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begeben

mhd. bis spez. · 15 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
20 in 15 Wb.
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

begeben

begeben

geben Vb. ‘(hin-, dar)reichen, schenken, überlassen’. Das gemeingerm. Verb ahd. geban (8. Jh.), mhd. geben, asächs. geƀan, mnd. gēven, mnl. ghēven, nl. geven, aengl. giefan (engl. to give ist aus dem Nord. entlehnt), anord. gefa, schwed. giva, got. giban (germ. *geban). Herkunft ungesichert. Das Verb wird allgemein mit lat. habēre ‘halten, haben, besitzen’, habilis ‘handlich, geeignet’, air. gaibid ‘nimmt, ergreift, erhält’, lit. gabénti ‘fördern, transportieren, herbei-, fortschaffen’, aruss. gabati ‘bedrängen, verfolgen (?)’, tschech. (älter) habati ‘raffen’, poln. gebać ‘anfechten, reizen, beunruhigen’ zu der in mehreren Varianten vorliegenden Wurzel ie. *ghabh-, *ghab-, *ghap- ‘fassen, nehmen’ (die letzte Variante wohl unter Einfluß der Wurzel ie. *kap- ‘fassen’, s. heben) gestellt. Der auffallende Bedeutungsunterschied zwischen den germ. Vertretern und dem ie. Wurzelansatz (‘geben’ – ‘nehmen’) wird damit erklärt, daß hier eine germ. Eigenbildung als Ersatz für ie. *dō- ‘geben’ vorliegt, die sowohl lautlich (im Vokalismus der Stammsilbe) wie inhaltlich unter dem Einfluß von germ. *neman (s. nehmen) als Gegenwort steht (was man hat, auswählend ergreift, „nimmt“, kann man darreichen, schenken, „geben“). – Die reiche Bedeutungsentfaltung des Verbs führt zu zahlreichen Präfixbildungen mit weiteren Ableitungen. abgeben Vb. ‘(einen Teil) hergeben, abtreten, überlassen, darstellen, sein’ reflexiv ‘sich beschäftigen, befassen’, frühnhd. ab(e)geben, vgl. ahd. abageban ‘verlassen, im Stich lassen’ (9. Jh.); Abgabe f. ‘zu entrichtende Leistung, Überlassung’ (2. Hälfte 17. Jh.). angeben Vb. ‘(aus)sagen, anzeigen, verraten, bestimmen, prahlen, aufschneiden’, mhd. an(e)geben, auch ‘(ein Kleid) anlegen’; Angabe f. ‘Aussage, Prahlerei, Aufschneiderei’ (Anfang 16. Jh.); Angeber m. ‘Denunziant, Aufschneider’, frühnhd. angeber ‘Anfänger, Anstifter’; angeblich Adj. ‘vermeintlich’ (1. Hälfte 18. Jh.). aufgeben Vb. ‘zur Weiterleitung übergeben, erledigen lassen, verzichten, zurücktreten’, mhd. ūfgeben; Aufgabe f. ‘Übergabe zur Weiterleitung, Auftrag, Verzicht’, mhd. ūfgābe. ausgeben Vb. ‘austeilen, aushändigen, verkünden, Geld verbrauchen, spendieren’, reflexiv ‘seine Kräfte verbrauchen, verausgaben’, ahd. ūʒgeban ‘(her)ausgeben, ausschütten’ (9. Jh.), mhd. ūʒgeben; Ausgabe f. ‘Austeilung, Aushändigung, Verkündigung, Verbrauch an Geld, Edition, Nummer einer Zeitung, Zeitschrift’, spätmhd. ūʒgābe; ausgiebig Adj. ‘reichlich’ (Mitte 18. Jh.). begeben Vb. reflexiv ‘sich aufmachen, gehen, sich ereignen, geschehen’, sich einer Sache begeben ‘auf etw. verzichten’, ahd. bigeban ‘verlassen, aufgeben’ (10. Jh.), mhd. begeben; Begebenheit f. ‘Ereignis, Geschehen’ (1. Hälfte 17. Jh.). beigeben Vb. ‘mitgeben, hinzufügen, zur Verfügung stellen, nachgeben, sich fügen’ (1. Hälfte 16. Jh.); Beigabe f. (1. Hälfte 19. Jh.). eingeben Vb. ‘einflößen, einreichen’, mhd. īngeben ‘übergeben, überweisen’; Eingabe f. ‘das Einflößen, schriftlicher Vorschlag, Gesuch’, spätmhd. ingābe; Eingebung f. ‘plötzlich auftauchender Gedanke, Intuition’ (1. Hälfte 15. Jh.). ergeben Vb. ‘als Ergebnis hervorbringen’, reflexiv ‘zustande kommen, sich hingeben, widmen, die Waffen strecken, sich dem Feind ausliefern’, ahd. irgeban ‘(von sich) geben, heraus-, übergeben, sich jmdm. ausliefern, Rechenschaft ablegen’ (8. Jh.), mhd. ergeben ‘zeigen, herausgeben, übergeben, anheimgeben, einträglich