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fusz

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

fusz m.

Bd. 4, Sp. 965
fusz, m. zunächst der auf den boden aufzusetzende untere theil eines der glieder des menschlichen oder thierischen körpers, durch die dieser auf jenem boden sich erhebt und fortbewegt. goth. fôtus, ahd. fuoʒ, fuaʒ, mhd. vuoʒ, fuoʒ, mitteld. vûʒ, fûʒ, im 12. jh. am Niederrhein vôʒ (Rother 2191) und vouʒ (Lamprechts Alex. 7125 Weismann) wie noch wetterauisch fousz mit regelmäszigem ou für uo, alts. fôt, fuot, mittelnd. und neund. vôt, mittelnl. und neunl. voet, ags. und mittelengl. fôt, engl. foot, altfries. fôt, altn. fôtr, schw. fot, n. fod, sämmtlich masculina, der lautverschiebung gemäsz stimmend zu lat. pes gen. pedis, gr. πούς gen. ποδός, skr. pâdas m. (auch padam n.), lit. pádas, lett. pehda, von welchen die beiden letzten die bedeutung fuszsohle haben und dann in weitere bedeutungen übergehn. der fusz selbst heiszt lit. koja f., lett. kaja. sl. erscheint für fusz keine jenen deutschen wörtern entsprechende benennung, denn altsl. heiszt er noga f., russ. nogà, poln. noga, böhm. noha, serb. nòga. zwar findet sich auch ein russ. fut« m., ein fusz als masz, doch diesz ist aus dem nd. entlehnt. auch den keltischen sprachen scheint kein entsprechendes wort ursprünglich eigen und das in Wales vorkommende ped, pedd m., fusz, aus dem französischen eingedrungen, ffod m., unterschenkel, aber aus dem ags. oder dem mittelengl. entlehnt. die wurzel zeigt sich in skr. pad, gehen, mit welchem buchstäblich altsl. padati, russ. pádat', poln. padać, böhm. padati, serb. pàdati, fallen, übereinstimmt. beide bedeutungen sind zwar völlig verschieden, lassen sich aber auf eine, freilich nicht nachweisbare grundbedeutung zurückführen, nemlich auf die: sich auf den boden niederbewegen. das im goth. entsprechende verbum würde fatan praet. fôt part. praet. fatans lauten, ahd. dann faʒan praet. fuoʒ part. praet. faʒan. es findet sich aber nicht, und läszt sich auch in den übrigen deutschen sprachen nicht nachweisen. dafür hat sich im ahd. in zwei formen das ältere wurzelverbum fëʒan, fëʒʒan, praet. sg. faʒ pl. fâʒun part. praet. fëʒan, fëʒʒan, erhalten, aus dessen zeitform faʒ das neue wurzelverbum faʒan hervorgieng. jene beiden formen sind das praet. sg. gifaʒ, excĭdit (Graff 3, 727), und kifâʒun in der zweimal vorkommenden, wol zu gen. 42, 46 der vulgata gehörenden glosse avur kifâʒun, reciderunt (gl. jun. 223. Graff a. a. o.), wonach dem zusammengesetzten kifëʒan, gifëʒan, die bedeutung fallen, lat. cadere, zukommt, die auch schon, zumal da ki-, gi- vor starken verben oft einen ganz unmerklichen sinn hat (s. gramm. 2, 835), die des einfachen fëʒan gewesen sein musz, wofür die vorhin angegebene bedeutung im slavischen spricht. jenes fëʒan aber wäre goth. fitan praet. sg. fat pl. fêtun part. praet. fitans, das man in dem Gal. 4, 19 und 27 vorkommenden fitan, gebären, parturire, finden könnte, wenn in diesem nicht vielmehr ein schwaches fitan praet. fitáida part. prät. fitáiþs zu sehen ist, das, von dem starken verbum fitan, fallen, abgeleitet, ursprünglich so viel als aus sich (seinem innern) fallen lassen, aus sich hervorbringen, bedeutet haben dürfte, und in diesem aus sich hervorbringen liegt gebären. altn. lautet, wie bereits unter fassen 3, 1040 dargelegt wurde, dieses verbum fëta praet. sg. fat pl. fâtu part. praet. fëtinn, hat aber die bedeutung erreichen, finden, erlangen, welche zunächst wol so viel als worauf fallen, worauf verfallen, ist und damit eine weiterbildung der bedeutung fallen, die sich also in den verschiedenen deutschen sprachen, in denen das wort vorkommt, verschiedentlich entfaltet. mit altn. fëta leið, den weg finden, bahnt sich die bedeutung »fassen« an, und dasz fassen selbst von dem sg. praet. jenes wurzelverbums abgeleitet ist, ebenso fasz, zeigt sich unter beiden wörtern. die grundbedeutung von fusz aber wird sein: glied das auf den boden niederfällt, glied das auf den boden aufzufallen hat, geheglied. der pl. lautet nhd. füsze, ahd. fuoʒî, bei O. fuaʒî, mhd. vüeʒe, in ältester zeit auch noch ohne umlaut vuoʒe, alts. fôtî, neuniederd. föte, ags. fêt, mittelengl. fêt, fete, engl. feet, altfries. fêt, altn. fœtr, schw. fötter, n. födder. mnd. voite (Gerhard v. Minden fab. nr. 3, 79) hat in oi eben so wenig umlaut, als mnl. voete, denn oi wie oe entspricht mhd. uo, und ein dem mhd. üe entsprechender umlaut geht jenen beiden sprachen ab; das mnd. voite aber findet sich aus der gegend der Weser neben vote. nnl. gilt der schwache pl. voeten. mittelengl. kommt neben dem angegebenen umlautenden fete auch umlautlos fotez, fottis (Halliwell 375b) vor, im dat. foten, und selbst noch engl., freilich selten, foots (s. Mätzner engl. gramm. 1, 219). nhd. bleibt fusz im pl. ohne endung und umlaut nur in der bezeichnung des maszes. s. unten II 17). der gen. sg. fuszes findet sich bis in das 18. jahrh., wie unten I A 5) a) bei den absoluten genitiven angeführte stellen von Mathesius, Fischart, Henisch, sowie die stelle weisth. 3, 764 zeigen, dann stellen wie eines fusz breit (Henisch 1317, 9), »eines fusz, pedalis, pedaneus« (Aler 826a), »eines halben fusz, semipedalis, semipes« (ebenda) u. s. w., mitunter zu fusz verkürzt oder vielmehr verflöszt, eine erscheinung die bei dem auslaut sz und der endung s nicht gerade auffallen kann. Die bedeutungen lassen sich scheiden II. in die oben angegebene hauptbedeutung, die das wort durch alle germanischen sprachen hat. hier aber ist zu betrachten I@AA. der bezeichnete theil eines solchen gliedes des menschlichen körpers: I@A@11) neben hand und haupt oder kopf, um die äuszersten endtheile des menschlichen körpers insgesammt auszudrücken. Jhesus antwortet jm: werde ich dich nicht wasschen, so hastu kein teil mit mir. spricht zu jm Simon Petrus: herr, nicht die füsse alleine, sondern auch die hende und das heubt. Joh. 13, 9. I@A@22) zugleich mit der hand (s. wb. 4, 2, 340 f.) oder im gegensatze zu dieser als dem unteren theile des armes, und es sind hier fusz und hand gerade so mit einander verbunden oder stehn beide gleicher weise einander gegenüber, wie arm und bein. wir sagen hand und fusz rühren wie arme und beine rühren, und wenn einem arm und bein entzweischlagen übliche redensart ist, so hört man dagegen auch einen an händen und füszen fesseln, ihn durch anlegen von fesseln an diesen gliedern hindern sich zu befreien. ahd. von Christus in daʒ crûci sie nan (ihn) nagultunsô sie iʒ zi diû gisitôtun, mit fuaʒin joh bî hantonmit drâto hertên bandon. O. IV. 27, 8. damit stimmt aus dem ende des 11. oder dem anfange des 12. jh., wenn der wiedererstandene Christus zu den jüngern spricht ir scouwet mîne wundun an vûʒen johc an handun. Haupt 8, 271. Müllenhoff u. Scherer denkm. 80, 89. nhd. hand und fusz oder im pl. hände und füsze zur bezeichnung der äuszersten körpertheile, der extremitäten, worunter man die enden der arme und beine versteht, die äuszersten gliedmaszen zum greifen und gehen. nach seiner (des Fürstenbergers, des bei Fürstenberg gewachsenen weines) art uns hend und fsz thuon blecken. reutterliedlin, Franckf. a. M. bei Christ. Egenolff 1535, nr. 4, = hände und füsze danach hervorgucken, man danach greift und läuft? s. Fürstenberger. der wein von Fürstenberg gehört übrigens heute nicht mehr zu den geschätzten wil ich mein hut den winter treiben, solt mir erfrieren hend und füsz. H. Sachs IV. 3, 10c; und legt die waffen hin, weil hand und fusz erkalten. Opitz 2, 69; bey dieser kalt und rauhen zeit, da ihm schon hand und fusz erstarrten. Lichtwer fab. bch. 2 nr. 1; sie taumelt, an händen und füssen verklomt. Bürger pfarrerst. v. Taubenh., im Götting. musenalm. 1782 s. 123; ihre väter brauchten einerley organen zu ihrem broderwerb, nämlich hände und füsze. Musäus Grandison 1, 62. dasz die menschen gebohren wären, auf händen und füssen zu laufen. Möser patr. phant. 3, 249. dann hand und fusz auch bildlich so viel als das eine und das andere wesentliche. so verneinend: schön! bildend! lehrreich! vortrefflich! durchaus aber weder hand noch fusz vom zweck des griechischen theaters. Herder z. sch. lit. u. k. 13, 249 (Shakespeare). hände und füsze haben, oder besitzen: frau Humbricht. sie (Evchen) war ein paar wochen her wieder so melancholisch —. Humbrecht. der teufel soll die melancholie holen, die händ und füsz hat (= in einer schwangerschaft besteht). H. L. Wagner kindermörderin 85. Evchen Humbrecht 104; dasz der haushofmeister, der Kastellan, die silber- und garderobbediener und was nur hände und füsze besasz, sich weidlich getummelt hatten. J. G. Müller Siegfr. v. Lindenb. (1790) 3, 36. dann heiszt hände und füsze oder hand u. fusz haben von sachen bildlich: sich weiter arbeiten, sich weiterhin bewegen. diese reformation hat hende und füsz und gewindt sein glückseligen fort und auszgang. Mathesius Sarepta 153b (1562 218b). besonders aber bedeutet der ausdruck: zweckentsprechend, wirksam eingerichtet. auff unformliches ungerichtliches geschrey aber ist ein ehrenmann gegen hirnschellige kerls nicht schuldig zustehen ..., was aber förmlich geschicht, das hat hände und füsse. Philander 2, 529 (1650 s. 519). weiter so viel als mit geschick gemacht, fein gemacht, absolutissimi operis, absolutae et perfectae elegantiae. Serz 63a. Meiner 81b. der brief hat händ und füsz.es ist ein klug, verständig haupt, herr Wrangel, dem ihr dienet. Schiller 363a (Wall. tod 1, 5). verneinend: weder hand noch fusz, weder hände noch füsze oder umgekehrt weder füsze noch hände haben, ungeschickt gemacht sein, albern, läppisch sein: es mszts einr sehen, der ein tor, sy wüsztend weder tromm noch end, ir ding hat weder fsz noch hend. Funckelin Lazarus Cjb; sie bilden sich grosse klugheit ein, was sie aber reden, hat offt weder hände noch füsse. Olearius pers. rosenthal. 7, 20; denn eur warum und eur wofür hat weder hand noch fusz. graf Baudissin comödie d. irr. 2, 2. einem dinge hände und füsze geben, bildlich so viel als es geschickt einrichten, es geeignet machen. so in der sprichwörtlichen redensart er weisz dem dinge hände und füsze zu geben. Schottelius 1118a. hand und fusz ist frei, hand und fusz oder hände und füsze frei haben, binden, lösen doch ist gleich hand und fusz nicht frey, so weisz mein geist kein band zu nennen. Hoffmannswaldau in dessen u. andrer Deutschen auserles. ged. 1 (1695), 379; und der verstorbene (der auferweckte Lazarus) kam her aus, gebunden mit grabtücher an füssen und henden. Joh. 11, 44. dem schlusse dieses verses gemäsz das folgende: ir diener, gond hin zuo jm bhend und lösend jm uf fsz und hend, damit er selber wandle fry zum zeichen, dasz er läbend sey. Funckelin Lazarus F ijb. einem hände und füsze binden kann aber auch den sinn haben: einen zum geher. und handeln untüchtig machen, ihn in einer sache beschränken dasz er nicht thun kann was und wie er will. hand und fusz oder hände und füsze ruhen lassen: nie steht ihr mäulchen still, stets flattern ihre blicke, nie läszt sie händ und füsse ruhn. Wieland Amadis (1771) 1, 25. hand und fusz oder hand oder fusz regen im eigentlichen sinne: on deinen willen sol niemand seine hand oder seinen fus regen in gantz Egyptenland. 1 Mos. 41, 44. aber hand und fusz oder hände und füsze regen bedeutet auch: thätig sein, geschäftig sein. verneinend: aber ich habe nie an träume geglaubt, auch weder hand noch fusz geregt, ihren werth oder unwerth zu prüfen. Musäus volksm. 4 (1788), 121. eben so in dem sprichworte wenn der faule nicht musz, so regt er weder hand noch fusz. dessen Grandison 2, 253. ohne angabe der thätigkeit, bei der hand und fusz zugleich sich regen, z. b. in der nächstfolgenden stelle, in der das spinnen gemeint ist: zu vornehm bin ich für gewinn von hand und fusz. Musäus kinderklapper (1788) 52. gspunne hätts mit händ und füesze. Hebel (1838) 215. nicht wissen, wo man hände und füsze läszt, wo man die hände hinthun und die füsze hinstellen soll: so wuszt auch Hanns vor groszer freude nicht, wo er händ und füsse liesz, als ihn schulmeisters Adelheide das erstemal herr schulze hiesz. Gellert fab. 2 (1751), 14. mit händen und füszen wehren, mit aller thätigkeit, aller geschäftigkeit abhaltend entgegensein: hör oheim Fritz, Heintz Lötsch mein son, der will nur schlecht zwey weiber hon, dem thu ich mit hendn und füssen wern. H. Sachs II (1591). 4, 12a; wie denn manicher hemmet und weret mit henden und füssen und scheubet rigel unter, hindert heimlich unnd offendtlich, damit kein frembdes hünlein in hünerkorb komme. Mathesius Sarepta (1562) 217b. eben so mit händen und füszen streiten: das wäre eine neue mode. wider die streite ich mit händen und füssen. Lessing 2, 364. in gleicher bezeichnung voller thätigkeit steht mit händen und füszen auch bei andern verben: durchlauffet solche bücher mit händen und füszen, durchblättert sie mit fingern und augen. Philander (1650) 1, 236; Mademoisell, ich habe mir die freyheit genommen, Ihnen die ehre antragen zu lassen, meine gemahlinn zu werden. Sie müszten verruckt seyn, wenn Sie nicht mit händen und füszen zugreifen wollten. Lessing 2, 411, freilich kommt hier die dummheit des redenden in betrachtung. sich mit händen und füszen verwundern, so dasz man die hände zusammenschlägt und aufhüpft oder auch überhaupt hände und füsze lebhaft bewegt: da verwundert er sich mit händ und füszen. Ayrer proc. 1, 1. bei fusz und bei hand schlichten, bei androhung der strafe dasz dem übertreter ein fusz und eine hand abgehauen würden: das (dasz) all herren werden einig und all krieg werden gantz geschlicht bey fusz und bey hand. Görres meisterlieder 248. füsze und hände in verbindung findet sich auch in der redensart des gemeinen lebens die füsze in die hände nehmen, geschwind gehen um bald ans ziel zu kommen, eilig zugehen: er nahm seine füsze in die hände und war bald an ort und stelle. eine andere verbindung enthält die sprichwörtlich klingende redensart einem die hände unter die füsze legen, sich jemand in bereitwilligster, gefälligster, freundlichster weise untergeben, auf das gefälligste ganz zu jemandes dienst sich hingeben. vgl. Reinwald 2, 165. meine familie, meine leute begegneten mir in meinem leben auch nie schonender und gefälliger, sie würden mir, so zu sagen, die hände unter die füsze legen. der arme mann im Tockenburg 331. ursprünglich scheint diese redensart auf demselben bilde zu beruhen und dasselbe auszudrücken wie jemand auf den händen tragen. füsze und hände im gegensatze sprichwörtlich: mancher verbricht mit den füszen was er mit händen bawet. Lehmann 70. I@A@33) im gegensatze zum haupt oder kopf als dem obersten theile des körpers, dessen unterster die füsze sind. man hat den feind auffs haupt geschlagen, noch hat fusz haupt hinweg getragen: man schlag jhn, rath ich, auff den fusz, auff dasz er liegen bleiben musz. Logau 1, 7, 83, ohne artikel hier allgemein gesetzt. er wird wieder heyrathen, und dann werden seine gebrechlichen füsze dem kopf nicht folgen können. Stillings jünglingsjahre (1778) 156; man findet männer, die ihren weibern die beste wort geben: da ist nichts, als mein schatz, meine liebe hausfraw. aber im hertzen dencken sie: hätte dich gott beym kopff und ich bey den füszen, ich wolte dich nicht lange halten. das soll nicht seyn. Creidius 1, 73; als aber der könig einmal hinausgegangen und sonst niemand zugegen war, packte das böse weib die königin am kopf, und ihre tochter packte sie an den füszen, hoben sie aus dem bett und warfen sie zum fenster hinaus in den vorbei flieszenden strom. Grimm kinder- und hausmärchen nr. 13; ich (spricht der tod zu seinem pathen) mache dich zu einem berühmten arzt. wenn du zu einem kranken gerufen wirst, so will ich dir jedesmal erscheinen: steh ich zu häupten des kranken, so kannst du keck sprechen, du wolltest ihn wieder gesund machen ..., steh ich aber zu füszen des kranken, so ist er mein, und du muszt sagen, alle hilfe sei umsonst. nr. 44; er selbst habe bereits sein möglichstes gethan, allein wenn seine leute was im kopfe hätten, hätten sie es nicht in den füszen. Gotthelf Anne Jowäger 2 cap. 22 (schriften 1861 22, 427). dies erinnert an das gemeinübliche sprichwort für einen, der zurückkehren musz, um vergessenes zu holen oder zu bestellen, zu fragen: was man nicht im kopfe hat, musz man in den füszen haben, nd. de t nig im koppe het, de môt it in den föten hebben. brem. wb. 1, 443. die wie formelhaft erscheinende verbindung kopf und fusz dient zur bezeichnung des obersten und untersten vom körper in beziehung auf die ganze person: zuweilen kan man sich zu pferde sehen lassen, gewisz, das jungfervolck sieht solche stellung gern, zumahl wenn kopff und fusz in allen trefflich passen, da spricht das mägdgen flugs: seht den galanten herrn! Picander (1727) 1, 322; es lege sich dein haar in zierliche frisur ... doch zieh die stiefeln aus.ist kopf und fusz galant, so siegt die miene leicht im mäszigen gewand. Zachariä renommist 3, 407. mehr sagt man, ebenfalls wie formelhaft, von haupt zu fusz oder vom haupt zum fusz, vom haupt bis zum fusz, häufiger noch von kopf zu fusz oder vom kopf zum fusz, vom kopf bis zum oder auf den fusz, in dem sinne von oben bis unten am menschlichen körper, und ebenso umgekehrt von fusz zu haupt, vom fusz zum haupt, vom fusz bis zum haupt, häufiger von fusz zu kopf, vom fusz zum kopf, vom fusz bis zum kopf, von unten bis oben: man sagt vom haupte bis zum fusze, und vom fusze bis zum haupte, weil dieses die äuszersten theile sind, die einander entgegen stehen. Gellert verm. schr. 1, (1760) 144. jenes von haupt oder kopf zu fusz u. s. w. mögen folgende stellen belegen: wer kömmt ins angesicht, der wird von haupt zu fusz gehöhnet und gericht. jungfernanatomie s. 127; dann mich ganz vom haupte hinab zu den füszen betrachtend, rümpfte sie fi! mit den lippen. Voss Theokrit 20, 12; von kopf zu fusz in stahl vermummt. Göthe 13, 54; füllet mich von kopf zu fusz gradhin mit grausamkeit. Herder z. sch. lit. u. k. 12, 258; so wollt ich doch von kopf zu fusz dich spalten, wie einen giftpilz. H. v. Kleist Käthchen v. Heilbr. 173; masz ihn bey der entree vom kopf zum fusz mit den augen. Musäus Grandison 2, 262; hierauf beschrieb sie die gestalt desselben vom kopf zum fusz. dessen volksmärchen (1787) 1, 117; mich däucht sie ist vom kopf zum fusze schön. Göthe 41, 88; sie begriff wohl die absicht, sie mehr als einmal vom kopf bis auf den fusz zu kleiden. 17, 163; gar schön, von kopf bis auf den fusz geputzt. Musäus kinderkl. (1788) 74. ohne zu und ganz ohne artikel von kopf bis fusz: den holden schatz von kopf bis fusz zu kleiden. Göthe 4, 110. dagegen belegen von fusz zu haupt u. s. w. stellen wie: zum ganzen putz, von fusz zu haupt, den stiefelchen aus übergüldtem leder bis zu dem demantknopf der holden strauszenfeder am turban, mangelt nichts. Wieland Oberon 5, 27; für ungezogenheiten wird vom fusz zum haupt sie ihres schönen schmucks beraubt. Musäus kinderkl. (1788) 100. dann wird, wie vom kopf zum fusz oder vom fusz bis zum kopf, gesetzt von der scheitel oder vom scheitel bis auf den fusz, vom wirbel bis zum fusz, oder umgekehrt: kleyd (ich) heimlich mich nach aller art, gleich als ein nigromanticus, von der scheytel bisz auff den fusz. H. Sachs III (1588). 2, 201d; disz alles von fusz auff bisz zur scheitel beharnischt und beküriszt. Fischart Garg. (1608) X iijb. der man betrachtete mich zweimal vom fusz bis zum wirbel. Schiller 709b (Gödeke 4, 74, 26). schärfer aber hebt die bezeichnung des endes vom kopf und fusz hervor vom wirbel bis zur zehe (zum zeh) und umgekehrt: vom wirbel bis zur zehe füllt mich an mit tigers grimm! Schiller 560b (Macb. 1, 10); verschlänge doch stracks dich ihr glühender schlund! und müsztest du ewig da flackern, o hund, vom zeh bis zum wirbel beschwefelt! Bürger 81a; aber verräth das einer, der es weisz, so wird er ganzes leibes zu stein vom wirbel bis zur fuszzehe. Grimm kinder- und hausmärchen nr. 6. vgl. scheitel, wirbel, zeh und zehe. I@A@44) neben bein, doch ohne mit diesem worte in formelhaftem ausdrucke zu erscheinen. als wenn (gott) einen jeglichen menschen nur mit einem beine oder fusse liesz geboren werden. Luther tischr. 2, 17 (1568 22b); ja, meinethalben mag auch eine angesehen werden, wie sie ihre füsze setzt und hebt, ihre beine wirbelt und windet, es mag gelten als versuch, die elasticität und schönheit des menschlichen körpers anschaulich zu machen. Gotthelf die armennoth cap. 5 (schriften 1861 17, 82). wetterauisch sagt man scherzhaft von dem der einen wehen fusz hat, er habe einen fusz am bein. I@A@55) überhaupt. umb ewr lenden solt jr gegürtet sein und ewre schuch an ewren füssen haben und stebe in ewren henden. 2 Mos. 12, 11; dein schuch ist nicht veraltet an deinen fussen. 5 Mos. 29, 5; man spricht: niemand der schuch ist trücken denn welcher jn hat an dem fusz. H. Sachs I (1590) 294c, also sprichwörtlich; er komet nach mir, des ich nicht werd bin, das (dasz) ich jm die schuhe seiner füsse auflöse. apostelgesch. 13, 25, d. i. die riemen der schuhe (s. Joh. 1, 27), deren auflösen zum abziehen dieser letzten so wie dieses selbst den geringsten sclaven zukam. zeuch deine schuch aus von deinen füssen, denn der ort, da du auffstehest, ist ein heilig land. 2 Mos. 3, 5. jenes ausziehen war ein zeichen tiefster ehrfurcht, da man den ort durch den schmutz der sandalen nicht entweihen wollte (s. Knobel exod. und levit. s. 26). vgl. apostelgesch. 7, 33 und Jos. 5, 15. entblösse den fus, entdecke den schenkel. Jes. 47, 2. warff stein mit der obern fläche desz fuszes. Fischart Garg. (1608) X 6b fusz haftet am fusz und am manne gedrängt mann. Voss Virgils Aen. 10, 360. der gen. fuszes wird auch als absoluter genitiv gesetzt. so nd. man kan hier nig fôts wandeln, man kann hier keinen fusz hinsetzen, man hat hier keinen raum zu gehen. brem. wb. 1, 443. das wort steht, wie vorhin die füsze entblöszen zeigt, hier mit andern wörtern verbunden: I@A@5@aa) mit einem attributiv gesetzten adj. oder participium. der rechte fuss und der linke fusz. sprichwörtlich: »den rechten fusz inn den schuch, den lincken inn ein becken stellen, das ist, sich wol wissen in alle sachen zu schicken.« Henisch 1322, 36. dann erscheint der linke fusz als der gegen den rechten weniger geschickte in der wol auf altem volksglauben beruhenden redensart, wenn von einem verdrieszlichen, mürrischen gesagt wird er ist mit dem linken fusz zuerst aufgestanden, nemlich aus dem bette, in der Schweiz er ist (beim aufstehn) mit dem linken fusz zuerst in den schuh gefahren: der gerichtsschreiber fuhr die beiden mannen gar bedenklich an, wahrscheinlich war er selben tag mit dem linken fusz zuerst in den schuh gefahren. Gotthelf geltstag cap. 14 (schriften 1861 18, 220). ein kleiner fusz. dieser gilt an frauenzimmern als zierde: da verrieth sich der kleine vorgestreckte fusz. Thümmel Wilhelmine 66. ein groszer fusz, zunächst ein fusz der auf dem boden mehr raum, als gewöhnlich, einnimmt, dann aber, indem hier fusz nach der bedeutung B 16) neigt, so viel als ein über das gewöhnliche gehender aufwand, übermäsziger aufwand: aha! erst zur tafel geblasen — dann die tafel selbst! — sagt ichs nicht? es geht alles auf groszem fusze her. Gotter 3, 482. in diesem hause herscht ein groszer fusz. besonders geläufig ist die redensart auf einem groszen fusze leben: eure mittel sind schmal, und ihr lebt auf einem groszen fusz. A. W. Schlegel Heinr. d. vierte II, 1, 2. ein breiter fusz, zunächst ein fusz der sich zu beiden seiten mehr als gewöhnlich ausdehnt. die dirnen ... hatten breite füsse. Möser patr. phant. 3, 248. dann: ein fusz der einen gröszern oder weitern raum als gewöhnlich einnimmt. mhd. dâ von hât vil breiten fuoʒ diu gîtekeit (habsucht) über alle lant. Renner 6792. dann sofort so viel als der starken, festen halt auf dem platze nimmt: ein soldat musz auf der wacht stehen bleiben, bis er ordentlich abgelöset und abgeführet wird: also bleibe du auf der geistlichen verlornen schildwacht, mit breitem fusz, in gottes namen stehen, bis dich dein oberster wachtmeister Jesus abführen wird. Otho 788; die verzagten, die, wenns zum letzten treffen kommt, nicht auf breitem fusz bestehen, sondern gern entlaufen wollten. 891. angewandt: und vermanet jhn (Luther), er wölle bey der erkandten wahrheit mit breytem fusz aushalten. Mathesius Luther (1566) 33b = 1583 21a; da hertzog Johann churfürst zu Sachsen, und der augspurgischen confession verwandten, standhafftig d. Luthers unnd des herrn Melanthonis lehrbekandten, unnd mit breytem fusz darbey verharreten. 114b. sprichwörtlich: das unglükk hat breite füsse. Schottelius 1113a, = weicht nicht leicht. ein netter, niedlicher fusz: nur in eine spur zu treten, die ihr netter fusz gedrückt! Günther 302. ein schöner fusz: Adrast ... hat einen schönern fusz. Lessing 1, 404. ein schwacher, dünner fusz, s. unter c) β) sp. 982. ein schwerer fusz, der schwer auftritt, woraus die abgeleitete bedeutung nachher sp. 974 unter schweres fuszes und auf schwerem fusz oder schweren füszen gehen. ein leichter fusz, der leicht auftritt, einen leichten tritt hat, aber auch ein fusz der von gröster geschwindigkeit und gewandtheit im laufen ist: Asahel aber war von leichten füssen, wie ein rehe auf dem felde. 2 Sam. 2, 18. ein schneller fusz, der von gröster geschwindigkeit im laufen ist: aber sollt er im anfang mit schnellen füszen entrinnen. Fr. Stolberg Il. 10, 337; von da führt Euch mit schnellem fusz Kratin hinab zum Erebus. J. G. Müller Siegfr. v. Lindenb. (1790) 2, 340. ein flüchtiger fusz, der sich rasch und gewandt bewegt, aber auch so viel als ein zur flucht gewendeter fusz, ein fliehender fusz: so dorfft wir uns nit mehr besorgen, dasz er von uns heut oder morgen setzet einen flüchtigen fusz. H. Sachs III. 1, 262b (1588 194b); sobald sich nun die Türken in der mitten sahen, suchten sie ihr heil durch einen flüchtigen fusz. Serben und Kroaten (Wien 1854) s. 246, = auf der flucht. mit dem bestimmten artikel sprichwörtlich nd. de flugtige fôt maket den schuldigen mann, wer sich auf die flucht begiebt, der wird darum für schuldig gehalten, macht sich der schuld verdächtig. brem. wb. 1, 443. gewöhnlich aber in der bedeutung »auf die flucht sich begebend, auf der flucht befindlich« ohne artikel blosz flüchtiger fusz: dô ich dy dûbe (das gestohlne) vant und dën man ûf fluchtigem fûsze. Behrend Magdeb. fragm. s. 189; denn die feinde stunden auff flüchtigem fusz, und bekamen den hasen in busen, unnd fielen selber in einander. Mathesius Sarepta (1562) 32a; und hab umb mein begangne that, die man umb mich verschuldet hat, gesetzet nie flüchtigen fusz. H. Sachs IV. 2, 13b. vgl. nachher unter c) α) א) den fusz setzen. im pl.: so hielte ich nicht vor rathsam, mich länger an diesem gefährlichen orte aufzuhalten, ich machte mich also mit flüchtigen füszen auf den weg, meinen furchtsamen gesellen nachzufolgen. Pierot 2, 360. ein fliehender fusz, ein fusz der zur flucht gewendet oder auf der flucht davoneilt: dann verläszt sie mit fliehendem fusz das haus der erblaszten. Bodmer Noah 8, 232. ein fliegender fusz, der in leichtem raschen laufe dahineilt. auch geflügelter fusz: bild, wer bist du? der mächtige gott der gelegenheit bin ich. mit geflügeltem fusz? der wie ein zephyr entfliegt. Herder zerstr. bl. 2, 103 (Anthol. Plan 275). ein eilender fusz, der geschwind in seiner fortbewegung ist: und die angst beflügelt den eilenden fusz, ihn jagen der sorgen qualen. Schiller 62b. ring, schnell und fertig füesz, pedes calidi. Henisch 1322, 55, vgl.auf heiszem fusze folgen nachher sp. 983. ein zerzauster, blutiger fusz: er sucht im ganzen hain mit wohl zerzausten füszen: umsonst. Wieland Endymion 268; sie rannte verzweifelnd von hinnen, mit blutigen füszen, durch distel und dorn. Bürger 62a. gute füsze, kräftige, sichere. sprichwörtlich »ein guter fusz ist ein guts aug, das ist, es soll sich ein jeder wol fürsehen.« Henisch 1322, 22. dann versteht man unter gute füsze nicht leicht ermüdende, solche die im gehn rasch sind und ausdauern: denn man sagt gentzlich für gewis: gut wein, gut pferd und gute füs. Fischart v. sanct Dominici K 2b. wechselnde füsze, beim tanze abwechselnd nach dem tact geschwungene: laszt hüpfend auf wechselnden füszen die jungen der jugend genieszen, die alten noch jünglinge seyn! Engel die apotheke 95. 