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Lesung

nhd. bis spez. · 8 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
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8 in 8 Wb.
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

Lesung

Lesung

lesen Vb. ‘den Sinn von Schriftzeichen erfassen, Schrift durch Sprechen wiedergeben, vorlesen, Vorlesungen halten, auflesen, sammeln, ernten’, ahd. lesan (8. Jh.), Prät. Plur. lārum (mit grammatischem Wechsel von r und s), mhd. lesen ‘auswählend sammeln, aufheben, an sich nehmen, (sich ver)sammeln, in Ordnung bringen, wahrnehmen, erblicken, (vor)lesen, als Lehrer vortragen, Messe lesen, erzählen, berichten’, asächs. lesan ‘sammeln, auflesen, lesen’, mnd. mnl. lēsen, nl. lezen ‘lesen’, aengl. lesan ‘zusammenlesen, sammeln’ (daraus mundartlich engl. to lease ‘Ähren lesen’), anord. lesa ‘auflesen’ (die Bedeutung ‘lesen’ ist aus dem Mnd. entlehnt), schwed. läsa ‘lesen, lernen, studieren’, got. lisan ‘auflesen, sammeln’ sind vergleichbar mit lit. lèsti ‘picken, pickend fressen’, lasýti ‘picken, auslesen, aussuchen, auswählen’, hethit. leššāi- ‘auflesen’ und führen auf eine Wurzel ie. *les- ‘sammeln, auflesen’. Gemeingerm. ist die Bedeutung ‘auflesen, sammeln’, zu der im Dt. und Nl. noch ‘Geschriebenes lesen’ hinzutritt. Dieselbe Bedeutungsentwicklung liegt vor in lat. legere ‘auflesen, sammeln, auslesen, auswählen, (vor)lesen’ und griech. légein (λέγειν) ‘auflesen, sammeln, sagen, sprechen, vortragen, vorlesen’ (s. Legion und Lexikon). Möglicherweise ist für das Germ. vom Aufsammeln und Deuten der zur Weissagung ausgestreuten Runenstäbe auszugehen. Die Bedeutung ‘Geschriebenes lesen’ wird sich unter dem Einfluß von lat. legere entwickelt haben. Die ursprüngliche Bedeutung ‘(auf-, ein)sammeln, auflesen’ ist bis heute in Ähren, Holz, Trauben lesen, die von ‘aussondern, verlesen’ in Linsen, Erbsen lesen bewahrt. Dazu auch Lese f. ‘das Auf-, Einsammeln, Ernte’, besonders ‘Weinernte’ (Anfang 18. Jh.), aus älterem Weinlese (s. unten) gekürzt; Ährenlese f. (18. Jh.), zuvor Ährlese (1700); Auslese f. ‘Auswahl’ (18. Jh.), ‘die ausgewählte Menge, die Besten, Elite, Wein aus ausgelesenen Trauben’ (19. Jh.); Blütenlese f. ‘Sammlung ausgewählter Gedichte oder Prosastücke’ (Ende 18. Jh.), s. auch Anthologie; Nachlese f. ‘das Nachsammeln (von Ähren, Weintrauben), Nachernte’ (17. Jh.); Traubenlese f. (17. Jh.); Weinlese f. (15. Jh.). auslesen Vb. ‘prüfend herauslesen, aussuchen, als untauglich aussondern, zu Ende lesen’, ahd. ūʒlesan ‘heraussuchen, aussondern’ (10. Jh.), mhd. ūʒlesen ‘auswählen, zu Ende lesen’. erlesen Vb. heute noch in gehobener Sprache für ‘auswählen, durch Lesen aneignen’, ahd. irlesan (9. Jh.), mhd. erlesen ‘durch Lesen erforschen, bis zu Ende lesen, erwählen’; dazu erlesen Part.adj. ‘ausgesucht, von hervorragender Qualität’ (16. Jh.), daneben gleichbed. auserlesen Part.adj., mhd. ūʒerlesen. verlesen Vb. ‘Schlechtes, Ungeeignetes aussondern, öffentlich vorlesen’, reflexiv ‘sich beim lauten Lesen versprechen, falsch lesen’, mhd. verlesen ‘öffentlich vorlesen’. belesen Part.adj. ‘durch vieles Lesen gut unterrichtet, gebildet’ (17. Jh.), zu belesen ‘durchlesen, gründlich lesen’ (17. Jh.); vgl. schon Wohlbelesenheit (16. Jh.). Lesebuch n. ‘Buch mit nach besonderen Gesichtspunkten zusammengestelltem Lesestoff, zumal für Schulkinder’ (18. Jh.). Leser m. ‘wer (Bücher) liest’, ahd. lesā̌ri ‘(Vor)leser eines Buches, Traubenleser’ (Hs. 12. Jh.), mhd. lesære ‘(Vor)leser, Weinleser’. leserlich Adj. ‘gut zu lesen, leicht zu entziffern’ (17. Jh.), älter leslich (Ende 15. Jh.), daneben lesenlich (15. Jh.). Lesung f. ‘das Lesen von Büchern, das laute Lesen von Texten, besonders im Gottesdienst’ (15. Jh.), ‘Beratung über Gesetzentwürfe, Haushaltsvorlagen, Verträge im Parlament, in der Volksvertretung’ (2. Hälfte 19. Jh.), nach engl. reading (of a bill), eigentlich ‘Vorlesen eines Gesetzentwurfs’.
3646 Zeichen · 120 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    LesungDie

