Nebenbegriffe der gehörigen Zeit. Ich will schon kommen, eigentlich zur rechten Zeit. Ich will dich schon rufen. 4) Oft zeiget es eine Versicherung in Rücksicht auf einen vorher gegangenen Ausspruch an. Wenn sie nur nach ihm gerathen, so bin ich schon zufrieden. Nur ein solches Herz wieder zu finden, ist schon eine Freude. Bloß in so fern als die Natur dieses Herz gebauet hat, ists schon für die Rachgier zu hoch. Da es denn, 5) oft zu einem Ausdrucke einer Art von Versicherung wird. Es wird schon reichen. Wir wollen heute schon noch eins werden, Gell. Ich will es ein ander Mahl schon wieder einbringen, ebend. Ich weiß schon, wie junge Leute sind, ebend. Das ginge schon noch an. Sie wird mit den Jahren schon anders werden. Die Zeit wird mich schon rechtfertigen. Sie können einander schon heirathen. Ich muß nun schon Wort halten. Ich will meine Dinge schon machen, Weiße. Besonders in der vertraulichen Sprechart. Das muß ich schon thun.[] Das Mädchen ist schon gut. Das war ihm schon recht. Das ginge schon noch an. Schon gut! II. Als ein Bindewort. 1) * Als ein concedirendes für zwar, welcher Gebrauch im Hochdeutschen fremd, und besonders den Niedersachsen geläufig ist. Es ist schon wahr, aber. 2) Als ein bedingendes, welches einen Gegensatz begleitet, wo es im gemeinen Leben, besonders Nieder-Deutschlandes, sehr üblich ist, für auch, gleich; Nieders. schoon, schoonst, schöner, schöners, Schwed. skönt. Besonders mit den Nebenwörtern wenn und ob. Wenn sich schon ein Heer wider mich leget, so u. s. f. Ps. 27, 3, d. i. wenn auch, wenn gleich. Und ob ihr schon viel bethet, höre ich euch doch nicht, Es. 1, 15. Daß sie es nicht sehen, ob sie es schon sehen, und nicht verstehen, ob sie es schon hören, Luc. 8, 10. Er denkt es, ob er es schon nicht sagt. Ingleichen mit Auslassung des wenn und ob, wie gleich. Muß ich schon kümmerlich leben, so u. s. f. 3) * Für dennoch, gleichwohl; eine im Hochdeutschen unbekannte Bedeutung, in welcher aber die Niedersachsen ihr schöners häufig gebrauchen. Anm. Das Umstandswort lautet im Isidor in, im Kero und Tatian giu, woraus mit dem Zischlaute und dem Endlaute n in den spätern Zeiten schon geworden zu seyn scheinet; im Niedersächs. schoon, schoonst, bey dem Ulphilas suns, im Angels. sona, bey den Krainerischen Wenden she. Frisch leitet es von schön ab, wobey er der Bedeutung des Wortes freylich viel Gewalt anthun muß. Die erste, aber jetzt veraltete, Bedeutung scheinet bald, jähe, zu seyn, welche Bedeutung des Engl. soon, bald, und sooner, eher, noch hat. Alsdann würde es mit schehen in geschehen Eines Stammes, und eigentlich eine Onomatopöie der Geschwindigkeit seyn. Aus der alten Oberdeutschen Form iu und giu erhellet zugleich die Verwandtschaft mit unserm jähe, dem Ital. gia, dem Französ. deja, und vielleicht auch mit dem Latein. jam.
5203 Zeichen · 95 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    schônswv.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer)

    schôn swv. s. schuohen.

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    schonsw. V.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +3 Parallelbelege

    schon , sw. V. Vw.: s. schȫlen (1) L.: MndHwb 119 (schon), Lü 332a (schon)

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Schon

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Schon , eine Partikel, welche in einer gedoppelten Gestalt üblich ist. I. Als ein Umstandswort, und zwar im ersten und n…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    schon

    Goethe-Wörterbuch

    schon Großschr B25,21,6 , Kleinschr am Satzanfang 13 2 ,321,8 ; gut 2000 Belege gegenüber ca 300 Belegen ‘bereits’; zu ‘…

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Schon

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Schon , Fluß in Indien, s. Son .