96. ein wagender, rüstiger, beständiger, entschlossener, unentschlossener, ungewisser, wankender, scheuer fusz: und sol e. l. nit zweifeln, wir wollen, ob got wil, bei derselben in kurtzem mit unser hilff und in eigner person mit gantzer macht sein, (sein) deszhalb mit den unsern uff wagendem fues, darumb wollen e. l. ir die weile nit lang lassen sein. Rommel gesch. v. Hessen 4, 1, 858; schnell mit rüstigen füszen. Fr. Stolberg Il. 10, 308; wann was es (das glück) heut gibt, nimbt es heint, es setzt kein bestendigen fusz. H. Sachs I (1590), 298d, = bleibt nicht beständig; beym zaudern unentschloszner füsze. Lessing 1, 92; auf diesem kritischen punkte steht jetzt Adrast, aber noch mit wankendem fusze. ein kleiner wind, ein hauch kann ihn wieder herabstürzen. 418; mit jedem schritt, den der scheue fusz vorwärts wankte, näher und fürchterlich näher die verfluchte maschine (der galgen), wo ich einlogirt werden sollte. Schiller 120b (räub. 2, 3). ein zweifelhafter fusz, der nicht des rechten weges sicher ist: doch die tröstende liebe leitete seine zweifelhaften füsze durch die finstere nacht glücklich in das labyrinthische schlosz des grafen. Thümmel Wilhelmine 53 (80). aber es kann auch ein fusz sein der im tritt unsicher ist. runde füsze, hin- und hertaumelnde füsze, sich in einer schlangenlinie bewegende füsze, wie denn nach Lichtenberg 3, 76 von einem betrunkenen gesagt wird er hat runde füsze. s. dagegen runder fusz von thieren unten B 1) b). ein frecher fusz. ein geiler fusz, ein begehrlicher, übermuth zeigender: nimm einen beutel gold und bring ihn hurtig an, so sind zur ehrenburg die pforten aufgethan: so kann dein geiler fusz auf priesterbänke steigen, so wirst du deinen sohn als nebensitzer zeigen. B. Neukirch ged. 123. stehender fusz, s. nachher sp. 973 stehendes fuszes. ein nackter oder nackender fusz, ein bloszer fusz, ein unbekleideter: ich, ich bins, Chloe! fleuch nicht mit nacketem fusz durch diese dornen! Ramler 7 (vgl. 1800 1, 8); das wasser rauscht', das wasser schwoll, netzt ihm (dem fischer) den nackten fusz. Göthe 1, 186; unmutsvoll dann gehn sie mit nackenden füszen nach hause. Voss Theokrits id. 16, 8; nach jenen wunderhallen ... barhäuptig und mit bloszem fusz zu wallen —. Kind van Dycks landleben (1821) s. 180. auch kommt für ein nackter fusz in schwerfälligem wie widersinnigem pleonasmus, indem barfusz geradezu gleich nackt, blosz genommen wurde (s.barfusz), barfuszer fusz vor: man sagt, er wöll das ubel büssen und wallen mit barfussen füssen gen Rom und zum heiligen grab. H. Sachs III. 2, 148b (1588 111d). in der Wetterau hört man barfusze beine. weisze füsze, schöne weiszglänzende, wie denn »weisz füsz, marmorei pedes« bei Henisch 1322, 56. daher nd. enen witten fôt bi jemand hebben d. i. einen weiszen fusz bei jemand haben, bei ihm wol angeschrieben stehen, bei ihm in gunst stehen. brem. wb. 1, 443. aber auch weisze füsze haben, albern sein, unsinnig sein: schöns dienerl, du hast weisze füesz, du redst ja gar viel ztoll. bei Schmeller, 2. ausg. 1, 769 f. vgl. weiszfüszicht. woher jene bedeutung? ob von weiszen strümpfen zum staate, wie denn bair. ein weiszfüszichts hettel (Schmeller 1, 256) ein mädchen in weiszen strümpfen sein wird? vgl. auch unten B 4) vier weisze füsze haben. ein nasser fusz, ein trockener fusz. vgl. nachher trockenes fuszes. so würd sie an dem end gar wunderbarlich gottes hend ... durchfüren (durchs meer) gar mit truckem fusz. H. Sachs IV. 1, 124a; und gienge, gegen strom, heran mit trocknem fusz. Werder Gottfried 14, 33. ein kranker, lahmer, gebrochener, erfrorener fusz: ein erfrorner fusz verhindert mich am wandeln wie am tanzen. Göthe 41, 79. gleiche füsze, beide füsze in einer linie neben und wider einander stehend: zog also stendling den sattel wider hinauff (nemlich auf das pferd) und stelt sich mit gleichen füssen darauff. Fischart Garg. (1608) Dd 8b; mit gleichen füszen oder bair. zu gleichen füszen (Schmeller, 2. ausg. 1, 769) hüpfen oder springen. dann zu gleichen füszen, in gleicher weise thätig, eins wie das andere thätig: jetzt hatt ich wiederum ein weib und wir hauseten zu gleichen füszen miteinander fort. Peter Prosch (1789) bei Schmeller a. a. o. zugethane füsze, beide füsze fest wider einander stehend: unnd nach diesem allem erstund er wider mit zugethanen füssen in den sattel. Fischart Garg. 231a (1608 Ee 1b). ebener fusz, s. nachher ebenes fuszes und auf ebenem fusze stehen. frischer fusz in dem formelhaft erscheinenden auf frischem fusz, auf der stelle, auf der that, sogleich: auff frischem fusz, von stund an, è vestigio. Henisch 1317, 24. 1322, 27. wer sich des (nemlich die seule anzubeten) wegert, der sol auf frischem fusz inn den glüenden ofen geworffen werden. Mathesius Sarepta 83b (1562 117b). aber auch: ohne säumen nach der that oder begebenheit, sofort. ob dich gleich daheim niemand auf frischem fusz aus der predigt examiniret, so bleibet doch endlich das lieb creuz nicht auszen, und zuletzt der tod, die sind schulmeisters genug. Otho 284. sprichwörtlich wer gottes wort liebt, dem folgt das creutz auff frischem fusz. Henisch 1322, 29. s. auch sp. 983 und 984. nd. up sine versche voet staen. ... 635. häufig wird hier fusz mit seinem adj. oder participium als absoluter genitiv gesetzt: und sie (die kinder Israel) giengen trockens fusses auff des meeres grund. Judith 5, 10; wie? wann ich, sprach der könig, daselbst die gaditanisch enge desz meers wider zuwürffe? ... so könd man darnach allzeit truckens fusz ausz Europa in Affricam unnd Asien spacieren. Fischart Garg. 220a (1608 Cc 6b), wo fusz, wie auch gleich nachher bei Mathesius u. Henisch statt fuszs, fuszes. gleiches fuszes, mit gleichen füszen: sprang gleiches fuszes auf ein pferd. Froschmeuseler III. 1, 15; mit dieser rüstung schild und schwert sprang er gleichs fuszes auf sein pferd. 2, 1. in beiden stellen ist der mäusekönig gemeint, der in menschlicher weise dargestellt wird. vgl. vorhin gleiche füsze. ebenes fuszes, ohne hindernis und anstosz auf dem wege: sie (die fahrt) stehet auch gewisz und reichet gar hinauff bisz in himmel, da man ebens fusz, durch die schöne pforte für gottes stuel hinein kommet. Mathesius leichpred. 2, 32b = auf gleichem boden, auf ebenem wege, ohne hindernis. das ebens fusz ist, quod plano pede est, auf gleicher erde. Henisch 1317, 35. aber ebenes fuszes könnte auch so viel als in derselben weise fort, unverändert fortdauernd, bedeuten, wie auf ebenem fusze: lasz deinen sinn das glücke nicht verdrehn. das selten lang auff ebnem fusse steht. v. Abschatz verm. ged. 166. dem texte strackes fusses nachfolgen. Opitz psalmen vorr. s. 10, = geradezu, ohne abweichung; subinde, germ. stracks fusz drauf. Petron. Arb. satyr. ed. Lotichius (Francof. ad M. 1629) 2, 61. stracks fusses, e vestigio. Hederich (1753) 99. freies fuszes, blosz mit den füszen ohne irgend ein hilfsmittel: zum vierdtenmal sprang er freyes fusses dem rosz uber den kopff. Fischart Garg. 1608 Ee 1a. aber dieser absolute gen. kann auch gesetzt werden in dem sinne: mit ungebundenen, ungefesselten füszen. vgl. nachher sp. 983 auf freiem fusze sein, so wie sp. 984 auf freien fusz stellen und auf freien fusz setzen. festes fuszes, fest stehend ohne im geringsten von der stelle zu weichen: wo er sich nur nicht entschlossen hat, mich festes fuszes bey sich zu erwarten! Lessing 2, 16; seine gnaden erwarteten ihn (den wütenden stier) festen fuszes. J. G. Müller Siegfr. v. Lindenb. (1790) 2, 409. sicheres fuszes: die mildern künste selber wallen, wo ihre werkstatt raub und frevelthat entweihn, nicht sichern fuszes mehr. J. G. Jacobi 5, 63. unverwandtes fuszes durchgehn. gramm. 4, 908. es seie dann sach, dasz einer unverwandts fuisz widerspreche und binnent neun tagen darinn fort fahre. weisth. 3, 764. am geläufigsten aber ist stehendes fuszes, ohne verzug, alsbald, sogleich, wie wir auch auf der stelle gebrauchen: ich sage und kann ihn stehendes fuszes überführen, er sey ein niederträchtiger betrüger. J. Möser patriot. phant. 2, 297 (169); einer geneigten zuhörerschaft über alles wirkliche und mögliche, grosze und kleine, alte und neue, stehendes fuszes alles, was sich davon sagen lasse, vorzuschwätzen. Wieland 1, 17; auch baute der schlaue Timokrates, der nur eines winkes hierzu bedurfte, stehendes fuszes auf diese anlage ein kleines projekt. 293; gleich beim ersten feste ... wurden seine augen und sein herz von einer reitzenden tänzerin so stark verwundet, dasz er stehendes fuszes beschlosz, sie mit sich nach hause zu nehmen. 8, 274; und stehendes fuszes ging er zu den kindern. 331; hiermit stehendes fuszes um erlaubnisz zu bitten. 15, 355; wo du dich nicht stehenden fuszes fortpackst, soll dich der magistrat stöcken und pflöcken. Musäus volksm. (1787) 5, 156; es war an einem morgen, wo er stehnden fuszes vier bluturtheile unterschrieb. Schiller 246b (Karlos 1, 2, in der rhein. Thalia 1, 130); habt ihr sonst einen auftrag mir zu geben? denn stehnden fuszes reis ich ab nach Wien. 404a (Wall. tod 5, 11, erster druck s. 246); nach Fotheringhayschlosz sich stehnden fuszes zur königinn von Schottland zu verfügen. 438b (M. Stuart 4, 11). stehendes fuszes beschlosz er, sich zu zeigen. J. G. Müller Siegfr. v. Lind. (1790) 1, 130; der handel wurde stehenden fuszes richtig. Musäus physiogn. reisen. 4, 102; stehendes fuszes antworten. gramm. 4, 908. ein erloschener absoluter genitiv dagegen ist schweres fuszes in schweres fuszes sein oder gehen als züchtigem ausdrucke für schwanger sein: mit seiner furstlichen gnaden gemhal, (die doch schweres fuesses et partui proxima). Sastrow 1, 149; meine mutter ging umb dieselbige zeit schweres fuesses mit meiner jüngsten schwester, wie sie dan auch die auf Michaelis gebar. 125; der hat ein jung gemahel, auch einen jungen erben und köndte vielleicht noch mehr junge erben erziehen, wie ich dann verstanden, das sie jetzunder schweres fusses gehen sol. herzog Heinr. Jul. v. Braunschweig schausp. s. 361; er (Rollenhagen) gedenket, dasz seine liebe mutter, wie sie mit ihm schweres fusses gegangen. leichenpredigt auf Rollenhagen. schweren fuszes gehen. goslarsche chronik in Brückmanns magnalia dei 1, 369. eben so wol aber auch mit praep. auf schwerem fusze gehen: wann die frau auf schwerem fusz gehet. Creidius 1, 292; eine gebärerin, die zeit über, da sie auf schweren (so steht da) fusz gehet, thut manchen sauren tritt. Scriver seelensch. 2, 1066; (seine hausfrau, welche) mit schweren fusz gangen. Petri Hafftitii märk. chron., in Schöttgen und Kreysig diplomat. und curieuse nachlese der historie von Obersachsen (1730) 1, 538. nd. se is graves fôts, sie ist hoch schwanger. brem. wb. 1, 443. im pl.: indem mich weit mehr darnach gelustet als einer auf schweren fuszen gehenden frauen. Felsenburg 4, 246, mit anspielung auf das plötzliche gelüsten schwangerer weiber. selten steht der gen. pl. als absoluter casus: dasz einem feldflüchtigen im sprung uber ein zaun mit eim schlachtschwerdt unversehreter füsz alle vier schuhlümmel seyen hinweg gehawen worden. Fischart Garg. 105a (1608 M 8a. Scheible 186). Das adj. kann aber auch praedicativ gesetzt sein mit einer praep. und einem von dieser regierten subst.: da kam ein bube gelaufen, ... leicht zu fusze. Göthe 40, 192, mnd. licht to vôt (Rein. Vos 5687); dasz er leichter auf den füszen wurd, als ein reh. Musäus physiogn. reisen 2, 104. I@A@5@bb) mit einem verbum das von dem gliede aussagt. der fusz tritt, geht, wandelt, betritt, wendet sich wohin, läuft, eilt, zieht herum: ha! warf ich dich nicht da zurück? trat dir mein fusz nicht ins genick? Kretschmann klage Rhingulphs 51; seine gattinn! deren fus sanfte blumenpfade geht. Burmann ged. 109; halt ein, Moor! dein fusz wandelt in einem heiligen tempel! Schiller 128a (räuber 4, 1); wo ihr fusz wandelt, sprieszen blumen; die einöde, die kein fusz betrat. Göthe 16, 75; wohin sein fusz, im lauf seiner abentheuer, sich wendet ..., schreitet sie hinter ihm her. H. v. Kleist Käthchen v. Heilbronn (1810) 16; wo, wie weit, wie froh, wie bange mein herum gezogner fusz noch den ruhplatz suchen musz? Günther 910; denn jre füsse lauffen zum bösen. spr. Sal. 1, 16. der fusz fliegt beim tanze. der fusz trifft den boden, stampft: zum scharren traf mein fusz den boden auch nicht mehr. Rost vorspiel 73 (1742 s. 36); und es stampfte laut der geschmeidige fusz. Voss Theokrits id. 18, 7—8. der fusz miszt sich an etwas, versucht es wagend zu betreten, zu ersteigen: weggeschwunden ist die lippe, ... jener fusz, der an der klippe sich mit gemsenfreche masz. Göthe 1, 133. der fusz hemmt sich, hält ein im vor- oder fortschreiten: ein neues wunder, das sich dort entfaltet, macht dasz sein fusz sich hemmt, sein auge starrt. Gries Tassos befr. Jer. 18, 26. der fusz scharrt, schwankt, gleitet, glitscht, rutscht, entschlüpft: mit neigendem haupt und scharrenden füszen. Klamer Schmidt kom. dicht. 339; dasz ihre füsze schwanken. Göthe 17, 360; zu seiner zeit sol jr fusz gleitten. 5 Mos. 32, 35. der fusz wer jm geglitscht. Fischart Garg. (1608) X 8a. mhd. wenne im dër vuoʒ entslipfte, daʒ ër dar an gripfte. Lexer mhd. handwb. 1, 588. nhd. offt entschlupfft jhm ein fusz die zeyt dasz er fellt in der sünd blindheit. H. Sachs IV. 2, 118d; es (die Ilophagi) seind leichte magere leut, die leicht ein klein ästlein tregt, und ob jnen schon ein fusz entschlupfft oder ein ästlein bricht, kleben sie mit den henden wie die katzen. Frank weltb. (1567) 12b. mit mhd. slîfen, entschlüpfen, gleiten: ob im zundingen (zu schlechten dingen, unrechtem) slift dër vuoʒ. welsch. gast 646; im slîfet lîht dër zungen vuoʒ. 716, = der spricht leicht was er nicht soll. sonst heiszt ihm entschlüpft ein fusz auch so viel als er fällt zu hohn und spott: wenn einer ümb lauft in der narren weis, so geet er gar auf eim helen eis: so mag im leicht ain fus entschlupfen, so wil in iedermann berupfen und wil sein geigen an in henken. fastnachtsp. 754, 15. im besondern aber kommt, von einem mädchen, überhaupt einem frauenzimmer gebraucht, ihm oder ihr entweicht ein fusz in demselben sinne vor, wie man auch sagt sie fällt, kommt zu fall, wird eine gefallene, verliert ihre weibliche ehre: und welche sich nit weysen latt und die nit vorcht zu schame hatt, daʒ der selben entweicht ain fusz, daʒ sy am angel behangen musz, das sy mit uneer würdt ain fraw. Keller erzähl. 660, 35. gleicher weise hört man auch im gemeinen leben sie hat sich einen absatz (die erhöhung am schuh unter der ferse) abgetreten, hat sich ein eisen (hufeisen) abgetreten, sie hat ein eisen verloren. die füsze haben zu thun, man musz sich viel auf ihnen dahin und dorthin bewegen. in verstärktem ausdrucke nach gemeiner ausdrucksweise: meine füsze haben alle hände voll zu thun. Schiller 59b (Fiesko 2, 15). der fusz trägt oder die füsze tragen: doch wild, wie der fusz ihn (Herakles) umhertrug, schweift' er in wut. Voss Theokrits id. 13, 70; hurtiger noch lief jene vom weichgepolsterten sessel grad aus der vorderen thür und dem hofthor, so wie der fusz trug. 14, 42; wohin dich der fusz trägt, gehst du und lebst so hin? Herder zur sch. lit. u. k. 11, 152; und überall, wohin mein fusz mich trug, fand ich den gleichen hasz der tyrannei. Schiller 527b (Tell 2, 2); dich trug dein fusz zum tode — fahre hin! 465a (jungfr. v. Orl. 2, 8). besonders aber und allgemein üblich ist der ausdruck in der redensart so weit die füsze tragen, so weit zur ferne als ohne völlige erschöpfung möglich ist: wohin? — das weisz ich selbst nicht, — so weit mich die füsze tragen. H. L. Wagner kindermörd. 72. Evchen Humbrecht 82. doch gewöhnlicher hier mit einem possessiv bei füsze: ich will gehn, so weit mich meine füsze und mein gebet tragen. Gellert lustsp. (1748) 212; o, so will ich gehen, so weit mich meine füsze tragen. Kotzebue dram. sp. 3, 253; geh schurke, ... so weit dich deine füsse tragen. Musäus volksm. (1787) 2, 186. der fusz steht, ruht: (Raphael) sitzt dann mit ruhendem fusz in seinem ätherischen zelte. Bodmer Noah 11, 641. der fusz ermüdet: kaum hatte der keichende pfarrherr seine ermüdeten füsze von dem niedrigen armstuhle gestreckt. Thümmel Wilhelmine 57 (84). der fusz ist eingeschlafen, beim sitzen im blute stockend geworden, so dasz er erst durch bewegung nach und nach wieder gelenkig wird. vgl. einschlafen 3). heb, Thyrsis, heb mich auf: mein fusz ist eingeschlafen, zwo stunden sitz ich schon und sehe meinen schafen mit stiller freude zu. Rost schäferged. 139; es läszt sich springen, wenn man auf ebnen (lies ebnem) boden nicht fort kann. der fusz — der verdammte fusz — ... er ist mir eingeschlafen. J. J. Encel d. apotheke 24 f. I@A@5@cc) mit einem verbum, von dem es abhängig ist, und zwar I@A@5@c@aα) nicht durch eine praeposition, in diesem fall aber I@A@5@c@a@aא( zunächst und vornehmlich wenn jenes verbum den acc. sg. oder pl. von fusz erfordert. einen fusz haben, mit einer nähern bestimmung bei fusz: einen groszen, kleinen, schönen, netten, zierlichen, leichten u. s. w. fusz haben. vgl. vorhin a). angewandt in einen fusz in etwas haben, den entschiedenen anfang haben, in dasselbe ganz hineinzukommen: ja, hättet Ihr éinen fusz schon in dem stygischen nachen. J. G. Müller, Siegfr. v. Lindenb. (1790) 2, 292. einen fusz schon im amte haben, den entschiedenen anfang, in dasselbe ganz einzutreten, es zu erhalten. selten hier in mit acc.: »er hat einen fusz (ins amt, zu einer versorgung,der anfang zu seinem emporkommen oder glück ist gemacht).« Meiner idiotismen 63a f. auch gebraucht man einen fusz haben in dem sinne: eine gesicherte stellung in etwas haben, in etwas ein gesichertes gewicht, einen gesicherten einflusz haben. einen fusz in einer wissenschaft haben. einen fusz haben, um zu jemandes gunsten wirken oder sprechen zu können. sprichwörtlich erscheint den fusz in jedermanns schuhen haben, überall dabei sein und, wo auch die sache nichts angeht, sich mit ihr befassen: Fouché spielte bei der zweiten herstellung der Bourbonen die hauptrolle, wie Talleyrand bei der ersten, nur um so viel selbstthätiger, als seine sucht überall einzugreifen, der eifer, wie Napoleon sagte, den fusz in jedermanns schuhen zu haben, das wesentlichste stück seiner natur war. Gervinus 19. jahrhundert 1, 144. seltener, als einen fusz haben mit einer der oben bemerkten nähern bestimmungen bei fusz gebraucht wird, findet sich, ebenfalls mit einer nähern bestimmung bei dem worte, einen fusz führen: das mädel ist schön — schlank — führt seinen netten fus. Schiller 181b (kab. u. liebe 1, 1). den fusz bewegen, regen, rühren: und (ich) wil den fus Israel nicht mehr bewegen lassen vom lande. 2n. 21, 8; on deinen (Joseph ist angeredet) willen soll niemand seine hand oder seinen fus regen in gantz Egyptenland. 1 Mos. 41, 44; in spielen weiter sehn, den fusz mit wohlstand rühren, ist, wie ein guter wind (windhund) und wohlgebautes pferd, des adels zier und lust und aller ehren werth. Günther 374. doch sagt man den fusz rühren besonders, wenn die bewegung desselben im gehn, laufen u. s. w. lebhaft ist, und fusz wird hier zumal wie bein genommen, denn man hört eben so und wol noch mehr die beine rühren: zu Marburg musz man seine beine rühren und treppe auf, treppe ab steigen. Jacob Grimm das wort des besitzes 7. vgl. nachher 6). die füsze unter jemandes oder anderer leute tisch stecken oder auch, wie man nicht selten hört, strecken, an des dienstherrn tisch sitzen, in jemandes kost stehn: so würden meine kinder nach meinem hintritt ihr reichliches auskommen finden, ohne dasz sie dans la necessité seyn würden, ihre füsze unter andrer leute tisch zu stecken. J. G. Müller Siegfried v. Lindenberg (1790) 4, 227. sprichwörtlich: es lernet sich wol, wenn einer die fuesse unter seyn aigen tisch stecket. Henisch 1324, 1. die füsze unter jemandes tisch haben, freie kost bei ihm haben, von und bei ihm speise und trank haben: und diese landschmarutzer, die die füsze beständig unterm tisch des kaisers haben. Schiller 333a (d. Piccol. 1, 2). den fusz oder die füsze wohin stellen, wohin bewegen und stehn machen: und zoch mich ... aus dem schlam und stellet meine füsze auff einen fels, das (dasz) ich gewis tretten kan. ps. 40, 3; du (gott ist angerufen) stellest meine füsse auff weiten raum. 31, 9. seinen fusz bei den eines andern stellen, diesem als beistand zur seite treten, ihm hilfe leisten: soll derselbe (der einen frevler an dem vier benannten gemeinden gehörigen walde sieht) dem spuhr (des entfliehenden frevlers) nachfolgen bisz in den nächsten flecken ... den thäter alda mit recht niederlegen, darnach einen boten an uns vier dorfer schulteisz oder bürgermeistere schicken, welche ihren fusz bey den seinigen stellen und die hülf erweisen. was sie darinnen also verhandelen werden, das soll uns vier gemeinden belieben. weisth. 2, 187. rechtsausdruck scheint den fusz an eines statt stellen, die strafe erleiden, die diesem als dem beschuldigten zukommen würde, wenn sich das bewahrheitete, wessen er beschuldigt werde: obe dan nit billich der genant Ulrich synen fusz an syn stat stelle, er brenge dan by als zum rechten genugsam sy, das er, Bernhart, solicher man sy, als Ulrich yne, wie vorlut, geschollen und geheissen habe. urk. vom j. 1479 in Thomas oberhof 397, 31; hoffe, dasz er darumb synen fusz an syns bruders Bernhart stat zu stellen nit schuldig sin und jnne recht erkannt werden solle. 398. den fusz setzen wird, allgemein gesetzt, d. h. ohne eine noch beigefügte durch eine praep. mit ihrem casus ausgedrückte nähere bestimmung, mhd. nur bildlich verwandt in dem sinne: zur beachtung hinstellen, zur beachtung vor augen stellen. liegen triegen hânt ir vuoʒ gesatzt, daʒ man in volgen muoʒ. Freid. 166, 9, dër setzet rëht dër drôe (drohung) fuoʒ, dën man nâch drô vürhten muoʒ. Reinhart s. 387, 123, wozu vgl. s. 388. nhd. mit jener bestimmung in dem sinne: den fusz auf, an, in etwas stellen, sei es zum gehn oder ruhend. entweder nun praep. mit dat.: denn ich setze meinen fusz auff seiner bahn und halte seinen weg und weiche nicht ab. Hiob 23, 11. oder, und zwar gewöhnlich, mit acc., doch hier bereits mhd.: wan dër man slîfen muoʒ dër ûf die stiege setzt dën vuoʒ. welsch. gast 5886. auch bildlich dâ von sez ich mîner sinne fuoʒ ûf gnâd und nit ûf rëht. Lieders. 3, 528, 46. dann nhd. deine hende sind nicht gebunden, deine füsse sind nicht in fessel gesetzt. 2 Sam. 3, 34; weyl aber die Römer jren fusz in Grecken und jüdisch land setzten, kam mit dem newen scepter auch jre müntz in frembde land. Mathesius Sarepta (1562) 249a; bisz endlich auch Anthonius in Egypten setzt seinen fusz. H. Sachs IV. 2, 4c; kaum hatte er den fusz in das fort St. Maria gesetzt, so hob es ihn auf, wie ein sturmwind. Schiller 874a; die mutter hatte den fusz nur ins hausz gesetzet. polit. maulaffe 5; keinen fusz aus meinem hause zu setzen. Sophie v. La Roche schattenrisse 16; man thut fast keinen schritt dasz man den fusz nicht auf was schönes setzen musz. Brockes 1 (1737), 172; kaum hatt er den fusz in den bügel gesetzt. Bürger 82a; nun bin ich wieder hier und habe es verschworen, den fusz nicht eher wieder nach Braunschweig zu setzen, bis man eben so von freyen stücken die sache zu ende bringt, als man sie angefangen hat. Lessing 12, 393; setze deinen fusz hier auf diesen stein. H. v. Kleist Käthchen v. Heilbronn 94; den fusz vom schif ans land setzen. einem den fusz auf den nacken setzen, zum zeichen völliger unterwürfigkeit dessen, dem der fusz auf den nacken gesetzt wird, dann überhaupt so viel als ihn sich völlig unterwürfig machen: er soll nieder, ich will ihm den fusz auf den nacken setzen. Göthe 8, 153. einem den fusz untersetzen, s. unten 6). dann in beziehung auf abstractes den fusz setzen, es als standpunct nehmen: wer ... seinen willen brechen, sein gemüthe weislich moderiren und regiren kan, der hat ... den fus am festen und tiefsten gesätzt: er führet in seinen begierden den scepter. Butschky Patmos 778. aber auch es als ausgangspunct nehmen, von ihm ausgehn, es behaupten: die gründe darauff sie nochmals ihren fuosz setzen. confutation aijb. einen fusz vor den andern setzen, im gehn, s. nachher unter d). den fusz vom boden heben oder erheben, um sich von der stelle zu bewegen: ach mit offnen armen stand ich gegen den abgrund und athmete hinab! hinab! ... und den fusz vom boden zu heben vermochtest du nicht, und alle qualen zu enden. Göthe 16, 152. die füsze aufheben, die füsze vom boden erheben, z. b. fliegend: als Iris dise wort vernam, ... thet eylend jhre füsz auffheben fuhr über den berg Ida schnell. Spreng Il. (1610) 103a. vornehmlich aber so viel als die füsze vom boden erheben und sich so auf diesem fortbewegen: da hub Jacob seine füsse auff und gieng in das land das gegen morgen liegt. 1 Mos. 29, 1. dann so viel als geschwind gehn, eilig zugehn: hebe deine füsze auf und mache dasz du weiter kommst. in diesem sinne hört man im gemeinen leben auch seine füsze in die hände nehmen, worüber oben sp. 968. die füsz ansprechen, fliehen, fugere, profugere. Henisch 1317, 14, vgl. unten den füszen zusprechen unter ב). die füsze fördern, rüstig vorwärts gehn: die fsz fürderen, sich redlich auff die fsz machen, proferre pedes. Henisch 1317, 27. füsze bekommen, zur eile im gehn, zum laufen angetrieben werden: er zögerte lange auf dem wege, bis er endlich, als er seinen herrn hinter sich sah, füsze bekam. aber auch in dem sinne: davonlaufen, fortlaufen, die flucht ergreifen. also und schröcklicher hat dich der stoltze feind oft wahrgenommen, dasz bessere füsz er für sich als hände wider dich bekommen. Weckherlin 366 (od. 1, 5). dagegen einen fusz auf etwas bekommen, einen standpunct zum fortschreiten oder weiterkommen, eine sichere anwartschaft zum weiterkommen: durch diese stelle, sagte er, bekommen Sie bei uns einen fusz auf alles, und es wird nur auf Sie ankommen, ob Sie in ihrer gegenwärtigen carriere bleiben, oder eine andere einschlagen wollen. Lessing 12, 392. vgl. sp. 976 einen fusz im amte oder ins amt haben. einen fusz gewinnen, einen standort, bildlich einen standpunct zum thätigsein. mit hervorhebung, dasz dieser völlig unbedenklich sei, dann einen festen fusz gewinnen: endlich haben einige diesem meer der ungewiszheit, wo kein vester fusz zu gewinnen war, zu entrinnen, die parthie ergriffen, beyde principien zu leugnen. Claudius irrthümer und wahrheit 8. einem füsze machen, ihn zum oder im gehn eilen machen, ihn zum oder im gehn oder laufen zur eile antreiben: o wer ich bey unserm erlöser im garten gewesen, ich wolt den schelmischen Juden wol füsz gemacht haben. Fischart Garg. 242a (1608 Ff 4ab), = sie in eilige flucht getrieben haben; wie steht jr noch, nu geht jr nicht? sol ich euch bald füsz machen zwar? Corner Apelles D 6b; ich wil dir machen fsz. Ayrer singspiele 146b; ich mach dir füsz, gehstu nicht baldt. »ich hab ja füsz, die arbeit spart.« Gilhusius 49; pack dich, du mörder, oder ich wil dir füsze machen. Schuppius 224 (251); das aber alles zusammengenommen — o! das kann einem schon füsze machen. H. L. Wagner kindermörderin 73. Evchen Humbrecht 84. den fusz oder die füsze beflügeln, sie zu gröster geschwindigkeit in der fortbewegung antreiben: sie eilet vor dem bedienten her. die furcht, wie es scheint, beflügelt ihre füsze. Lessing 2, 151. s. auch oben sp. 971 die stelle von Schiller zu eilender fusz. die füsze zu rath nehmen, sich zu fusze wohin begeben: nahmen die füsze zu rath. pol. maulaffe 150. den fusz bemühen, die füsze zu längerem, anstrengendem gehn in bewegung setzen, sie anstrengen. ich wolte meinen fusz bemühn und gar von hier nach Breszlau ziehn. Günther 286. den fusz verrücken, ihn da, wo er stehn bleiben soll, wegbewegen: den fusz nienen verrucken, steth still stohn, unverwenckt bleiben, stare in vestigio. Henisch 1317, 6. den fusz von etwas kehren, sich von demselben wegbegeben, von ihm abwenden: so du deinen fuesz vom sabbat kerest, zuo thun deinen lust oder willen. Carlstadt von dem sabbat B 1a. den fusz wohin wenden, lenken, den gang wohin richten: ich hätte nie den blick auf Pindus ferne höhen, und nie den fusz gelenkt, den musen nach zu gehen. Adelgunde Gottschedin Popens lockenraub 51. den fusz von etwas wenden, den gang von etwas wegwenden, aber auch so viel als sich von etwas abwenden. den fusz umwenden, zurückwenden, umkehren. dafür ehedem elsässisch den fusz verwandeln: die (vier pfennige sind gemeint) sollen sie geben, ee sie den fusz verwandlen. weisth. 