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ergeben

mhd. bis spez. · 16 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
26 in 16 Wb.
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

ergeben

ergeben

geben Vb. ‘(hin-, dar)reichen, schenken, überlassen’. Das gemeingerm. Verb ahd. geban (8. Jh.), mhd. geben, asächs. geƀan, mnd. gēven, mnl. ghēven, nl. geven, aengl. giefan (engl. to give ist aus dem Nord. entlehnt), anord. gefa, schwed. giva, got. giban (germ. *geban). Herkunft ungesichert. Das Verb wird allgemein mit lat. habēre ‘halten, haben, besitzen’, habilis ‘handlich, geeignet’, air. gaibid ‘nimmt, ergreift, erhält’, lit. gabénti ‘fördern, transportieren, herbei-, fortschaffen’, aruss. gabati ‘bedrängen, verfolgen (?)’, tschech. (älter) habati ‘raffen’, poln. gebać ‘anfechten, reizen, beunruhigen’ zu der in mehreren Varianten vorliegenden Wurzel ie. *ghabh-, *ghab-, *ghap- ‘fassen, nehmen’ (die letzte Variante wohl unter Einfluß der Wurzel ie. *kap- ‘fassen’, s. heben) gestellt. Der auffallende Bedeutungsunterschied zwischen den germ. Vertretern und dem ie. Wurzelansatz (‘geben’ – ‘nehmen’) wird damit erklärt, daß hier eine germ. Eigenbildung als Ersatz für ie. *dō- ‘geben’ vorliegt, die sowohl lautlich (im Vokalismus der Stammsilbe) wie inhaltlich unter dem Einfluß von germ. *neman (s. nehmen) als Gegenwort steht (was man hat, auswählend ergreift, „nimmt“, kann man darreichen, schenken, „geben“). – Die reiche Bedeutungsentfaltung des Verbs führt zu zahlreichen Präfixbildungen mit weiteren Ableitungen. abgeben Vb. ‘(einen Teil) hergeben, abtreten, überlassen, darstellen, sein’ reflexiv ‘sich beschäftigen, befassen’, frühnhd. ab(e)geben, vgl. ahd. abageban ‘verlassen, im Stich lassen’ (9. Jh.); Abgabe f. ‘zu entrichtende Leistung, Überlassung’ (2. Hälfte 17. Jh.). angeben Vb. ‘(aus)sagen, anzeigen, verraten, bestimmen, prahlen, aufschneiden’, mhd. an(e)geben, auch ‘(ein Kleid) anlegen’; Angabe f. ‘Aussage, Prahlerei, Aufschneiderei’ (Anfang 16. Jh.); Angeber m. ‘Denunziant, Aufschneider’, frühnhd. angeber ‘Anfänger, Anstifter’; angeblich Adj. ‘vermeintlich’ (1. Hälfte 18. Jh.). aufgeben Vb. ‘zur Weiterleitung übergeben, erledigen lassen, verzichten, zurücktreten’, mhd. ūfgeben; Aufgabe f. ‘Übergabe zur Weiterleitung, Auftrag, Verzicht’, mhd. ūfgābe. ausgeben Vb. ‘austeilen, aushändigen, verkünden, Geld verbrauchen, spendieren’, reflexiv ‘seine Kräfte verbrauchen, verausgaben’, ahd. ūʒgeban ‘(her)ausgeben, ausschütten’ (9. Jh.), mhd. ūʒgeben; Ausgabe f. ‘Austeilung, Aushändigung, Verkündigung, Verbrauch an Geld, Edition, Nummer einer Zeitung, Zeitschrift’, spätmhd. ūʒgābe; ausgiebig Adj. ‘reichlich’ (Mitte 18. Jh.). begeben Vb. reflexiv ‘sich aufmachen, gehen, sich ereignen, geschehen’, sich einer Sache begeben ‘auf etw. verzichten’, ahd. bigeban ‘verlassen, aufgeben’ (10. Jh.), mhd. begeben; Begebenheit f. ‘Ereignis, Geschehen’ (1. Hälfte 17. Jh.). beigeben Vb. ‘mitgeben, hinzufügen, zur Verfügung stellen, nachgeben, sich fügen’ (1. Hälfte 16. Jh.); Beigabe f. (1. Hälfte 19. Jh.). eingeben Vb. ‘einflößen, einreichen’, mhd. īngeben ‘übergeben, überweisen’; Eingabe f. ‘das Einflößen, schriftlicher Vorschlag, Gesuch’, spätmhd. ingābe; Eingebung f. ‘plötzlich auftauchender Gedanke, Intuition’ (1. Hälfte 15. Jh.). ergeben Vb. ‘als Ergebnis hervorbringen’, reflexiv ‘zustande kommen, sich hingeben, widmen, die Waffen strecken, sich dem Feind ausliefern’, ahd. irgeban ‘(von sich) geben, heraus-, übergeben, sich jmdm. ausliefern, Rechenschaft