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Abgabe

nhd. bis spez. · 11 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
11 in 11 Wb.
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

Abgabe

Abgabe

geben Vb. ‘(hin-, dar)reichen, schenken, überlassen’. Das gemeingerm. Verb ahd. geban (8. Jh.), mhd. geben, asächs. geƀan, mnd. gēven, mnl. ghēven, nl. geven, aengl. giefan (engl. to give ist aus dem Nord. entlehnt), anord. gefa, schwed. giva, got. giban (germ. *geban). Herkunft ungesichert. Das Verb wird allgemein mit lat. habēre ‘halten, haben, besitzen’, habilis ‘handlich, geeignet’, air. gaibid ‘nimmt, ergreift, erhält’, lit. gabénti ‘fördern, transportieren, herbei-, fortschaffen’, aruss. gabati ‘bedrängen, verfolgen (?)’, tschech. (älter) habati ‘raffen’, poln. gebać ‘anfechten, reizen, beunruhigen’ zu der in mehreren Varianten vorliegenden Wurzel ie. *ghabh-, *ghab-, *ghap- ‘fassen, nehmen’ (die letzte Variante wohl unter Einfluß der Wurzel ie. *kap- ‘fassen’, s. heben) gestellt. Der auffallende Bedeutungsunterschied zwischen den germ. Vertretern und dem ie. Wurzelansatz (‘geben’ – ‘nehmen’) wird damit erklärt, daß hier eine germ. Eigenbildung als Ersatz für ie. *dō- ‘geben’ vorliegt, die sowohl lautlich (im Vokalismus der Stammsilbe) wie inhaltlich unter dem Einfluß von germ. *neman (s. nehmen) als Gegenwort steht (was man hat, auswählend ergreift, „nimmt“, kann man darreichen, schenken, „geben“). – Die reiche Bedeutungsentfaltung des Verbs führt zu zahlreichen Präfixbildungen mit weiteren Ableitungen. abgeben Vb. ‘(einen Teil) hergeben, abtreten, überlassen, darstellen, sein’ reflexiv ‘sich beschäftigen, befassen’, frühnhd. ab(e)geben, vgl. ahd. abageban ‘verlassen, im Stich lassen’ (9. Jh.); Abgabe f. ‘zu entrichtende Leistung, Überlassung’ (2. Hälfte 17. Jh.). angeben Vb. ‘(aus)sagen, anzeigen, verraten, bestimmen, prahlen, aufschneiden’, mhd. an(e)geben, auch ‘(ein Kleid) anlegen’; Angabe f. ‘Aussage, Prahlerei, Aufschneiderei’ (Anfang 16. Jh.); Angeber m. ‘Denunziant, Aufschneider’, frühnhd. angeber ‘Anfänger, Anstifter’; angeblich Adj. ‘vermeintlich’ (1. Hälfte 18. Jh.). aufgeben Vb. ‘zur Weiterleitung übergeben, erledigen lassen, verzichten, zurücktreten’, mhd. ūfgeben; Aufgabe f. ‘Übergabe zur Weiterleitung, Auftrag, Verzicht’, mhd. ūfgābe. ausgeben Vb. ‘austeilen, aushändigen, verkünden, Geld verbrauchen, spendieren’, reflexiv ‘seine Kräfte verbrauchen, verausgaben’, ahd. ūʒgeban ‘(her)ausgeben, ausschütten’ (9. Jh.), mhd. ūʒgeben; Ausgabe f. ‘Austeilung, Aushändigung, Verkündigung, Verbrauch an Geld, Edition, Nummer einer Zeitung, Zeitschrift’, spätmhd. ūʒgābe; ausgiebig Adj. ‘reichlich’ (Mitte 18. Jh.). begeben Vb. reflexiv ‘sich aufmachen, gehen, sich ereignen, geschehen’, sich einer Sache begeben ‘auf etw. verzichten’, ahd. bigeban ‘verlassen, aufgeben’ (10. Jh.), mhd. begeben; Begebenheit f. ‘Ereignis, Geschehen’ (1. Hälfte 17. Jh.). beigeben Vb. ‘mitgeben, hinzufügen, zur Verfügung stellen, nachgeben, sich fügen’ (1. Hälfte 16. Jh.); Beigabe f. (1. Hälfte 19. Jh.). eingeben Vb. ‘einflößen, einreichen’, mhd. īngeben ‘übergeben, überweisen’; Eingabe f. ‘das Einflößen, schriftlicher Vorschlag, Gesuch’, spätmhd. ingābe; Eingebung f. ‘plötzlich auftauchender Gedanke, Intuition’ (1. Hälfte 15. Jh.). ergeben Vb. ‘als Ergebnis hervorbringen’, reflexiv ‘zustande kommen, sich hingeben, widmen, die Waffen strecken, sich dem Feind ausliefern’, ahd. irgeban ‘(von sich) geben, heraus-, übergeben, sich