4, 185 f., = auf der stelle, alsbald. den fusz verwenden, sich wegbegeben: keinen fusz verwenden. Simpl. 3, 104. dann angewandt auch in dem sinne: von etwas ablassen. vgl. oben sp. 973 unverwandtes fuszes, auf der stelle, alsbald. die füsze vertreten, sie nach ruhe wieder in thätigkeit setzen oder in übung bringen: der junge soll unsre pferde den berg hinunter führen: wir wollen ein weilchen gehn und uns die füsze vertreten. A. W. Schlegel Heinr. der vierte I, 2, 2. dagegen einen fusz vertreten, durch falschen tritt wie verrenken. fusz fassen, die füsze mit festigkeit, mit beharren auf den boden setzen: wenn Talbot einmal fusz gefaszt in Frankreich, ... wer auszer Englands Heinrich wird dann herr? A. W. Schlegel Heinr. der sechste I, 3, 3; kaum fusz gefaszt, entblöszt sie (Marfisa) schnell den degen. Gries Ar. 36, 20; der boden unter mir fing an zu beben und zu rasseln ...: allein ich hatte nicht zeit zu überlegen, noch konnte ich fusz fassen, um zu fliehen. Göthe 24, 95. das heer hat in feindes land fusz gefaszt. die schar faszte auf dem jenseitigen ufer fusz. überhaupt dann bedeutet fusz fassen: den fusz fest und haftend aufsetzen. sie eilt, das kreuz des kleppers zu verlassen und in den bügeln wieder fusz zu fassen. Gries Ar. 1, 76. angewandt in jenem sinne: mit festigkeit, mit beharren seinen stand nehmen in etwas, einen zu behauptenden standpunct einnehmen. was war mirs (das alles) vor deiner liebe? aber da, als die in meiner seele aufging, da hatt ich erst fusz in der welt gefaszt. Göthe 10, 176; nun hatte er das grosze geschäft muthig anzutreten und zu beginnen .... dabei konnte man vermuthen dasz er in jenen unternehmungen hauptsächlich gestärkt sey durch den gedanken, sie dereinst, wenn er fusz gefaszt, hinüber zu berufen, wo nicht gar selbst abzuholen. 23, 216; ein rühriger geist faszt überall fusz. 48, 65; er führte mich, durch graus und wog und welle der einsamkeiten, her zum festen stand. hier fasz ich fusz! hier sind es wirklichkeiten, von hier aus darf der geist mit geistern streiten. 41, 91. verstärkend noch mit einem adj. bei fusz in festen fusz fassen: nur in den nördlichen gegenden (der Niederlande) hatte sie (die herschaft der Spanier) noch immer nicht festen fusz fassen können. Schiller 864b. bildlich: über die grenze der erfahrung hinaus irgendwo festen fusz zu fassen. Kant 2, 595. auch groszen fusz fassen (s. spalte 970 ein groszer fusz), gründlichen fusz fassen: dasz weder geistliche noch edelleute in frühern zeiten groszen fusz in der stadt gefaszt hatten. Göthe 43, 74; in hoffnung, jenes verdienst zu erreichen, bemühte er sich ernstlich, in der musik gründlichen fusz zu fassen. 48, 44. fusz halten, eine im 16. u. 17. jh. sehr beliebte, unter halten wb. 4, 2, 285 nur kurz zu berührende, hier aber weiter zu betrachtende verbindung, die zunächst so viel als stand halten, ohne zu weichen und zu wanken stehn zum entgegensein, bedeutet. cominus gladiis rem gerebant, sy warend mit geweerter hand an einanderen, sy hieltend einanderen redlich fuosz. Frisius 255b und danach das letzte bei Maaler 152b. von freyer hand streyten und eym dapffer fuosz halten, collato pede praeliari. Maaler ebenda. zweyen fuosz halten, genugsam sein zweyen wider zeston, satis venire duobus. ebenda. würde man aber vom feindt fusz zu halten, sich zu ergeben oder wehren gedrungen, soll man darumb gleichwol auch nit kleenmuhtig verzagen. Kirchhof milit. discipl. 148; ob jhm (dem feinde) fusz zu halten und der kopf zu bieten. 149; etliche der auszgefallenen bände, die dem geschütz entgangen waren, setzten dapffer in unser volck, aber richten (praet.) wenig ausz, dann man sie redlich mit dem kopff voran nidersetzt, also dasz sie es fühleten, nicht lenger fusz halten wolten, sonder sich widerumb hinder sich begaben. Fischart Garg. 265a (1608 Ji 2b); dann deine (gottes) hand mir (gegen die feinde) helfen mus, sonst werd ich nicht lang halten fus, send von der höh mir deine hand, das ich mög thun ain widerstand. dessen geistl. lieder 75; und dasz, wann krieges sturm erfordert spiesz und mann, er fusz hällt recht und wol, und nicht pflegt schew zu werden. Opitz 1, 190 (183); wer schew ist, helt nicht fusz, und wirfft den schild hinweg, eh alsz er fechten musz. Tscherning ged. frühling 319; Jesus hält dem teuffel fusz, und dauret aus. Otho 345; ein ander wünschte, dasz sein herz mit der dorncron des herrn Jesu als mit einem zaun umgeben nirgends einen ausgang in und zu der welt finden, sonder gezwungen werden möchte, bei ihm fusz zu halten. Scriver seelensch. 2, 849; die pforten (des kampfplatzes) wurden alle versperret, also, dasz ein jeder (der beiden kämpfer) fusz halten muszte. gehörnter Siegfried (1729) F 2a; das säh ja einer flucht ähnlich, und ein Deutscher hält fusz in jedem kampfe. Klinger 1, 127. verstärkend wird noch fest zu fusz gesetzt: dann beschlosz er (der fliehende kämpfer) endlich bey sich, nunmehr festen fusz zu halten, weil es ja nicht anders sein könnte. geh. Siegfried (1729) F 4a. von streit in worten: conferre pedem dicuntur oratores, einanderen fuosz halten und antworten, oder wenn einer die gründ desz widersächers gwaltig zewiderweysen angreyfft. Frisius 288b. bildlich: es war daselbst ein alt weib Julia genannt, welche die junge gesellen und mägdlein (nachdem sie ein weil die prob auszgestanden und im scharmützel geübt gewest) zugleich auf ein bett legte: und auf dasz sie einander nicht bissen noch hinden auszschlügen, stellt sie ein crucifix, als ein regal und mittelstang zwischen beide, und da musten sie ein ander so lang fuszhalten und kämpfen, bisz dasz sie ihr fleisch gar überwunden hatten. wiszbadisch wisenbrünlein 186, dasselbe auch 205, wo aber rigel und mittelstang. ietz ich in (den schlemmern) fuos halten mag. Daniel 1545 P ij. überhaupt dann: halt machen zum festen stehn, sich stellen ohne wanken oder weichen, ohne wanken oder weichen stehn, ohne wanken stehn bleiben. siste gradum teque aspectu ne subtrahe nostro, halt fusz, stehe still. Corvinus fons latinit. (1660) 1, 608b; statum est, man hat fusz gehalten. ebenda. halt fusz, siste gradum. Stieler 741. als nun solches geschehen, haben besagte werthheimische jhnen (den geflüchteten einwohnern von Heydenfeldt) gegen Lengfurt uff dem fusz nachgefolgt, unnd daselbsten die unterthanen, so bey den löwensteinischen oder wertheimischen gemeinen pflichten fusz zuhalten sich resolvirt gehabt, unter ihr kleines häuflein genommen. Werth. ded. 245. bei den gesellenschenken der messerschmiede fragt der hiesige gesell den fremden: seid ihr auch ehrlich und redlich von ihm (dem frühern meister) abgeschieden? der fremde antwortet ich weisz nicht anders. der hiesige. wenn was schriftlich oder mündlich nachkömmt, wollt ihr mir und meinen gesellen fusz darinnen halten? der fremde. weil mein leib wehret und ich haare auf meinem kopf habe. Frisius handwerksceremoniell 371, aber 370 und 372 fusz drum halten? auf thiere angewandt: was (es sind die wilden thiere gemeint) schwach und furchtsam ist, behilfft sich mit dem lauffen: die löwen halten fusz. Opitz 3, 289. endlich, zunächst von menschen, auch: beharrlich sein, bleiben. als die von Flandern im glauben nicht fuoszhielten, sunder ein neüwen widerwillen fürzuonemen sich underfiengen. Frank chron. 215b; das (dasz) wir dran dencken ..., wenn wir zum evangelio tretten wöllen, ob wir auch gedencken fort zu faren und fusz darbey zu halten. Mathesius Sarepta (1562) 191a; nun du (Galathee ist angesungen) wirst dich noch besinnen dasz ich (Coridon) bey dir gantz und gar fusz zu halten willens war. Opitz 2, 191 (184); groszen thaten stehestu (der neid ist angeredet) immer zu, heltest fusz bey kühnen helden. dessen lobges. des neides 104; das harte gold wird fluut.der flüchtige Merkuur hält fuusz und führet euch auff eine schöne spuur, die güldner ist als gold. Fleming 85; seelenangst ist das feuer, welches das unstete und flüchtige quecksilber unsers herzens zwinget, dasz es fusz halten und bleiben musz. Scriver seelensch. 2, 466; fleisch und blut will nicht gern bei dem armen, elenden, verachteten, geplagten Jesu fusz halten. H. Müller erquickst. 142; im leben will ich seine (Jesu) fuszstapfen betreten, im leiden will ich fusz bei ihm halten, er hält fusz bei mir. 188, sieh auch s. 247; wozu doch nur eine aussicht war, wenn er (Napoleon) fusz bei der armee hielt, allein er gab diesen gedanken in dem augenblick auf, wo er die armee verliesz. Gervinus 19. jh. 1, 137. von der nacht, die schon fast zur hälfte vorüber ist, aber noch in voller dauer gewünscht wird, singt Fleming kehr ümm und halte fusz. poëm. 619 (623). trotz jener stelle von Gervinus erscheint fusz halten heute selten, aber noch ist geläufig fusz beim mal halten (s. Aler 828a), fusz bei mal halten, eigentlich so viel als mit den füszen beim merk- oder zielzeichen beharren oder bleiben, dann genau bei dem bestimmten beharren und dieses wahren: den fusz nicht beim mahl halten, extra oleas vagari, extra chorum saltare, ultra septa transilire. Aler a. a. o. die vom Alcibiades ihnen ertheilte antwort, wie er ihnen eingebunden, dasz sie fus bey maal halten und den feinden nichts einräumen möchten. Heilmanns Thucyd. 1140. endlich von einem gegenstande überhaupt in dem angewandten sinne: ohne abschweifung bei demselben bleiben, sich ohne abschweifung beschränken. dem anfänger raten wir aber nichts desto weniger fusz bei mahl zu halten und sich (bei ableitungen) vorerst mit denjenigen beispielen zu begnügen, deren wurzeln ihm unbedenklich sind. K. A. Hahn mhd. gramm. 2, 21. dann allgemein: sich streng beschränken, sich streng auf das erforderliche beschränken. in seinen ausgaben fusz beim mal halten. schlieszlich sei noch erwähnt, dasz J. H. Voss in einem exemplar des Frisch, das ich 1835 aus seiner bibliothek ersteigert habe, das einfache fuszhalten aus G. Wicel für gleichen schritt halten gebraucht anführt. einem einen fusz halten, ihm ein bein unterschlagen, aliquem supplantare. Aler 828b. die füsze streichen, dadurch ein wolthuendes gefühl hervorzubringen: streicht jhm die füsz, langt jhm krucken. Fischart Garg. (1608) H 7b. die füsze waschen, trocknen: darnach gos er wasser in ein becken, hub an den jüngern die füsse zu wasschen, und trucknet sie mit dem schurtze Joh. 13, 5; so nu ich, ewr herr und meister, euch die füsse gewasschen hab, so solt jr auch euch unternander die füsse wasschen. 14, d. i. euch unter einander auch die geringsten dienste erzeigen. die füsze decken, sie bedecken: mit zween (flügeln) deckten sie jre füsse. Jes. 6, 2. dann aber auch verhüllend für die nothdurft verrichten, alvum exonerare, cacare, wenn es 1 Sam. 24, 4 heiszt war daselbs eine höle und Saul gieng hinein, seine füsse zu decken. welche letzten worte wörtliche übersetzung des hebräischen וי  sind. Luther erklärt zu den worten am rande so züchtig ist die heilige schrifft, das (dasz) sie füsse decken heisst, auff das heimlich gemach gehen. Alberus dictionar. AA ija hat, »purgo ventrem, ventris onus pono, facio stercus, merdo, ich gehe zu stuol, ich deck die fsz« mit dem ausdrücklichen anfügen »sic vocat sacra scriptura«, und bringt dann wenige zeilen weiter »cacaturio, ich wolt gern die fsz decken.« den fusz geleiten, den füszen ihre richtung zu und in dem gehn oder überhaupt der fortbewegung geben: o gott, verzeyh mir meine sündt und glayde meinen fusz wider uf rechten wege und zu dem vatter mein. Ayrer (Keller) 3384, 13. den fusz oder die füsze binden, an dieselben eine fessel legen, dann sie am gehn verhindern. die füsz binden. Aler 826b. ich weisz ja nicht, woran ich bin, ob falschheit oder noth dir fusz und willen binde? Günther 296, = dich abhält dasz du nicht kommst. den fusz oder die füsze küssen, als zeichen höchster verehrung, auch höchster freudiger rührung, unterwürfiger dankbarkeit: ahd. thisiu ... ni bilân siu cussan mînê fuoʒî. T. 138, 12 (Luc. 7, 45). mhd. si kust im (Gâwân) stëgreif unde fuoʒ. Parz. 621, 16. aber auch hier küssen an dën fuoʒ und zwar, wie in dieser stelle aus dem Parz., mit dat. der person: dër meide kuste ër an dën fuoʒ vor fröuden und ergab sich ir. Wigalois 4228 (Pf. 111, 4). eben so wol jedoch mit acc. der person: unde kuste dën fürsten an dën fûʒ. heil. Georg 2300. nhd. Peter, du solt das warlich wissen, das (dasz) jm (dem papste) all fürsten die fsz küssen. Berner fastnachtsp. Dvb; vater meines hauptmanns! ich küsse dir die füsze! du hast über meinen dolch zu befehlen. Schiller 136b (räub. 4, 5). (sie) stürzte zur erde, und war willens, seine füsze zu küssen. ausg. v. Gödeke 3, 572; und mit der gröszten demuth, die ich schuldig bin, küsse ich die heiligsten füsze. Göthe 29, 210; eigenthümlich ist den fusz stampfen = mit dem fusze stampfen: war er tänzer, tänzrin ich: ... er hob mich wie eine feder, schlug ein schnippchen, stampft den fusz, und beschlosz mit einem kusz. C. F. Weisze jubelhochzeit 115. I@A@5@c@a@bב( wenn das verbum den dat. sg. oder pl. erfordert, was allerdings seltener stattfindet. wandel den weg nicht mit jnen (den bösen buben), were deinem fus fur jrem pfad. spr. Sal. 1, 15. den füszen zusprechen, sie beim gehn oder laufen in gröszere thätigkeit setzen, sei es dasz man sich rascher fortbewegt oder dasz der weg besonders weit ist: er sprach den füszen zu, und so hatte er den weg bald zurückgelegt. aber auch in dem sinne: laufend enteilen, davonlaufen. dasz er ... endlich seinen füssen dergestalt zusprach, dasz sie ihn so geschwind hinweg trugen, als ob ihn der teuffel ... selbst fort getragen hätte. Simpl. 2, 271 (Keller 3, 392, 20); weil ich leicht begreiffen konte, dasz ich was böses gethan, so legte ich mich auf das lauffen. ich ... begab mich durch unsern hinterhof auf das freye feld, da ich dann meinen füssen so gut zusprach, als ich konte. Pierot 3, 2. vgl. die füsze ansprechen oben sp. 977. I@A@5@c@bβ) durch eine praeposition, und dies mit oder ohne artikel vor dem regierten casus. durch ab: ab den füszen: so er (der taucher) dann etwas berlin (perlen) in der muotter (der perlenmuschel) findet, laszt er den steyn ab den fssen auffgelöszt und kumpt wider in das schifflin. Frank weltbuch 190a, = von den füszen abgebunden. s. nachher an die füsze henken. durch an mit dat.: strümpfe, socken, schuhe, stiefel, pantoffeln, schlappen an den füszen haben. auch ohne das verbum auszusprechen blosz an füszen: ein paar mächtige fuchsstiefeln an füszen. C. F. Weisze briefwechsel der familie des kinderfr. 4, 64, s. fuchsstiefel. blei an den füszen haben, aus angst, schrecken, furcht u. s. w. nicht oder nur sehr schwer fortgehn können, wie wenn blei an den füszen wäre: der mann sagte: »komm mit!« die frau antwortete: »ich kann nicht, ich habe blei an den füszen.« Hebel (1853) 2, 168, vgl. unten sp. 986 hier bei in die stelle Göthe 12, 118. einen an den füszen packen. einen an den füszen aufhängen. durch an mit acc.: an die füsze hängen oder henken: einer laszt (beim perlenfischen) sich unter das wasser von einem schifflin, mit einem an die fiesz gehenckten steyn. Frank weltbuch 190a, die vorhin angeführte stelle folgt gleich auf diese. an die füsze frieren, frost an den füszen empfinden: so übel fror in an die fsze. Büheler Diocletian 3517; landsmann, wo hast du dein anders bein gelassen? fragte man einen lahmen, der darauf erwiderte: jetzt freurt mich nur an einen fusz und darf auch nur einen schuh und einen strumpf. Simpl. 2, 12. vgl. Jacob Grimm kteinere schriften 1, 322 f. durch auf mit dat.: auf dem fusze oder auf den füszen stehen, aufrecht stehen, fest stehen: die menschen spürten plötzlich ein wankend erschüttern der balken und boden, welches sie auf dem fusse nicht steif stehn liesz. Bodmer Noah 610; mir thut der kopff so grausam weh, dasz ich kaum auff den füssen steh. H. Sachs III (1588). 1, 178c; wie sind mein schenckel mir so schwer, kan nit mehr auff den füssen stehn. 195a; wie verändert werde ich sie finden? werde ich vor ihr auf den füszen stehen können? Göthe 20, 153. mit einem possessiv bei fusz: mein gantzer leib bidmet jetzund dasz ich kaum auff mein füssen steh. H. Sachs IV. 3, 6c; das kind, das noch nicht auf seinen füszen stehen konnte Göthe 20, 176. soll jedoch so viel als sich auf seine füsze erheben, aufstehen ausgedrückt werden, dann findet sich der acc. pl. füsze gesetzt: er (der kaiser) stund auff seine fusz. Aimon b, = »erhob sich von seinem sitz« (Wilhelm Grimm bei aufzeichnung der stelle). aber hier bezeichnet auf mit dem dat. pl. und einem possessiv auch, wie nachher auf eignen füszen stehen, so viel als sich selbst vorstehen, selbständig sein: ich schreibe viel an ihn (Hermännchen) und so gut ich es kann. er soll itzt auf seinen füszen stehen lernen, itzt oder nie. Chamisso 5 (1839) 108 = 1864 118. mit dem adj. eigen: auf eignen füszen stehen, selbständigkeit haben, unabhängig und aus eigner kraft bestehen. ein volk, das solche kriege führt, das von tag zu tag der kanonendonner, der fern aus Frankreich herüberhallt, in athemloser spannung hält, weisz und fühlt, dasz es auf eigenen füszen stehe. Herman Grimm an Gervinus 21. januar 1871 (in der Augsburger allgem. zeitung). es ist zu ermitteln, in wie weit das unternehmen auf eignen füszen stehen kann. auf besserm fusze oder bessern füszen stehen, fester, sicherer stehn: wolt gott, alle bergkherrn setzten jn Salomonis weyse, regierung und kluges hauszhalten zum exempel für, so würden reich unnd bergkwerk biszweylen auff bessern füssen stehen. Mathesius Sarepta (1562) 31b. mit jemand auf gespanntem fusze stehen, mit ihm in keinem guten vernehmen sein, sich aus verdrusz über ihn von ihm fern halten, eigentlich wol so viel als auf gestrecktem fusze zur höhe sich emporrichtend beobachtend, lauernd ihm gegenüberstehen wie in gleicher weise er: als es mir unerträglich war, mit jemand täglich zu leben und auf einem unsicheren, gespannten fusz mit ihm zu stehen. Göthe 25, 6. vgl. unten sp. 987 über den fusz gespannt sein. auf einem sicheren fusze oder auf sicheren füszen stehen, so dasz die füsze festen boden unter sich haben, dann bildlich so viel als so stehen dasz eine festigkeit des verhaltens vorhanden ist. gegensatz ist auf einem unsichern fusze oder auf unsichern füszen stehen, wovon jenes bildlich sich in der eben angeführten stelle von Göthe findet. auf schwachen füszen stehen oder auch ruhen, der festigkeit des wirklichen bestandes ermangeln, der festigkeit des bestandes entbehren: dasz ein gemeines wesen auff schwachen füszen steht. Chr. Weise erznarren 305; (da) die tugend schon zu Rom auf schwachen füszen stehet. B. Neukirch ged. 109. vgl. nachher auf schwache füsze stellen. indessen ruhen auch die noch verbleibenden procente theilweise in der that auf schwachen füszen. Augsb. allgem. zeit. 1870 s. 5750a. auf dünnen füszen stehen, leicht zusammenbrechen und zu boden fallen, leicht hinfällig werden: auszer der existenz des teufels steht keine auf dünneren füszen als eines autors d. i. buches seine. Jean Paul papierdrache 1, 46. hierbei ist zu vergleichen bei Aler 826b »der dünne füsz hat, qui cruribus est arundineis«, in welchem beispiele der ausdruck dünne füsze den sinn zeigt, der ihm eigentlich zukommt. auf schwankendem fusze oder schwankenden füszen stehen, ohne festen bestand sein. auch mit etwas auf schwankendem fusze stehen: stand es nun mit den sachen des geschmackes auf einem sehr schwankenden fusze. Göthe 25, 93. auf freiem fusze oder freien füszen stehn, in der freiheit des handelns unbehindert sein, die freiheit haben nach eignem willen zu thun: de vorgeschreven Hermannus, wo wol he upgeholden unde gefangen was, stund he doch do sulvest uppe frigen foeten, leddich unde losz. protokoll. v. j. 1459 in Pfeiffers Germania 10, 394. auf freiem fusze oder auf freien füszen sein, sich befinden, nicht in haft gesetzt, nicht gefangen gesetzt, der haft entlassen. vgl. oben sp. 973 freies fuszes, und s. nachher sp. 984 auf freien fusz stellen und auf freien fusz setzen. auf rechtem fusze oder auf rechten füszen finden, auf füszen ohne fehltritt, besonders was sittlichkeit betrift. ich habe ewrem rath abermal gefolget: wie ich euch aber zuvor gesagt, habe ich mein liebes weib auff rechten füssen gefunden. ich habe, gott lob, an jhr ein frommes ehrliches weib, und begere keine bessere. herz. Jul. v. Braunschweig 294, = eheliche treue bewahrend, züchtig. auf freiers füszen gehen, gehen um eine braut für sich zu werben. er geht schon lange auf freiers füszen und hat immer noch keine braut. danach dann auch von einer sache auf freiers füszen stehen, von dem freien, einer brautwerbung abhangen: steht Ihre erbschaft auf freyers füszen? Lessing 2, 394. auf dem fusze wohin ziehen, alsbald, ohne verzug: anno M.ccc.xvij name der könig von Frankreich den Juden ... all jhr gut ... und hiesz sie auff dem fusz ausz dem land ziehen. Frank weltbuch (1567) 160a öfter. auf dem fusze folgen oder nachfolgen, unmittelbar folgen oder nachfolgen, unmittelbar hinterdreinkommen, insistere alicujus vestigiis, e vestigio sequi (chron. d. deutsch. städte 3, 206, 16). lego vestigia, ich folg uff dem fuosz nach. Alberus dict. i 2b. zugleich mit dat. der person: da sie ohnehin ihren groszen vorgängern Dante und Petrarch hierin auf dem fusze folgen konnten. Göthe 29, 223; mir befahl er, als meinen herrn und könig dich zu grüszen: er folgt mir auf dem fusz, gleich naht er selbst. Schiller 467a (j. v. Orl. 3, 2); dahingegen, wenn die rache der beleidigung auf dem fusz nachfolget, solche am ersten im stande ist, derselben die stirn zu bieten. Heilmanns Thucyd. (1823) 427; dem der konkurs wie sein schatten immer auf dem fusze nachgefolgt seyn soll. Musäus physiogn. reisen 4, 64. s. auch oben sp. 980 bei fusz halten die stelle aus der Werth. ded. 245. eben so wol von der zeit: zwar folgt dir (dem october) auf dem fusz der flockige zerstörer. Schiller in der anthol. 1782 s. 109. nachdrücklicher ist auf frischem fusze folgen, ohne säumen nach der that (vgl. frischer fusz oben sp. 973), ohne verzug. daneben auf heiszem fusze folgen, mit aller geschwindigkeit, wie denn lat. calidi pedes füsze die hitzig, schnell sind, bedeutet. s. sp. 971. sobald diese fort gangen, seind die herrn commissarii ihnen alsobalt auff heissen (lies heiszem) fusz gefolget. Wiener archiv 16, 251. auf dem fusze nachkommen, nachgehen, nachziehen, nachlaufen, nacheilen, mit dat. der person: wo bleibt meine mutter? wo blieb der graf? — sie kommen doch nach? mir auf dem fusze nach? Lessing 2, 152 (Em. Gal. 3, 4); die Athenienser kamen ihnen (den Milesiern) mit neunzehn schiffen auf dem fusz nach. Heilmanns Thucyd. (1823) 1259; dabey wuszt er dem generalkonkurs, der dem groszen Ludwig nicht minder auf dem fusze nachging, als dem frommen Melanchton, vermöge seines erfindsamen kopfs so geschickt vorzubeugen, dasz solcher ihn nie einholen konnt. Musäus phys. reis. 4, 65; die veint zugen im auf dem fues nach. Wilw. v. Schaumburg 111; ich bin eine unglückliche frau, und ihr hingegen läuft das glück auf dem fusse nach. Gellert lustsp. (1748) 248; do zertrennet er das her und zoch gen Regensburg, auf dem fuesz eilet im der vatter nach. Sigmund Meisterlin, in den chron. der deutsch. städte 3, 85, 27; dorumb er seinem gesellen auff dem fusz nacheylet. Wickram rollw. 28b; seine seele eilte der verschwundenen durch felsen und wälder auf dem fusze nach. Göthe 19, 48. auch ohne den dat.: die auff dem fusz nacheylen gunden. H. Sachs IV. 2, 68b. einem auf dem fusze einer that nachfolgen u. s. w., alsbald nach dieser, unmittelbar nach dieser: da was es (lies er, es ist nemlich der beraubte kläger gemeint) yme (ihm, dem räuber und mörder) nachfolginde uff des schaiches (schâches, des raubes) fuysze mit wofingeschrei. weisth. 2, 213. auf dem fusze haben, zu stande gebracht haben, in gutem stande haben, zur verfügung haben: und endlich haben wir eine seemacht auf dem fus, welche, auszer der eurigen, ihres gleichen nicht hat. Heilmanns Thucyd. 39 (1823 52) = bch. 1 cap. 33. auf frischem fusz ergreifen, strafen, wohin bringen, wohin werfen, s. oben sp. 973 u. 983. beim verbum kann auch zunächst ein adj. stehn, von dem auf den füszen abhängt: einen leicht auf den füszen machen, ihn schnell davon fliehen machen. die furcht machte ihn so leicht auf den füssen, dasz er würde einen hasen eingeholt haben, er setzte so flüchtig über hecken und graben, wie ein pferd von der parforcejagd. Musäus gärtnermädchen 91. durch auf mit acc.: auf die füsze gehen, bis zu den füszen sich verlängern, bis wo sie beginnen reichen, von einem kleide, schmuck u. dgl. mit roten körnlein und klingenden glöcklein, die an Aaronis amptkleidern hangen und jm auff die füsse gehen. Mathesius Sarepta (1562) 106b. auf die füsze stehn, sich vom platze erheben. vgl. nachher B. auf die füsze stellen, aufrecht dasz die füsze auf dem boden sind. ein kind vom arm auf die füsze stellen. aber auch: auf die füsze sich aufrichten machen. alle mächte der nacht überwindend stellte mich die hervortretende sonne (die morgensonne) wieder auf meine füsze: ich war bald im freien und schnell erquickt, wo nicht hergestellt. Göthe 26, 24. davon dann mit einem possessiv, das hervorgehoben wird, oder mit eigen bei füsze: selbständig machen, zur selbständigkeit bringen oder erheben. alle diese, die nicht auf ihre füsze gestellt seyn wollten, wurden mit mystificationen und anderm hokus pokus theils aufgehalten, theils bei seite gebracht. Göthe 20, 213; so lösen sich in gewissen epochen kinder von eltern, diener von herren, begünstigte von gönnern los, und ein solcher versuch, sich auf seine füsze zu stellen, sich unabhängig zu machen, für sein eigen selbst zu leben, es gelinge oder nicht, ist immer dem willen der natur gemäsz. 25, 44; nicht als wenn er (jeder apostel) im gefolge des herren sich befände, sondern als wenn er, nach der himmelfahrt desselben, auf seine eignen füsze gestellt, nunmehr seinem charakter gemäsz das leben durchzuwirken und auszudulden habe. 29, 168. mit einem andern adj. bei fusz: auf schwache füsze stellen, auf füze ohne kraft und ausdauer stellen. und was man für bedeutend hält, ist alles auf schwache füsze gestellt. Göthe 3, 287, = ist alles ohne bestand. s. vorhin sp. 982 auf schwachen füszen stehen. dagegen kommt auf schwachen fusz setzen vor in der bedeutung: in der festigkeit, der kraft des bestehens verringern. wo ihr den grundstein zu eurer zeitlichen glückseligkeit finden könnet, welche, wie ich glaube, durch das unglück eures vaters auf schwachen fusz gesetzt worden. Felsenb. 1, 21. einen auf frischen fusz stellen, ihn gesund machen, ihn heilen. auf freien fusz stellen, eigentlich so viel als auf füszen stehn machen die von fesseln befreit sind, dann aber aus der gefangenschaft entlassen oder befreien. diese letzte bedeutung ist die üblichere: von demselben wurde nach gehörter klag und antwort, auch der beyden zeugen auszsag zu recht erkannt und ausgesprochen, dasz ich wieder auf freyen fusz gestellt. Simpliciss. (Keller) 944, 30 = bch. 6, cap. 18; Solande wuste nicht aus was ursachen er also geschwinde auff freyen fusz gestellet würde. polit. stockfisch 320; dasz ..., als ob Agathon sich in eine verschwörung gegen den staat habe verwickeln lassen, die einzige ursache seines verhafts sei: da sich aber indessen keine hinlängliche beweise vorgefunden, so sei man bereit, ihn wieder auf freien fusz zu stellen. Wieland 3, 175; und dasz es Rüdger und Marfisa waren, die seine freund auf freien fusz gestellt. Gries Ariosto 30, 92. allgemeiner aber sagt man in diesem sinn auf freien fusz setzen: auf freyhen fusz gesetzet. Weckherlin 138 (ps. 31, 11). man hatte ihn als verdächtig eingezogen, er wurde aber bald wieder auf freien fusz gesetzt. alle gefangene sind begnadigt und auf freien fusz gesetzt worden. auf den fusz bringen, zum aufrechtsein bringen, in guten stand bringen: und da das vatterland verfolgung leyden musz, bringst du es widerumb durch schreiben auff den fusz, sagst was disz edle volck für schöne geister trage. Opitz 2, 28 (27). aber auch so viel als aufstehn machen, aufjagen, fliehen machen. vgl. nachher unter B. auf die füsze kommen, sich vom liegen erheben, sich aufrichten, aufstehn: und hulfen im (dem zu boden gefallenen) ... daʒ ër ûf die füeʒe kam. Suchenwirt nr. 3, 123. sich auf die füsze machen, sich zum gehn anschicken, sich zum fortgehn in bewegung setzen: sich auf die füsze machen, pedes proferre. Stieler 589. nach diesem weisen abschiedswort macht er sich auf die füsze, betet sein morgengebet und wandert fort. Wieland 18, 244. aber auch: sich zu eiligem fortgehn in bewegung setzen, sich in eiliger fortbewegung wegbegeben: sie machten sich auf die füsse, und suchten in vollem lauf jene zu erreichen. Heilmanns Thucyd. 