  6. modern
    Dialekt
    schon

    Elsässisches Wb. · +5 Parallelbelege

    schon [o Su. Co. Bf. ; ù Mü. Logelnh. Dü. ; on vor Vok. Co. ; ùn Str. K. Z. Han. Betschd. Lützelstn. W. ] Adv. schon…

  7. Spezial
    schon

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    schon adv. 1 (bereits) bele 2 (sicherlich) dessigü 3 (ohnehin) bëgn 4 (nunmehr) oramai 5 (allein) ma bele 6 (endlich) fi…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schon

142 Bildungen · 110 Erstglied · 20 Zweitglied · 12 Ableitungen

schon‑ als Erstglied (30 von 110)

Schonzeit

SHW

Schon-zeit Band 5, Spalte 711-712

Schonach

Meyers

scho·nach

Schonach , Gemeinde im bad. Kreis Villingen, Amt Triberg, im Schwarzwald, 887 m ü. M., hat eine kath. Kirche, eine Strohflechtschule, Uhrenf…

schonbar

DWB

schon·bar

schonbar , adj. geschont werden könnend Campe. schonbar, verschonbar, verschonlich, et verschonbarlich, concessivus, permissus, connivens, i…

schonblatt

DWB

schon·blatt

schonblatt , n. blatt dünnen papiers, seidenpapiers, das zur schonung über ein bild gelegt wird.

schonde

KöblerMhd

schonde , st. F. Vw.: s. schœnede*

schonedak

MNWB

schone·dak

schonedak 2 Armbrüste „ dat ene mit elpenbeender sule unde schone dack unde dat ander slicht unde recht ” ? (Hamb. ZR. 3).

schônemarket

MNWB

schone·market

schônemarket , m. , der zu Zeit des Heringsfangs (Spätsommer) in Schonen stattfindende Markt.

schonen

DWB

scho·nen

schonen , verb. parcere, mhd. schônen Lexer mhd. handwb. 2, 769 , der bedeutung nach in engster beziehung stehend zu dem alten adv. schône i…

schonend

LDWB2

schon·end

scho|nend adj. 1 (behutsam) cun cura 2 delicat (-ac, -a)

schonenfahrer

DWB

schonen·fahrer

schonenfahrer , m. bezeichnung gewisser gildenartiger genossenschaften, so genannt, weil sie ursprünglich aus seefahrern oder rhedern bestan…

Schonenfahrergelage

DRW

schonenfahrer·gelage

Schonenfahrergelage, n. wie Schonenfahrergilde; auch: Versammlungsstätte der Schonenfahrer in daß schonefarer gelag ... gefurdertt ... vnd..…

Schonenfohrer

MeckWB

Schonenfohrer m. Schiffer, der in die Gewässer vor Schwedens südlichster Halbinsel, Schonen, segelte, um dort Heringe zu fangen, vgl. Hiring…

Schonenfohrergelagg

MeckWB

Schonenfohrergelagg n. wie Schippergelagg ( s. d. ); Beleg von 1576 s. im Folg.; as ick ... up den groten Schipperball up dat Schonenfohrerg…

Schonenreise

DRW

schonen·reise

Schonenreise, f. wie Schonenfahrt wante denne ... deme rike van Denemarken ... grot schade tokomen ... is van weghen der mennigerleye wilden…

schonenswürdig

DWB

schonen·s·wuerdig

schonenswürdig , adj. , dasselbe wie das vorige: ein schonenswürdiger unantastbarer greis. Herder bei Campe. davon schonenswürdigkeit, f. Ca…

schoner

DWB

scho·ner

schoner , m. der schont Campe. 1 1) persönlich, schoner, et verschoner, parcens, condonans, praetermittens, connivens, clemens, indulgens St…

schon als Zweitglied (20 von 20)

Akschon

MeckWBN

aks·chon

Wossidia Akschon f. Aktion, Tätigkeit Müll. Reut. 4 a .

