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unland

nhd. bis Dial. · 5 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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5 in 5 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

unland n.

Bd. 24, Sp. 1118
unland, n., gegenstück zu land; in n. spr. ohne plur.; ursprünglich nd. und md. wort, erst seit dem vorigen jh. literatursprachlich üblicher geworden (früher vereinzelt vorkommend, z. b. das ganze land war ohnland, eine wüsteneye Schottel friedenssieg 44 ndr.; Pomarius s. u.), terminologisch in der spr. des deichbaues u. des forstwesens. an. úland fremdes land (mnl. onlantsch nicht einheimisch, vgl. unländlich b); norw. ulænde, ulenda, f., und ulende, n., unwegsame gegend (schwed. oländig zum anbau ungeeignet, schlecht belegen, rauh, holperig; afries. unlend bodenlos, tief; mnl. onlandich morastig; nd. unlannig unfruchtbar Mi 96a, Fr. Reuter bei Müller 144a). ags. unland was man fälschlich für land hält, nichtland, see, moor. mnl. onlant nl. onland, mnd. unlant, -landinge, -lanninge. vgl.umland, wahnland. abgesehen vom wortspiel (ein landgebiet aus inseln zu lande bleibt ewig ein u. Fr. L. Jahn 2, 583 zu land 6), geht die bed. des mnl., mnd., nd. und nhd. wortes von dem gegensatz zu land 1 (3, 4, 'zu bebauendes oder bebautes land') aus; mnl. wb. 5, 789; ungeferde adder unlande mnd. wb. 5, 61a; dat is so'n u., dat d'r nüms up wanen un niks up wassen kan Doornkaat 3, 472b; dat is all' noch u. ebda; unland, onland unberührt gebliebenes, unfruchtbares, schwer cultivierbares land Frischbier 2, 422b; culturunfähiges land Sallmann n. beitr. z. d. mundart in Estland 42b, worauf nichts oder nur kärgliches wächst Jecht Mansfeld 116a, weideland Hertel Thüring. 133, weiden, gräben u. s. w. Kleemann 24b, straszenränder Weinhold schles. 50b. u., gering, schlecht land, so keinem lande gleichzuachten, das nachbarliche lasten oder praestanda tragen könnte brem. wb. 3 (1768), 10; Benzler lex. der beim deichbau vork. kunstwörter (1792) 2, 242; Krünitz 198, 600; Mothes baul. 4, 394; küstenland kann zu u., ja zu meeresboden werden Lüpkes seemannsspr. 18, 230; u. wird der nicht benutzbare boden genannt Hartig forstl. convers. lex. (1836) 856; der keine bebauung zuläszt Behlen forstkunde 6, 111; die fläche der forstgrundstücke, unterschieden nach holzgrund, nebengrund und u. Schwappach forstpolitik 133. unlandgut (wie diese waisen geben von iren gewachsenen unlandgütern [?] ... also sie auch diesen herrn ehren von irem gut, von den erstlingen ires einkommens) J. Pomarius gr. postilla (1590) 1, 162a; unlandstücke handwb. d. staatswiss. 3, 228. ein verwüsteter, als u. daliegender baum- und ziergarten B. Goltz jugendleben 3, 264; Fr. Ziegler ges. novellen u. briefe 1, 135; mag sie (die samländische ebene) nun heide genannt werden oder palwe, immer ist es dasselbe triste, undankbare land ... das der landmann mit dem einen köstlichen namen u. bezeichnet Passarge aus baltischen landen 29; nirgends fiel der blick auf u. Polenz Büttnerbauer 3, 283; tägl. rundschau 1898, 274; öd- und u. handwb. d. staatswiss. 2, 430; 5, 140; Prutz preusz. gesch. 2, 358; 3, 169; Märcker quellen u. forsch. z. g. Westpreuszens 2, 381, 294; Pantenius jugendjahre (1908) 48; da .. 25 v. h. des landes u. ist, hat Estland nur eine wenig zahlreiche bevölkerung Alten handb. f. heer u. flotte 3, 431. Unland eigenname in Westfalen; vgl. den namen Holland (mnl. wb. 5, 789). —
3222 Zeichen · 116 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    unlandn.

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    unland , n. , gegenstück zu land; in n. spr. ohne plur.; ursprünglich nd. und md. wort, erst seit dem vorigen jh. litera…

  2. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Unland

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Unland , ein Stück Landes, das weder durch land- oder forstwirtschaftliche Benutzung Ertrag gewährt noch durch anderweit…

  3. modern
    Dialekt
    Unlandn.

    Mecklenburgisches Wb. · +2 Parallelbelege

    Unland n. nicht anbaufähiges Land, Ödland (1974) Gü L etschow; Lu Glais ; Ma Rempl ; Sta Warl ; Wa Kieve ; Wi Hob .

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit unland

7 Bildungen · 7 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von unland

un- + land

unland leitet sich vom Lemma land ab mit Präfix un-.

unland‑ als Erstglied (7 von 7)

unlandbar

DWB

unland·bar

unlandbar , adj. , gth. v. landbar. nl. onlandbaar: Voss krit. blätter 3, 30 . Campe. —

unlandig

DWB

unlandig s. unland . — unländlich, adj. adv. a) gth. v. ländlich 1: ihr herrn vom lande müszt mit einem unländlichen reden Hippel 14, 330 ; …

unlandinge

KöblerMnd

unland·inge

unlandinge , F.? nhd. schlechtes Land, unbebautes Land Hw.: s. unlant E.: s. un... (1), landinge? L.: Lü 439a (unlant/unlandinge)

unlandschaft

DWB

unland·schaft

unlandschaft , f. : wir müssen uns die landschaft oder vielmehr u. gefallen lassen Göthe 49, 392, 4 W. s. un IV B. —