451 (1823 542). endlich: sich zur flucht anschicken, sich zur flucht in bewegung setzen, sich fliehend wegbegeben. diesz spornte mich nun desto mehr zur flucht an: ich machte mich also auf die füsze und in vollem sprunge zum hause hinaus. Wieland Lucian 1, 254. einem auf den fusz oder die füsze helfen, bei jemand dazu helfen, dasz er sich auf seinen füszen aufzurichten und fortzubewegen vermag: hülff im (ihm, dem kranken) dann gott wider auf seine füsse, er wölte es freüntlich umb in verdienen. Steinhöwel decameron 557, 24. dann: zu besserm dasein, zu besserm bestehn helfen. denn ich nicht anders kan gedencken, denn wenn das babstthumb sich wolt sencken, so werd helffen Dominicus mir mit seim orden auff den fus. Fischart v. sanct Dominici L 1b. auf den fusz oder die füsze treten, sich in die höhe richten, aufstehn: mhd. diu tohter ûf ir füeʒe trat, nâch dër Wîsheite rât zer Minne sie vil balde gienc. tohter Syon (Schade) 359, Heidelb. hs. 114b. nhd. worffen sie den man (einen todten) in Elisa grab. und da er hin kam und die gebeine Elisa anrüret, ward er lebendig, und trat auff seine füsse. 2n. 13, 21. besonders auf den fusz treten als »heimliches verständnis« (Jacob Grimm bei aufzeichnung der nächstfolgenden beiden stellen), zu heimlichem grusze: mhd. wan daʒ ich si mit dën schuon lîse trat ûf iren vuoʒ. vernam si dô mînen gruoʒ, dës ënweiʒ ich niht, si sweic. GA. 3, 51, 295. dies stimmt zu den kurz vorher stehenden versen. mit dën ougen unverzaget maʒ ër zuo ir dicke vil minneclîche blicke! und trat si mit dën vüeʒen: diz tougenlîche grüeʒen hât ër in dër liebe erdâht. 50, 263. nhd. und wer ein steten bulen hat, der sol im winken: ja, winken mit den augen und treten auf den fusz. deutsche dichter des 16. jh. 1, 68, 69; zwölf knaben freien mich: ... der drit der trat mir auf den fusz. 37, 35, 5. aber, wie auch in dieser stelle schon deutlich hervortritt, zu einem zeichen: er trat ihm auf den fusz, um ihm zu verstehn zu geben, er möge schweigen. vgl. dazu einen mit dem fusze treten sp. 987. so ist auch treten auf den fusz ein zeichen der besitzergreifung und der angetretenen herschaft (s. rechtsalterth. 142. Freiberger stadtr. s. 189) und dies selbst beim bräutigam, wenn er am schlusse der trauung auf den fusz der braut trat: und gap Lemberslinde ze manne Gotelinde. si sungen alle an dër stat: ûf dën vuoʒ ër ir trat. Helmbrecht 1534. die sitte ist jetzt erloschen, doch geht von ihr aus, dasz noch in Altbaiern brautleute vor dem altare nach der einsegnung einander auf den fusz oder ein kleidungsstück zu treten suchen, in dem glauben, der zuerst getretene theil des paares werde während der ehe unter der herschaft des andern stehn (s. Keinz in seiner ausgabe des Helmbrecht s. 77 zu der stelle). auszerdem knüpft sich an jene sitte der glaube, dasz in den, der auf den rechten fusz eines zauberers tritt, dessen sehergabe übergehe. dies fand z. b. bei dem reichen sünder statt, der dem einsiedler auf den fusz trat auf dessen aufforderung trit ûf mînen zëswen fûʒ. lieders. 1, 593, 22. vgl. Wilhelm Wackernagel bei Haupt 2, 550. endlich gilt aber das treten auf den fusz als beleidigung und einem auf den oder auch, aber seltener, auf einen fusz treten heiszt so viel als ihm eine beleidigung zufügen, ihn beleidigen. ich schisz meins herren feind ins musz und trat jm willig auff ain fusz, warff jm des nachts die fenster ein. Murner schelmenzunft nr. 9 (Scheible 10 s. 839); aber da Johannes (der täufer) dem Herodi selbst auf den fusz trat (vgl. Matth. 14, 4), da war er kein guter prediger mehr. Schuppius 14; allen schurken, wo ich nur dazu kommen kann, auf den fusz zu treten. Wieland 8, 10. er hat dem wol auf den fusz getreten, weil der so unfreundlich gegen ihn ist. durch aus in der redensart einem aus den füszen gehen, ihm »aus dem weg gehen« (Jacob Grimm bei aufzeichnung der folgenden stelle): einem aus den füszen gehen. Günzel 237b. in der Hunsrücker mundart nau leb wuhl! eich gehn dr aus de fiese. Rottmann (1863) s. 23; unn wann sich zween sesamme schiesze unn æhner mausedôd sich blut, dann geht der anner aus de fiesze, mr mähnt, et dehr em gär käh gut. 85; eich gehn mit meinem maul kähm deiwel aus de fiesz. 113. sich aus den füszen machen, eine redensart, die von den füszen der pferde ausgeht, s. unten unter B 3) b). durch auszer. auszer den füszen seyn, nicht weiter hindern, als hindernis weggeräumt sein. Frisch 1, 309c bei einer stelle aus Hedions übers. des chronicons Eusebii 86a erklärt »non amplius impedimento esse, e medio sublatum esse«. durch bei, mit dat. gefügt: bei den füszen liegen, zu füszen, wo die füsze sind: der bhilt den löwen sein lebtag, der zu tisch bey sein füssen lag. H. Sachs IV. 2, 58d. einen bei den füszen ergreifen, packen. mit acc.: seinen fusz bei den eines andern stellen, s. sp. 976 u. vgl. nachher e) γ). mittelst durch. befelch durch die füsz ziehen, ihn verhalten. Reinhard 1, 265. durch für mit dat.: für den fessen, vorhanden, ante pedes. Henisch 1317, 47. für deinen füssen demüthigen. Olearius pers. rosenth. 5, 16. s.für I B 1) a). noch heute süddeutsch. wetterauisch u. s. w. für den füszen liegen. durch für mit acc. mhd. z. b. beim verbum legen: sô wil ich mich legen für iuwer füeʒenider an das gras. Nib. 915, 3. nhd. z. b. mit fallen; ich thet jhn (den helden) uber hart verwunden, dasz er mir für die füsz thet fallen. H. Sachs III (1588). 2, 178c. vgl.für I A 1) a). süddeutsch, wetterauisch u. s. w. noch für die füsze legen. nhd. aber heute nur vor, welches unten sp. 990 folgt. durch hinter mit dat. gefügt: es liegt hinter seinen füszen. mit acc.: hinter die füsze stehen, sich hinter diese begeben. und (Maria Magdalena) stuond hinder sein (Jesu) fsz dieselben im weschende mit yhren zehern. Luther 2, 173a. durch in mit dat.: schmerz in den füszen haben. es liegt mir bleischwer in den füszen. Göthe 12, 118. mit acc.: es kam mir der schrecken in die füsze und ich konnte kaum von der stelle. durch mit. mit füszen oder mit den füszen treten, worin mit den füszen instrumental erscheint (vgl. gramm. 4, 711). trit man uns darumb mit füssen und thut uns beide hende vol, das müssen wir für gut nemen. Luther 6, 58b; kombt mir die alt die mich her beten hat, so wil ichs mit füssen treten. H. Sachs IV. 3, 20c; wer tod und ewigkeit mit füssen treten kan. A. Gryphius (1698) 1, 10 (3); den, der regiment und cron mit füssen tritt. (1663) 3; bin ich denn sein pedal?er tritt mich ja mit füssen. Stoppe 286; ich möchte gern das vergnügen haben, Sie mit füszen zu treten! C. F. Weisze lustsp. 3, 273; haben nicht ihrer zween noch erst vor kurzem einen armen handwerkspurschen ... aufs erbärmlichste mishandelt, ihn mit füssen zu schanden getreten, dasz er drey stund darauf den geist aufgab? H. L. Wagner Evchen Humbrecht 103. bei personification: so trete mich mit stolzem fusze das ungestüme glück in staub. Uz (1768) 1, 159 (99). auf einen mit den füszen treten: mhd. si træten ûf in mit dën vüeʒen. welsch. gast 6351. einen mit dem fusze treten, ihm ein zeichen zu geben: gang gemach zuo jr und drit sy ain wenig mit dem fuosz und gib jr zaychen dasz sy weck gang. Wirsung Cal. (1520) H iiija. mit dem fusze oder den füszen stampfen, stoszen, mit den füszen strampeln, scharren, gehen, laufen, traben, straucheln: fröhlich jauchze die ganze schaar und stampfe mit den füszen! Göthe 13, 237; einen mit füssen zum hause hinaus stossen. Ludwig 678; er stöszt mit dem fusz auf die erde und sieht ihr unwillig nach. C. F. Weisze lustsp. 3, 267; er fängt schon an ... mit den füszen zu strampeln. 272; strampel mit den füssen. Hes. 6, 11; das (dasz) du .. mit den füssen gescharret. 25, 6; habe also meinen lieben gott umb sonst mir predigen, und den edlen schatz faren lassen, und mit füssen drüber gangen. Luther 6, 311b; und wie thumm und ungeschmack saltz in weg wil stürtzen lassen, darüber jederman mit füssen lauffen solle. Mathesius Sarepta (1562) 210. sprichwörtlich es ist besser mit den füessen, als mit der zungen strauchlen. Henisch 1318, 30 und danach Stieler 589. mit keinem fusze jemandes schwelle mehr betreten, nie mehr zu ihm in seine wohnung kommen: Sie müssen mirs zuschwören, dasz Sie Ihrer frau liebste kein wort von der ganzen sache sagen wollen: sonst betrete ich Ihre schwelle mit keinem fusse mehr. Gellert lustsp. (1748) 244. mit den füszen läuten, sitzend die hangenden füsze frei vor- und rückwärts bammeln lassen: er wiegt sich auf dem stuhl, und läutet mit den füssen. Dusch verm. werke 167. vgl. füszgampen. im gemeinen leben aber sagt man, da dieses läuten als unanständig gilt, dem esel läuten. s.esel 5) k). eine sprichwörtliche redensart führt Henisch 1317, 67 an: gott mit den füessen haben, bonis avibus, also in dem sinne mit guter vorbedeutung sich wohin begeben, vom glück begleitet oder begünstigt sein. durch nach. nach den füszen warten, zuwarten, bis dieselben wieder frei sind, in fuszeisen, überhaupt in banden sein: eine zeit lang nach den füssen warten müssen, diu in vinculis esse. aus Hamelmanns oldenburg. chron. bei Frisch 1, 309c. durch neben mit dat.: neben den füessen, secus pedes, κατὰ πόδας, continuò, sine ulla deliberatione. Henisch 1318, 14, ohne ein verbum dabei anzugeben, von dem die praep. abhienge. die bedeutung ist also: wie die füsze sich fortbewegen gleich mit, ohne aufenthalt oder verzug mit fort, alsbald, sogleich. mit acc.: er legte es neben seine füsze zum gebrauche hin. durch über mit dat.: über den füszen lag eine decke. mit acc., zunächst ohne artikel nach der praep.: über fusz in der bedeutung »sogleich, stante pede« (Jacob Grimm bei aufzeichnung der beiden folgenden stellen aus einer dichtung des 13. jh., mit der bemerkung auf demselben zettel »vgl. eilen«): all unkrüt dorret uber fûʒ. erlösung 1953; bescheidenlîche saget in »unser hërre ëʒ (das eselfüllen) haben mûʒ:« sô lêʒet manʒ ûch uber fûʒ. 4329 (aus Matth. 21, 3). das bild deutet auf das unterschlagen des fuszes beim ringen, über den der gegner unversehens stürzt. auf dasselbe bild scheint auch zu gehn über einen fusz in wann dan eins weglin auff des andern steglin kompt, so wirfft einer den andern der vorigen iniurien ingedenck, mit vorteyl über einn fuosz hinab. Frank sprichw. (1541) 1, 110b. mit jemand über den oder übern fusz gespannt sein, mit jemand in keinem guten vernehmen sein, sich aus verdrusz über jemand von ihm entfernt halten, ihn meiden: seinen nächsten nachbaren (acc. sg.), mit welchem er über den fusz gespannet war, und sich ihn gern unterwürfig machen wolte. Heilmanns Thucyd. (1823) 671 = bch. 4, 83; ich bin seit einiger zeit, so lange ich sie recht kenne, mit der ganzen bande über den fusz gespannt. Boie, in Weinholds Boie 237; zwar bin ich seit geraumer zeit ein wenig übern fusz mit ihm gespannt. Lessing 2, 240 (Nathan 2, 2). einen über den fusz fallen lassen, einen fusz unbemerkt vor ihn stellen dasz er beim gehn darüber fällt. Ludwig 678. durch um: einem um die füsze fallen, mit bitte oder aus zu groszer rührung vor ihm niederfallend seine füsze umfassen. Gustchen fällt ihm um die füsze. Lenz 1, 13. durch unter mit dat.: einem unter den füszen sein, von ihm unterdrückt, beherscht sein. übrigens weisz er, ... dasz, sobald ich ihm die geringste verbindlichkeit hätte, die gleichheit, die unsere ganze freundschaft unterhält, wegfallen und ich in einem nu ihm unter den füszen seyn würde. Lenz 1, 218. einem unter den füszen liegen, tiefer als wo diese sind: die (Johanna) jedes gröszte, höchste dieser erde klein unter ihren füszen liegen sieht? Schiller 466b (jungfr. v. Orl. 3, 1). dann so viel als ihm unterthan sein: mhd. und dër sëlbe ligen muoʒ under dër girescheite vuoʒ. welsch. gast 4228. nhd. das (dasz) uns alle ding mus ewiglich unter den füssen ligen. Luther 6, 79a. einen unter dem fusz oder den füszen haben, unter sich als herscher oder herscherin haben, nach willen beherschen: was den fürsten in ihren kram dient, da sind sie hinter her, und gloriiren von ruh und sicherheit des reichs, bis sie die kleinen unterm fusz haben. Göthe 8, 31. einem den boden unter den füszen weg ziehen, ihn zu fall bringen, aber auch so viel als machen dasz einer in einer sache den festen stand verliert. dies z. b. in sein gegner zog in seiner rede ihm den boden unter den füszen weg. unter den füszen ersinken, schwirren u. s. w., von den füszen abwärts. die erd ersänk ihm unter den füszen. Herder Terpsichore 1, 24; weisz ers, wie das geräusch der thronen tief unter seinen füszen schwirrt? Tiedge ep. 113. etwas unter den füszen umherschlenkern, es verächtlich mit den füszen hin und her stoszen: meinethalben schleicke mans under den füessen umbher, thue man jhnen wie man wölle, ich verachts, per me ista pedibus trahantur. Henisch 1317, 69. es fährt unter den füssen herum, neglectum jacet, pedibus proculcatur. Frisch 1, 309. sprichwörtliche redensart ist einem das gras unter den füszen weghauen, ihn in der gunst der geliebten verdrängen und diese für sich gewinnen, ihn listig verdrängen, ihn listig hintergehn. Rädlein 315a. durch unter mit acc.: den weg unter die füsze nehmen, ihn antreten und gehn. dem es grosse müe was ausz der kuchenn von seiner lieben Nuta zescheyden in die statt ze gen, doch mit grossen seüffczen den wege under die füss nam, mit dem watsacke in das castell kame. Bocc. 2, 22b = Steinhöwels decameron (Keller) 404, 231d. unter die füsze thun, geben, zur beherschung untergeben, unter den befehl untergeben: du wirst jn zum herrn machen uber deiner hende werck, alles hastu unter seine füsse getan. ps. 8, 7; dem sone gottes ..., dem gott alles unter seine füsse gethan, wie Pharao seinem trewen diener Joseph. Mathesius Sarepta (1562) 42b. aber auch so viel als durch besiegung unterwerfen, unterwürfig machen, unterwerfen: und wenn jr mercket, das sie verzagt sein werden und die flucht geben, so dringet getrost auff sie, denn der herr hat sie unter ewre füsse gegeben. Judith 14, 5. denselben sinn mit der hervorstechenden nebenbedeutung »mit gewalt« hat unter die füsze zwingen: er wird die völlker unter uns zwingen und die leute unter unsere füsse. ps. 47, 4. im besondern jedoch wird einem unter den fusz geben auch gesagt für ihm heimlich nachricht geben etwas zu thun, es ihm heimlich anrathen, ursprünglich gleichsam heimlich unterschieben: demnach stöhrete ich meine speciellen guten freunde an, dem frauenzimmer unter den fusz zu geben, dasz sie sechs personen aus ihrem mittel erwählen sollten, welche einstimmig darauf dringen möchten, dasz ... Felsenburg 4, 278; wobei er (Alcibiades) dem Tissaphernes unter den fusz gab, ihnen zu sagen ... Heilmanns Thucyd. (1823) 1300; er gab dem junker ... noch viel andre gesetze und anschläge unter den fusz, deren wir vorjetzt nicht erwähnen können. J. G. Müller Siegfr. v. Lind. 4, 285; hierdurch wollte er dem lektor eine ausflucht unter den fusz geben, sich aus der sache zu ziehen: aber der mensch war zu sehr zu boden geschlagen. 411. die behörde gab ihm unter den fusz, er möge um seine pensionierung einkommen, aber er that es nicht. einem die hände unter die füsze legen, s. oben sp. 968. unter den fusz oder die füsze bringen, in besitz nehmen: einen verlornen platz von neuem unter den fusz bringen. Hahn hist. 1, 103 anm. e. dann so viel als »niederwerfen« (Jacob Grimm bei aufzeichnung der nächstfolgenden beiden stellen), dasz die füsze des oder der überwältigenden auf dem oder den überwältigten stehn: und also der pensionarius übermannet und unter die füsze gebracht worden, dem hernach des gefangenen bruder auf den leib gefallen. französ. Simplic. 2, 90; in dem longobardischen kriege war Carolus Magnus dermassen glücklich, dasz er dieses gesamte mächtige reich gäntzlich zerstörte und unter den fusz brachte. Hahn hist. 1, 23; das volck der Friesen hatte sonst mit dem fränckischen staate nichts gemein, bis es endlich Carolus Martellus völlig unter den fusz brachte. 76 anm.; Galba thut einen versuch, die völcker, so um den ursprung des Rheins wohneten, unter den fusz zu bringen. Mascou 1, 17; dasz die Alanen in Gallien von den Westgothen bereits unter den fusz gebracht worden. 474; da sie die meisten schon unter den fusz gebracht. Heilmanns Thucydides 321, bei Jacobi sich unterworfen hatten; wird es den Atheniensern glücken, uns unter den fus zu bringen. 863, bei Jacobi wenn die Athener siegen. übrigens kommt der ausdruck auch s. 872 und öfter in dem werke vor. dasz etwa hier ... böse neigungen verstanden werden, die wir wünschen müssen, völlig unter den fusz zu bringen. Kant 6, 282, = zu überwältigen, bewältigen, bezwingen. einen oder etwas unter die füsze reiszen, ihn, es niederreiszen, dasz die füsze der zerstörenden sich darauf bewegen: es stunden auch noch einige andere häuser in gefahr der plünderung und hat wenig gefehlet, dasz dieselbe nit under die füsze gerissen wurden. französ. Simplic. 2, 198. jemand oder etwas unter die füsze treten, niedertreten und durch treten übel zurichten: denn da sie hier genöthigt wurden in dichten haufen zu gehen: so stürzten sie einer auf den andern und traten sich theils einander unter die füsze, theils stieszen sie einander mit ihren spieszen und übrigem gewehr entweder gleich todt nieder, oder verwikkelten sich doch darin, dasz sie umfielen. Heilmanns Thucyd. (1823) 1227 = bch. 7, 84. dann so viel als niederfallen machen oder niederwerfen und darauf herum treten: die schlägerei endigte damit, dasz die eine partei ihre gegner unter die füsze trat. weiter: in schimpflicher weise unterdrücken, bezwingend wie völlig rechtlos behandeln: der mein brot asz, trit mich unter die füsse. ps. 41, 10, vgl. Joh. 13, 18; wir befinden, das viel sind, welche der fürsten gnade misbrauchen, ... also das sie nicht allein die unterthanen pochen, sondern auch gedencken, die herrn selbs, von denen sie erhöret sind, unter die füsse zu tretten. stücke in Esth. 6, 2; wie das römisch reych ein fest und starck reych gewesen, das alles unter seine füsse getretten. Mathesius Sarepta 110b; diejenigen bürger, welche sich zu keiner parthei schlugen, wurden von beiden unter die füsze getreten. Heilmanns Thucyd. (1823) 506; das waren die zeiten, wo die angelegenheiten des islamismus blühten! wo die ungläubigen unter unsre füsze getreten wurden. Wieland 6, 190. bei personificationen: der enthusiasmus trabt immer neben dem verfolgungsgeist her, ... dasz man meynen sollt, er werd mit seinem nebengespann alles unter die füsze treten. Musäus physiogn. reisen 2, 66. etwas unter die füsze treten. auch: es auf das verächtlichste behandeln, der vernichtung preis geben. und traten solchergestalt allein unter allen Böotiern das uralte herkommen in diesem lande unter die füsze. Heilmanns Thucyd. (1823) 472. aber in den sinn von unterdrücken, nicht auf- oder auskommen lassen, geht die redensart in einem littauischen sprichwort über: was du gesehen, was du gehört, tritt unter die füsze, = davon schweige. Schleicher littau. sprichw. 159. unter die füsze kommen, gerathen, fallen, rollen, dasz darauf getreten wird. das kind fiel und kam unter die füsze der menge, so dasz es schwer beschädigt hervorgezogen wurde; und (meine feinde) sollen mir nicht widerstehen, sie müssen unter meine füsse fallen. 2 Sam. 22, 39 u. ps. 18, 39, d. h. von mir völlig besiegt und unterworfen werden; mörder, räuber! — mit diesem wort war das gesetz unter meine füsze gerollt. Schiller 110b (räuber 1, 2). durch vermöge: da er den glocken vermöge seiner füsze eine besondere schwungkraft mitzutheilen gewuszt, um ihnen einen herzhaften schall und taktmäszige bewegung zu geben. Musäus physiogn. reisen 3, 38. durch von. von den füszen kommen, schwach werden zum gehn und stehn, an körperkraft und gesundheit gänzlich abnehmen: die mutter, die ihr kind gut nähren will, darf nicht selbst von den füszen kommen. gegensatz ist auf die füsze kommen oben sp. 985. formelhaft ist von fusz auf z. b. in von fusz auf kleiden, von unten bis oben: er hett mich von fusz auff neü kleidt. Ayrer 244b (Keller 1220, 15); lieber, goldner Perlendaniel, ... ich will dich kleiden von fusz auf. Schiller 140a (räuber 5, 1). von fusz auf loben, in allen stücken loben: loben den hausvater und sein gesind von fuosz auff und ersamlen mitt yrem heüchlen vil gelts. Frank weltbuch 50b. aber auch von fusz auff so viel als alsbald, ohne verzug, e vestigio. Emmel B iiijc. durch vor mit dat.: vor den füszen liegen: getödtet von mir selbst, liegt sie vor meinen füssen, mein göttlich weib! Gellert fab. 1 (1760) 18. aber auch: dicht am boden vorn an den füszen jemandes liegen dasz es dieser augenblicklich sehen kann. du suchst, was du verloren hast? es liegt ja vor deinen füszen. einen vor fusze wegschlagen, ihn, wie er vor die füsze des gegners, d. h. heran, kommt, in die flucht schlagen, ihn alsbald in die flucht schlagen: des czoch dye heidinschaft von irstin in den strit, und von den gnadin des herrin wordin sy vor fuse weggeslagin. Lindenblatt 217 (script. rer. pruss. 3, 316). durch vor mit acc.: einem vor die füsze kommen: aber der eilfertige wandrer stolpert auch leicht über einen stein, oder eine wurzel, die ihm vor die füsze kommt. Musäus physiogn. reisen 2, 41. einem etwas vor die füsze werfen, es mit verachtung u. s. w. vor ihn hin auf den boden werfen. indem er ihm den dolch vor die füsze wirft. Lessing 2, 189 (Em. Gal. 5, 8). voll zorn nahm er das geschenk und warf es dem geber vor die füsze. dann überhaupt: empfangenes verachtend und verschmähend mit heftigkeit von sich weisen. vor die füsze streuen: diese perlen gabst du mir, sollt ich wol mich scheuen, vor die füsze, liebe, dir meinen schatz zu streuen? Rückert 348. vor die füsze legen. durch zu. bei dieser praep. steht fusz überaus häufig im sg. wie im pl.: zu fusze, zu füszen; zuweilen aber findet sich auch beim pl. von fusz in hinsicht darauf, dasz sich beide füsze als ein zusammengehöriges, als eins fassen lassen, verschleifung der praep. und des im sing. gesetzten artikels: zum füszen (s. gleich nachher die stelle von Werder, weiterhin die stellen von Lichtwer, dann aus Opitz Hercinie 38 und Henisch 1317, 21), was jedoch keineswegs nachahmungswerth erscheint. zu den füszen oder zun füszen oder blosz zu füszen jemandes sitzen: es lag Raimondo gleich daselbst kranck und verwundt, und Gottfried sasz für jhm zum füssen auff dem bette. Werder Gottfried 19, 120. als zeichen dasz dem sitzenden die unterste stelle gebühre (vgl. nachher sich zu füszen setzen), aber auch als zeichen traulicher liebe oder der verehrung: und funden den menschen, von welchem die teufel ausgefaren waren, sitzend zu den füssen Jhesu. Luc. 8, 35; o säsz ich zu Ihren füszen in dem lieben vertraulichen zimmerchen, und unsere kleinen lieben wälzten sich mit einander um mich herum. Göthe 16, 100; ich weisz nicht, ob die berühmte mademoiselle Bondelli in oder um Bern wohnt, die er (Leuchsenring) aufsuchte: er sitzt vielleicht zu ihren füszen und kann nicht schreiben. Caroline Flachsland an Herder, s. Herders nachlasz 3, 155. als hörer oder schüler, nach der gleich nachher folgenden stelle Luc. 10, 39, so wie auch nach apostelg. 22, 3: da ihre (Marthas) schwester Maria zu Christi ihres lehrmeisters füssen sasz und ihre lection lernete. Schuppius 651. er hat zu den füszen Friedrich August Wolfs gesessen, ist sein schüler. sich zu den füszen jemandes setzen wird nach dem verschiedenen sinne von zu den füszen jemandes sitzen gesagt. als zeichen z. b., dasz dem sich zu füszen setzenden die unterste stelle zukomme: und sprechet zu dem armen: stehe du dort oder setze dich her zu meinen füssen. Jac. 2, 3. aber als aufmerkender hörer oder schüler sich zu den füszen des lehrenden setzen: und sie hatte eine schwester, die hies Maria, die satzte sich zu Jhesus füssen und höret seiner rede zu. Luc. 10, 39. zu den füszen jemandes erzogen werden, dessen schüler sein, seine geistige ausbildung von ihm empfangen: ich bin ein jüdischer man, geborn zu Tarsen in Cilicia und erzogen in dieser stad zu den füssen Gamalielis, geleret mit vleis im veterlichen gesetz. apostelg. 22, 3. jemand zu füszen liegen, da wo die füsze sind und zwar die eines liegenden, schlafenden: da es nu mitternacht ward, erschrack der man und erschuttert und sihe, ein weib lag zu seinen füssen. Ruth 3, 8, worauf v. 14 und sie schlieff bis morgen, zu seinen füssen; ein jäger schlief im haberschwaden und stützte sich auf seine hand, sein rohr, mit grobem schrot geladen, lag ihm zum füszen aufgespannt. Lichtwer fab. 4 nr. 3; ich war ... an einer felswand eingeschlafen ... — da liegt sie mir, wie ich erwache, gleich einer rose, entschlummert zu füszen. H. v. Kleist Käthchen v. Heilbronn 17. danach und zumeist: vor jemandes füszen liegen, da, wo dessen füsze am boden sind, liegen. die gegend, die hier von dem berge aus zu deinen füszen liegt. auch von dem in menschlicher weise als könig dargestellten löwen: er malt die rauche majestät in vollem harnisch, auf dem throne, zum füszen lagen schild und speer. Lichtwer fab. 3 nr. 9. weiter auf einen berg u. dgl. angewandt, der gleichsam auf die an seinen fusz stoszende tiefere gegend herabblickt: allen drei welttheilen liegt er (der kleine gotteswinkel Canaan) wie in der mitte, dem unabsehlichen Asien, diesen reichen bergen der urwelt liegt er zu füszen, und ist sein ausgang, sein hafen. Herder ebräische poesie 2, 222. dann zum zeichen des wegseins, des entfernens von dem, welchem die füsze sind: der himmel kröne dich mit wolsein und vergnügen, so wird stets was dich kränkt zu deinen füssen liegen und deines glückes reis in vollen knospen blühn. B. Neukirch ged. 280. zum zeichen der unterwerfung, des bezwungenseins, des gehorsams: stärker als Herkules ist, dem das hundertköpfige ungeheur, der pöbelwahn, gebändigt zu füszen liegt. Herder z. sch. lit. 13, 117. zum zeichen demüthiger unterwürfigkeit so wie unterwürfiger liebe oder bittender liebe: doch endlich sieht sie ihn zu ihren füszen liegen. Zachariä d. schnupftuch 4, 173; ein liebender liegt dir zu füszen, die jammerknechtschaft aufzuschlieszen. Göthe 12, 239; ein junger mann von anlockender physiognomie lag zu ihren füszen, und that ihr mit dem wärmsten gefühl das geständnisz der liebe. Musäus volksm. (1787) 2, 19. auch wol überhaupt zum zeichen demüthiger bitte. jemanden etwas zu füszen legen, es ihm ehrerbietig vor die füsze legen und so dargeben: und brachte das gelt und legets zu der apostel fusse. apostelg. 4, 37, in den drucken des neuen testamentes bis 1527 fussen; dasz sie ihr gold und silber als ein anreitzung alles übeln zu desz lautenistens und musicantens füsse gelegt, dem armen aber und dürfftigen hätten sie geben nichts. Schuppius 407. überhaupt so viel als demüthig oder tief ehrerbietig darbringen: dasz ich Ihnen, mit dem opfer meines herzens, nicht zugleich mein porträt zu füszen legen kann. Gotter 3, 273; Sie verlangten heute ein gefühlvolles zärtliches lied von mir! ich habe mein möglichstes gethan, madame! — und lege es Ihnen hier zu füszen. Schiller 639b (parasit 4, 2); ich werde mein gesuch dem landesherrn zu füszen legen; der wie ein bruder sich erschöpft für mich und lieb und leben mir zu füszen legte. A. W. Schlegel Heinr. d. vierte II, 3, 1; sind Ihro excellenz zu sprechen? kann ich meine unterthänigste devotion zu füszen legen? Göthe 15, 30. danach weiter: in unterthänigkeit tief ehrerbietig empfehlen. ich bitte, mich seiner excellenz zu füszen zu legen. Gotter 3, 27. daher endlich: unterwürfig machen, unterwerfen. bezwungen leg ich Frankreich dir zu füszen. Schiller 459a (jungfr. v. Orl. 1, 10); den sarrasz angeschnallt, liesz er (der fürst von Albion) sich nichts verdrieszen, und legte das land zu seinen füszen. Kl. Schmidt kom. dicht. 186, = unterwarf sich das land. sich jemand zu füszen legen: ein treuer bedienter des besten herrn, der sich Ihnen zu füszen legt. Weisze lustsp. 2, 240. einen oder etwas jemand zu füszen strecken, diesem unterwerfen, ihm unterwürfig machen: Paris, dem Britten zu füszen gestrekt. Kl. Schmidt kom. dicht. 