grempler,
m. , 11) ein noch heute im schweiz., elsäss., schwäb. lebendiges wort für trödler, höker, händler, besonders mit victualien, eiern, geflügel
u. dgl. Staub-Tobler 2, 738; Martin-Lienhart 1, 274
a; Fischer 3, 824;
diese specialisierung ist alt: salarius Diefenbach
nov. gloss. 324
b; Calepinus
undec. ling. (1598) 1288
b; käszmann
casearius Frisius
germ.-lat. (1666) 112
a;
als waren des kramers
oder gremplers
werden aufgeführt carrensalb, unschlit, liechter, schmalz, gewürtz, speck, schmehr, käess Fischer
schwäb. 3, 825 (
Meszkirch 1631);
dann auch ein händler gröszeren stils, aber immer vorzüglich mit lebensmitteln; oft dem fürkäufer
gleichgesetzt: mango Diefenbach 346
c;
propola, cauponator, nundinator Serranus
synon. (1579)
s. v.; frivolarii .. mangones et propolae Stieler 702; das fürkaufen der grempler auf dem land Fischer
a. a. o. (
Memmingen 1532); es söllend auch die fürköufer und grämpler zu keinen zyten anken an unser fronwage .. koufen Staub-Tobler
a. a. o. (
Thuner stadtsatz. 1539); das merteil korn und vich wirt durch die grempler und fürköufer hinyn (
ins Welschland) getriben
ib. aus Kessler;
von jeher auch der trödler, althändler: penesticus Diefenbach 422
b;
particus 414
b;
scrutarius Er. Alberus
nov. dict. (1540) 100
a;
γρυτοπώλης Frischlin
nomencl. (1586) 204
b;
scrutarius, grempler, puppenkrämer Golius (1585) 236; trödeler, tockenmacher Henisch 1739;
vgl. den beleg unter dockenkäufer
th. 2, 1214;
mangones, ausstreicher und erneuwerer alter dingen auf den kauf, grämpler Staub-Tobler
a. a. o. aus Frisius; der grempelmarckt, allwo die grempler den grümpel und nichtswürdige sachen verkaufen
ib.; auf den handel mit alten kleidern geht die glosse '
vestiarius' Diefenbach 616
a; der das alte gewand ... wendet und ... feil hat, (
heiszt) ein grämpler, altgewander und staffierer Comenius
janua (1644) 150; und swaz gewandes die grempler auf dem markt ... kaufent, daz suln si niht verwandeln und suln ez unverwandelt verkaufen
Nürnberger polizeiordn. 161
Baader; seit dem frühen 15.
jh. zu belegen: eid der grempler und merzeler Staub-Tobler
a. a. o. (
a. 1425); do er (
Jesus) die wechsel benck im tempel umbstysz und die grempler hinnusz treyb Clemen
reform.-flugschr. 2, 172; ich gebe nicht mehr einen pfifferling um die kunst und es kostet mich keine überwindung, grempler zu werden G. Keller
bei Bächtold 1, 115;
redensart: sie (
die ablaszkrämer) stuondend wie kouflütknecht bi den benken, grad glich, als ob gott ein grempler wär Nicl. Manuel 83, 1380
Bächtold, vgl. 1386; wirt also gott in seinen heyligen verschetzt, als ob er ein grempler, kriegsmann .. sey Fischer
schwäb. 3, 825
aus Spreter;
sprichwort: ein kaufman der verdorben wer, gibt gar feuler und grempeler
loci communes (
Basel 1572) 158; ein verdorbner kaufmann gibt einen guten werckler oder grempler Henisch 1739. — grempler
als zweiter compositionsbestandtheil: das er mit mir als ein buchgrempler vil gelts möcht gewinnen Reuchlin
augensp. xxxii
b; ein säumarck-grempler man mich nent H. Sachs 20, 116
Keller-Götze; (
Hildebrand hiesz) die münch, die da gelt und schänkung namen, Simoniacos ... schalt sie ehrngrempler und hurenpfaffen Schmeller 1, 998
aus Aventin; wortgrempler
schmeichler Fischart
geschichtklitt. 447
neudr.; eiergrempler Martin - Lienhart 1, 274
a aus moderner ma.; zahlreiche composita bei Staub - Tobler 2, 738
f., schon aus dem 16.
jh. korn-, salz-, mulchen-, kellergrempler (
der käse im keller aufspeichert, um ihn weiterzuverkaufen)
; aus jüngerer zeit brot-, anken-, garn-, heu-, immengrempler
u. a. —
das wort ist wie die ganze sippe wesentlich obd., deshalb verlangen vereinzelte nd. belege vorsichtige beurtheilung: grempler de poppen edder ander geringe ding the kope hefft Chytraeus 274 (
Chytr. ist Schwabe!); dy grempelers geuen von der tunnen 4 pen. Schiller-Lübben 2, 143 (
märkisch).
nebenformen: grempner, seiler, öbser Lexer 1, 1078 (
Straszburg 1413); sie machten auch die constoffeler, als wagener .. schifleut, grempner zu burgern Seb. Franck
Germ. chron. 350
a; grempter Stieler 1521; grenter Lexer 1, 1079 (
Frankfurt, 15.
jh.). 22)
ableitungen und composita: gremplerin, f., hökerin, trödlerin; eiergrämplerin Staub-Tobler 2, 738;
scrutaria Diefenbach 521
b;
γρυτοπῶλις Frischlin
nomencl. (1586) 204
b; eine alte gremplerin
una vecchia rigattiera Kramer
teutsch-ital. (1700) 1, 563
c;
bei Stieler 1521
auch grempterinn; der gremplerin halben, das den verpotten sey das keine am platz vor mittag nicht kaufen Schöpf 205 (
Bozen 1512); hett sy am halsz ein mülen stein und leg doch mitten in dem Ryn, so geschehe ir recht, der gremplerin Murner
narrenbeschw. 67, 52
Gödeke; im heutigen elsäss. grempeläre
hökerin Martin - Lienhart 1, 274
a. —