ablegen’ (8. Jh.), mhd. ergeben ‘zeigen, herausgeben, übergeben, anheimgeben, einträglich sein’, reflexiv ‘sich in jmds. Gewalt geben, sich fügen’; Ergebung f. ‘das Sichergeben, Unterwerfung, Ergebenheit’ (14. Jh.); ergeben Part.adj. ‘gefügig, hingebungsvoll, wohlgeneigt’, in frühnhd. Zeit aus dem Part. Prät. mhd. ergeben ‘sich durch Gelübde dem Mönchsleben ergeben habend’; Ergebenheit f. ‘demütige Hingabe, Fügsamkeit’, mhd. ergebenheit ‘Klostergelübde’; Ergebnis n. ‘Resultat’ (um 1800); ergiebig Adj. ‘ertragreich, fruchtbar’ (16. Jh.). freigebig Adj. ‘gern gebend, großzügig’, Freigebigkeit f. (1. Hälfte 16. Jh.). hingeben Vb. ‘weg-, fortgeben, verschenken’ (15. Jh.), reflexiv ‘sich aufopfern, sich widmen’ (18. Jh.); vgl. schon ahd. hinageban ‘hingeben, übergeben, preisgeben’ (um 1000); Hingabe f. ‘Opferbereitschaft, Leidenschaft’ und gleichbed. Hingebung f. (1. Hälfte 19. Jh.), älter im Sinne von ‘das Weg-, Fortgeben’ (Hingebung seit dem 17. Jh., Hingabe seit dem 18. Jh.); hingebungsvoll Adj. ‘voll Eifer, Aufopferung’ (1. Hälfte 19. Jh.). nachgeben Vb. ‘nicht standhalten, Widerstand aufgeben, sich fügen, erschlaffen, locker werden’, spätmhd. nāchgeben ‘zulassen, einräumen’; nachgiebig Adj. ‘nicht standhaltend, keinen Widerstand entgegensetzend, schlaff, leicht umzustimmen, fügsam’ (18. Jh.). übergeben Vb. ‘aushändigen, überantworten, ausliefern, für etw. freigeben’, reflexiv ‘sich erbrechen’, mhd. übergeben ‘übertreffen, beeinträchtigen, verletzen, verzichten’, reflexiv ‘sich aufgeben, schuldig bekennen’; Übergabe f. ‘Aushändigung, Auslieferung’ (Ende 15. Jh.). umgeben Vb. ‘ein-, umschließen’, ahd. umbigeban ‘umgeben, umstellen’ (8. Jh.), mhd. umbegeben; Umgebung f. ‘einen Ort umgebende Landschaft, jmdn. umgebender Kreis von Menschen’ (um 1800; vorher dafür Environs, nach gleichbed. frz. environs Plur.), älter im Sinne von ‘das Herumgeben, Umhängen’ (Ende 15. Jh.). Untergebener m. ‘wer einem Vorgesetzten dienstlich unterstellt ist’ (um 1600), substantivierte Form zum Part.adj. untergeben ‘einem Vorgesetzten dienstlich unterstellt’, eigentlich Part. Prät. zu heute nicht mehr üblichem untergeben ‘unter Aufsicht stellen’, ahd. untargeban ‘unterwerfen, unterstellen’ (um 800), spätmhd. undergeben. vergeben Vb. ‘weggeben, austeilen, verschenken, verzeihen’, meist reflexiv ‘seinem Ansehen schaden’, nur reflexiv ‘sich beim Austeilen (der Spielkarten) irren, falsch geben’, ahd. firgeban ‘vergeben, schenken, einräumen’ (8. Jh.), mhd. vergeben; Vergebung f. ‘das Vergeben, Vergabe, Verzeihung’, spätmhd. vergebunge ‘Verzeihung’; vergebens Adv. ‘vergeblich, erfolglos, umsonst, nutzlos’, spätmhd. vergeben(e)s, mit sekundärem s für gleichbed. mhd. vergebene ‘geschenkweise, unentgeltlich, umsonst, unnütz, vergeblich’, Adverb zum Part. Prät. mhd. vergeben; vgl. ahd. firgebano Adv. ‘umsonst, ohne Gegenleistung’ (um 1000). vergeblich Adj. ‘erfolglos, nutzlos, umsonst’, zuerst md. vergebelich (15. Jh.), vgl. mhd. frühnhd. vergebenlich (wohl gekürzt aus vergebendlich). zugeben Vb. ‘hinzufügen, dazugeben, für richtig erklären, einräumen, gestehen’ (15. Jh.), vgl. schon ahd. zuogeban ‘hinzufügen, zuteilen, verteilen’ (9. Jh.), dagegen mhd. zuogeben ‘tapfer auf jmdn. eindringen, jmdm. zusetzen’; Zugabe f. ‘was zusätzlich über die pflichtgemäße Leistung oder Menge hinaus gegeben wird’, spätmhd. zuogābe ‘Zugabe, Mitgift’.
6658 Zeichen · 230 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    ergëbenstv. I, 1.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +7 Parallelbelege