187. einen oder etwas jemand zu füszen fällen, ihm zu füszen fallen machen, zu dienst bewältigen, unterwerfen: wirst Rom begierig hören in ihrer sprache selbst, dich lassen von jhr lehren, durch was für witz und krafft sie jhr die gantze welt, was Titan überscheint, zum fszen hatt gefellt. Opitz Hercinie (1630) 38. etwas jemand zu füszen schütten, es vor jemand hinschütten, dasz es diesem vor den füszen liegt: der antichrist wirt gelt auszgeben, S. Petro schüt mans zuon fssen eben. Nasus Nasenesel 24a am rande. zu jemandes füszen stoszen, durch einen stosz vor jemand zu boden werfen und zu nichte machen: bis endlich die verzweiflung ... mit losgewundnen händen auf sie (die eigenliebe) das schwerdt entblöszt, und den gefurchten (gefürchteten) götzen zu ihren füszen stöszt. Dusch verm. werke 94. einen oder etwas, in so fern dieses eine gesammtheit von personen ausdrückt, zu jemandes füszen führen, ihn oder es diesem unterthänig, unterwürfig, gehorsam machen: das gewicht von Bernhards (von Clairvaux) empfehlung, welches die französische nation zu seinen (des papstes Innocentius II.) füszen geführt hatte, unterwarf ihm auch England. Schiller 1038a. aber einen jemand zu füszen führen heiszt auch ihn, überhaupt eine person, zu diesem, nemlich einer andern person, bringen, damit jene dieser, vor ihr knieend, ihre tiefe ehrerbietung, ihre verehrung bezeige: eh dieses tages sonne sinkt, führ ich die gattin dir don Manuels zu füszen. Schiller 501b. oder damit die erstgenannte person demüthig oder ehrerbietig eine bitte an die andere richte oder dieser ihre dankbarkeit bezeige. dieses letzte in den worten Nathans wo ist er, Daja, dieser edle mann? wo ist er? führe mich zu seinen füszen. Lessing 2, 195, denn die aus den flammen gerettete Reeha kann, wie es gleich nachher heiszt, nicht ruhen, bis sie ihren dank zu seinen (ihres retters) füszen ausgeweinet. jemand zu fusz oder zu füszen oder zu den füszen, zun füszen fallen. die zunächst liegende bedeutung ist: dahin, wo die füsze jenes auf dem boden sind, fallen. ich sah ihn todt zu meinen füszen fallen! Schiller 509b. der apfel fiel vom baume gerade zu seinen füszen. dann blosz von personen gesagt: in oder aus schrecken vor die füsze einer andern auf den boden fallen. und als bald fiel sie zu seinen füssen und gab den geist auff. apostelg. 5, 10; ward zittern und fiel Paulo und Sila zun füssen. 16, 29; und als ich jn sahe, fiel ich zu seinen füssen als ein todter. und er leget seine rechte hand auff mich, und sprach zu mir: fürchte dich nicht. offenbar. 1, 17. eben so wol aber auch tief ehrerbietig zu füszen niederknieen, im morgenlande, indem die stirne zugleich den boden berührt (vgl. 1 Mos. 42, 6 fielen sie fur jm nider zur erden auff jr andlitz, so wie nachher die stelle 1 Sam. 25, 24): und als Petrus hin ein kam, gieng jm Cornelius entgegen, und fiel zu seinen füssen, und betet jn an. Petrus aber richtet jn auff, und sprach: stehe auff, ich bin auch ein mensch. apostelg. 10, 25; als nu Maria kam da Jhesus war, und sahe jn, fiel sie zu seinen füssen und sprach zu jm: herr, werestu hie gewesen, mein bruder were nicht gestorben. Joh. 11, 32; der kam, dem köng zu fussen fil, schwur ein eyd. H. Sachs II (1591). 3, 100a; er vergasz aller ehrerbietung und fuszfalls, neyget sich nicht, fiel nicht zu fusz. buch d. l. 211, 3; Sie haben gezittert, jetzt soll er zittern, soll zu Ihren füszen fallen. Kotzebue dramat. sp. 3, 225. zu ehrerbietiger, demüthiger bitte niederknieen: steig sie (Abigail) eilend vom esel und fiel fur David auff jr andlitz, und bettet an zur erden, und fiel zu seinen füssen, und sprach u. s. w. 1 Sam. 25, 24; und (Esther) fiel jm (Ahasverus) zun füssen und flehet jn. Esth. 8, 3; und da er (Jairus) jn (Jesum) sahe, fiel er jm zu füssen und bat jn seer. Marc. 5, 22; geh bald hin zu dem herrn dein, fall jm zu fusz, genade bitt. H. Sachs II (1591). 3, 71a; jetzt können wir nur dem vetter zu fusz fallen und ihm unsre beschimpfungen abbitten. H. L. Wagner kindermörderin 86. Evchen Humbrecht 106; ich will dem blutrichter zu fusze fallen, ... ob das die herren erbarmen möchte, dem unschuldigen blut das leben zu schenken. Musäus volksm. (1787) 2, 68. ehrerbietig, demüthig dankbar oder dankend vor jemand auf den boden niederknieen, im morgenland zugleich, wie oben angegeben, indem die stirne die erde berührt: er (Elisa) sprach: da nim hin deinen son (den er von den todten auferweckt hatte). da kam sie und fiel zu seinen füssen, und betet an zur erden. 2n. 4, 37; (er) preiset got mit lauter stim, und fiel auff sein angesicht, zu seinen füssen, und dancket jm. Luc. 17, 16. Stieler 589 setzt nach norddeutscher weise in verwechselung des accusativs und des dat. einen zu fusz fallen. das transitiv von zu fusz oder zu füszen fallen ist zu fusz oder zu füszen fallen, doch dieses wird, wie sich vorhin sp. 991 zeigt, in anderer bedeutung gebraucht. sich jemand zu fusz oder zu füszen werfen, vor jemand tief ehrerbietig auf den boden niederknieen: mit liebetrunknem herzen warf ich mich ihr zu fusz. Götz 1, 66; ich entdeckte ihnen (den müttern) meine liebe zu dir, ich warf mich zu ihren füssen und ersuchte sie um ihre einwilligung. Musäus das gärtnermädchen (1771) s. 167; wir reisen zu meinem vater, werfen uns zu seinen füszen, er verzeiht. Malsz bürgercapitain (1821) s. 28. mhd. sagte man sich ze vuoʒe oder ze vüeʒen bieten: dâ buten si sich ime ze fuoʒen. genesis 62, 30, fielen sie ihm zu füszen; si buten sich suoʒezuo sînem fuoʒe. 66, 27; wir schulen daʒ niht lâʒen,wirne bieten uns im ze fuoʒen. Karajans sprachdenkmale 28, 9—10; ich biut mich iu ze füeʒen,sprach dës küneges wîp: rëchet mich an Hagnen,daʒ ër verliese dën lîp. Nib. 1703, 3. zu füszen oder zu den füszen knien, vor jemandes füszen: kniet zu den füszen der Elisabeth. Schiller 445a. zu den füszen kommen, zunächst eine marschbereite mannschaft, eine mannschaft ins feld führen. aus Hamelmanns oldenburg. chron. bei Frisch 1, 309c. aber auch so viel als bald oder geschwind nachfolgen, nacheilen; die rach ist zum fessen kommen, (die gerechtigkeit folgt den ubelthätern bald nach), Nemesis ad pedes venit. Henisch 1317, 21. jemand zu füszen schlafen, da wo dessen füsze liegen: sag mir, nerrlin, gedenckstu nit das (dasz) du mir zuo feszen schliefest. Wirsung Cal. (1520) C 5a. vgl. vorhin jemand zu füszen liegen. zu füszen in dem sinne auf die füsze, so dasz diese auf dem boden aufstehn, erscheint in zu füszen abfallen, vom pferde springen: her Hainrich Burk, der bomerisch (pommerische) haubtman, vil zu füeszen ab. Wilwolt v. Schaumburg s. 43. dagegen kommt zu fusze in dem sinne auf den füszen in hinsicht der fortbewegung derselben vielfach bei verben vor. zu fusze sein, auf den füszen, gehend, im gegensatze von zu pferde oder, wie bei dichtern häufig, zu ros, auch zu wagen; eben so wol aber auch ohne sein oder ein anderes verbum. mhd. und daʒ ër immer tragen muoʒ beidiu ze rosse und ze vuoʒ. welsch. gast 2970. nhd. Kunz war zu fusz und Glimpf zu pferde. Gellert fab. (1748) 45; und man sah sie rüstig wallen, theils zu fusse, theils zu rosz, hin zu Nassaus hohem schlosz. Fr. Stolberg ged. (1821) 2, 51, 33; ... hat sich wohl schwerlich ein lustwandler zu rosz und fusz so weit von seiner heimath verlaufen. Musäus physiogn. reisen 2, 90. der eine der reisenden war hoch zu ros, der andere aber zu fusz. im engern sinne von kämpfenden mit waffen: stets war er fertig, zu pferd und zu fusz für Platons Amorn sich mit riesen und zwergen zu schlagen. Wieland Amadis (1771) 1, 28; seys zu fusze, seys zu rosse, stell er sich. Herders Cid nr. 5 (Adrastea 5, 176); also nehm ichs gegen alle auf, zu rosz und auch zu fusze. nr. 13 (s. 195). besonders von einem kriegsmanne zu fusz, dem infanteristen (vgl.fuszsoldat), im gegensatze von dem zu pferd oder zu ros, dem cavalleristen. die kinder Israel ..., sechs hundert tausent man zu fusz, one die kinder. 2 Mos. 12, 37; vier hundert tausent man zu fusz, die das schwert auszogen. richt. 20, 2; hundert und zwenzig tausent zu fusse und zwelff tausent schützen zu rosse. Judith 1, 7; und gab jnen vierzig tausent man zu fus und sieben tausent zu rosz, das sie das land Judea uberziehen sollten. 1 Macc. 3, 39; zog ein gros heer zu rosz und fusz gegen jnen daher. 16, 5; viel weniger kanstu im blachfeld fur solchem grossen volck zu rosz und zu fusz bestehen. 10, 73; und lies jm ein kriegsvolck zu rosz und zu fusz. 15, 38; trotzet auff den grossen hauffen, den er zu rosz und fusz hatte, und auff die achzig elephanten. 2 Macc. 11, 4; ein sehr gewaltig kriegsvolck zu rosz und fusz, ausz dem gantzen reich. Luther tischr. (1568) 343b; nimb kriegesrüstung an der stet, mein son, ein heer zu rosz und fusz. H. Sachs III (1588). 3, 203b; und stund gerüst zu einer schlacht zu fusz und rosz auff einem plan. IV. 2, 68c; Terzkas regimenter zu rosz und fusz. Schiller 329b; ehrenseule dem ... herren H. Hartwich Aske Schacken, herr auff der Bärsthorst, obrister zu rosz und fuesz, ... auffgerichtet und gesetzet von Johann Gottlieb Bluhmenthal, gedruckt i. j. 1645. aber auch im gegensatze zu den wagen die die alten im kampfe hatten und von denen sie kämpften: jezo gebot ein jeder dem eigenen wagenlenker, dort am graben die ross in geordneter reihe zu halten. aber die streiter zu fusz mit ehernen waffen gerüstet drangen voran. Voss Ilias 11, 49. vgl. auch Fr. Stolberg an der stelle. überaus häufig wird zu fusze sein überhaupt in hinsicht der forttbewegung mit den füszen auf dem boden, des gehens gesagt, indem ein adj. oder ein adv. bei sein ausdrücklich angibt, wie dieses gehn beschaffen ist. so wol, gut zu fusze sein, kräftig und ausdauernd gehn: wol zu fusz, fertig, expeditus. Henisch 1318, 62. er ist gut zu fusze, man kann, wenn man mit ihm geht, kaum nachkommen. ring ze fuosz, celer pedibus. Maaler 152b und danach ring zu fusz bei Henisch 1318, 55 so wie er ist ring zu fusz bei Stieler 589. s. ring. nicht wol, übel, schlecht zu fusze sein, nicht mit kraft und ausdauer gehn, durch leiden am fusz im gehn nicht recht fort können: nicht wol zu fusz, parùm pedibus valere. Stieler 589. mamsell Düval bezahlte die eitelkeit, ihren niedlichen fusz in einen engen schuh zu pressen, mit einem erklecklichen hühnerauge am groszen zäh ...: sie war daher nicht wohl zu fusze und hütete ... stets das zimmer. Musäus kinderklapper (1788) 49. wer übel zu fusz ist, der soll sich am ersten auf den weg machen. sprichwörtlich bei Henisch 1324, 21. Vulkan, der schlecht zu fusze war, hinkt ämsig hinter drein. Geiszler romanzen s. 25. auch auf thiere angewandt: der krebs der auff viel beinen übel zu fusse war. Schuppius 835. wie aber hier von einem adj., so kann zu fusz auch von einem subst. oder pronomen abhängig sein: prinz Heinrich. ich habe dir eine stelle zu fusz geschafft, Hans. Falstaff. ich wollte es wäre eine zu pferde. A. W. Schlegel. Heinr. d. vierte I, 3, 3; acht ellen unebner boden sind für mich zu fusz so gut, wie ein dutzend meilen. 2, 2. zu fusz, im 15. und 16. jh. auch zu füszen gehen, zunächst im gegensatze des reitens: da wolten die von Wien den Kaiser nit laszen reiten zu dem künig von Behem, er wolte dann zu fuesz gan mit seinen rittern und knechten. also muest der kaiser zu fueszen gan mit den seinen in das veld zu dem künig von Beham. Burkard Zink in den chron. d. deutsch. städte 5, 291, 14. 15; secht zu dem jungen lecker der reit, und der alt schwache mann musz hinden nach zu fussen gan. H. Sachs I 430d (1590 323c); so gibt der mann das rosz darzu, das (dasz) ich nit darff zu fussen gahn: o das ist ein barmhertzig mann, der geht zu fusz, lest mir den gaul. III (1588). 3, 14d; hab ich denn nit zu reiten, zu fuoszen muosz ich gan. Uhland volksl. 584. Fischart Garg. 95b (1608 L 7a); wer ein pferdt an dem baren hat, zu füssen darff er nicht gahn. Ambraser liederb. nr. 165, 32; unsern pferden dürfen wir wohl heute nichts mehr zumuthen und denken deszwegen zu fusze nach Seyters zu gehen. Göthe 16, 262; maulthiere, die auf solchen wegen immer besser sind als pferde, und zu fusze zu gehen ist am ende doch immer das angenehmste. 272. dann auch im gegensatze zum fahren: kleine reisen zu fusze thun, auch wenn wir fahren könnten. Gellert moral. vorles. 295; warum sie in kutschen fahren, da sie könnten zu fusze gehn. Lessing 2, 443; das (das herz), seit es an zu sparen fing, ausstieg aus seinem flammenwagen, worinn es himmelan die schwärmer wollten tragen, und, williger, mit dir zu fusze ging! Kl. Schmidt poet. br. 152. im gegensatze zu beidem: die nicht ritten oder fuhren, die gingen insgesamt zu fusze. Musäus kinderkl. (1788) 63. überhaupt, diese gegensätze, gewöhnlich aber den ersten in gedanken: nach mals zu fuessen bin ich gangen. Schmelzl lobspruch 67; es (mein glück) ist von mir entfernt, und wie ich kan verstehn, (dieweils so langsam kommt,) es musz zu fusse gehn. Picander ernstscherzh. ged. (1727) 1, 543 bei wollen auch mit auslassung von gehen, z. b. er will zu fusz nach Berlin. scherzhaft aber kommt für zu fusze gehen auch zu fusze oder zu füszen reiten vor, wie wir auf des schusters rappen (den schuhen) reiten zu sagen pflegen: da ich kein geld im seckel hett, zu fussen must ich reiten. Ambraser liederb. nr. 238, 28. vgl. aus Uhlands volksl. die vorhin angeführte stelle. zu fusz, im 16. jh. auch zu füszen laufen, im gegensatze zum reiten und fahren. jener blickt schon mhd. durch, wenn es heiszt mîn garzûn loufet drâte: im endet ie ze vuoʒ ein tac daʒ einr in zwein gerîten mac. Iwein 2133. deutlich mit dem gegensatze nhd. welcher kein rosz am paren hat, derselbig soll zu fussen lauffen. H. Sachs II. 4, 3a (1591 2c), vgl: die vorhin angeführte stelle Ambraser liederb. nr. 165, 32. der reich auff einem gaul nein (in Rom hinein) ritt, der arm der loff zu fussen mit. 1591 86d; weil sie müssen zu fussen lauffen, so werden sie müd, matt und hellig, ... drumb mietpferd ich bestellen wil, auff dasz sie all haben zu reiten. V, 241b. lieber wollt ich ja zu fusz nach Berlin laufen. Kotzebue dramat. sp. 2, 200. schweiz. zu ebenen füszen laufen oder springen, ohne hindernis (s.ebenes fuszes sp. 973), so viel möglich, eilends. Stalder 1, 406. zu fusz oder im 16. jh. auch zu fuszen traben, ebenfalls im gegensatze zu reiten und fahren: wann ich hab weder pfand noch gelt, und trab zu fussen ubers feld durch reiff und wind und kalten schnee, auch thut das gehn mir marter weh. H. Sachs II. 4, 5a (1591 4a); eins mals da solt er uber feldt, da hett er weder pferdt noch geldt, da must er hin zu fussen traben. IV. 3, 58d; das (dasz) jm wird gnommen kleider und geldt sambt dem rosz, und musz uber feldt denn wider heym zu fussen traben. 61d. zu fusz, im 16. jahrh. auch zu fuszen kommen, in demselben gegensatze: schaw bist zu fusen wider kommen ... »das pferd ich jm auch geben han.« III (1588). 3, 15a. mit gleichem gegensatze, diesen ausgesprochen oder in gedanken, einen weg zu fusze machen: ich hätte wohl lust, den weg zu fusze zu machen. J. G. Müller Siegfr. v. Lind. (1790) 1, 150. eben so einen weg zu fusze nehmen: unser mantelsack wird auf ein maulthier ... gepackt, und so wollen wir aufbrechen und unsern weg zu fusz nach Brieg nehmen. Göthe 16, 272. es zu fusz oder im 16. jh. zu fuszen wagen: ich reit nicht gern so ferr hindan, wölt irs zuo fuoszen wagen. Uhland volksl. 346, 6. einem zu fusz nacheilen, s. H. Sachs III (1588). 3, 14d. zu fusz oder im 15. jh. zu fuszen waten, mit den füszen durch etwas durchhin gehen dasz dieselben davon bedeckt werden: dar zuo wisst, das an dem streyt yeder do ze fuossen wuot an die knie auf in dem pluot. ring 54d, 10 (s. 243). durch zwischen: den weg zwischen die füsze nehmen, ihn gehn. aber auch den weg zwischen die füsse nehmen, darvon lauffen, versengeld geben. Rädlein 315a. I@A@5@dd) mit einem zahlwort, überhaupt einem auf eine zahl deutenden wort. den einen fusz und den andern: die haben den einen fusz irer begirde aufgehebt in den himmel und mit dem andern fusz rrent sie noch etwas das ertreich. Keisersberg pred. 5a. einen fusz vor den andern setzen, gemessen vorwärts gehn, überhaupt vorwärts gehn: davon ich ein solch hüfftweh bekommen, dasz es mir unmöglich ist einen fusz für den andern zu setzen. Ettner unwürd. doctor 387; ein mann, der aus schwachheit keinen fusz vor den andern fast fortsetzen konte. Olearius pers. baumg. 31a. schrecken macht mit éinem fusze, liebe mit dem andern gehn. Boie, Gött. m. a. 1773 226. auf éinem fusze hüpfen oder springen: Tiefensee springt auf einem fusze herum. C. F. Weisze lustsp. 3, 324. ein fusz tritt ins grab. die person ist schon halb im grabe. bildlich: und dasz ich mit der braut vor ihrem jungferngrabe (es ist das brautbett gemeint) (ein fusz tritt schon hinein) noch was zu sprechen habe. Picander ernstscherzh. ged. 3, 329. einen fusz im grabe haben, in einem zustande sein dasz sich aller wahrscheinlichkeit nach der tod in nicht sehr ferner zeit erwarten läszt, dem tode ziemlich nahe sein, eine redensart die, wie es scheint, von der altersschwachheit hergenommen ist, aber dann allgemein gebraucht wird. er hat einen fusz schon im grabe. Henisch 1318, 28. Stieler 589 (der den einen fusz hat). Frisch 1, 309c. gewöhnlich aber sagt man in diesem sinne mit einem fusz im grabe sein oder stehn: was ist aber das für ain grosse kunst, warzuosagen, dz (dasz) ain gar eyszgraber alter mann, unnd der mit ainem fuosz schon im grab ist, baldt sterben werdt, die vernunfft lernets. Nasus antipapistisch eins und hundert 190b; so bist du (der unbewust in die gefangenschaft bei Alba reitende verblendete Egmont) mit dem einen fusz im grab! und so mit beiden (= du bist ganz des todes)! Göthe 8, 256 (Egm. 4); mit einem fusz im grabe stehen, sehr alt sein, nur 4 finger breit vom todt seyn. Rädlein 315b. nur den augenblick sah er noch aus, wie ein fisch so gesund, und kaum hat er das wörtchen über die zunge gebracht, so steht er schon mit dem éinen fusze im grabe. J. J. Engel apotheke 59; da machte er (der doctor) ein wesens. als ob ich mit einem fusse schon im grab stünde. (J. M, Miller) beitrag zur gesch. der zärtlichkeit, Leipzig 1776, s. 112; wie kann ich zur redoute führen, ich, der ich schon mit einem fusz im grabe stehe? Kl. Schmidt kom. dicht. 289; schon stand der arme kleine mit einem fusz im grab. Haug ged. 1, 217. ohne verbum: am ziel der wanderschaft, mit einem fusz im grabe. Lichtwer recht der vern. 69. sprichwörtlich: es ist nicht schön, einen fusz im grabe haben und den andern im hochzeithause, in hohem alter und also nahe dem grabe noch heiraten. mit beiden füszen im grabe stehen, am sterben sein: was meinen Sie mit meinem alter? glauben Sie denn, ich steh mit beiden füszen schon im grabe. Lenz 2, 95. vgl. vorhin den schlusz der stelle von Göthe. mit éinem fusze hängen bleiben, auch bildlich von einem der in die gewalt einer buhlerin fällt, überhaupt von einer gefallsüchtigen sich fesseln läszt: er wird gewisz in der schrentz (schlinge) behangen meiner frawen, mit einem fusz, dasz ers zu der eh haben musz. H. Sachs IV. 3, 3d. auf einem fusze hinken: was hinkt der kerl auf éinem fusz? Göthe 12, 109. mit beiden füszen hinken: und (MephiBoseth) hincket mit seinen beiden füssen. 2 Sam. 9, 13. auf éinem fusze stehen, allein stehen: ein jeder suchet jhm was gleiches, es ist gut, weil es auff einem fusz zu stehen, übel thut. Seladons weltl. lieder, anhang 8. auf halbem fusze oder auf halben füszen stehen, nicht fest stehen für die folge, unzuverlässig sein: allen wetterwendischen unnd kirchflüchtigen, die auff halben füssen stehen unnd gehen zu rück wie der krebs. Mathesius Sarepta (1562) 191a. neun füsz von sich strecken, ähnlich wie alle viere von sich strecken, sterben, im sterben sein, todt sein: sprach jr (der gebärenden) tröstlich zu, vermeinendt es wird gleich an die bündriemen gehn: hie sie sich unter den Wilgenposch dort hin ins grasz strecken, ob sichs schickt, dasz sie neun füsz von sich streckt. Fischart Garg. 102b (1608 Mvb. Scheible 181). wol eben so von sterbenden thieren hergenommen, wie jene redensart alle viere von sich strecken. s. neun. I@A@5@ee) formelhafte verbindungen. I@A@5@e@aα) fusz an fusz, den fusz des einen wider dem fusze oder den fusz des andern, sei es neben einander oder vornen die fuszspitzen an einander oder sich berührend: ihr gegenüber, knie an knie, und fus an fus, ist meine stelle. Bürger 1778 s. 117 = 1835 s. 19a. I@A@5@e@bβ) fusz auf fusz, einen fusz alsbald nach dem andern vorwärts, eins nach dem andern drauf los: projekte auf projekte hingethürmt, eins übers andre hinauf, fusz auf fusz, fest, bis es durch ist, was wir wollen. Friedr. Müller 3, 148. I@A@5@e@gγ) fusz bei fusz, in fusz bei fusz stellen oder setzen, zum beistand, zur hilfe, s. oben sp. 976. aber mit dem beisatze auf recht, als kläger den beklagten vor gericht bringen, dasz, falls dieses gegen ihn selbst, nemlich den kläger, entscheide, er die strafe, die dem schuldigen beklagten zugekommen wäre, erleiden wolle: sich mit yme zu gefängnisz legen laszen und fusz bei fusz uff recht gestalt hette. urk. v. j. 1473 in Thomas oberhof s. 393. I@A@5@e@dδ) fusz gegen fusz, zunächst ganz wie das folgende fusz um fusz als strafe der vergeltung. s. fuoss gen fuoss gleich nachher in der stelle aus Wittenweilers ring. dann steht fusz gegen fusz in dem sinne: gleiches gegen gleiches als sühne gegen etwaige unwahre beschuldigung, überhaupt sühne oder strafe in gleicher geltung für unwahre beschuldigung. die recht geystlich ader werntlich (weltlich), die gebent ader laszent auch nit zu, daʒ eyn geystlich persone, als er were, eynen pynlichen, libe und leben berorende, fur eyn werntlichen rychter beclagen, nach (noch) fusz gegen fusz stellen moge und die beschuldigunge yme hoch jn lyp, leben, gut und ere berorten. urk. von 1473 in Thomas oberhof s. 397. I@A@5@e@eε) fusz um fusz, einen fusz für den andern zur vergeltenden strafe, d. h. den fusz des schädigers zur vergeltung abgehauen für den des von ihm an demselben verstümmelten: so sollet jr jm thun wie er gedacht seinem bruder zu thun ..... seel umb seel, auge umb auge, zan umb zan, hand umb hand, fus umb fus. 5 Mos. 19, 21, s. 2 Mos. 21, 24 u. vgl. 3 Mos. 24, 20. daraus fuoʒ umbe fuoʒ im Schwabensp. Laszb. 201, aber fuoʒ für fuoz Wackern. 172, 16, und weiter haubt gen haubt und fuoss gen fuoss, sich (sieh), daʒ ist die rechtlich puoss. ring 29, 2. dann bedeutet fusz um fusz so viel als eins fürs andere, gleiches mit gleichem vergolten. freude wenns gibt fusz umb fusz. vom sauersüszen ehstand B 1a. I@A@5@e@zζ) überaus häufig und geläufig ist fusz für fusz, einen fusz vor den andern und so in gemessener weise vorwärts, s. oben für I A 3) a). nl. voet voor voet, wie auch hochd. oft fusz vor fusz, das z. b. Frisch hat. erst im 15. jh. auftauchend, natürlich zunächst im eigentlichen sinne: der gerichtsbot, der den stab treyt, der söl nit löffen (laufen), er söl fuosz für fuosz gon. weisth. des 15. jh., in den weisth. 1, 415. der fusz für fusz gar langsam gieng. H. Sachs I (1590), 363d; aber die königin an dem ort fusz für fusz gieng da in kürtzweyl. IV. 2, 59b; es thut das birg zu uns rauf gahn das allerschönest frawenbild, ... und fusz für fusz, stets auffwerts gaht. V, 230c. der zum ruhenden fusz für fusz schlich. I (1590), 76b. das zweite fusz aber kommt eben bei H. Sachs, wie es scheint dem reime zu gefallen, auch im pl. vor, doch nur selten: in dem die zart tratt zu mir her mit leysen tritten fusz für füsz, und grusset mich mit worten süsz. I (1590), 380b. dann aber spielt herein und wiegt vor oder wird herschend die abgeleitete bedeutung: gemächlich im gehn, langsam im gehn, überhaupt nach und nach, allmählich. fuszfurfus, pedetentim id est paulatim, pedetemptim. voc. theut. 1482 i 8a. pedetentim, ... gemächlich, fuosz für fuosz. Dasypodius 179b und danach fusz für fusz, gemehlich bei Serranus dict. s 3b. pedepressim (fusz für fusz). Alberus dict. Ddijb. tardus, sensim, seuberlich, fusz für fusz, sittlich. Schöpper syn. nr. 20. fuosz für fuosz, gradatim, pedatim. Maaler 152b, nach Frisius (1556) 998b. und do Buffelmacho und Bruno in mit den torwartern Calandrin genuog gelachet heten, fuosz für fuosz Calandrin nachfolgten. Bocc. 2, 83a = decameron (Keller) 479, 276a; nach dem fürt er mich fusz für fusz in ein grosz dicke finsternusz. H. Sachs I, 358a; füder dich, so wöll wir zween fusz für fusz heim zu hause gehn. II (1591). 2, 30b; giengen damit alle gemechlich fusz für fusz zu hausz, zu sehen ob der imbisz fertig sey. Fischart Garg. 174a (1608 x 1b); Oroondates eylet gar hefftig mit seinem hauffen auff die Moren, Hydaspes (der könig der Mohren) zog aber fusz für fusz jhnen entgegen. buch d. liebe 220, 3; so pflegst du auch zu zähmen, zu beugen fusz für fusz der starcken völcker last, bisz dasz du haut und haar in deinen händen hast. Opitz 1, 96; der edlen schönheit gaben fliehn fusz für fusz: dasz alles was wir haben verschwinden musz. 2, 200; willst denn du den wehmuth treiben bisz auch du die erde füllst? dahin alles fusz für fusz, wieder willen, eilen musz. Fleming 334; was thun denn wir, dasz wir die süssen jahre, der jugend lentz, so lassen fusz für fusz vorüber gehn? 573. daneben, zumal im 17. und 18. jh., fusz vor fusz: der bann vertrieb ihn (Verres) erst aus seinem vaterlande: ihm folgte fusz vor fusz verachtung, schimpf und fluch, den er von stadt zu stadt in bettlerkleidern trug. Dusch verm. werke 301. fusz vor fusz nachfolgen. Herder krit. wälder (1769) 1, 190. hierher gehört auch aus der ersten hälfte des 17. jh. das sprichwörtliche fusz vor fusz geht man auch ferr, nur dasz man später in die herberg kompt. Lehmann 82, vgl. Simrock nr. 2965 fusz vor fusz geht man fern. daneben aber hält Lehmann auch das hergebrachte und als formelhaft geläufiger gebliebene fusz für fusz fest: im laufen gilts eilen, aber im rachen (?) mag man wohl fusz für fusz gehen. 182. Wilhelm Grimm bemerkt bei der aufzeichnung »wie schritt vor schritt.« fusz für fusz bei thieren, zumal reitthieren, besonders dem pferde gesagt, scheint von der von menschen und menschlich gedachten wesen gebrauchten formel auszugehn und steht auch hier wieder zunächst wie schritt vor schritt, das Jacob Grimm bei aufzeichnung der nachher folgenden stelle H. Sachs I, 430d erklärend beifügt: auff jhn (nach ihm) reyt die zart königin jmmer, mit jhrem edlen frawenzimmer, leysz, fusz für fusz, nach adels sitten. H. Sachs I, 173c (1590 127d); der jung bhend von dem esel sasz, und sasz der alt bald auff für jn, reit also fusz für fusz dahin. 430d (323c); den gaul mit seim mantel zudecket zu wermen jhn, das auch nicht klecket, gieng fusz für fusz wie ein saumrosz. IV. 3, 97c; Grumedan, welcher Oriana in sein geleidt name und fusz für fusz sich Londen zunähert. Amadis 379, 810, beide genannte reiten; nacher allgemach name er seine waaffen unnd ritte fusz für fusz gegen dem Galaor zu. 404, 866. verschieden ist fusz für fusz in dem sinne von fusz umb fusz in der vorhin unter ε) angeführten stelle aus dem Schwabenspiegel in W. Wackernagels ausgabe. s. hier für I A 4) c). I@A@5@e@hη) gleichsam formelhaft läszt sich fassen fusz mit fusz, einen fusz neben und dicht zu dem andern: fest hält jeder den stand, und durchaus nicht weichen will jeder fusz mit fusze gefügt. Voss Ovid nr. 37, 227, = metamorph. 9, 44 eratque cum pede pes junctus. I@A@5@e@thθ) eben so erscheint wie formelhaft eines fuszes breit, später einen fusz breit, ursprünglich: so viel die breite eines mannsfuszes beträgt. er hat nit eines fuosz breit eigens guots, so arm ist er das (dasz) er nitt kan den fuosz setzen, pedem ubi ponat non habet. Maaler 152b, nach Frisius (1556) 998a, wo aber nit eines fuosz breits eigens guots, also breit im gen. mit eigens guots von nit abhängig, während Maaler breit für sich stehend nimmt. übrigens nach diesem auch bei Henisch 1317, 9, und selbst noch bei dem Züricher Dentzler 2, 120a findet sich nicht eines fusz breit eigen haben, wogegen 1, 574a eines fuszbreits eigen, also fuszbreit als éin wort genommen ist. später aber verbindet sich hier bei fusz, das aus dem gen. in den acc. übertritt, der gedanke an das masz unten II 17), so dasz es zweifelhaft wird, was gemeint ist, ob jene breite des mannsfuszes oder das von dessen länge ausgehende masz: ist dir in dem weisen orden nicht die nase wie der rang einen fusz breit höher worden. Günther 852. das wort geht dann in diese bedeutung über. so hat der 1727 zu Cöln gedruckte Aler 825b eines fusz breite oder dicke höltzer, pedalia ligna, und Hederich (1753) sp. 999 so wie der ihm folgende Nieremberger Ddd 2d setzen bereits unter fusz als masz keinen fusz breit von einem weichen. aber es dringt allmählich jenes mit handbreit, zeitlang u. s. w. in der bildung übereinstimmende fuszbreit (s. d.) durch, dessen zusammenschiebung, wie eines fuszbreits neben eines fusz breit vorhin bei Dentzler im anschlusz an Frisius und Maaler zeigt, schon bei dem gen. fusz statt fuszes (s. oben sp. 966) statt finden konnte, und nach der mitte des 18. jh. schwindet mehr und mehr getrennte schreibung. doch finden sich noch stellen, in denen sie sich erhielt: zu fusz weicht er keinen fusz breit. A. W. Schlegel Heinr. d. vierte I, 2, 4; in Italien keinen fusz breit landes ... besasz. Schiller 1038b. I@A@66) Trotzdem dasz, wie oben unter 4) angegeben wurde, fusz neben bein gesetzt und von diesem geschieden wird, kann unter fusz bei menschen und in menschlicher weise dargestellten und gedachten wesen auch das ganze bein verstanden werden. das zeigt sich schon in stellen mit fusz, in welchen sich dieses auch mit bein vertauschen läszt: wie sind mein schenckel mir so schwer, kan nit mehr auff den füssen stehn. H. Sachs III (1588). 