Emanzipatschon

MeckWBN

Wossidia Emanzipatschon f. Emanzipation Müll. Reut. 34 a .

Exkutschon

MeckWBN

Wossidia Exkutschon f. Exekution, Pfändung Müll. Reut. 35 b .

Gerschon

Wander

gers·chon

Gerschon Wo bleibt Gerschon? Gerschon fehlt (oder: ist nit da). – Tendlau, 1044. Zur Bezeichnung eines Dummen oder sehr zerstreuten Menschen…

Instruktschon

MeckWBN

Wossidia Instruktschon f. Instruktion: Instruk(t)schon Müll. Reut. 62 a .

Perkutschon

MeckWBN

Wossidia Perkutschon f. Perkussion Müll. Reut. 96 b .

Proportschon

MeckWBN

Wossidia Proportschon f. Verhältnis Müll. Reut. 101 a .

Spekulatschon

MeckWBN

Wossidia Spekulatschon f. Berechnung Müll. Reut. 125 b . Vgl. spinkelieren.

Staatsakschon

MeckWBN

Wossidia Staatsakschon f. Staatsaktion Müll. Reut. 126 b .

Subornatschon

MeckWBN

Wossidia Subornatschon f. Unterordnung, Gehorsam Müll. Reut. 131 b .

Veihaukschon

MeckWBN

Wossidia Veihaukschon f. Viehauktion Müll. Reut. 151 b .

Zirkelatschon

MeckWBN

Wossidia Zirkelatschon f. Zirkulation, Umlauf Müll. Reut. 169 a .

Ableitungen von schon (12 von 12)

beschône

BMZ

beschône swv. schone, verschone. die wolden in nicht beschônen Kirchb. 627,47. dar an hâst du mich beschônt Jerosch. 181. c. — mit genitiv. …

beschonen

DWB

beschonen , sinere esse immunem, intactum, verschonen: demnach ist mein ehrendienstliches bitten, dasz mein haus mit den bürden und zulagen …

¹entschônen

MNWB

1 entschônen , swv. , trans. schonen, beschönigen , entschuldigen.

geschône

BMZ

geschône swv. das verstärkte schône. wan went ir niht geschônen durch rehte mannes triuwe mîn, sô muoʒ ich verlorn sîn Flore 5460 S. beschôn…

geschônen

Lexer

ge-schônen swv. BMZ schonen, verschonen mit gen. Flore ;

schône

Lexer

schône stf. BMZ aufmerksame behandlung, schonung Dan. u. md. denkm.;

unschône

Lexer

un-schône adv. BMZ auf unschöne, ungebührliche, schonungslose, grausame weise Flore , Lanz. Barl. Warn. Pass. Kchr. W. 3954. 78. 16140. ande…

unschonung

DWB

unschonung , f. , mangel an schonung ( s. d. 1) und ihr gth.: mit u. Campe 5, 523 a ; oft geht das hier erzählte verfahren bis zum unzarten,…

verschône

BMZ

verschône swv. verschone. frumer kneht, verschône Helbl. 1,556.

verschonen

DWB

verschonen , verb. parcere, einer person oder sache ein zugedachtes übel nicht zufügen. Adelung ; parcere .. virschonen Dief. gloss. 412 c ;…

verschonlich

DWB

verschonlich , adj. , s. verschonbar; verschonliches verbrechen, peccatum veniale Stieler 1910 .

verschonung

DWB

verschonung , f. indulgentia Maaler 430 a ; clementia, indulgentia, immunitas, libertas, conniventia; verschonung mit wach und fronen, immun…