    er-gëben stv. I, 1. BMZ contr. ergên ( Griesh. 2,28 ), ergît st. ergibet ( Pass. K. 113,76. Kindh. 97,71 ) ergeben, allg…

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Ergêben

    Adelung (1793–1801) · +8 Parallelbelege

    Ergêben , verb. irreg. (S. Adelung Geben ,) welches in doppelter Gestalt üblich ist. I. Als ein Activum, übergeben, in e…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    ergeben

    Goethe-Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    ergeben Adj jdm bedingungslos (in Demut u Verehrung) hingegeben, untertänig (dienend) Ich binn dir mit Leib und Seele e.…

  4. modern
    Dialekt
    ergëbe(n)

    Elsässisches Wb. · +2 Parallelbelege

    ergë be (n) 1. ergeben. 2. sich e. sich ergeben, bes. sich erbrechen Hi. ; nachgeben, nach anfänglichem Widerstreben ein…

  5. Sprichwörter
    Ergeben

    Wander (Sprichwörter)

    Ergeben Mancher ergibt sich Gott, wenn der Teufel ihn abdankt. [Zusätze und Ergänzungen] Er ergibt sich wie die Münsterb…

  6. Spezial
    ergeben2

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +2 Parallelbelege

    er|ge|ben 2 adj. 1 (hingebungsvoll) devot (-oc, -a) 2 (treu) fedel (-ei, -a) 3 (demütig) umil (umii, -a) 4 (untertänig) …

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit ergeben

22 Bildungen · 7 Erstglied · 14 Zweitglied · 1 Ableitungen

Ableitung von ergeben

er- + geben

ergeben leitet sich vom Lemma geben ab mit Präfix er-.