1, 195a; verflucht sey der lenden mark, der füsse schritt und tritt. Uhland Ernst 38; (das teufelsheer) beist die bockgefüsten füsse. Claj b. Schottelius 884. solcher stellen sind auch z. b. die aus Pierot 3, 2, C. F. Weiszes lustsp. 3, 324, J. G. Müllers Siegfr. v. Lindenb. 4, 227 oben sp. 981, dann 995 und 976 und selbst die redensart sich auf die füsse machen oben sp. 985 gehört hierher. deutlicher aber tritt die bedeutung »bein« hervor, wenn gesagt wird: er lüpfte einen fusz zum aufstehen von seinem sitze. eben so wenn zu Rottenburg der zuruf die füsze aus dem arsch! zur eile antreibt (s. Wander 1, 1302, 185), oder wenn man sagt einen fusz untersetzen in der weise wie man ein bein unterschlagen oder stellen gebraucht. s. bein B 9). einem den fusz untersetzen, die beine unterschlagen, metaphorice einen herabstechen, listig betriegen, übern tölpel werfen. Rädlein 315a. endlich deutlich genug drückt sich Henisch 1316, 12 in »fusz der gantze schenkel« aus und zumal Klopstock grammat. gespr. 141 in: der fusz fängt mit der sohle an, steigt bis zu dem knie hinauf und erhebt sich von dort her bis an den unterleib. fusz = »bein« steht neben arm, wie fusz = »unterster heil des beines« neben hand, worüber oben 2) nachzusehen ist: und arm und fusz so lange auszudehnen, bis endlich sich der zwischenraum verliert und sein gebognes knie die dame sanft berührt. Wieland 18, 94; sie (die wasserkufe) ist zu tief, und er an armen und an füssen zu sehr erstarrt. 97. wirklich heiszt es auch bald nach dieser stelle: sie selber, sagt er, schlang sich um den halb erfrornen so gedrang mit arm und beinen her. 99. I@A@77) fusz mit näherer bestimmung durch ein possessiv oder ein im gen. stehendes subst. kann auch in lebendigerem ausdruck auf die ganze person gehn. mhd. und mitteld. zeigt sich nur vuoʒ mit seinem pronomen als verstärkter und lebendigerer ausdruck für das persönliche pronomen: daʒ ein magit, zu sênde dën lûtin, tritit an die stat, dar nie ir vuoʒ an getrat. Athis D 32, ir vuoʒ = sie; daʒ ich genieʒen muoʒedaʒ ich dînen fuoʒen alsô nâhen bistên. Wernhers Maria 39 (157, 33), dînen fuoʒen = dir. vgl. gramm. 4, 350. nhd. erblaszt das lebendige des ausdruckes, indem man mehr an den fusz selbst denkt: welchem itzt dein fusz entgegen rennt. Göckingk lieder zw. lieb. 1777 s. 103. doch tritt jenes einigermaszen hervor bei personificierung: froh beym napf voll rohm zu singen, um zum fusz des stolzes, freund, nur das rauchfasz nicht zu schwingen: das ist leichter, als es scheint. Göckingk 2, 57, zum fusz des stolzes = zum stolze, vor dem stolze, dem stolzen. I@A@88) Sprichwörter und sprichwörtliche redensarten auszer den im vorhergehenden hier und da bereits angegebenen: den fusz an der wiege, die hand am rocken, von einer fleiszigen hausfrau gesagt. der fusz des herrn düngt den acker wol (vgl. auch fusztritt), wenn der herr selbst auf dem acker hand anlegt, beaufsichtigt, dann gedeiht die pflanzung: dann wer reich wil sein am gut, auf sein ding sehen sol, dan das alt sprichwort sagen tut: des herren fusz dünget den acker wol. H. Sachs. gottes fusz tunget besser, denn stro und mist. Henisch 1324, 8. die füsze tragen den leib, das können die finger nicht. 1323, 61. ein guter fusz ist ein guts aug. 1322, 32. ein lahmer fusz macht vorsichtig. Wander 1, 1297, 35. dreckiger fusz findt allzeit etwas. Henisch 1322, 18. wenn die füsze gebunden sind, so läuft die zunge am meisten. Simrock 2962. weil dir die füsze noch los sind, so geh. 2961. lügen haben kurtze füsse, mit lügen kommt man nicht weit, sie sind bald entdeckt. Schottelius 1117a. ich verlasse mich auf meine füsze, sagte der hase, auf feiglinge angewandt. Wander 1298, 62. wems in den füszen juckt, der tanzt ohne musik. 1299, 116. er läuft sich die füsze ab. Frischbier preusz. sprichw. 1041, gibt sich durch hin- und herlaufen die gröste mühe um etwas. schweiz., meist in negativem sinn üblich: das gras unter den füszen wachsen lassen, in geschäften überaus langsam sein. Stalder 1, 406. wer übel zu fusz ist, der soll sich am ersten auff den weg machen. Henisch 1324, 21. den rechten fuss inn den schuch, den lincken inn ein becken stellen. 1322, 36, mit dem zusatze das ist, sich wol wissen inn alle sachen zuschicken. er steht wieder auf dem linkeren fusz. Schottelius 1118a, wol so viel als, widerstrebt, opponiert, ist verdrieszlich. holstein. he geit up de letzten fœt d. i. hochd. er geht auf den letzten füszen, er wird bald sterben, aber auch so viel als er ist dem bankerot nahe. Schütze 1, 331. die krankheiten kommen zu pferde und mit der post, gehen aber zu fusz und mit schnekkenschritten wieder weg. Schottelius 1118b. es sein vil esel auff zweyen füessen. Henisch 1323, 54. er steht mit éinem fusz am rande, ist dem verderben nahe. Wander 1, 1305, 236, vgl. vorhin sp. 996 er steht mit éinem fusz im grabe. auf éinem fusz geht man nicht sagt man, um zu nöthigen, einem, der bei dem anbieten der zweiten tasse kaffee, des zweiten glases wein u. s. w. die annahme dankend weigert. wenn dir éin fusz fällt, stehet der andere inn gefahr desz falls. Henisch 999, 1. wer éinen fusz im frauenhaus hat, der hat den andern im spital. Simrock 2631. I@BB. der bezeichnete theil eines solchen gliedes des thierischen körpers. dies z. b. mhd. in sîne (des rosses) vüeʒe und sîniu bein. Tristan 6671 (Maszmann 168, 33), und nhd. in pferdefusz, kuhfusz u. s. w., auch wenn in der weidmannssprache die klaue des hirsches, thieres (der hirschkuh), rehes und wilden schweines fusz heiszt (Heppe wohlred. jäger 168b. forst-, fisch- u. jagdlex. 4, 380. weidmänn. taschenwb. 163), woneben freilich noch schale, sohle vorkommt. s. beide wörter. aber gewöhnlich fällt hier fusz mit bein zusammen und es wird unter fusz das ganze glied bis an den leib verstanden. thiere mit vier füszen, mit zwei füszen, mit sechs füszen u. s. w. weidmännisch heiszen die vorderfüsze oder vorderbeine des bären arme, die füsze oder beine des rauhen (behaarten) wildes so wie des hundes läufe, die des auerhahns und der langbeinigen raubvögel ständer oder auch stände, die der kurzbeinigen raubvögel fänge oder das gefänge; nur bei dem hohen und mittleren federwild werden die beine schlechthin füsze genannt, und auch dem auerhahn kommt dieser ausdruck (Döbel jägerpractica 1783 1, 45b) neben ständer zu. Das wort steht I@B@11) mit einem attributiv gesetzten adj. oder participium, oder auch einem adj. das praedicativ steht. hier bedeutet fusz zunächst I@B@1@aa) blosz das glied: dasz sie (die pferde durch striegeln) erglantzten schön und glat, darneben auch aufleinten sich mit gleichen füssen mutigklich. Spreng Aeneis (1610) 244b, die hinterfüsze neben einander gesetzt aufstiegen; wohin der Scyten pferd den schnellen fusz einsetzt. A. Gryphius Leo 351. des rehes flüchtiger fusz. der fusz einer heuschrecke ist schwer vor eine ameise. Olearius pers. baumg. 30b; mein fusz (spricht der betagte fuchs) ist zwar noch flüchtig. Lichtwer fab. bch. 4 nr. 4. hier auch absoluter gen.: das reh enteilte flüchtiges fuszes. die katze schlich leises fuszes herbei. dann aber auch I@B@1@bb) ein stück vieh, dem der die gesammtheit der füsze bezeichnende durch das adj. näher bestimmte fusz zukommt. so heiszt es in einem schwäb. sprichwort bei Schmidt 629: um einen haarichten fusz soll man nicht greinen, um ein stück vieh soll man bei dessen tode nicht weinen, wol aber bei dem tode eines menschen. dann wird beim vieh runder fusz und gespaltener fusz unterschieden und unter diesem ochse, kuh, überhaupt ein stück rindvieh, unter jenem aber ein stück vieh mit hufen, vornehmlich das pferd verstanden: item weyst der scheffen, das alle die ghiene, die voidyen gud (vogteigut) haint, sie seyen tzu Edyszhem, Ydenhem und auch tzu Keele, die sint den herren schuldigh, so es fellich wird, eyn gespalden foysz, das nêst (nächste) nach dem besten vor ein bestheubt .... wer aber hoyffis guit (hofgut) oder tzynns guid (zinsgut) hait tzu Eddyszheim ain weisz, der sal geben ein ronden foisz, als ein pert, neest dem besten, so es da ist, vor ein bestheupt. weisth. 2, 291. so heiszt es ähnlich schon Trist. 6674 (Maszmann 168, 36) von einem rosse, es seien sîne vüeʒe sinewël. s. nachher unter 4) auch der vierte fusz und vgl. ebenda vier weisze füsze. I@B@22) mit einem verbum, das von dem gliede aussagt: ahd. (die taube) mit snabulu ni winnit,ouh fuaʒin ni krimmit. O. I. 25, 28. mhd. maneg orses fuoʒ die slâge (spur vom hufschlag) bôt. Parz. 379, 20. nhd. so rasch ich (ein füllen spricht) bin, so ist doch mir gottlob, der fusz noch nicht geglitten. Pfeffel, im Göttinger musenalm. 1777 s. 96. der fusz des rosses strauchelte, wankte. I@B@33) von einem verbum abhängig, und zwar I@B@3@aa) in einem casus den dieses erfordert, weitaus hier dem acc.: mhd. swenn ëʒ (das pferd) dën fuoʒ zer ërde lie (liesz), sô trat ëʒ alsô lîse, daʒ niemen wær sô wîse dër ze deheiner stunde dën trit gehœren kunde. Erec 7440; ër (der zelter) hâte starc gebeine, hôheviʒʒelîchen fuoʒ. Flore 2761. dâ ligent iiij huoben, die dër hêrschaft eigen sint, dër giltet (zahlt an jährlichem zins) ieglîchiu iiij swîn unde iiij füesse. habsburg.-österreich. urbarbuch 164, 4, = schinken. nhd. deszhalben (spricht Menelaus seinen pferden zu) hebt die füsz entpor und lauffend jhnen (des Antilochus pferden) eylends vor. Spreng Ilias (1610) 326a; und sie (die mähre) hub den fusz empor aus dem grase. Göthe 40, 129; einen der vorderen füsze, die er (Reineke) als hände gebrauchte, fasst' ihm Isegrimm schnell und hielt sie zwischen den zähnen. 216. kopf und fusz bewegen, sich bewegen: so bald der kater mit verdrusz des fuchses letzte worte hörte, so wandt er traurig kopf und fusz, damit er stracks nach hause kehrte. Lichtwer fab. bch. 2 nr. 11. I@B@3@bb) durch eine praep.: es (das ross) war von mattigkeit und ängsten sehr gekränket, es wackelt auff dem fusz. Werder Gottfried 13, 62. sich auf die füsze lassen, sich auf diese verlassen, sich fortmachen oder, wie Jacob Grimm bei aufzeichnung der folgenden stelle bemerkt, »fliehen«: wie aber der bär die menge der leute sahe, liesz er sich auf die füsze, und gieng seinen gang seitwerts in den wald, ohne einiges brummen. Ettner hebamme 24. auf die füsze bringen, aufstehn machen, aufjagen, fliehen machen (s. oben sp. 985): wie sie nun in den wald kamen, da prachten die zwen hündlin ain mechtigen haupthirsz, der nit von diesen landen was, uf die füesz. aus der zimmerschen chron., in Pfeiffers Germ. 1, 3. auf die hinterfüsze treten oder, wie man heute gewöhnlich hört und auch beim volke üblich ist, sich auf die hinterfüsze stellen, hergenommen von dem bären der sich zum kampf auf die hinterfüsze erhebt, oder auch dem pferde, das, nicht vorwärts wollend, sich widerstrebend auf die hinterfüsze stemmt und mit den vordern steigt, bedeutet: widerstrebend sich weigern, widerstrebend leugnen (s. hinterfusz). die zweyte stelle des Tertullian ... würde mir eben so leichtes spiel machen, wenn ich im geringsten auf die hinterfüsze treten wollte. Lessing 11, 583. in der sprache der jüdischen handelsleute geradezu für leugnen: wann man nicht von dem Hoyum Moyses ganz gewisz versichert gewesen wäre, dasz er nicht mehr auf die hinterfüsze treten würde, so hätte man wol nicht wagen dürfen, beide einander vorzustellen. jüdischer baldober 430. eben so wol aber heiszt es auch auf die hinterbeine treten: sollte inquisit bei eröffnung des gesprochenen definitiven urtheils oder auch vor hegung des peinlichen halsgerichts sich unterfangen auf die hinterbeine zu treten und seines so oftmaligen bekenntnisses ohnerachtet bei dem nun erst begangenen läugnen beharren. 580. ähnlich ist vom pferde hergenommen die halfter ausstrüpfen oder ausstreifen, in dem sinne: sich einer eingegangenen verpflichtung, einer eingegangenen zusage entziehen. sich aus den füszen machen, sich vor etwas aus dem wege machen, sich fernhin fort machen, weit davon machen: machte sich aus den füszen. wunderwerk 1665 s. 5. die ursprüngliche bedeutung sich von den füszen der pferde wegmachen, die von reitergefechten ausgeht, zeigt Henisch 1317, 30, wo erklärt wird aus den fssen, ausz dem staub, weit, fern, procul à pedibus equinis, extra pedes equinos, pro, cave in certaminibus equestribus, ἐκποδών. mit füszen treten u. s. w.: da tratten sie (die frösche) jhn (den könig, ein klotz) auch mit füssen, ein jeglichs wolt sein mutwilln büssen. Alberus Esop (1550) 10; du esel, wofür heltstu mich (spricht das pferd) ... ich wil mit füssen treten dich. 130. mit den füszen schlagen, mit den füszen ausschlagen: (der stier) schlegt mit den füssen in den wind. Spreng Virgils Aeneis (1610) 245a. mit den füszen krimmen, mit gekrümmten krallen ergreifen. ich klingle mit einem kleinen glöckchen, und darauf kömmt ... eine heerde federvieh, zu fusze und im fluge, herbey geschossen. Gellert (1769) 4, 238. auch hier kommt, wie oben sp. 994, wol oder übel zu fusze sein vor, wobei, wie wol anzunehmen ist, nach menschlicher weise geredet wird: es zeigte sich aber Reineke fett und rund und wohl zu fusze. Göthe 40, 207, so freilich durch misverstand des mnd. runt, vet unde wol gevôt Reineke Vos 6195, welches rund, fett und wol genährt ist; gehen wir, sagte der fuchs: es soll an honig nicht fehlen, heute bin ich zwar schlecht zu fusze. s. 24. I@B@44) mit einem zahlwort, überhaupt einem auf eine zahl deutenden wort: es stehen die kraniche gemeiniglich auf einem fusse. Döbel jägerpractica (1783) 1, 45a. als denn ware desz Galaors pferdt so erlegen, dasz es kümmerlich einen fusz mehr für den andern setzen kundt. Amadis (Keller) 405, 868. vgl. denselben ausdruck vom menschlichen fusz oben sp. 995, wo die erklärung gegeben ist. doch um das rechte konterfee von diesem rosz (dem hölzernen pferd) zu wissen, so denkt, die arche Noe steh vor euch — doch auf vier füssen. Blumauer Virgils Aeneis 1, 54. alle seine vier füsze haben, vollständig sein um in umlauf zu kommen, völlig zu geltung und in gangbarkeit kommen: disz ist ein gleichnusz, ob es schon nicht alle seine vier fsz hat und hinckt ein wenig. Mathesius Sarepta 34a. alle vier füsze von sich strecken, gewöhnlich blosz alle viere von sich strecken, sterben, eine redensart die auch, freilich nicht ohne herabsetzung, auf sterbende menschen angewandt wird. vier weisze füsze haben, gefallen? in gunst stehn? dann solchs mag niemand thun, dann unser l. (liebe) mutter die h. röm. kirche, die vier weisser füsz hat, unnd nicht glütschen kan, noch zoll geben darff. Fischart bienenkorb 202b (1588 223a), = die gott besonders werth ist, in gottes besonderer gunst steht. das letzte bezieht sich darauf, dasz ehedem für thiere, deren vier füsze weisz waren, kein zoll entrichtet wurde, weshalb folgendes sprichwort: vier füsze mit einem weiszen zeichen dürfen keinen zoll abreichen. Simrock 12007. der vierte fusz, das vierte stück vieh? (vgl. vorhin runder fusz und gespaltener fusz). so höchstwahrscheinlich in: so bald der landesherr auf den sterbfall der biesterfreyen kein recht mehr hat, so braucht auch keiner seine verlassenschaft auf den vierten fusz, auf einen exuvienthaler oder einen todtenpfennig zu accordiren. Möser patriot. phant. 2, 204; wer also irgend eine urkunde, sie bestehe nun in dem besten pferde, oder in dem besten kleide, in dem besten pfande, oder in dem vierten fusse, in dem exuvienthaler oder in dem exuvienpfennig, (an den schutz- und schirmherrn) entrichtet, der hat dieses schlimme loos (dasz dieser herr die ganze erbschaft als sterbfall zog) nicht zu fürchten. 201. den siebenten fusz verlieren, den verstand. wol von dem reiter mit seinem pferde hergenommen, das, während dieses mit seinen vier füszen durch die zwei füsze jenes angetrieben wird, der verstand lenken musz. mhd. swër für ein ploch hât einen stock und siht für einen man einen bock, dër hât dën sibenden fuoʒ verlorn, sprach si, lât varen iuwern zorn! Renner 1278; sy habn den sæbenden fuʒ verloren. aus einer Münchner hs. bei Schmeller 2. ausg. 1, 769. neun füsze von sich strecken, s. oben A 5) d). sprichwörtlich: es gehen nicht alle esel auf vier füssen. Henisch 1323, 34, wobei oben sp. 1000 es seyn vil esel auff zweyen fessen zu vergleichen ist. du suchst fünff fsz an einem schaaf, da eben vier sind. 1173, 67, d. i. nach der beigesetzten erklärung: du erschwerst dir eine nicht schwere sache, machst aus einer richtigen sache eine unrichtige und verwirrte. gleiches drückt kürzer aus den fünften fusz am schafe suchen. aber holst. de socht fief fœt up ên schâp, d. i. hochd. der sucht fünf füsze auf ein schaf, heiszt so viel als der sucht im handel seinen schnitt zu machen, seinen vortheil. Schütze 1, 313. IIII. in die bedeutungen die aus der hauptbedeutung hervorgehn. dieselben sind II@11) der untere theil des strumpfes vom knöchel an als die unmittelbare bekleidung von diesem abwärts, von welchem auch der fusz im eigentlichsten sinn anfängt. s. oben I A 1). an ein paar strümpffe neue füsse anstricken. Ludwig 679. II@22) ein entfernender tritt mit dem fusze: ein christ hätte mir einen fusz in die rippen gegeben und keine dose. Lessing 1, 339. übrigens kommt diese bedeutung nur selten vor. II@33) eine fuszspur. schon ahd., wo der pl. fuoʒî, vestigia. gl. mons. 391. Graff 3, 735. mhd. und ist sîn sant sô herte daʒ ër trites nicht gevaʒʒet noch vuoʒes nicht në lâʒʒet. Albrecht v. Halberstadt bei Haupt 11, 364, 157, vgl. Albr. v. Halberst. von Bartsch nr. 24, 157. weidmännisch sagt man noch in Süddeutschland vom hirsch er macht einen guten fusz, wenn die fährte dieses edelwildes gut, d. h. deutlich, ist. Weber ökon. lex. 175a. II@44) fortbewegung von sich selbst ähnlich der mittelst der geheglieder. hier erscheint fusz nach seiner ursprünglichen und hauptbedeutung bildlich gesetzt in hinsicht der fortbewegung: unterdesz stieg die arche zu ihrem vollkommenen stande. itzt überzog sie ein harzichtes pech aus siedenden erzen, das nicht ferne von da der fette boden hervorgab, inn- und auswendig dem fusz des wassers den eingang zu wehren. Bodmer Noah 7, 479. II@55) das unterste von etwas wirklichem wie auch geistigem im gegensatze zu der höhe die beides einnimmt. also ebenfalls fusz nach seiner ursprünglichen und hauptbedeutung bildlich gesetzt in hinsicht des gegensatzes zum haupt oder kopf, von unten zu oben. s. I A 3). dessen (des abgrundes) himmelhohe seiten selber der gedancken kraft und die sinnen überschreiten, deren (der seiten) fusz im grunde haft't. Brockes 1 (1737), 292, 6; gefährlich hoffend schwebt der abenteurer in der luft, das eisen bricht, und er liegt zerschmettert am fusze seiner wünsche. Göthe 18, 132. II@66) der einem von der natur gebildeten oder künstlich errichteten leblosen körper angehörige untere theil, mit dem jener steht und auf dem er gleichsam ruht. schon ahd. fuoʒ = basis. Diut. 1, 517a. 514b, hier aus 2n. 16, 17. mhd. und mitteld. sô stuont dër ellentrîche knabe still an dës bërges fuoʒe. troj. kr. 6315; dâ man zû dër stede sal, di an dës bërges fûʒe lît. Elisabeth 3509. nhd. ebenfalls von bergen, gebirgen: gehet der fusz des berges diesem auch bis an die mitte? »ich sollte es denken.« Klopstock gramm. gespr. 141; und deiner (des Rheinweins) heiszen berge füsze. werke 1, 112; ein silberheller flusz entdeckt und schlängelt sich um der gebirge fusz. Drollinger 75; zwey kinder spielten einst hart an des Piko fusz. Lichtwer fab. bch. 4 nr. 8; eine jähe kluft am fusze des berges that sich vor ihnen auf. Göthe 21, 63; bis wir uns am fusz des ungeheuren Gemmibergs ... befanden. 16, 267; am fusz aufsteigender berge. Voss Aen. 7, 563. wie aber oben I A 3) vom fusze zum haupt den ganzen menschen von unten bis oben bezeichnet, so drückt vom fusze zum oder bis zum gipfel den ganzen berg von unten bis oben aus: vom fusz zum gipfel ist der berg gespalten. Gries Bojardo 3, 3, 47; wenn ich jene berge, vom fusze bis zum gipfel, mit hohen dichten bäumen bekleidet ... sah. Göthe 16, 74. eben so ist gegensatz zu fusz die spitze oder dichterisch das haupt des berges: so stehet ein berg gottes, den fusz in ungewittern, das haupt in sonnenstrahlen. Ramler (1801) 163. aber es wird auch von füszen eines berges gesprochen, was auf anfang und ende so wie auf die seiten des fuszes geht: auch Maro wolte wissen hier seine todtesgrufft bey dieses berges füssen. Opitz 1, 29; gegen mittag ist das castel des bergs Chayn im letzten fuossz des bergs Carmeli gelegen. Frank weltb. 170a, d. i. am entferntesten ende des fuszes. der fusz einer anhöhe, eines hügels, eines felsens, eines gletschers, eines ufers u. s. w.: alle reisebeschreiber melden, dasz die schönsten blumen ... thal und feld und füsse der hügel zieren. Herder lieder der liebe 23. zu einem schroffen felsen, dessen fusz ein dichter busch bedeckte. Musäus volksm. (1787) 2, 98; am fusz einer schroffen felsenwand. dessen phys. reis. 2, 11; und wie ich eines felsenriffs gewahre ... »ich kenns, es ist am fusz des groszen Axen.« Schiller 540b (Tell 4, 1); bis an der gletscher eisbedeckten fusz erwartet ich und fand bewohnte hütten. 527b (2, 2); die ein beblühmtes ufer deckte, dem ein sanft wallender krystallengleicher bach den fetten fusz mit feuchter zunge leckte. Brockes 1 (1737), 240. der fusz einer pflanze, die stelle wo sie im boden wurzelt, eines zweiges, die stelle wo dieser aus dem baume sprieszt, eines blattes, dessen stiel oder wo dieses hervorgewachsen ist, des auges, der augenträger, d. i. die stelle an der die knospe am fruchtzweig ansitzt (s. Weber ökonom. lex. 175a). der thal und bäumen füsz. Weckherlin 223 (ps. 104, 14); man siehet oft mit innigem vergnügen an eines baumes fusz den gantzen baum auf flacher erde liegen. Brockes 1 (1737), 202; dasz er des baumes fusz mit einem damm umzieht: Pfeffel 3, 136; dein (eine fichte ist angeredet) fusz ist so gesetzt, dasz Aeolus sein wetter zu schanden an dir wird. Logau 1, 191; am fusz einer linde. Göthe 24, 95; dort, an der buche fusz. Gotter 1, 142; und hohe pappeln, zwischen eis, den fusz beschneyt, den wipfel weisz. J. G. Jacobi 3, 129; am fusze der schattenreichen platane. Voss Theokrit 18, 46; der runde klosz, den ihr mir eine quitte nennet, hängt selber an des zweiges fusz. Lichtwer fab. bch. 2 nr. 22; dasz wir ... an jedes blattes fusz ein gleichsam silbernes gefäsz mit cirkeln finden. Brockes 2 (1739), 413. der fusz eines thurmes, eines gewölbes, einer mauer, einer bildsäule, eines denkmals u. s. w.: gang (bit ich dich) sag jm das (dasz) er wider ker unden zuo fuosz dieses thurns, ich wöll im etwasz mit wenig worten sagen meiner muoter halben. Wirsung Cal. (1520) Tib; am fusze des gewölbes leckten durchsichtige blitze. Jean Paul Hesp. 2, 247; aber die quelle rauschte aus dem fusz eines grabmals hervor. Geszner (1783) 3, 134. es (das epigramm) gehört auf den fusz der bildsäule. Herder zerstr. bl. 2, 176 (1786 170). der fusz einer treppe, einer leiter. der fusz eines steil angehenden weges, da wo dieser vom boden zur höhe ansteigt. auch von einer fahrt zur höhe durch die luft im gegensatze zu dem äuszersten ende oben, der spitze: ob wol (obwol) der himmel hoch ob der erden ist, und spitze unnd fusz an dieser fahrt weyt von einander ist. Mathesius leichpred. 2, 25b. II@77) im gedanken an die füsze eines menschen der untere theil einer pflanze aufwärts von der stelle, die dieselbe hat, so dasz sie belebter erscheint: das dich ernährende getraide. ... blatt, wurtzel, halm, woran die knoten sitzen, wodurch sein (des gewächses) schlancker fusz gesteift. Brockes 1 (1737), 108; das majestätsche kraut, das man am stoltzen fusz der mahblum prangen schaut. 249; dort auf schlanken silberweiszen füszen weht und wogt der birken zartes grün. Sophie Mereau ged. 1, 45. aber selbst menschenähnlich belebt: er legte sich zu den füszen einer schönen blume nieder. Jean Paul Hesp. 1, 166; im wasser wogt die lilie, die blanke, hin und her, doch irrst du, freund, sobald du sagst, sie schwanke hin und her! es wurzelt ja so fest ihr fusz im tiefen meeresgrund. ihr haupt nur wiegt ein lieblicher gedanke hin und her. Platen neue ghaselen s. 55. II@88) an einem leblosen körper der untere theil, vermittelst dessen er gestellt wird und steht. der fusz eines grenzsteines oder an einem grenzsteine, der untere dicke theil desselben, der in die erde kommt. besonders jener untere theil an einem geräth: du solt auch ein ehrn handfas machen mit eim ehrn fus, zu waschen. 2 Mos. 30, 18, vgl. 38, 8; item xij gulden iij sz umb einen silbern fusz zu eim glase. Elsen von Holczhusen inventar v. j. 1410, im archiv zu Frankfurt a. M.; mein glas das hat einen runden fusz: das macht, dasz ich brav trinken musz. Baggesen ged. 2, 15. der fusz eines leuchters, einer lampe, einer kerze u. s. w. sprichwörtlich: am fusz der kerze ists finster, man untersucht fernliegendes und übersieht dabei das nahe. Wander 1, 1296, 1. monopodium, (tisch) der eyn fuosz hat. Alberus dict. rija, wie heute ein groszer runder tisch und ein nähtisch. tripes, (tisch) der drei fsz hat. ebenda. die vier füsze der bettstelle. auch den eichenen schrank mit geflügelten köpfen und schnörkeln, schraubenförmigen füszen. Voss id. nr. 16, 62; grosz töpff auff dreyen füssen rund. Spreng Ilias (1610) 322b; nemlichen umb ein tigel frey, wellicher steht auff füssen drey. 307a. s. auch dreifusz, dreifüszig. bei einem zirkel an jedem schenkel das untere ende, mag dieses nun aufgesetzt oder bewegt werden: darnach lasz den cirkel mit dem einen fues in dem puncten n sten und den andern setz auf die lini g h hinfür in einen puncten o. Dürer messung L 1a; reysz mit dem anderen fues wider durch das m und herumb. ebenda; setz ein cirkel mit dem ein fuesz in den puncten c unnd den anderenn in den puncten a. F 6b. der fusz des mastes, der unterste theil des mastes, der theil mit dem der mast auf dem fahrzeuge befestigt ist, calx mali. nd. de voth am maszbome. Chytraeus cap. 34. nl. bei Kilian (1599) 632a voet van den mast. eine andere bedeutung sieh unten 13). II@99) in der wappenkunde der unterste theil eines durch zwei linien getheilten schildes. II@1010) beim deichbau der untere theil einer dossierung, d. h. der von oben nach unten gehenden schräg liegenden fläche eines deiches, da wo diese in die feste fläche des erdreichs, auf oder an dem derselbe unmittelbar liegt, einschneidet. s. Benzler 1, 168. 98. II@1111) von einer stätte, oder einem behälter, in dem ein mensch liegt oder menschen liegen, der theil an welchem die füsze sind. der fusz des lagers, des bettes. am fusz des sarges sasz die kleine lieblingstochter: noch unvermögend, ihren verlust zu empfinden, zerzupfte sie mit kindischer gleichmüthigkeit spielend die überbleibsel der blumen, womit die leiche geschmückt war. Musäus volksm. (1787) 2, 219. II@1212) der, weil mehr oder minder sich neigend, untere theil einer sich ausbreitenden wagrechten erdfläche oder einer breitern oder schmälern künstlich von erde oder holz u. dgl. gebildeten zum betreten nach einem kürzern ziele hin. sieh unter 6) sp. 1004 die stelle von Weckherlin. am fusz der wüsten Partherfelder schlug könig löw und meister bär den richtstuhl auf. Lichtwer fab. bch. 1 nr. 13; aber er (Noah) stand am fusz der breiten steigenden brücke, die von der erde bis an den untern boden gelegt war. Bodmer Noah 8, 256. überhaupt der nach der landcharte als tiefer angesehene und so als der untere bezeichnete theil eines landgebietes, selbst eines welttheiles: die ungleiche ausbildung kettet Westindien an den fusz Europas. Jean Paul Hesp. 2, 226. II@1313) ein besonderer behälter auf einem fluszschiffe zum aufenthalt von schifleuten und zur aufbewahrung dessen was ihnen oder auch andern gehört. die verechterschiffe (frachtschiffe) sollen haben vor der dolkisten (schiffskiste für die matrosen) einen fusz und deckel. urk. v. j. 1464 in Mones zeitschr. 