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zehe

mhd. bis spez. · 15 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

zehe f.

Bd. 31, Sp. 440
zehe, f. , äuszerstes fuszglied bei menschen und thieren; starkes und auch schwaches f.: ahd. zêha zêcha, mhd. zêhe, ags. táhæ tá, altn. tá, afries. tâne, mnd. tê têwe têne; mit m. geschlecht, das von finger übernommen ist, in mnd. tên tôn, dem nld. teen und sämtlichen deutschen modernen mdaa. mit ausnahme der md. (doch f. noch im ostfries. tôn tn und unter md. einflusz im westf. têwe taiwe, anderseits mit anlehnung an das nd. m. köln. zîhe und nordthür. zîn); dem entspricht in der literatur das m. (s. auch H. Paul gramm. 2, 109) bei Luther (2. Mos. 29, 20 u. öft., aber f.: 28, 150), Heuszlin Gesners vogelb. 1b, Treuer d. 1, 813, Grimmelshausen 2 458 K., Rollenhagen froschm. D 5a, u. a., auch bei Herder, Hebbel, bei Göthe nur im Götz (8, 48 W.), während Fischart, Gäbelkover u. a. obd. schriftsteller noch das f. beibehalten; im übrigen hat sich in der nhd. literatur das f. durchgesetzt. ä-schreibung war früher allgemein möglich (Fischart, Grimmelshausen Simpl. 198 ndr., Lohenstein, Gryphius, Brockes, Schiller), und noch Adelung wb.2 4, 1664 musz gegen sie ankämpfen; in der md. mda. ist ê zu î geworden, an der nordseeküste und im ostfäl. lebt das heimische alte â als ô fort (tôn, altmärk. tön als mischergebnis von tôn und tên). im baier.-österr. sprachgebiet, einem theil der Schweiz, im südl. Elsasz und Schwaben hat sich der hauchlaut zu ch entwickelt. dieses ch bedingt bereits bei Neidhart 18, 27 H. kurzen vocal, der heute nam. im bair. die regel darstellt. theile der Schweiz, das nördliche Elsasz und das hauptgebiet Thüringens besitzen -w- im wortinnern. die m. form hat starken und schwachen sing.; die schwache pluralform zehen hat sich durchgesetzt, nur im nordthür.-osterländ. und kurmärk. bezirk hat zehe, zee gegolten (Luther, Georg Rollenhagen u. a.). die n-formen des nd. gebietes begegnen selten liter.: die gröszere zehne Butschky Pathmos 669; zeenen plur. D. Schaller theol. heroldt 29; vgl. der grosze zähn nom. lat.-germ. (Hamb. 1634) 205. bei annahme eines u-suffixes lassen sich die grundformen germ. *taih-wô- *taig-wô-, idg. *doík'- uā- *doik' -u-, über die wurzel idg. *deik'- in griech. δεικνύναι, lat. dīcere, got. gateihan zeigen mit lat. digitus (< dicitus), eig. zeiger, verbinden, während griech. δάκτυλος im stammvocal abweicht. der bedeutungswandel finger zu zehe wäre danach vorgermanisch. 11) 1@aa) eig.: gemeinhin beachtet die schriftsprachliche literatur die zehen nur aus besonderem anlasz, während sie in der volkssprache in zahlreichen redensarten und wendungen eine rolle spielen: welliche fraw puolschafft pfligt, der ligts nit an der mynnsten zehen Hätzlerin liederb. 124; die usserlichen sinn als die augen ..., finger und zehen Keisersberg bilgersch. 8b; der priester sol des bluts nemen vom schuldopffer und ... thun ... auff den grossen zehen seines rechten fusses Luther 2. Mos. 14, 14; der mittlest zeehen (des adlers) Heuszlin Gesners vogelb. Ib; dasz ihn der schuh so gewaltig am rechten groszen zehen truckte Grimmelshausen 2, 458 K.; liesz sie ihm auch den kopff, die finger und zäen ... fürsetzen Äg. Albertinus Lucifers königr. 304; die zwo vordersten z-n A. Olearius persian. reisebeschr. (1696) 72; in der klain z-n J. J. Schwabe tintenfäszl 76; das cüriöse und abergläubische zeitalter merkt abnormitäten an: auff dem berge Milo sind menschen ... an ieglichem fusz acht z-n habend J. Prätorius anthrop. 