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allerhand

nhd. bis spez. · 16 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
17 in 16 Wb.
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

allerhand

allerhand

all Adj. Indef.pron. ‘umfassend, ganz’, ahd. al (8. Jh.), mhd. mnd. mnl. nl. al, asächs. aengl. (auch eall), engl. schwed. all, anord. allr, got. alls (germ. *alla-) leiten sich her aus einer zur Wurzel ie. *al- ‘wachsen’ (s. alt) gebildeten Partizipialform ie. *alnos ‘ausgewachsen, vollständig, komplett’; durch Assimilation von n an l entsteht germ. *alla-. Daneben ist eine zweite Form germ. *ala- anzusetzen, wie sie durch ahd. alawāri ‘freundlich’ (nhd. albern, s. d.), got. alamans ‘Menschheit’ (wörtlich ‘jedermann’) gefordert wird. Doch ist bei Verwandtschaft mit air. oll ‘groß, umfassend’, eigentlich ‘über das Gewöhnliche hinaus’, lat. alers, allers ‘gelehrt’ auch ein Anschluß der germ. Bildungen an ie. *al-, *ol- ‘darüber hinaus’ erwägenswert. Substantiviert All n. ‘das Gesamte, Universum’, zunächst für etw. von allumfassender Wichtigkeit, mhd. daʒ all für Gott, dann für einen geliebten Menschen (17. Jh.), für ‘Universum’ im heutigen Sinne (Lohenstein, 2. Hälfte 17. Jh.); dafür seit Mitte des 18. Jhs. auch verdeutlichend Weltall n. (Zesen, 17. Jh.); vgl. (wohl unter dt. Einfluß) dän. verdensalt, schwed. världsallt, engl. worldall. allererst Adj. (15. Jh., zuvor Adv.), ahd. allero ērist (9. Jh.), mhd. allerērst; das Adverb ahd. ērist ‘erst’ (s. erst) wird verstärkt durch den Genitiv Plur. von al. Nach gleichem Prinzip sind gebildet allermeist Adj., ahd. allero meist(e) Adv. (9. Jh.), mhd. allermeist; allerletzt Adj. (um 1300); allerdings Adv. ‘in allen Dingen, in jeder Hinsicht’ (Mitte 16. Jh.), Zusammenrückung der genitivischen Fügung aller dings (15. Jh.), im 15./16. Jh. auch (Genitiv Plur.) allerding(e), nach mhd. aller dinge und allerdinge; seit dem 18. Jh. zunehmend in der Bedeutung ‘jedoch, freilich’; allerhand (indeklinabel) ‘von verschiedener Art’, Zusammenrückung (vereinzelt bereits mhd.) des Genitiv Plur. mhd. aller hande, zu mhd. hant in der Bedeutung ‘Art, Weise’; in neuerer Umgangssprache (19. Jh.) ‘ziemlich viel, unerhört’ (meist prädikativ). Allerheiligen n. katholisches Kirchenfest, zunächst in der Kombination aller heiligen tag (abend) oder tag aller heiligen (13. Jh.), seit dem 15. Jh. setzt sich Allerheiligen durch; vgl. (Kirchensprache) mlat. festum omnium sanctorum; entsprechend Allerseelen n. katholischer Gedenktag für die Verstorbenen (18. Jh.; doch vgl. schon up aller sielen, Köln 1526), älter Allerseelentag (15. Jh.) aus der genitivischen Fügung aller seelen tag (13. Jh.); vgl. (Kirchensprache) mlat. dies, commemoratio (omnium) animarum. allgemein Adj. ‘allseitig, generell’, mhd. algemeine Adv., selten Adj. ‘gemeinsam, insgesamt’, verstärkte Bildung zu gemein (s. d.) in dessen alter Bedeutung ‘gemeinsam, gemeinschaftlich’. allmächtig Adj. ‘im Besitz uneingeschränkter Macht’, ahd. al(a)mahtīg (8. Jh.), mhd. almehtec, zunächst als Attribut Gottes Wiedergabe von kirchenlat. omnipotēns (s. mächtig); Allmacht f. ‘uneingeschränkte Gewalt’ (15. Jh.), rückgebildet aus allmächtig, wie schon ahd. alamaht (um 1000) aus al(a)mahtīg. Alltag m. ‘gewöhnlicher Wochentag, Nichtfeiertag’, heute auch ‘tägliches Einerlei’. Ausgehend von mhd. altac Adv., später all(e)tag, mnd. al(le)dāgelīk Adj. ‘täglich, gewöhnlich’ entstehen zunächst Komposita wie mnd. al(le)dāgesklēt, al(le)dāgesrok, nhd. Alltagskleid, Alltagshose (17. Jh.), aus denen das Substantiv Alltag ‘gewöhnlicher Wochentag’ rückgebildet wird (um 1900); alltäglich Adj. ‘alle Tage, Tag für Tag’ (16. Jh.) heute auch ‘gewöhnlich, durchschnittlich’ zum Adverb altac, all(e)tag (s. oben); vgl. mhd. allertegelich, mnd. al(le)dāgelīk.
3558 Zeichen · 146 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Allerhand