    Campe (1807–1813) · +3 Parallelbelege

    Die Lesung , Mz. — en . 1) Die Handlung, da man etwas lieset; ohne Mehrzahl. 2) † Dasjenige, was man lieset.

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Lesung

    Goethe-Wörterbuch

    Lesung 1 das Lesen, die Rezeption Wer hat es nicht erfahren, daß die .. L. eines Buchs .. auf sein ganzes Leben den größ…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Lesung

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Lesung , im parlamentarischen Sprachgebrauch die Beratung einer Regierungsvorlage oder eines aus der Initiative der parl…

  4. Spezial
    Lesungf

    Dt.-Russ. phil. Termini · +1 Parallelbeleg

    Lesung , f интерпретация , ж [Lesart]

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit lesung

10 Bildungen · 2 Erstglied · 4 Zweitglied · 4 Ableitungen

Ableitung von lesung

les + -ung

lesung leitet sich vom Lemma les ab mit Suffix -ung.

lesung‑ als Erstglied (2 von 2)

lesung als Zweitglied (4 von 4)

Ablesung

DRW

Ablesung Verlesung na aflesynghe [BambHGO. verlesung] des entliken ordels 1510 NdBamb. 112 [bei Grundstücksverkauf] zal aflezinge mitter clo…

auslesung

DWB

aus·lesung

auslesung , f. dasselbe: morgen habe ich die auslesung (der rekruten). Göthe an fr. v. Stein 1, 215 .

Vorlêsung

Adelung

vorles·ung

Die Vorlêsung , plur. die -en, von vorlesen 2. 1. Die Handlung des Vorlesens; gemeiniglich ohne Plural. Die Vorlesung eines Briefes. 2. Im e…

Ableitungen von lesung (4 von 4)

belesung

DWB

belesung , f. incantatio, Henisch 273 : es ist je so viel, dasz man alle beschwörungen und belesungen mit kreuzen machen musz. bienenk. 177 …

belesunge

KöblerMnd

belesunge , F. Vw.: s. belēsinge

lësunge

Lexer

lësunge stf. lectio Dfg. 322 a . Evang. 276 b .

verlesung

DWB

verlesung , f. vorlesen, in älterer zeit häufig: euch ... dienstlich bittend nach verlesung mich euwern willigen zu underrichten, ob doch so…