sein’, reflexiv ‘sich in jmds. Gewalt geben, sich fügen’; Ergebung f. ‘das Sichergeben, Unterwerfung, Ergebenheit’ (14. Jh.); ergeben Part.adj. ‘gefügig, hingebungsvoll, wohlgeneigt’, in frühnhd. Zeit aus dem Part. Prät. mhd. ergeben ‘sich durch Gelübde dem Mönchsleben ergeben habend’; Ergebenheit f. ‘demütige Hingabe, Fügsamkeit’, mhd. ergebenheit ‘Klostergelübde’; Ergebnis n. ‘Resultat’ (um 1800); ergiebig Adj. ‘ertragreich, fruchtbar’ (16. Jh.). freigebig Adj. ‘gern gebend, großzügig’, Freigebigkeit f. (1. Hälfte 16. Jh.). hingeben Vb. ‘weg-, fortgeben, verschenken’ (15. Jh.), reflexiv ‘sich aufopfern, sich widmen’ (18. Jh.); vgl. schon ahd. hinageban ‘hingeben, übergeben, preisgeben’ (um 1000); Hingabe f. ‘Opferbereitschaft, Leidenschaft’ und gleichbed. Hingebung f. (1. Hälfte 19. Jh.), älter im Sinne von ‘das Weg-, Fortgeben’ (Hingebung seit dem 17. Jh., Hingabe seit dem 18. Jh.); hingebungsvoll Adj. ‘voll Eifer, Aufopferung’ (1. Hälfte 19. Jh.). nachgeben Vb. ‘nicht standhalten, Widerstand aufgeben, sich fügen, erschlaffen, locker werden’, spätmhd. nāchgeben ‘zulassen, einräumen’; nachgiebig Adj. ‘nicht standhaltend, keinen Widerstand entgegensetzend, schlaff, leicht umzustimmen, fügsam’ (18. Jh.). übergeben Vb. ‘aushändigen, überantworten, ausliefern, für etw. freigeben’, reflexiv ‘sich erbrechen’, mhd. übergeben ‘übertreffen, beeinträchtigen, verletzen, verzichten’, reflexiv ‘sich aufgeben, schuldig bekennen’; Übergabe f. ‘Aushändigung, Auslieferung’ (Ende 15. Jh.). umgeben Vb. ‘ein-, umschließen’, ahd. umbigeban ‘umgeben, umstellen’ (8. Jh.), mhd. umbegeben; Umgebung f. ‘einen Ort umgebende Landschaft, jmdn. umgebender Kreis von Menschen’ (um 1800; vorher dafür Environs, nach gleichbed. frz. environs Plur.), älter im Sinne von ‘das Herumgeben, Umhängen’ (Ende 15. Jh.). Untergebener m. ‘wer einem Vorgesetzten dienstlich unterstellt ist’ (um 1600), substantivierte Form zum Part.adj. untergeben ‘einem Vorgesetzten dienstlich unterstellt’, eigentlich Part. Prät. zu heute nicht mehr üblichem untergeben ‘unter Aufsicht stellen’, ahd. untargeban ‘unterwerfen, unterstellen’ (um 800), spätmhd. undergeben. vergeben Vb. ‘weggeben, austeilen, verschenken, verzeihen’, meist reflexiv ‘seinem Ansehen schaden’, nur reflexiv ‘sich beim Austeilen (der Spielkarten) irren, falsch geben’, ahd. firgeban ‘vergeben, schenken, einräumen’ (8. Jh.), mhd. vergeben; Vergebung f. ‘das Vergeben, Vergabe, Verzeihung’, spätmhd. vergebunge ‘Verzeihung’; vergebens Adv. ‘vergeblich, erfolglos, umsonst, nutzlos’, spätmhd. vergeben(e)s, mit sekundärem s für gleichbed. mhd. vergebene ‘geschenkweise, unentgeltlich, umsonst, unnütz, vergeblich’, Adverb zum Part. Prät. mhd. vergeben; vgl. ahd. firgebano Adv. ‘umsonst, ohne Gegenleistung’ (um 1000). vergeblich Adj. ‘erfolglos, nutzlos, umsonst’, zuerst md. vergebelich (15. Jh.), vgl. mhd. frühnhd. vergebenlich (wohl gekürzt aus vergebendlich). zugeben Vb. ‘hinzufügen, dazugeben, für richtig erklären, einräumen, gestehen’ (15. Jh.), vgl. schon ahd. zuogeban ‘hinzufügen, zuteilen, verteilen’ (9. Jh.), dagegen mhd. zuogeben ‘tapfer auf jmdn. eindringen, jmdm. zusetzen’; Zugabe f. ‘was zusätzlich über die pflichtgemäße Leistung oder Menge hinaus gegeben wird’, spätmhd. zuogābe ‘Zugabe, Mitgift’.
6658 Zeichen · 230 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    begëbenstv. I, 1.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +7 Parallelbelege

    be-gëben stv. I, 1. BMZ trans. auf-, hingeben, von etw. ablassen, unterlassen; allgem. ( vgl. noch Krone 14097. 21541. H…