9, 33, 15; darnach sollen sie (die frachtschiffer auf dem obern Rhein) noch einen fusz han an dem maste, umb das die knechte des nachts im schiffe deste basz gehuten und wachen mogen, das den kaufluten ir gut versorgt und gehudt werde. 16. item den dritten fusz am umblauf (umgang auf dem deck) fur dem rub. 17, wo Mone zu rub bemerkt, dasz nl. roef, rhein. ruff, das für den meister bestimmte kämmerlein am hintertheile des schiffes bedeute, nach Kehrein 333 aber ist nassauisch der ruf der hintere aufbau auf dem schiffe, der die stube und küche für die schiffsbewohner enthält; item sie sollent machen in die selben schiffe und nachen ir dolkisten deckel und ein fusz darfur. 25; item sollent sie einen fusz fur den rub setzen, den luden ir gut und sich selbs darin zu behalten, und in oder under der kolekisten mogen sie ir gerust machen unverspichert und unverheupt, das der beseher darin sehen möge und sollent daraffter kein fusz machen. 26. II@1414) bergmännisch die untere fläche im stollen, auf der die wasser ablaufen. auch sohle (s. d.). an das bild des menschlichen fuszes aber erinnert, dasz, wenn ein gang sich aufthut, gesagt wird der gang streckt die füsze von sich, und wenn er sich abschneidet und vermindert, der gang zieht die füsze an oder zu sich. mineral- u. bergwerkslex. 226a. entdeckte geheimnisse 59. Richter 1, 346. Veiti bergwb. 211. II@1515) die unterlage, grundlage, das worauf etwas wesentlich beruht: das eigenthum immer der fusz unsers gesellschaftlichen daseins ist und sein musz. Pestalozzi 7, 35. II@1616) der stand den eine sache hat, die art und weise des seins, die als grundlage geltende bestimmung und einrichtung. eine erst im 17. jh. auftauchende bedeutung, die von verbindungen wie zu gleichen füszen (s. sp. 972), auf groszem fusze leben (s. sp. 970), auf breitem fusze (s. ebenda) u. dgl. ausgeht. sie findet sich zuerst ins wörterbuch aufgenommen bei Stieler 589, der »fusz etiam est fundamentum rei, mensura, designatio, regula, repartitio « erklärt und dabei das nachher zu erwähnende auf den alten fusz stellen hat. in dieser bedeutung steht das wort II@16@aa) bei der praep. auf und zwar II@16@a@aα) im dat. ich wünsche, seine sach auff gutem fusz zu sehn. Werder Gottfried 5, 54; dürft ihr denn, so fragte er, mit einem hübschen mädchen auf einem guten fusz leben, ohne mit ihr grade verheirathet zu seyn? Göthe 27, 182; der böse wolf ... faszte den gleiszenden entschlusz, mit den schäfern auf einem gütlichen fusz zu leben. Lessing 1, 159; sobald meine mutter zurück ist, sollen Sie bei uns auf einem angenehmen fusz leben. Gotter Jeannette aufz. 1 auftr. 3. auf freundschaftlichem fusze leben, stehen: Sie wissen, herr oberster, wie Sie mit dem prinzen stehen. nicht auf dem freundschaftlichsten fusze. Lessing 2, 171. auf vertrautem fusze mit einander leben, vertraut mit einander umgehen (s. auch nachher mit accusativ). als es mir unerträglich war, mit jemand täglich zu leben und auf einem unsicheren, gespannten fusz mit ihm zu stehen. Göthe 25, 6. auf dem alten fusze fortleben, in der lange her gewohnten weise so fortleben. nd. jedoch upp mit acc., uppn ollen fôt, nach alter weise. Dähnert 136. dasz man keine obrigkeitliche stelle auf dem vorigen fusz lassen und die löhnungen einziehen müste. Heilmanns Thucyd. (1823) 1335; sie wolten ... das bündnisz mit den Atheniensern auf dem bisherigen fusz beibehalten. 489; indesz bleibt es bey meinem entschlusse, auf dem bisherigen fusz in Wolfenbüttel nicht zu bleiben. Lessing 12, 431, auch acc., wie nachher folgen wird. so ward er (Pausanias) vollends recht stolz, und konte seine aufführung nicht mehr auf dem eingeführten fus mässigen. Heilmanns Thucyd. 147 (1823 176), bei Jacobi nach der eingeführten weise leben; daher sehen wir unter guten fürsten von diesem schlage (fürsten, deren character aus einer vermischung von gutherzigkeit und indolenz besteht) die besten und die schlechtesten leute ungefähr auf einerley fusze. Wieland 15, 112 (107); noch genauer und um das ἐκ τοῦ ἴσου wörtlich auszudrücken, hätte ich es geben können: auf gleichem fusze (ohne sich etwas über einander heraus zu nehmen) als bürger einer freyen republik mit einander zu leben. dessen Lucian 4, 348b; die bayerische regierung und das bayerische volk sind bereit, eine solche verbindung (eine engere staatsrechtliche verbindung der süddeutschen staaten) auf dem fusze der gleichheit einzugehen. Pözl in öffentl. rede 1870; lieszen sich das gute, was der zufall unter ihrem nahmen that, auf eben dem fusz bezahlen, wie ein maulthiertreiber den täglichen verdienst seines esels einzieht. Wieland 19, 237; aber die neunte woche, Mellefont, die neunte woche fängt heute an, und dieses elende haus sieht mich noch immer auf eben dem fusze, als den ersten tag. Lessing 2, 8; er steht ungefähr mit don Alvarez auf demselben fusz, als ich mit Prado stehe. Lenz 1, 224; denn immer würden wir unser heer auf demselben fusz halten müssen auf welchem das heer des deutschen bundes steht. kriegsminister v. Pranckh in der bair. abgeordnetenkammer am 21. jan. 1871, s. Augsb. allgem. zeit. 1871 s. 372a; auf diesem fusz, wenn das feuerelement unter den körpern in einem gewissen raum im gleichgewichte ist, sind die körper verhältniszweise gegen einander weder kalt noch warm. Kant 1, 40; auf diesem fusz sieht man ein: dasz ... 6, 54; die sachen der metaphysik stehen jetzt auf einem solchen fusze ..., so dasz ... 135; dasz du dich nicht solltest erinnern können, auf welchem fusz wir einst zu Smyrna lebten. Wieland 3, 143; ich möchte wol wissen, sagte Danischmend, auf welchem fusz du die menschen kennen gelernt hast. 8, 97; ich habe dir gesagt, auf was für einem fusz du hier sein wirst. 1, 229; er lebte bei ihm nicht auf dem fusz eines hausbedienten, sondern eines armen verwandten. Schiller 685a. ich stehe mit ihm auf dem fusze dasz ... . II@16@a@bβ) im acc. dies zunächst, wenn das verbum, von welchem auf mit fusz abhängig ist, eine einwirkung, ein überleiten ausdrückt. transitive erfordern zugleich einen acc. als object, das bei reflexiven in dem auf das subject zurückführenden persönlichen pronomen liegt. (etwas) auf den alten fusz stellen, insistere regulae antiquae, juxta rationes anteriores statuere, secundum veterem dispositionem judicare. Stieler 589. so würden sie jezzo die sachen so weit treiben können, dasz, wenn sie ihnen die regierung nicht wieder auf den alten fusz sezzen wolten, sie eher ihnen das meer würden sperren können, als dergleichen von ihnen befahren dürften. Heilmanns Thucyd. (1823) 1347. dasz die verfassung in der stadt solchergestalt ohne vorgefallene thätlichkeiten auf einen guten fusz gesezt ... worden. 1330; ihre sachen solchergestalt auf einen sehr guten fusz zu sezzen. 586 (bch. 4, 24); ich habe meine sache durch sie auf einen rechten guten fusz gesetzt. Lessing 3, 49; im kriegswesen, welches er in ansehung der pferde und rüstung, und übrigem zubehör auf einen bessern fusz gesezt, als alle acht könige, die vor ihm regiert haben, mit einander. Heilmanns Thucyd. (1823) 387; in welchen städten sie alles auf einen ihrer sicherheit gemäszen fusz sezten. 399; als wenn wir unsere bürgerliche verfassung auf einen vernünftigern fusz sezzen. 1316; er setzte seinen hofstaat auf einen prächtigern fusz. Wieland 7, 37; beide religionsparteien ... setzten ihren gottesdienst auf einen gesetzmäszigen fusz. Schiller 837b; die regierung der stadt sezten sie darauf meist auf den fusz einer oligarchie. Heilmanns Thucyd. 660; der gang, den die sachen, auf diesen fusz gebracht, nehmen, ist folgender. Kant 6, 347; er schwor, dasz er mich, allen meinen ahnen zu trotz, auf einen wohlfeilern fusz haben wollte, und wenn ich auch in gerader linie von Isis und Osiris abstammte. Wieland 12, 117; das kriegswesen auf den preuszischen fusz neu einrichten; dieselbe nehmliche tänzerin (bildl.), die ... sich, wie es schien, in wenig minuten schon auf einen ganz traulichen fusz mit ihr gesetzt hatte. Wieland 8, 283; diese sprache ist die sprache eines arglistigen, welcher sich gern auf den fusz setzen will, seinen procesz auch alsdenn nicht zu verlieren, wenn er ihn verliert. Lessing 1, 375; mein herr, ich habe mich auf den fusz gesetzt, dasz ich Ihre und meine schuldner gleich auf den ersten blick erkenne. 399. bei einem intransitiven verbum steht der acc. nach auf, wenn es eine einwirkung einschlieszen kann: fürchten Sie etwa, dasz ich Ihnen ein verbrechen daraus machen möchte, wenn es mit uns wieder auf den alten fusz kommen sollte? Schiller, in der rhein. Thalia 1, 53. nach auf die füsze stehen ergibt sich dann der acc. in der folgenden stelle: da nun das weibsvolck sieht, dasz sie nicht alles engel und nun auf diesen fusz die sonst versteckten mängel entblösset könnten stehn, so ... Picander ernstscherzh. ged. 1, 553. dagegen stehn bei verben, zumal wenn sie bei auf keine einwirkung, kein überleiten auszudrücken scheinen, auf den fusz, auf einen fusz elliptisch für auf den fusz hin, auf einen fusz hin: wenn nun aber alles auf solchen fusz genommen wird. Kant 3, 82; die gemeine seichte vorstellungsart, alle unterschiede unserer gattung auf gleichen fusz, nämlich den des zufalls, zu nehmen. 10, 78; nichts also, was gegenstand der sinnen sein kann, ist, auf diesen fusz betrachtet, erhaben zu nennen. Kant 7, 99; behandelte das land bis über die Weser schlechterdings auf den fusz einer überwundenen provinz. Möser osnabrück. gesch. 1, 145; dasz es ihn empfindlich kränken würde, wenn ihm der prinz auf den fusz eines fremden behandelte. Schiller 741b (Gödeke 4, 314, 30); ... Ihre erlaubnisz zu erhalten, die junge dame, Ihre fräulein tochter, auf den fusz eines liebhabers besuchen zu dürfen. Bode Thomas Jones 6, 17 (bch. 16 cap. 2); nachdem er sich völlig wieder erholt, besuchte er uns den ganzen winter auf eben den fusz wie ehemals. Göthe 19, 285; der zweite transport (bücher) wird in wenig tragen folgen, nur wünschte ich den Ens noch einige zeit auf den fusz wie den Bellus zu behalten. Leisewitz schriften 249, 15; worinn ... zugleich gute räthe und mittel sich zu helfen vorgeschrieben würden, auf den fusz, wie Tissot es in absicht auf die erhaltung der gesundheit gethan hat. Möser patriot. phant. 2, 281. straszburgisch roth (rathe) als uf dene fuesz so furt, du liewi zeck (liebe zecke). Arnold pfingstmontag 125; ihr wesen heut zur abendfrist ... bey ihm auf alten fusz zu treiben, wo thee und milch in bächen flieszt. Gotter 3, lxxii; Marmontel sagt: Solimann (so im druck) war ein zu groszer mann, als dasz er die kleinen angelegenheiten seines serraglio auf den fusz wichtiger staatsgeschäfte hätte treiben sollen. Lessing 7, 153 (hamb. dram. 1, 268); ganz gewisz werde ich auch also alles darauf anlegen, um in Wolfenbüttel zu bleiben. nur auf den fusz, wie ich bisher gewesen, kann ich es unmöglich. 12, 433, womit s. 436 stimmt denn auf den bisherigen fuzs kann ich weiter in Wolfenbüttel schlechterdings nicht bleiben, so gern ich auch immer daselbst bleiben zu können wünschte, aber s. 431 setzt Lessing, wie die zweite stelle vorhin sp. 1006 zeigt, eben so wol den dat.; die sachen blieben bis ins jahr 1578 auf diesen fusz. Möser patriot. phant. 3, 183; und die übrigen lieszen sie, ohne weitere ahndung, auf demokratischen fusz bei ihnen in der stadt bleiben. Heilmanns Thucyd. (1823) 1343; die erde ist also auf diesen fusz (d. h. da sich die sache so verhält) hinlänglich gesichert, durch den regen und die flüsse ihr salz und fruchtbarkeit nicht zu verlieren. Kant 9, 11; auf diesen fusz würde das unglück der erde mit ziemlich schnellen schritten herbeirücken. 15; ich weis nicht anders, als dasz die adoption auch unter uns, auch noch itzt gebräuchlich, und vollkommen auf den nehmlichen fusz gebräuchlich ist, wie sie es bey den Römern war. Lessing 7, 432 (hamb. dramat. 2, 357); auf diesen fusz gingen die verbesserungen in die länder Europens. Herder fragm. (1767) 3, 22; auf den fusz, sagte der braune, kann ich von seiner groszmuth keinen gebrauch machen. J. G. Müller Siegfried v. Lindenb. (1790) 4, 205; denn eben dieses verdrosz mich. musz sie auf einen so kindischen fusz mit mir umgehen? Lessing 1, 403; mit mir gieng er sogleich auf einen ziemlich vertrauten fusz um, nannte mich herr nachbar. (J. M. Miller) briefw. dreier akadem. freunde 208; da sie aber die meisten schon unter den fusz gebracht, mit uns hingegen noch auf gleichen fusz lebten. Heilmanns Thucyd. (1823) 385; »rächet euch auf gleichen fusz (als sie es euch zugedacht haben).« 435; die bewunderung über die abfolge einer wirkung aus einer ursache hört auf, sobald ich die zulänglichkeit der ursache zu ihr deutlich und leicht einsehe. auf diesen fusz kann keine bewunderung mehr stattfinden. Kant 6, 115; auf solchen fusz würde der begriff nur empirisch seyn. 2, 201. doch läszt sich nicht billigen, wenn von diesen stellungen aus auf den fusz, auf einen fusz auch bei dem bloszen verbum sein gesetzt wird: Faust und der teufel waren in wenigen tagen mit der päpstlichen familie auf den fusz der vertraulichkeit. Klinger 3, 222. richtig würde sein, wenn am schlusse noch gekommen folgte. auch bei reflexiven verben mit auf läszt sich in gedanken hin ergänzen: wir wollen uns auf diesen fusz vertragen: vergessen soll das vorgegangne seyn. Gries Ar. 43, 143. II@16@bb) bei anderen praepositionen, wie nach, gemäsz u. s. w.: die meinung, dasz die gläubiger gegen den abgemeyerten schuldner eine ewige personalaction behalten, ist bisher angenommen, und selbst durch die landesgesetze, welche hierinn zu sehr nach dem römischen fusz abgemessen sind, begünstiget worden. Möser patriot. phant. 1, 147; wär nicht mein knabenalter hin, Ihr, Chiron, müsztet mich erziehn! ein junger held nach Eurem fusz ist ein Achill — beym wein, und Herkules — beym kusz. (Kretschmann) scherzh. ges. 23. die heereseinrichtung ist dem preuszischen fusze gemäsz. II@16@cc) auch ohne praep.: und zwar sollen die Korinthier die ersten gewesen sein, welche in der art mit den schiffen umzugehen dem heutigen fus am nächsten gekommen. Heilmanns Thucyd. 16 (1823 24). doch erscheinen solche fügungen, wie auch die unter b), nicht so häufig; weitaus die häufigsten bleiben die mit der praep. auf. II@1717) ein ursprünglich von der länge, die der fusz eines mannes gewöhnlich hat, hergenommenes längenmasz, das dann später in seiner grösze näher bestimmt wurde. gleicher weise sind auch hier lat. pes, gr. πούς dem fusze eines mannes entnommene längenmasze. goth., alts. und ahd. liegt kein beleg für diese bedeutung vor, wol aber altfries. (Richthofen 755bf.) und altn. (Möbius glossar 116), auch ags.: nëlle ic beorges veard oferfleón fôtes trem. Beóvulf 2526, = nicht werde ich vor des berges wart (es ist ein drache gemeint) zurückweichen einen fusz breit. im hochd. findet sich fuoʒ als masz erst im 12. jh. und zwar am Niederrhein: niwit (nichts) mêr ër (Alexander d. grosze bei seinem tode) behîlt allis, dës ër ie beranc, wene ërden siben vuoʒe lanc, alse dër armiste man. Lamprecht Alex. (Weism.) 7125. es ist hier, was kaum der besondern erwähnung bedarf, das grab gemeint, das auch sonst mehrfach die dichter mit diesem masze bezeichnen: dëm wirt vil lîhte dâ beschert ein hûs von siben vüeʒen. Freidank 163, 15; und ënwirt mir dar nâch niht wan siben vüeʒe lanc. Heinr. v. Rugge MSH. 1, 221a, 2, 2; vil lutzel doch ist minner vil bereit dîn grab in diesem zil, das kûme siben vûse hât. Karajans frühlingsgabe 100, 45. weitere stellen s. Ben. 3, 445b, bei welchen zu bemerken ist, dasz die verszeile in dem dort angezogenen spruche Frauenlobs s. 242 in der Weimarer handschr., aus der allein hier Ettmüller schöpfte, unt siben vüeʒe; dës ich bin lautet (vgl. MSH. 3, 404b, 19), nicht »unt siben vuoʒ landes; dës ich bin«, wie Ettmüller setzen zu müssen geglaubt hat. und sal de hovestat drîʒig fûʒe lang, breit sîn. Baurs hess. urk. 1, 315; auch sollen die offinbare gaszen in des stifftes und closters dorffern und gebieten uff beyder syten und ane allen enden an breyde sestzehen fusze han. weisth. v. j. 1442, in weisth. 2, 176. sämmtliche stellen ohne ausnahme zeigen, dasz der plural gesetzt wurde mit und ohne durchgebrochenen umlaut, und selbst noch der mittelrhein. vocabular. ex quo v. j. 1469 hat »tripedalis, dryer fuysze lang«; aber nhd. hört man nicht mehr füsze, sondern dem sg. gleich blosz fusz, und dies scheint, wie bei dem masc. stab als masz (s.stab), nach der analogie der neutra fuder, pfund, fasz, masz, buch, bei denen sich, in so fern sie masze ausdrücken, der dem sg. gleichlautende alte pl. bewahrt hat, eingetreten zu sein. so ist dann hier im plural fusz, wenngleich ursprünglich fehlerhaft, sprachgebrauch geworden. s. gramm. 4, 285. wir sagen zwei fusz grosz (»zweene fusz grosz« Hederich 1753 sp. 999), sieben fusz lang, drei fusz breit, zwanzig fusz hoch u. s. w. er liesz von seiner kleinen person sich eine grosze büste machen ... fünf fusz hoch, denkt! Kl. Schmidt kom. dicht. 62; wenn ich nur vier gemeszne fusz weiter zu fusze gehe, so musz ich platzen. A. W. Schlegel Heinr. d. vierte I, 2, 2. richtendes zeug, die fusz und längen und winkel zu messen. Bodmer Noah 6, 763. doch findet sich in dieser dichtung auch der pl., aber umlautlos, fusze: forschet die tief und fand allein drey fusse gewässers. 11, 646; wenige fusse vom boden. 12, 738. dies fusze mag auch noch anderwärts stehn, namentlich der dat. fuszen, nicht aber füsze und der dat. füszen: was es (das papier der Schinesen) aber ganz vor allen europäischen papieren auszeichnet, ist, dasz sie bogen von acht bis neun fuszen in der länge und von verhältniszmäsziger breite ganz aus einem stücke zu machen verstehen. Lichtenberg (1800) 5, 508. der allgemein gebräuchliche pl. jedoch bleibt hier fusz: in den grossen häusern, wo die döhle 30 bis 40 fusz, und die drösche nur 10 fusz breit gemacht wird. J. Möser patr. phant. 3, 159; die grossen feuerleitern von 36 fusz. 160. nur wird im dat. bei einem keine bestimmte zahl ausdrückenden worte lieber fuszen gesetzt: die höhe von einigen fuszen. A. v. Humboldt kosm. 1, 325. aus den gesäten kernen sind bereits stämmchen von mehreren fuszen emporgewachsen. besonders aber steht dieser dat., wenn fusz als maszbezeichnung kein solches wort, überhaupt kein eigentliches zahlwort bei sich hat: die länge nach fuszen berechnen. die berechnung musz in fuszen gemacht werden. es ist hier nicht die rede von zollen, sondern von fuszen. wir haben es hier mit rheinländischen fuszen zu thun. übrigens ist bei den auf halb ausgehenden zahlwörtern fusz nicht pl., sondern sg., was mhd. u. mitteld. stellen wie: und mac bûwen vîrdehalben vûʒ uber die gaʒʒe (Freiberger stadtrecht 161, 22), mnd. hoger dan anderthalven vôt (Reineke 3078), deutlich zeigen. nhd. anderthalb fusz war rings die ganze breite des rahmens um die tafel herum. Göthe 40, 172. ein halber fusz: in der that sehen wir an den rüben, dasz sie stärker und dicker werden, es sey, dasz man ihnen das kraut bis auf einen halben fusz absichele. Jean Paul papierdrache 1, 33. vor dem einfachen halb selbst kann mhd. der artikel wegbleiben: ir gelîmeten sinne dien kunden niender hin gewëgen noch gebrücken noch gestëgen halben vuoʒ noch halbem trite, minne diu ënwære ie dâ mite. Trist. 11817 (Pf. 297, 19). einen fusz breit, s. oben I A 5) e) θ). auch dient mhd. vuoʒ zur verstärkung einer verneinung, indem diese durch das hinzugefügte bild jenes maszes gehoben wird: wir volgen ime und komen niemer fuoʒ ûʒ sînem spor. Walther 33, 14; ûʒ sîme gebote niemer trëtin mit willen einen halbin fuoʒ. Martina 10c, 67. reichlich stellen hierüber sind gramm. 3, 731, 4 und J. V. Zingerle bildl. verstärkung der negation s. 44—45 beigebracht. von der zeit findet sich das masz bei dem Marner: ëʒ ist vor tage niht einen vuoʒ. MS. 2, 167a (MSH. 2, 237b, 3, 2). Sprichwörtlich: besser am fusze gewinnen, als an der klafter. kleiner gewinn, der öfter kommt, ist groszem, der selten kommt, vorzuziehen. Was die bestimmung der grösze anlangt, so wird in neuerer zeit der fusz gewöhnlich in 12 zoll eingetheilt und heiszt dann gemeiner fusz, schuh, werkschuh. mit den zwölf zollen im fusz. Lichtenberg (1800) 4, 206. aber es findet auch eintheilung in 10 zoll statt und dann hat er die bezeichnung decimalfusz. in den verschiedenen ländern wie auch bedeutendern städten ist die grösze des fuszes verschieden, der gewöhnlichste ist der preuszische oder rheinländische fusz, der die länge von beinahe 314 (in genauerer zahl 313, 85) millimetern hat. im groszherzogthum Hessen trift der fusz genau mit einem viertelmeter überein. in der mit neujahr 1872 in kraft tretenden masz- und gewichtsordnung für das deutsche reich ist, bei aufnahme dem volksmund widerstrebender fremder ausdrücke, fusz, die bisherige überaus geläufige benennung eines hauptlängenmaszes, ausgefallen. vgl. auch schuh. zeichen für fusz ist ein hinter die in ziffern ausgedrückte zahl gesetztes. ' II@1818) ein versglied, das aus zwei, drei oder vier silben bestehn kann. ahd. sie duent iʒ filu suaʒi,joh mëʒent sie thie fuaʒi thie lengî joh thie kurtî,theiʒ gilustlîchaʒ wurti. O. I. 1, 21; thaʒ lâʒ thir wësan suaʒi,sô mëʒent iʒ thie fuaʒi, zît joh thiu rëgula. 41. mhd. wan man in einem winkel muoʒ machen dëm getiht dën vuoʒ. welsch. gast 12316. jenes fuaʒ aber, wie O. in seiner weise für fuoʒ schreibt, ist übersetzung des lat. pes, das, wie gr. πούς, in der bedeutung vorausgeht. nhd., mit dem bewahrten pl. füsze: Serenus. der vers hat schrecklich viel füsse. Squentz. so kan er desto besser gehen. A. Gryphius 1, 732 (Squentz 17); drum wo mein lahmer vers nicht gleiche füsse hat, so denck, als wenn er dich en menuet ergetzte. Günther 797; soll ich den alten reim in deutschen liedern hassen und auf lateinschen fusz den Nimrod hinken lassen? Dusch verm. werke 335; so viel von den füszen dieser uralten versuche, lassen sie uns auch von ihrem körper und geist reden. Herder 13, 151; in gedichten von den leichtesten füszen, wie es boten der liebe oder eilenden boten geziemet. dessen Terps. 3, 54; läng an kürze gestellt, der fusz wird jambus genennet. Voss Horaz epist. 2, 3, 251, bei Wieland Horazens briefe 2 s. 223, 484—486 übersetzt: ein sylbenfusz, wo eine lange sylbe auf eine kurze folget, wird ein jambus genennt. ein schneller fusz! hiernach kommt mit jenem fusz, dem versfusz (s. d.) der silbenfusz (s. d.) überein. verschieden davon aber ist der wortfusz (s. d.), die gliederung nach den einzelnen wörtern in betref der länge und kürze ihrer silben: die griechische sprache bot ihm (dem hexameter) die erwünschteste manchfaltigkeit der wortfüsze, die feinen wechselnden regungen, die bei einiger wahl, mit sangbarem laute sich anschmiegten, und nächst ihr die verwandte römische. unter den neueren ist die deutsche allein fähig, seinen tanz in bestimmten wortfüszen aller art nachzubilden. Voss briefe. 1, 26; hast du in dem period rundung genug? hast du die wortfüsze sorgsam an einander gereiht? 147. s. auch zeitfusz. II@1919) musikart, vorzugsweise in beziehung auf den tact in seinen theilen: musik auf welchem fusz, en genre cromatique, recht ausgesucht, um selbst ein eisbergstück aus dem gebiet der frostigen stoa zum lockersten stutzer aufzuthaun. Kl. Schmidt kom. dicht. 175. fusz ist nemlich im besondern die tacteintheilung, d. h. die ordnung der tacttheile oder tactglieder in dem tacte. vgl. tactfusz und s. Häuser musical. lex. 1, 91. II@2020) in der orgel der unterste theil einer labialpfeife, d. h. einer pfeife des flötenwerkes. in jenem theile der pfeife, in welche der wind unmittelbar aus der windlade geht, wird der ton gebildet, den jene von sich gibt. Häuser musical. lex. 1, 91. 2, 28. auszerdem aber bezeichnet fusz das masz für die höhe oder tiefe der töne, welche die orgel angibt, im besondern von einer gedeckten orgelstimme, dasz dieselbe um eine octave tiefer ist, als sie nach der länge der pfeife sein würde. s. fuszton. II@2121) bei münzen die werthbestimmung nach schrot und korn, d. h. nach gewicht und feingehalt. s. münzfusz, guldenfusz, thalerfusz, vierzehnthalerfusz, zwanzigguldenfusz, reichsfusz. II@2222) bei den buchdruckern das untere ende der seite (columne), engl. foot of a page. II@2323) Als eine besonderheit erscheint, wenn, nach dem vorbilde von hand für handschrift, art und weise beim schreiben die schriftzüge zu gestalten (s.hand B II 7), Jean Paul in dem ihm eigenthümlichen witze von solchen, die zum schreiben mit den händen unfähig machende gebrechen haben oder an jenen gliedern verstümmelt sind und deshalb die geschicklichkeit sich angeeignet haben, mit einem fusze zu schreiben, den ausdruck wagt einen fusz schreiben: die krüppel, die einen guten fusz schreiben, nicht eigenhändig (m. ppr.), sondern eigenfüszig (p. ppr.). kom. anhang zum Titan 2 (werke 32) s. 81. übrigens hat der neue ausdruck eben so wenig aufnahme gefunden, als das ebenda nach dem vorbilde von handlanger versuchte fuszlanger (s. d.). Zum schlusse noch die zusammensetzungen, in welchen fusz letztes wort ist, auszer den bereits vorhin unter 18)—22) angeführten: achtfusz, afterfusz (fusz am schwanze mancher crustaceen), alpfusz, arschfusz (arsfusz. Henisch 1320, 68), bärenfusz, bauchfusz (Frisch insecten 4, 31. 9, 40), bauerfusz, bauernfusz, besuchsfusz (= das verhältnis des einen zum andern, dasz sie einander besuchen), bettfusz, blasenfusz, blaufusz, bocksfusz, breitfusz (= plancus. Alberus dict. lliija), brustfusz (Frisch ins. 7, 8), deichfusz, dickfusz (= oedipus. Alberus dict. lliija), dolfusz (dollfusz), dreifusz, drudenfusz, dünnfusz, duzfusz (= das verhältnis des einen zum andern, dasz sie einander duzen), elefantenfusz, entenfusz, eselsfusz, eulenfusz, falkenfusz, fangfusz, faulfusz, federfusz, felsenfusz (bei Brockes 1737 1, 269: ihre (der berge) graue häupter decken unvergänglichs eis und schnee, ihre felsenfüsse stecken in dem grund der tiefsten see), ferkleinsfusz, flächenfusz, flachfusz, fliegenfusz, flugfusz (Fischart groszm. bei Scheible s. 615), förderfusz (= vorderfusz. A. Gryphius Leo 1, 109), friedensfusz, fühlfusz, fünffusz, fürfusz, gabelfusz, gangfusz, gansfusz oder gänsefusz, geiszfusz, gelenkfusz, geviertfusz, gliederfusz, greifen- oder greiffusz, groszfusz, gückelsfusz, hahnenfusz, hasenfusz, hinterfusz, hirschenfusz (Henisch 1322, 42), hornfusz, hühnerfusz, kalbsfusz, kappenfusz, katzenfusz, kieferfusz, kiemenfusz, kindesfusz oder kindsfusz, kletterfusz, klumpfusz, kochsfusz, krähenfusz (von einem schriftzug: kam zufällig ein billet, dessen unleserliche züge voll krähenfüsze ihren blick festhielten. Kl. Schmidt kom. dicht. 322), krakelfusz, Kratzefusz (name der henne), kratzfusz, kriegsfusz, krummfusz, kuhfusz, lahmfusz, lammsfusz, langfusz, lappenfusz, latschfusz, lauffusz, leichtfusz, lindfusz, löwenfusz, mittelfusz, mückenfusz, oberfusz, ochsenfusz, pelicansfusz, pferdefusz oder pferdsfusz, platz- oder platschfusz, plattfusz, rabenfusz, rappenfusz, rauchfusz, rauhfusz, rennfusz, riemenfusz, rosfusz (roszfusz), rothfusz, ruckfusz, ruderfusz, säulenfusz, schafsfusz, scharrfusz, schiechfusz, schieffusz, schienenfusz, schildfusz, schlenkerfusz, schlingfusz, schlurffusz, schneckenfusz, schnellfusz, schwanzfusz, schwarzfusz, schwimmfusz, sechsfusz, seefusz, sitzfusz, spinnenfusz, standfusz, stelzfusz, steuerfusz, streckfusz, stuhlfusz, stumpffusz, südfusz, tappfusz, taubenfusz, tausendfusz, tischfusz, trappenfusz, unterfusz (Frisch insecten 4, 29. 8, 20), vielfusz, vierfusz, vogelfusz, vorderfusz, vorfusz, wanderfusz, watfusz, weihenfusz, windfusz, wockenfusz (wockfusz), wolfsfusz, wollenfusz, zehenfusz, ziegenfusz, zinsfusz, zipperfusz, zweifusz u. a. m. besonders zu erwähnen ist der pl. freiersfüsze, aber nicht hierher gehört fusz in beifusz (s. d. und das folgende).
199329 Zeichen · 3867 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    fusz

