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haff

mnd. bis sprichw. · 10 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
11 in 10 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

haff n.

Bd. 10, Sp. 126
haff, n. theil des meeres am gestade hinter einer landzunge, ein vornehmlich an der Ostseeküste gebräuchliches wort, das für einige dortige meerestheile geradezu zu einem eigennamen geworden ist: die ostsee hat mehrere haffe, das frische (4, 1, 206) haff, [] das kurische haff; vom seestrande an bis an das frische haff. Henneberger 413; es soll auch die frische neerung in dieser zeit (1190) durch solche starke nordwinde aufgetrieben, denn zuvoren kein haff allda, sondern lauter see gewesen sein soll. 363. sprichwörtlich in Ostpreuszen zur bezeichnung eines groszen durstes: ich möchte das haff aussaufen. Frischbier sprichw. 1438. neuere schriftsteller mit norddeutscher heimat verwenden das wort freier und als reines appellativum: dasz hier einst haf hinter dünen war, welches allmählich in sumpf übergegangen ist. Nieb. 1, 571; Jahn nennt auch den Liman, worein der Dniepr fällt, ein haff. bereicherung des hochd. sprachschatzes (1806) s. 82. Die form haff ist niederdeutsch und schlieszt sich eng an das fries. hef, ags. heaf, isländ. schwed. haf, n. hav, mittelniedersächs. haf (z. b. script. Brunsv. 3, 67a, 36) meer an, nur dasz die bedeutung eine eingeengte geworden ist. die oberdeutsche form dieses wortes war hap in der bedeutung hafen, mhd. wb. 1, 601. hochdeutsch schreibende Ostpreuszen gebrauchten unter anlehnung an diese form für haff haab: das eine ist das frische oder preussche haab, das ander ist das Curisch haab. Waissel chronik (1559) 1a; die schifften durch das haab. Schütz Preuszen 20; auch das land an einem solchen wurde des gleichen namens theilhaftig: auch leget er den Preussen abe das wandern auf dem frischen haabe. Waissel 53; vergl. schon mhd. ein teil vuor ouch ir her mit schiffen oben umb daʒ lant, daʒ ist daʒ vrische hab genant. livl. chron. 3830. Näher zur niederdeutschen steht die form hav, die Waissel ebenfalls aufzeigt: aus der see hat es (Preuszen) zween schöne einflüsse in das land, die werden haabe oder have genannt, da nemlich die schiffe in das land ein und auslaufen. chronik 1a. auch bei Luther erscheint hav: wil die ubrigen am have des meers umbbringen (ἀπολῶ τοὺς καταλοίπους τοὺς κατοικοῦντας τὴν παραλίαν) Hes. 25, 16, wofür die ausgaben seit dem 17. jahrh. hafen setzen.
2255 Zeichen · 42 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    haffN.

    Köbler Mnd. Wörterbuch

    haff , N. Vw.: s. haf (1)

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Haff

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    * Das Haff , des -es, plur. die -e, ein altes, in dem gemeinen Sprachgebrauche veraltetes Wort, welches noch in dem Däni…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Haff

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Haff , dän.: Meer, deutsch nur noch Namen von 3 Mündungsgolfen: Großes und Kleines H. der Oder, Frisches H. der Weichsel…

  4. modern
    Dialekt
    Haff

    Lothringisches Wb. · +2 Parallelbelege

    Haff s. Hof.

  5. Sprichwörter
    Haff

    Wander (Sprichwörter)

    Haff Ich möchte das Haff aussauffen. – Frischbier 2 , 1438. Um einen starken Durst zu bezeichnen.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit haff

97 Bildungen · 19 Erstglied · 77 Zweitglied · 1 Ableitungen

haff‑ als Erstglied (19 von 19)

Haffdeich

Adelung

haff·deich

Der Haffdeich , des -es, plur. die -e, im Herzogthum Schleßwig, ein Deich oder Damm an der See, ein Seedeich; zum Unterschiede von den Mitte…

haffdorn

DWB

haff·dorn

haffdorn , m. hippophaë Linn., am meeresstrande in sandigen strichen wachsend. bei Nemnich 3, 153 heiszt er auch haftdorn.

Haffdün

MeckWB

haff·duen

Wossidia Haffdün f. Meeresdüne: 'und ene na legenheit der tidt up de haffdune gefört und inth szant begraven hebben' (Ro 30. März 1546) Urfe…

Haffduurn

MeckWB

Wossidia Haffduurn Hawduurn m. Sand-, Meer- oder Seedorn, hippophaes rhamnoides: Hafdurn Wred. Übers. 242; C. Arndt 66; Haffdurn Meer- oder …

haffeln

RhWB

haff·eln

haffeln -af- Mörs-Wallach , Geld-Nieukerk Schravelen Winnekendonk , Klev-Goch ; -ǫ- Kemp-SHubert schw.: 1. haffen; dor erömh. — 2. sich h., …

haffen

KöblerMnd

haffen , sw. V. nhd. haben?, handhaben, behandeln ÜG.: lat. manu tractare Hw.: vgl. mhd. haben (1), mnl. hebben E.: s. hāve (1)? W.: vgl. nh…

Haffengen

LothWB

haff·engen

Haffengen [hafeən Si. ohne Pl.] f. Hoffnung: et as keng H. meïh. s. a. Hoffning.

Haffen-Mehr

Meyers

haffen·mehr

Haffen-Mehr , Dorf im preuß. Regbez. Düsseldorf, Kreis Rees, an der Staatsbahnlinie Oberhausen-Emmerich, bestehend aus den Wohnplätzen Hasse…

Haff II

RhWB

Haff II = Hieb, Hau s. bei hauen.