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Begêben

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Begêben , verb. irreg. recipr. S. Adelung Geben . Sich begeben. 1) Sich an einen Ort verfügen, mit verschiedenen Präposi…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    begeben

    Goethe-Wörterbuch

    begeben stets refl; einmal in Hs mit Dat DjG 3 3,355,11 ; etwa zwei Drittel der ca 460 Belege in A 1 a A als Bewegungsve…

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Begeben

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Begeben , das Ausgeben, Emittieren, Übergeben eines Wertpapiers an den ersten Nehmer, der dadurch Gläubiger wird, daher …

  5. modern
    Dialekt
    begeben

    Rheinisches Wb.

    be-geben: 1. a. etwas nicht b., zugeben; se Gemöt (Gemüt) begof dat net MüEif . — b. in der Wend.: Wie der Worp (Wurf) e…

  6. Sprichwörter
    Begeben

    Wander (Sprichwörter)

    Begeben 1. Begib dich nicht auff trunckenheit, sonst wird dir's leid in ewigkeit. – Henisch, 242. 2. Es begibt sich offt…

  7. Spezial
    begeben

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    be|ge|ben I vb.tr. 1 ‹econ› (emittieren) mëte (mët, metü), coloché (-chëia) 2 (negoziieren) sciacaré (-rëia), marciadé (…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit begeben

15 Bildungen · 6 Erstglied · 7 Zweitglied · 2 Ableitungen

Ableitung von begeben

be- + geben

begeben leitet sich vom Lemma geben ab mit Präfix be-.

Zerlegung von begeben 2 Komponenten

beg+eben

begeben setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

begeben‑ als Erstglied (6 von 6)

begebenheit

DWB

begeben·heit

begebenheit , f. eventus, vorfall, ereignis, geschichte: eine traurige begebenheit; ich entsinne mich der begebenheit nicht mehr deutlich; d…

begebenheiten

DWBQVZ

begeben·heiten

--- list- und lustige begebenheiten derer herren officiers auf werbungen. 1: Rostock 1741 . — QV V —. ---

begebenheitlich

GWB

begebenheit·lich

begebenheitlich mBez auf literar Stoff: bedeutende Begebenheiten enthaltend Was auf die Menge wircken soll muß einen tüchtigen Gehalt haben …

Begebenheitsfolge

GWB

begebenheit·s·folge

Begebenheitsfolge in der bildl Darstellung, aufeinander folgende Episoden einer myth Geschichte Ariadne. Schöner, vielleicht einziger Fall, …

begebenlich

KöblerMhd

begeben·lich

begebenlich , Adj. nhd. nach einer geistlichen Regel lebend Vw.: s. un- Q.: Urk (1338) E.: s. begeben, lich W.: nhd. DW- L.: MWB 1, 480 (beg…

begeben als Zweitglied (7 von 7)

abegeben

KöblerMhd

*abegeben , sw. V. nhd. abgeben Hw.: vgl. mnd. afgēven E.: s. abe, geben (3) W.: s. nhd. abgeben, st. V., abgeben, DW 1, 44, DW2 1, 284 Son.…

umbegeben?

KöblerMhd

*umbegeben? , (Part. Prät.=)Adj. Vw.: s. un- E.: s. umgeben W.: nhd. umgeben, Adj., umgeben (Adj.), DW-

darbegeben

KöblerMhd

darbe·geben

darbegeben , st. V. nhd. „dort begeben“ Q.: HTrist (1285-1290) (FB darbegeben) E.: s. dar, begeben W.: nhd. DW2-

Heim begêben

Adelung

heim·begeben

Heim begêben , verb. irreg. recipr. (S. Adelung Geben ,) welches nur im gemeinen Leben vorkommt. Sich heim begeben, sich nach Hause, in sein…

unbegeben

DWB

unbe·geben

unbegeben , part.-adj. adv. ; aus dem alten leben des wortes reicht noch manches in die neuere sprache. unverheirathet: regierungsrath Heerm…

unumbegëben

Lexer

un-umbegëben part. adj. nicht ( mit mauern ) umgeben Er. 8469.

Ableitungen von begeben (2 von 2)

unbegeben

DWB

unbegeben , part.-adj. adv. ; aus dem alten leben des wortes reicht noch manches in die neuere sprache. unverheirathet: regierungsrath Heerm…

unbegebenlich

KöblerMhd

unbegebenlich , Adj. nhd. ungeweiht E.: s. un, begebenlich W.: nhd. DW- L.: Hennig (unbegebenlich)