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allermeist

ahd. bis Dial. · 15 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
18 in 15 Wb.
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

allermeist

allermeist

all Adj. Indef.pron. ‘umfassend, ganz’, ahd. al (8. Jh.), mhd. mnd. mnl. nl. al, asächs. aengl. (auch eall), engl. schwed. all, anord. allr, got. alls (germ. *alla-) leiten sich her aus einer zur Wurzel ie. *al- ‘wachsen’ (s. alt) gebildeten Partizipialform ie. *alnos ‘ausgewachsen, vollständig, komplett’; durch Assimilation von n an l entsteht germ. *alla-. Daneben ist eine zweite Form germ. *ala- anzusetzen, wie sie durch ahd. alawāri ‘freundlich’ (nhd. albern, s. d.), got. alamans ‘Menschheit’ (wörtlich ‘jedermann’) gefordert wird. Doch ist bei Verwandtschaft mit air. oll ‘groß, umfassend’, eigentlich ‘über das Gewöhnliche hinaus’, lat. alers, allers ‘gelehrt’ auch ein Anschluß der germ. Bildungen an ie. *al-, *ol- ‘darüber hinaus’ erwägenswert. Substantiviert All n. ‘das Gesamte, Universum’, zunächst für etw. von allumfassender Wichtigkeit, mhd. daʒ all für Gott, dann für einen geliebten Menschen (17. Jh.), für ‘Universum’ im heutigen Sinne (Lohenstein, 2. Hälfte 17. Jh.); dafür seit Mitte des 18. Jhs. auch verdeutlichend Weltall n. (Zesen, 17. Jh.); vgl. (wohl unter dt. Einfluß) dän. verdensalt, schwed. världsallt, engl. worldall. allererst Adj. (15. Jh., zuvor Adv.), ahd. allero ērist (9. Jh.), mhd. allerērst; das Adverb ahd. ērist ‘erst’ (s. erst) wird verstärkt durch den Genitiv Plur. von al. Nach gleichem Prinzip sind gebildet allermeist Adj., ahd. allero meist(e) Adv. (9. Jh.), mhd. allermeist; allerletzt Adj. (um 1300); allerdings Adv. ‘in allen Dingen, in jeder Hinsicht’ (Mitte 16. Jh.), Zusammenrückung der genitivischen Fügung aller dings (15. Jh.), im 15./16. Jh. auch (Genitiv Plur.) allerding(e), nach mhd. aller dinge und allerdinge; seit dem 18. Jh. zunehmend in der Bedeutung ‘jedoch, freilich’; allerhand (indeklinabel) ‘von verschiedener Art’, Zusammenrückung (vereinzelt bereits mhd.) des Genitiv Plur. mhd. aller hande, zu mhd. hant in der Bedeutung ‘Art, Weise’; in neuerer Umgangssprache (19. Jh.) ‘ziemlich viel, unerhört’ (meist prädikativ). Allerheiligen n. katholisches Kirchenfest, zunächst in der Kombination aller heiligen tag (abend) oder tag aller heiligen (13. Jh.), seit dem 15. Jh. setzt sich Allerheiligen durch; vgl. (Kirchensprache) mlat. festum omnium sanctorum; entsprechend Allerseelen n. katholischer Gedenktag für die Verstorbenen (18. Jh.; doch vgl. schon up aller sielen, Köln 1526), älter Allerseelentag (15. Jh.) aus der genitivischen Fügung aller seelen tag (13. Jh.); vgl. (Kirchensprache) mlat. dies, commemoratio (omnium) animarum. allgemein Adj. ‘allseitig, generell’, mhd. algemeine Adv., selten Adj. ‘gemeinsam, insgesamt’, verstärkte Bildung zu gemein (s. d.) in dessen alter Bedeutung ‘gemeinsam, gemeinschaftlich’. allmächtig Adj. ‘im Besitz uneingeschränkter Macht’, ahd. al(a)mahtīg (8. Jh.), mhd. almehtec, zunächst als Attribut Gottes Wiedergabe von kirchenlat. omnipotēns (s. mächtig); Allmacht f. ‘uneingeschränkte Gewalt’ (15. Jh.), rückgebildet aus allmächtig, wie schon ahd. alamaht (um 1000) aus al(a)mahtīg. Alltag m. ‘gewöhnlicher Wochentag, Nichtfeiertag’, heute auch ‘tägliches Einerlei’. Ausgehend von mhd. altac Adv., später all(e)tag, mnd. al(le)dāgelīk Adj. ‘täglich, gewöhnlich’ entstehen zunächst Komposita wie mnd. al(le)dāgesklēt, al(le)dāgesrok, nhd. Alltagskleid, Alltagshose (17. Jh.), aus denen das Substantiv Alltag ‘gewöhnlicher Wochentag’ rückgebildet wird (um 1900); alltäglich Adj. ‘alle Tage, Tag für Tag’ (16. Jh.) heute auch ‘gewöhnlich, durchschnittlich’ zum Adverb altac, all(e)tag (s. oben); vgl. mhd. allertegelich, mnd. al(le)dāgelīk.
3558 Zeichen · 146 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    allermeist

    Althochdeutsches Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    allermeist s. allero meist.

  2. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    allermeistadj.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +4 Parallelbelege

    allermeist adj. vgl. al. zuweilen geschrieben allermeis, u. selbst gereimt (: weiʒ) MS. 1,97. a. verstärktes meist. sô i…

  3. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    allermêⁱstadj.

    Mittelniederdeutsches Wb.

    allermêⁱst , adj. und adv. , als solches auch allermê(i)sten, meist, am allermeisten, gar sehr, vor allem. S. almê(i)st.

  4. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Allermeist

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    * Allermeist , der verlängerte Superlativ von mehr, der hier nur wegen der besondern adverbischen Bedeutung angeführet w…

  5. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    allermeist

    Goethe-Wörterbuch

    allermeist meist unflekt als Reimwort 1 [ geolog Sammlung ] Es sind schon über hundert Nummern und die a-en Schwankungen…

  6. modern
    Dialekt
    allermeist

    Schweizerisches Idiotikon · +2 Parallelbelege

    allermeist Band 4, Spalte 511 allermeist 4,511

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit allermeist

4 Bildungen · 3 Erstglied · 0 Zweitglied · 1 Ableitungen

Zerlegung von allermeist 2 Komponenten

aller+meist

allermeist setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

allermeist‑ als Erstglied (3 von 3)

Allermeister

Campe

aller·meister

Х Allermeister , — ste, — stes, adj. u. adv. der, die, das meiste von allem. I den allermeisten Fällen. Am allermeisten. Auf dir o Hektor, u…

Allermeisterpulver

MeckWB

allermeister·pulver

Allermeisterpulver n. zerriebene Allermeisterwörtel, allium victorialis, womit die Gössel geräuchert wurden Wi NKlost . Vgl. Marz. 1, 213.

Ableitungen von allermeist (1 von 1)

allermeiste

Lexer

aller-meiste adv. BMZ Mgb. 112,32. 33 u. öfter;