Zerlegung von ergeben 2 Komponenten

erge+ben

ergeben setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

ergeben‑ als Erstglied (7 von 7)

ergebenheit

DWB

ergeben·heit

ergebenheit , f. obsequium, officium, benevolentia: sollte das nicht ergebenheit in das schicksal einflöszen? Göthe 18, 109 ; ich betheure d…

ergebenlich

KöblerMhd

ergeben·lich

ergebenlich , Adj. nhd. ergeben (Adj.), demütig, untertänig, sich ergebend, kapitulierend Vw.: s. ūf- Q.: Seuse (FB ergebenlich), Lanc (1240…

ergebenlīche

KöblerMhd

ergebenlīche , Adv. nhd. „ergeben“ (Adv.) Vw.: s. ūf- Q.: Seuse (1330-1360) (FB ergebenlīche) E.: s. ergeben (1), līche

Ergeben, sich

Meyers

ergeben·sich

Ergeben, sich , gegen die Übermacht des Feindes den Widerstand aufgeben, die Waffen niederlegen (Gewehrstrecken). Als Zeichen der Ergebung o…

ergeben als Zweitglied (14 von 14)

dienstergeben

DWB

dienst·ergeben

dienstergeben , adj. zu dienen bereit. bei unterschriften in briefen, auch dienstergebenster Frisch 1, 196 b .

hinwidergeben

KöblerMhd

hinwider·geben

hinwidergeben , st. V. nhd. „hinwidergeben“, als Ersatz geben, als Ersatz leisten Q.: RbRupr (1328) E.: s. hinwider, geben (1) W.: nhd. DW- …

übergeben

DWB

ueber·geben

übergeben , v. , mhd. übergeben mhd. wb. 1, 505 a ; Lexer handwb. 2, 1615 ; untrennbare verbindung. als trennbare composition in den mhd. wb…

undergëben

Lexer

under·geben

under-gëben stv. tr. gegenseitig geben. daʒ pâce si undergâven ( hs. ander gâben) Rul. B. 5783 u. anm. ; refl. sich einem dienst underg. Oes…

untergeben

DWB

unter·geben

untergeben , v.; im ahd. und an. ist nur das part. praet. bezeugt ( ahd. untargeban; aus untarkebanen subiciendis ahd. gl. 1, 291, 51 dürfte…

unvergëben

Lexer

unver·geben

un-vergëben part. adj. BMZ nicht vergeben, nicht weggegeben. so wurde ir der apfel, wær er unvergeben Msh. 1,126 b . waʒ gûdes dan unvergebe…

wider gëben

Lexer

wider·geben

wider gëben BMZ BMZ recompensare, reddere Dfg. 487 b . 488 b . Kchr. D. 330,30. Nib. Hartm. Parz. Berth. 2. 40,9. Chr. 2. 75, 23; 5. 22,2. 5…

wi(e)dergeben

DWB

wieder·geben

wi(e)dergeben , vb. mhd. widergëben; mnd. weddergeven; mnl., ndl. wedergeven. ' zurückgeben, wieder von sich geben '; ' erwidernd, vergelten…

übergeben

KöblerMhd

übergeben , st. V. nhd. im Spiel mehr ausgeben als der Gegenspieler, überbieten, im Spiel vorgeben und sich schaden, zu viel bieten, zu nahe…

ōvergeben

KöblerMnd

ōvergeben , st. V. Vw.: s. ȫvergēven (1)

ūfergeben

KöblerMhd

ūfergeben , st. V. nhd. aufgeben, hingeben, übergeben (V.) in Q.: PassI/II (Ende 13. Jh.) E.: s. ūf (2), ergeben (1) W.: nhd. DW- R.: mīnen …

Ableitungen von ergeben (1 von 1)

unergeben

DWB

unergeben , -heit indevotus, indevotio Aler; Steinbach.

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APA
Cotta, M. (2026). „ergeben". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 13. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/ergeben/pfeifer_etym
MLA
Cotta, Marcel. „ergeben". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/ergeben/pfeifer_etym. Abgerufen 13. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „ergeben". lautwandel.de. Zugegriffen 13. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/ergeben/pfeifer_etym.
BibTeX
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  author       = {Cotta, Marcel},
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