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kulm

mhd. bis Dial. · 6 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

kulm m.

Bd. 11, Sp. 2586
kulm, m. berggipfel, bergkuppe. 11, 1@aa) schweiz. gulm, kulm m. f., oberste bergkuppe, bes. von kegelförmiger oder rundlicher gestalt, z. b. vom gipfel des Rigiberges Stalder 1, 494, als fem. z. b. bei Scheuchzer beschr. der berge in der Schweiz 208, auf der kulm (des Rigi); wenn jene zacken, jene eisesthürme, die nie aufthauten seit dem schöpfungstag, von ihren hohen kulmen niederschmelzen. Schiller W. Tell 1804 s. 155 (4, 1); zur seite das schöne gelände und vor uns den Rigi vom schattigen fusze bis zum goldnen kulme. Hegner 4, 175; verlieszen wir den kulm und wandten uns gegen Rigistaffel hinab. ders., berg- land- und seereise 80. Auszerdem find ich aus dem Alpengebiete nur kärnt. kolm m., pl. kölm kegelförmige bergspitze Lexer 163. 1@bb) aber auch am Fichtelgebirge und seinen ausläufern als name einzelner bergkuppen, z. b. der grosze oder rauhe (bewaldete) Kulm, der kleine oder schlechte (unbewaldete) Kulm, Mariakulm, s. Schm. 2, 292 fg., vgl. schon Frisch 1, 178b; es ist bei Schmeller schon aus d. 15. jh. beigebracht: in Newenstat prope Chulm. mon. bo. 25, 305, ja in der neuen ausg. aus d. 13. jh.: montem dictum Kulmen. daher eine dort wachsende steinart kulmizer, s. Schm. 22, 2@aa) dem schweiz. worte liegt sachlich und räumlich nahe churwelsch culm m., freilich nicht bergspitze, sondern das wort für berg überhaupt, pl. ils culms gebirge (nur von den kleineren, dem dorfe nahen bergen, nicht von den hochalpen), wobei man an lat. culmen denkt, dessen begriff und form doch nicht genau stimmen (vgl. Diez 106, 2. a. 1, 134), während ital. colmo gipfel mit seiner blosz bildl. verwendung für kulm ganz unbrauchbar ist, es geht doch wol auf lat. cumulus zurück (lat. culmen gipfel ist it. culmine). das schweiz. k- gleich g- (d. h.: nicht ch-) stimmt zu einer roman. entlehnung, s. K 2, f; eigen ist freilich daneben galm berggipfel oder rücken Stalder 1, 416. 2@bb) ins Fichtelgebirge aber könnte das rom. wort nicht gelangt sein, schon im 13. jh.; doch bietet sich da ein anderer anklang: altsl. chlŭmŭ m. hügel, auch cholmŭ (s. Miklos. 1091b), böhm. chlum, russ. cholm''; daher ortsnamen, böhm. Chlum, dem. Chlumec, deutschböhm. eben Kulm. das fragliche deutsche gebiet hatte einst slav. bewohner, s. Bacmeister alem. wand. 154, wo auch der pagus Culm und villa Culmnaha in einer urk. v. 966 bei Dronke cod. dipl. Fuld. nr. 712 und Culmbach am Main [] (14. jh. Culmach anz. d. germ. mus. 1860 237) als slavisch angesprochen werden. 2@cc) erwähnenswert ist doch auch ein heimischer anklang: kol kopf (sp. 1601), altn. kollr, und diesz auch berggipfel. das könnte wol den fremden wörtern die hand gereicht haben, wie so oft geschah.
2692 Zeichen · 95 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    KulmON

    Köbler Mhd. Wörterbuch

    Kulm , ON nhd. Kulm Q.: Ot (1301-1319), Urk I.: Poln. Lw. E.: von Altpoln. chelm, Sb., Hügel W.: nhd. Kulm, ON, Kulm L.:…

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    kulmm.

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    kulm , m. berggipfel, bergkuppe. 1 1, 1@a a) schweiz. gulm, kulm m. f., oberste bergkuppe, bes. von kegelförmiger oder r…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Kulm

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +4 Parallelbelege

    Kulm , böhm. Chlumec, böhm. Dorf 3 St. nordöstl. von Teplitz, geschichtlich berühmt durch Vandammes Niederlage den 30. A…

  4. modern
    Dialekt
    Kulm

    Schweizerisches Idiotikon · +1 Parallelbeleg

    Kulm Band 2, Spalte 233 Kulm 2,233

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit kulm

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kulm‑ als Erstglied (16 von 16)

Kulmann

MeckWB

kulm·ann

Wossidia Kulmann m. 1. das Grab, als Person gedacht: ick frig' ball Kulmann sterbe bald (1887) Ha Hagenow@Redefin Red ; dei süll man Kulmann…

Kulmbach

Herder

kulm·bach

Kulmbach , bayer. Stadt im Kreise Oberfranken, an der Nürnberg-Hofer Eisenbahn mit 4200 E.; war von 1486—1557 die Residenz einer pfalzbrande…

Kulmbach, Hans von

Meyers

Kulmbach, Hans von , eigentlich Hans Süß, nach seinem Geburtsort in Franken Hans von K. genannt, Maler und Zeichner für den Holzschnitt, geb…

Kulmen

PfWB

kul·men

Kulmen m. : ' ungeschickter, unbeholfener Mensch ', Kulme [ WD-Hoof ]; vgl. PfWB Kalmen . Syn. s. PfWB Tappes 1 a.

Kulmet

Herder

kul·met

Kulmet , Küllmit , Getreidemaß, in Reval = 662 2 / 3 , zu Riga = 547 1 / 2 Par. Kubikzoll.

кульминация

RDWB2

кульминация Höhepunkt m ; Gipfelpunkt m ; (seltener) Kulmination f übertr.

Kulmination

Pfeifer_etym

kul·mination

kulminieren Vb. ‘den höchsten bzw. tiefsten Stand erreichen’ (von Gestirnen), allgemein ‘den Höhepunkt erreichen, gipfeln’, Entlehnung (18. …

Kulminationspunkt

GWB

kulmination·s·punkt

Kulminationspunkt zu Kulmination b [ mBez auf §640ff ] Wir hätten also hier eine Steigerung von der Minusseite bis zur Culmination .. wir kö…

Kulminator

FiloSlov

Kulminator , m кульминатор , м

kulminieren

Pfeifer_etym

kul·minieren

kulminieren Vb. ‘den höchsten bzw. tiefsten Stand erreichen’ (von Gestirnen), allgemein ‘den Höhepunkt erreichen, gipfeln’, Entlehnung (18. …

kulmisch

KöblerMhd

kulm·isch

kulmisch , Adj. nhd. kulmisch Q.: Urk (1255?) E.: s. Kulm W.: nhd. kulmisch, Adj., kulmisch, DW- L.: DRW

kulmit

LW

kul·mit

kulmit, n. ein livländisches Mass (für Salz, Getreide etc.), 10 = 1 lôp.

Kulmsee

Meyers

kulm·see

Kulmsee ( Culmsee ), Stadt im preuß. Regbez. Marienwerder, Kreis Thorn, an einem See, Knotenpunkt der Staatsbahnlinien Bromberg-Schönsee, Th…