    Adelung (1793–1801) · +6 Parallelbelege

    Allerhand , ein Adjectiv, welches im gemeinen Leben und der vertraulichen Sprechart am üblichsten, völlig unbiegsam ist,…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    allerhand

    Goethe-Wörterbuch

    allerhand ist die Verführung [ zum Kauf ] von a. hübschen Sachen .. groß B19,352,4 Christiane 18.6.07 sinnt sie sich a. …

  3. modern
    Dialekt
    allerhand

    Elsässisches Wb. · +5 Parallelbelege

    allerhand , allerderhand [àlərhànt Dü. àlərtərhànt Dü. Z. ; àlətərhànt, àləstərh. Hlkr. ; àlərhà Liebsd. ; alərhỳt Gei…

  4. Sprichwörter
    Allerhand

    Wander (Sprichwörter)

    Allerhand Allerhand ist ein Gänsedreckel. ( Schles. ) Als Erwiderung, wenn auf die Frage, was es zu essen u.s.w. gebe, g…

  5. Spezial
    allerhand

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    al|ler|hand adv. 1 (vielerlei) de vigni sort 2 (viel) tröp, gröm. ▬ allerhand Interessantes erzählen nen cunté de vigni …

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit allerhand

19 Bildungen · 18 Erstglied · 0 Zweitglied · 1 Ableitungen

Zerlegung von allerhand 2 Komponenten

aller+hand

allerhand setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

allerhand‑ als Erstglied (18 von 18)

Allerhandanischwurz

Idiotikon

Allerhandanischwurz Band 16, Spalte 1733 Allerhandanischwurz 16,1733

allerhandbiᵉre

WWB

allerhand·biere

aller-hand-biᵉre. Allersēlenbērkes Schneebeeren, Symphoricarpus racemosus ( Kos Ge ). ¶ Der Name wohl, weil man mit den Schneebeeren die Grä…

allerhandföpper

WWB

aller-hand-föpper. „ Dai Schulte hiät dik wier tüsken hat? Dai Allerweltsföpper? “ ( Bri GriH 149).

allerhandfründ

WWB

allerhand·fruend

aller-hand-fründ. Et is en Allerweltsfrünt (tadelnd:) er schließt sich jedem ohne Umstände an ( Honc ). Allerweltsfrnt jēermanns Gekk ( Ess…

allerhandfürig

ElsWB

allerhand·fuerig

allerhandfürig [âlərhântferik Logelnh. ] Adj. verschieden: s sin d allerhandfürigi kumme n verschiedene Leute.

allerhandjunge

WWB

allerhand·junge

aller-hand-junge. Allerwe’ltsjunge Junge mit vielen Tugenden und Untugenden (ein Lob!) Isl Is , der in die Welt paßt ( Dor Wl ).

Allerhandmaker

MeckWB

allerhand·maker

Allerhandmaker m.: Allerhandmaker Bezeichnung für den Arbeiter auf dem Gutshofe, der alle Instandsetzungen besorgt, den Rademacher oder eine…

allerhandman

WWB

allerhand·man

aller-hand-man. „ Oller, oller, Hilgesmann, de us watt vetellen kann van Appel und van Buiern. Nüede sind nich duier. Go’e Luie givt us watt…

allerhandmutsflöit-’erwatin

WWB

aller-hand-muts-flöit-’erwat-in. Mīn Ēn un mīn Alles, mīn Allerweltsmutsflāit’er wuät in (gefragt war nach einer zärtlichen Bezeichnung) ( B…

allerhandsuᵉmer

WWB

aller-hand-suᵉmer. Schöne Tage um Allerheiligen Isl Dp Ha Kh Sü , ( Mes Br , Lst Ge ), Bek Vh . Allerhilgensūmer düuert drai Stun’n ǫdder dr…

Ableitungen von allerhand (1 von 1)

allerhande

MNWB

allerhande , allerhant aller, verschiedener Art, allerlei, irgendwelch, jeglich.