jmdm. ausliefern, Rechenschaft ablegen’ (8. Jh.), mhd. ergeben ‘zeigen, herausgeben, übergeben, anheimgeben, einträglich sein’, reflexiv ‘sich in jmds. Gewalt geben, sich fügen’; Ergebung f. ‘das Sichergeben, Unterwerfung, Ergebenheit’ (14. Jh.); ergeben Part.adj. ‘gefügig, hingebungsvoll, wohlgeneigt’, in frühnhd. Zeit aus dem Part. Prät. mhd. ergeben ‘sich durch Gelübde dem Mönchsleben ergeben habend’; Ergebenheit f. ‘demütige Hingabe, Fügsamkeit’, mhd. ergebenheit ‘Klostergelübde’; Ergebnis n. ‘Resultat’ (um 1800); ergiebig Adj. ‘ertragreich, fruchtbar’ (16. Jh.). freigebig Adj. ‘gern gebend, großzügig’, Freigebigkeit f. (1. Hälfte 16. Jh.). hingeben Vb. ‘weg-, fortgeben, verschenken’ (15. Jh.), reflexiv ‘sich aufopfern, sich widmen’ (18. Jh.); vgl. schon ahd. hinageban ‘hingeben, übergeben, preisgeben’ (um 1000); Hingabe f. ‘Opferbereitschaft, Leidenschaft’ und gleichbed. Hingebung f. (1. Hälfte 19. Jh.), älter im Sinne von ‘das Weg-, Fortgeben’ (Hingebung seit dem 17. Jh., Hingabe seit dem 18. Jh.); hingebungsvoll Adj. ‘voll Eifer, Aufopferung’ (1. Hälfte 19. Jh.). nachgeben Vb. ‘nicht standhalten, Widerstand aufgeben, sich fügen, erschlaffen, locker werden’, spätmhd. nāchgeben ‘zulassen, einräumen’; nachgiebig Adj. ‘nicht standhaltend, keinen Widerstand entgegensetzend, schlaff, leicht umzustimmen, fügsam’ (18. Jh.). übergeben Vb. ‘aushändigen, überantworten, ausliefern, für etw. freigeben’, reflexiv ‘sich erbrechen’, mhd. übergeben ‘übertreffen, beeinträchtigen, verletzen, verzichten’, reflexiv ‘sich aufgeben, schuldig bekennen’; Übergabe f. ‘Aushändigung, Auslieferung’ (Ende 15. Jh.). umgeben Vb. ‘ein-, umschließen’, ahd. umbigeban ‘umgeben, umstellen’ (8. Jh.), mhd. umbegeben; Umgebung f. ‘einen Ort umgebende Landschaft, jmdn. umgebender Kreis von Menschen’ (um 1800; vorher dafür Environs, nach gleichbed. frz. environs Plur.), älter im Sinne von ‘das Herumgeben, Umhängen’ (Ende 15. Jh.). Untergebener m. ‘wer einem Vorgesetzten dienstlich unterstellt ist’ (um 1600), substantivierte Form zum Part.adj. untergeben ‘einem Vorgesetzten dienstlich unterstellt’, eigentlich Part. Prät. zu heute nicht mehr üblichem untergeben ‘unter Aufsicht stellen’, ahd. untargeban ‘unterwerfen, unterstellen’ (um 800), spätmhd. undergeben. vergeben Vb. ‘weggeben, austeilen, verschenken, verzeihen’, meist reflexiv ‘seinem Ansehen schaden’, nur reflexiv ‘sich beim Austeilen (der Spielkarten) irren, falsch geben’, ahd. firgeban ‘vergeben, schenken, einräumen’ (8. Jh.), mhd. vergeben; Vergebung f. ‘das Vergeben, Vergabe, Verzeihung’, spätmhd. vergebunge ‘Verzeihung’; vergebens Adv. ‘vergeblich, erfolglos, umsonst, nutzlos’, spätmhd. vergeben(e)s, mit sekundärem s für gleichbed. mhd. vergebene ‘geschenkweise, unentgeltlich, umsonst, unnütz, vergeblich’, Adverb zum Part. Prät. mhd. vergeben; vgl. ahd. firgebano Adv. ‘umsonst, ohne Gegenleistung’ (um 1000). vergeblich Adj. ‘erfolglos, nutzlos, umsonst’, zuerst md. vergebelich (15. Jh.), vgl. mhd. frühnhd. vergebenlich (wohl gekürzt aus vergebendlich). zugeben Vb. ‘hinzufügen, dazugeben, für richtig erklären, einräumen, gestehen’ (15. Jh.), vgl. schon ahd. zuogeban ‘hinzufügen, zuteilen, verteilen’ (9. Jh.), dagegen mhd. zuogeben ‘tapfer auf jmdn. eindringen, jmdm. zusetzen’; Zugabe f. ‘was zusätzlich über die pflichtgemäße Leistung oder Menge hinaus gegeben wird’, spätmhd. zuogābe ‘Zugabe, Mitgift’.
6658 Zeichen · 230 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Abgabe