    Grimm (DWB, 1854–1961) · +3 Parallelbelege

    fusz in beifusz ist durch das niederdeutsche aus ahd. pôʒ, mhd. bôʒ, stosz, schlag, geworden. die 2, 267 unter bosz von …

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit fusz

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fusz‑ als Erstglied (30 von 422)

fuszabnahme

DWB

fuszabnahme , f. das abschneiden eines schadhaften fuszes vom körper durch den arzt, die amputation eines fuszes. nachdem er mutig seine fus…

fuszabtheilung

DWB

fuszabtheilung , f. von soldaten einer waffengattung die abtheilung, die den dienst zu fusz zu thun hat, im gegensatze zu der berittenen. di…

fuszärztin

DWB

fuszärztin , f. eine die kunst des fuszarztes ausübende weibliche person. so lautet eine anzeige in der ersten beilage zum Wiesbadener tagbl…

fuszanbeterei

DWB

fuszanbeterei , f. die tiefe verehrung die einem wesen oder jemand an den füszen bezeigt wird, z. b. durch küssen oder umfassen derselben u.…

fuszanbetung

DWB

fuszanbetung , f. was fuszanbeterei ( s. d. )

fuszangel

DWB

fuszangel , f. 1 1) ein angelartiges eisen mit vier 3—5 zoll langen spitzen, von dem, wenn und wie es auf den boden geworfen wird, immer ein…

fuszarbeit

DWB

fuszarbeit , f. 1 1) eine arbeit die mit den füszen oder doch hauptsächlich durch diese verrichtet wird. so ist z. b. das treten des mit bre…

fuszarbeiter

DWB

fuszarbeiter , m. livländisch ein bauer der zu handdienst gestellt wird, was gewöhnlich von Georgi bis Michaelis geschieht. s. Gutzeit 1, 30…

fuszartillerie

DWB

fuszartillerie , f. die feldartillerie, d. h. die den heeren im felde folgende und mit ihnen wirkende artillerie, deren bedienende mannschaf…

fuszarzt

DWB

fuszarzt , m. ein schäden oder leiden der füsze behandelnder und heilender wie auch vorkehrung gegen jene anrathender arzt, auch ein arzt de…

fuszbad

DWB

fuszbad , n. 1 1) ein baden, d. h. in das wasser setzen und waschen, der füsze, lotio pedum. ein warmes fuszbad. A. Gryphius 1698 1, 635 ( P…

fuszbändlein

DWB

fuszband·lein

fuszbändlein , n. ein kleines an die füsze zur haft angelegtes eisernes band, ein kleines an die füsze zum festhalten an einem orte angelegt…

fuszbänklein

DWB

fuszbank·lein

fuszbänklein , n. , dasselbe. Rädlein 315 b . am obern Lech, s. Schmeller 1, 182 . Bei Henisch 1319 blosz bäncklein.

fuszbalke

DWB

fuszbalke , heute gewöhnlich fuszbalken , m. der bei dem bauwerk auf der grundmauer liegende balken. unrichtig steht fuszbalke bei Stisser f…

fuszball

DWB

fuszball , m. 1 1) was fuszballe. 2 2) eine aufgeblasene mit leder überzogene ochsenblase, die man bald mit dem fusze, bald mit dem arm in d…

fuszballe

DWB

fuszballe , heute gewöhnlich fuszballen , m. der an der groszen zehe unten befindliche breite dickere theil des fuszes. s. balle 1).

FUSZBALLER

DWB2

FUSZBALLER m. abl. von fußball m. oder lehnübersetzung aus engl. footballer subst. jmd., der (regelmäßig) fußball spielt: 1929 in die sportä…

fuszballkampf

DWB2

fuszball·kampf

fuszballkampf m. : 1938 leibesübungen u. körperl. erziehung 57,490 b K. 1968 süddt. ztg. 13,24.