1, 393; die grosze und kleine z. wurden früher superlativisch benannt: am grOesten zeen des rechten fusses C. Spangenberg mansfeld. chron. (1572) 238b; da schnitten sy im ab dem lincken fuoss die mynsten czehen, da sprach er: cleines zehelein, bis starck d. heil. leb. i. d. winterteil 250a a; die kleinest z. engl. com u. trag. Zz 8a; auffällig: der natterstich in die kleinere z. vergiftet den gantzen leib Lohenstein Arm. 2, 136a; sonst die grosze, die kleine z.; mfrk. dicke z. grosze zehe; geringschätzig die kleinheit ausdrückend: du rechte z. von einer flöhpfote Chr. Weise klügst. leute 47; um sich hoch aufzurichten: si stuont enbor uf die z-n Mone schausp. d. ma. 1, 237; steh auf die z-n Miller ged. 434 anh.; vom gehen nach einwärts: wie er ... sich ... über die grosze z. trat Eichendorf s. w. 3, 71; bes. unangenehm empfunden: und wie ain voller zörnt vil eh, wan man im nur tritt auf ain zeh Fischart pod. trostb. 29 Hauff.; der tod ... tritt keinem behertzten auf die z-n Lohenstein Arm. 2, 251b; vom leisen gehen, schleichen: gleich verdächtigen brüdern, die auf eine schwarze that ausgehen, auf den z-n schleichen Schiller 3, 80 G.; vgl.: wie auf diebeszehen (schleichen) Fr. W. Weber dreizehnlinden 136 95; zur bezeichnung des ganzen menschen häufig vom wirbel bis zur z.: maler Müller w. 3, 179; Fontane ges. w. I 1, 179; vom kopf bis zur z. gewaffnet Göthe 41, 2, 256 W.; vom zopf zur z. 3, 36 W.; von einem gefühl, das den ganzen körper durchdringt: wenn man gott bey den kleynsten tzehen anrürdt, so fulet ers Luther 10, 3, 204 W., vgl. 28, 150; 34, 1, 580 W.; den müller kützelte dieses (die schmeichelei) bis auf den kleinen z-n hinab gepflückte finken 120; aderlassen: die das giecht haben, die sollen auf den fssen (ader) lassen bey der kleinen oder grossen zAehen v. Hohberg georg. 3, 216b; um etwas auszurechnen: (ich) sitz nider und rechne es ann z-n aus S. Franck sprüchw. (1541) 2, 94a; lebensgewohnheiten und -weisheiten werden im volksmunde reichlich unter bezug auf die zehen ausgedrückt, s. Fischer 6, 1076, Martin-L. 2, 891b, Follmann 554b, bes. jem. auf die z-n treten bildlich für beleidigen allgemein gebräuchlich; literarisch geringere verwertung: wann die zehen gondt für die schuo, do würdt bald unglück schlagen zuo Murner narrenbeschw. 210 ndr.; mit den zAehen stoset man kain maur umb Fischart pod. trostb. 57 Hauff.; auch im pferdehuf: beschneyd den hueff ... auff der zechen Seutter roszarznei 359; die roszzehe als vergleichsausdruck für ein etwas gröszeres stück im bair., s. Schmeller2 2, 1101; 1@bb) übertr., scherzend: dasz ein volk um ihre (der Karwendelgipfel) z-n kriecht H. v. Barth Kalkalp. 296, vgl.fusz; ständig für das äuszerste ende des deichfuszes, die stelle, wo die abdachung in die bärme ausläuft: Doornkaat-K. wb. 3, 424a (tôn); diese bärme (th. 1, 1134) selbst: Benzler lex. d. deichbaus 2, 296; die spitze der pflugsohle: A. Thaer ackergeräthe 1, 2; der spitz zulaufende fusz eines topfes Doornkaat-K. 3, 424a; der zapfen in der glocke, an welchem der schwengel hängt: Schiller-Lübben 4, 515b; fuszeisen, pedica: Diefenbach n. gl. 284b, Brack voc. rer. 41a; s. zehling; eine art schlitten aus grünen fichtenästen: Schöpf 826; 22) ein abspaltbares stück des knoblauchs u. a. wurzeln: louchzeh bulbus voc. opt. 80b; ein knoblauchzehen Frisius 889a; allgemein gebräuchlich, s. auch Fischer 6, 1077; ingberzehen W. Ryff confectb. 88b, Schwan nouv. dict. 2, 1090b; meerrettichzehe Stieler 2606; ferrer soll man nemmen zwo oder drey z-n langen pfeffer Seutter hippiatria 15; hierher wohl auch: nimb ... eine halbe z-n schwefel ebda; 33) dim. -lein, modern nur zehlein: s. 1 a: in ihrem kleinsten fingerlein oder zeenlein Luther 47, 295 W.; die ..., so fünff zechli ann füssen habend Heuszlin Gesners vogelb. 12a; ein zehelein knoblauch Kramer teutsch-it. 2, 1428c; der knoblauch wird im hornung durch das setzen eines zehnleins gepflanzet Gabriel reichsg. 149; ein zeherl knoblauch B. Hikmann wienerisches kochbuch 300; zehligras avena elatior (Bern) Pritzel-J. 53b; -chen: zehkenhans katzendieb Ostwald rinnsteinsprache 169, wenn hierher gehörig.
7618 Zeichen · 239 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    ZÊHEswf.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +4 Parallelbelege