Haffkahn

MeckWB

haff·kahn

Wossidia Haffkahn m. Seekahn: 'duodecim naviculas que vulgariter vocantur hafkanen' (1270) UB. 2, 372. Mnd. hafkane m.

Haffkrug

Meyers

haff·krug

Haffkrug , Dorf im oldenburg. Fürstentum Lübeck, an der Ostsee (Neustädter Bucht), hat ein Seebad ( Elisabethbad ) und (1900) 409 Einw.

haffkuh

DWB

haff·kuh

haffkuh , f. in Ostpreuszen eine art von kühen, die ins haff schwimmen, um den seetang zu fressen.

hafflich

MeckWB

haff·lich

Wossidia hafflich raffig: hafflich un giprig Seem. Leb. 41.

Haffmeis'

MeckWB

haff·meis

Wossidia Haffmeis' Pl. -meisen f. wie das Folg. Gü Güstrow@Wolken Wolk ; s. MeckWB Meesch 2 .

Haffmeiw

MeckWB

Wossidia MeckWBN Haffmeiw f. Seemöve: dee is gierig as ne Haffmeiw Ro Rostock@Dierhagen Dierh . Mnd. hafmêwe. Me. 2, 552.

Haffner

Meyers

haff·ner

Haffner , 1) Karl , Schauspieler und Schriftsteller, geb. 8. Nov. 1804 in Königsberg, gest. 29. Febr. 1876 in Wien, ging mit dem 16. Jahre z…

haff als Zweitglied (30 von 77)

Annaschaff

RhWB

anna·schaff

Anna-schaff -sāvf Dür , Aach , Eup n.: Schrank, worin nach dem Volksmunde alle Jungfrauen kommen, die keinen Mann kriegen (vgl. in Köln die …

Anschaff

DRW

Anschaff Befehl, Anordnung Schmeller² II 381 Faksimile

Backhausschaff

RhWB

backhaus·schaff

Back-haus-schaff Eup n.: der Schrank im B. zur Aufbewahrung der kleineren Geräte, zur Aufnahme des Brotes.

Brotschaff

RhWBN

brot·schaff

Brot-schaff RhWB n.: -schrank, auch Merz-Haustdt , Eup , Geld-Winnekendonk .

Eckschaff

RhWB

eck·schaff

Eck-schaff -ā- Rip, WEif; -šāp NBerg; -šaft Siegld , Altk ; gern -šEfχə n.: 1. a. –schrank, nach alter Bauart mit dreieckiger Rückwand, gera…

fuszschaff

DWB

fuszschaff , n. niedriges oben offenes zu fuszbädern bestimmtes gefäsz von böttcherarbeit, fuszwassergefäsz, badezuber. Henisch 1319, 6 f. 1…

Gärschaff

RhWB

gaer·schaff

Gär-schaff -ā- Eup-Walhorn Astenet n.: Schrank, in dem der Teig zum Gehen aufgestellt wird.

Geldschaff

RhWB

geld·schaff

Geld-schaff -ā- Rip n.: 1. –schrank. RA.: De dreht se G. om Röcke hat einen Höcker. — 2. mi G. mein Liebchen Eup .

geschaff

DWB

geschaff , adv. genau: er verschide, als ob er entschlafen, geschaff des morgens umb funf uhren. Zimm. chron. 4, 265, 13.

Glaserschaff

RhWB

glaser·schaff

Glaser-schaff -ā:zəršāf, auch -zərə- Rip, NBerg (-šāp) n.: -kast, das Haupt- u. Staatsmöbel einer alten Wohnungseinrichtung, in alter Form a…

görzschaff

DWB

goerz·schaff

görzschaff , n. , ' schaff, das einen görz faszt ' Unger-Khull a. a. o. ; vgl.: schaff und görz ist gleich in der masz (1638) österr. weist.…

Hauptschaff

RhWB

haupt·schaff

Haupt-schaff hō:ftšāp MGladb n.: Schrank zu Häupten des Bettes, in einem Scherzreim: An mi Bett, do ös e H., en dat H. ös e Käske usf.

Herdschaff

RhWB

herd·schaff

Herd-schaff -ā- Eup-Raeren ; -šaft Birkf n.: Schrank am Herde für Töpfe udgl.

Hiffhaff

MeckWB

Wossidia Hiffhaff n. Gänseküchlein (Gössel) im Jöljapp- Rätsel: Dei grote Jöljapp Up Stettin set, Ümmer taukek, Wo lütt Hiffhaff Gras bitt a…

Kleiderschaff

RhWB

kleider·schaff

Kleider-schaff -ā- Verbr. s. S. n.: 1. –schrank. RA.: Sei hat sich noch ens et ganze Kl. op ene Röck gehange sie ist toll gemustert Aach-Ric…

Krasschaff

RhWB

kras·schaff

Kras-schaff -šāp Gummb-Schwarzenbergisch n.: Schrank für allerlei Kram; älterer, aber noch gebrauchsfähiger Schr., dessen Schiebladen ( -šǫt…

Küchenschaff

RhWB

kuechen·schaff

Küchen-schaff -šāf(t), –šāp (s. S. u. Verbr.) n.: -schrank. RA.: Die naschhafte Frau leit (liegt) de ganzen Dag mat de fischte (vordersten) …

Ableitungen von haff (1 von 1)

verhaffen

RhWB

ver-haffen etwas v., schlecht machen, in Unordnung bringen, z. B. et Brot v. unordentlich in Brocken schneiden; et Kled (Duk) v. verschneide…