    Adelung (1793–1801) · +6 Parallelbelege

    Die Abgabe , plur. die -n. 1) Die Handlung des Abgebens in den eigentlichen Bedeutungen des Zeitwortes; ohne Plural. Die…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Abgabe

    Goethe-Wörterbuch

    Abgabe nur in Prosa, häufig in Br 1 Handlung bzw Vorgang des Abgebens iGz Empfang vorwiegend in Br u Tgb, nur im Sg die …

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Abgabe

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57)

    Abgabe , s. Auflage ; Abgabensystem , s. Finanzwissenschaft, Abgaben-Freiheit s. Steuern .

  4. Sprichwörter
    Abgabe

    Wander (Sprichwörter)

    Abgabe Es ist keine schlimmere Abgabe als die Magensteuer. [Zusätze und Ergänzungen] 2. Abgaben und Steuern sind keine E…

  5. Spezial
    Abgabe

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Ab|ga|be f. (-,-n) 1 (Ablieferung) surandada (-des) f. 2 (Gebühr) tassa (tasses) f. 3 (Steuer) cuta (cutes) f. , tribut …

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit abgabe

22 Bildungen · 20 Erstglied · 2 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von abgabe

abgabeln + -e

abgabe leitet sich vom Lemma abgabeln ab mit Suffix -e, auf Verb-Stamm zurückgeführt.

abgabe‑ als Erstglied (20 von 20)

abgabeln

DWB

abgabeln , furca auferre. das heu vom wagen.

abgabenordnung

DWB2

abgaben·ordnung

abgabenordnung f. : 1920 § 8 der abgabenordnung handausg. reichsabgabenordn. 1 B./L. 1956 frankf. allg. ztg. 10,8.

Abgabenordnung (AO)

DERW

Abgabenordnung (AO), F., »das Recht der Abgaben allgemein regelndes Bundes- gesetz«, 1920, Reichsabgabenordnung 1919, s. Abgabe, Ordnung

abgabenpflicht

DWB2

abgaben·pflicht

abgabenpflicht f. : 1861 abgabenpflicht W. Hoffmann wb. 1,20 b . ⟨1875⟩ Rosegger ges. w. 22 ( 1922 ) 57.

abgabenrecht

DWB2

abgaben·recht

abgabenrecht n. : 1954 eine loseblattsammlung des geltenden abgabenrechts in: dt. nationalbibliographie 16,78.

abgabensoll

DWB2

abgaben·soll

abgabensoll n. standard für pflichtlieferungen landwirtschaftlicher erzeugnisse: 1947 abgabesoll tägl. rundschau ( 19.11. ) . 1950 Poenicke/…

abgabensystem

DWB2

abgaben·system

abgabensystem n. ( s. o. zeile 6 ) 1828 Gretschel Leipzig 129. ⟨v1837⟩ Hoff Teutschland ( 1838 ) 248. 1856 Mozin dt.-frz. 3,11 a .

Abgabenüberhebung

DERW

abgaben·ueberhebung

Abgabenüberhebung, F., »übersteigertes Abgabenverlangen«, 20. Jh.?, s. Abgabe, über, heben, ung abgeleitet, Adj., »nicht ursprünglich«, 19. …

abgabenverweigerung

DWB2

abgaben·verweigerung

abgabenverweigerung f. : 1861 abgabenverweigerung W. Hoffmann wb. 1,21 a . 1965 es gibt abgabeverweigerungen, es gibt unwillen Bobrowski Boe…

ABGABEPFLICHTIG

DWB2

abgabe·pflichtig

ABGABEPFLICHTIG adj. : 1861 abgabenpflichtig W. Hoffmann wb. 1,21 a . 1885 eigenthum .. als etwas .. abgabepflichtiges E. Curtius alterthum …

abgabe als Zweitglied (2 von 2)

steuerabgabe

DWB

steuer·abgabe

steuerabgabe , f. , entrichtung von abgaben (steuer, f., B 2): übrigens nöthigten so viele kriege die könige zu gesuchen um steuerabgaben ..…