    ZÊHE swf. fußzehe. ahd. zêha Gr. 2, 17. Graff 5,583. abgekürzt zê Gr. 1,438. 343. die zêhe ( accus. ) krone 243. b Sch. …

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Zehe

    Adelung (1793–1801) · +6 Parallelbelege

    Die Zehe , (mit dem hohen e,) plur. die -n, 1. Ein spitziges, gespaltenes Stück; eine Bedeutung, welche im Hochdeutschen…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Zehe

    Goethe-Wörterbuch

    Zehe [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  4. modern
    Dialekt
    Zehef. m.

    Pfälzisches Wb. · +2 Parallelbelege

    Zehe f. , Zeh(en) m. : 1. 'Fußzehe', Zeh (dsē) [verbr. ges. Pf außer südwestl. Ecke vereinzelt übrige Pf Bertram § 215 C…

  5. Sprichwörter
    Zehe

    Wander (Sprichwörter)

    Zehe 1. Besser eine Zehe verlieren als den ganzen Fuss. – Grubb, 642. Die Russen: Besser eine Zehe verloren, als den Fus…

  6. Spezial
    Zehe

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Ze|he f. (-,-n) dëit dl pe m. ▬ die große Zehe le poresc dl pe; le gran dëit dl pe.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit zehe

283 Bildungen · 280 Erstglied · 3 Zweitglied · 0 Ableitungen

zehe‑ als Erstglied (30 von 280)

zeheln

DWB

zeh·eln

zeheln , verb. , sich auf die zehen stellen, auf den zehen stehn, um sich gröszer zu machen, schweiz. (-ch-, z. b. Seiler Bas. 324 , Tobler …

Zehengang

SHW

Zehen-gang Band 6, Spalte 761-762

Zehenglied

SHW

Zehen-glied Band 6, Spalte 761-762

Zehennagel

SHW

Zehen-nagel Band 6, Spalte 761-762

zehenbein

DWB

zehen·bein

-bein , n. , anatom. die knochen der zehe: Kinderling rein. 189 ; Oken allg. naturg. 6, 471 . —

zehenbeuger

DWB

zehen·beuger

-beuger , m. , muskeln, welche die zehe beugen: Sömmerring menschl. körper 2, 199 ; J. A. Naumann naturg. d. vög. 6, 273 . —

Zehenblumig

Campe

zehen·blumig

Zehenblumig , adj . u. adv . zehen Blumen habend. So wird in der Pflanzenlehre ein Querl, wenn er von zehen Blumen gebildet wird, zehenblumi…

zehenbot

KöblerMhd

zehen·bot

zehenbot , st. N. nhd. eines der zehn Gebote Q.: Teichn (1350-1365) (FB *zehenbot) E.: s. zehen, bot W.: nhd. DW- L.: FB 483a (*zehenbot)

Zêhend

Adelung

zeh·end

Das Zêhend , des -es, plur. die -e, (nicht -en,) ein Collectivum, eine Zahl von zehen Einheiten zu bezeichnen. Den allen, die uns bessern kö…

zëhendære

Lexer

zehen·daere

zëhendenære , zëhentnære , zëhendære , -er stm. ib. zehntmann, zehntpflichtiger. zehentnær Teichn. 16. zehentner Oest. w. 296,38 ; zehnteinn…

zëhende

Lexer

zeh·ende

zëhende , zëhente , zênde , zëhent swstm. ib. der zehnte teil bes. als abgabe von vieh u. früchten Erinn. Ulr. Silv. Warn. Spec. Urb. der ze…

zehendehalp

KöblerMhd

zehende·halp

zehendehalp , Adj. nhd. „zehntehalb“, neuneinhalb Vw.: s. ah-, drī- Hw.: vgl. mnd. teindehalf Q.: Urk (1287) E.: s. zehende, halp W.: nhd. D…

zehendelīn

KöblerMhd

zehende·līn

zehendelīn , st. N. nhd. „Zehntlein“, Kleinzehnt Vw.: s. höuwe- Q.: Urk (1287) E.: s. zehende (2), *līn? (2) W.: nhd. DW- L.: WMU (zehendelī…

zëhenden

Lexer

zehen·den

zëhenden swv. BMZ abs. den zehnten geben. der nit recht zehent Miltenb. stb. 15 a , mit dat. do lêrte Adam sîne kint, das sü gotte soltent z…

zehe als Zweitglied (3 von 3)

hornuzzehe

KöblerMhd

hornuz·zehe

hornuzzehe , st. N. Vw.: s. hornzeche L.: MWB 2, 1698 (hornuzzehe)

krähenzehe

DWB

kraehen·zehe

krähenzehe , f. krähenkralle. so heiszt der seewegerich, dänisch kragetäer pl.

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Cotta, M. (2026). „zehe". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 9. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/zehe/dwb
MLA
Cotta, Marcel. „zehe". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/zehe/dwb. Abgerufen 9. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „zehe". lautwandel.de. Zugegriffen 9. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/zehe/dwb.
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