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weber

mhd. bis sprichw. · 15 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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27 in 15 Wb.
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6 von 16

Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

weber m. nomen agentis

Bd. 27, Sp. 2655
weber, m. nomen agentis zu weben, mhd. webære, in ahd. glossen als weberi, webre, weber belegt Steinmeyer-Sievers 3, 138, 52 f. 357, 14, entsprechend mnd. ndl. wever, engl. weaver, schwed. väfvare, n. væver; im ahd. steht daneben die auf *wibari (vgl. weberin) führende form wieuere im glossar I d 3, 382, 57, dazu wuber (u = ü) cod. dipl. Moenofranc. 1, 637 (1355) Böhmer, wuber, wyber Bücher berufe der st. Frankfurt 130, ferner im glossar der Hildegard wobere 3, 396, 20, wo o == ö zu nehmen sein wird, aus geschlossenem e entwickelt, das sich aus dem i der letzten silbe in *wëbari erklärt (geschl. e in weber jetzt z. b. im südfränk. zeitschr. f. d. mda. 1916, 346), die form erscheint auch später besonders im rhfr.: wöber zeitschr. f. gesch. d. Oberrheins 9, 173 (Speyer 1360); wobir Keutgen urk. z. städt. verfassungsgesch. 378 (Frankfurt 1377); wober oberrhein. stadtrechte 1, 313 (Miltenberg). städtechr. 17, 15, 21 (Mainz, 22 waber). Diefenbach gl. 582b textor (in 2 gl.), später auch im obd.: wöber österr. weisth. 2, 28, 45. 5, 278, 38 (Tirol 17. jahrh.). Lexer 252. 11) der handwerksmäszig gewebe herstellt, tuchmacher; man unterscheidet leinen-, wollen-, seidenweber, barchent-, damast-, zeug-, strumpf-, teppichweber usw.; ab dem tuoche entrunnen wol siben webære, ê eʒ volweben wære. meier Helmbrecht 137; so ist mit der woll besachet, die man dâ von der hiute nimt, der webær, dem sî wol gezimt, der tuochgebær und der snîdær, der verwær, dar zuo der scherær. H. v. Beringen schachgedicht 4715 Zimmermann; es sei der schneider mit der ellen, oder der weber mit dem gestellen ... oder der scherer mit der charten. Erlauer spiele 4, 61 Kummer; du sey ein weber und wirck leynen und wüllen tuoch! H. Sachs 9, 357, 28 Keller; verewige zuerst des groszen webers namen, der mit geschickter hand in einem engen rahmen dies meisterstück gewebt. Zachariä schriften (1772) 1, 179; der faden eilet von dem rocken des webers raschem stuhle zu. Göthe 2, 147 Weim. ausg.; ja wie des webers schiff durch tausend fäden schnell hin und wieder schlägt. Brentano 7, 476; das garn zum weber geben oder schicken Ludwig 2399; als ich sie (die garne) zum weber trug. Göthe 1, 184; damast, leinen und ungebleicht, wie er vom weber kommt 47, 221. das weberhandwerk stand in geringem ansehen, der weber galt als ein armseliger, wenig geachteter mensch; bei Berthold v. Regensburg 1, 404, 6 wird er so neben dem schuster und sporer, bei H. Sachs 9, 357 neben dem schuster, schneider, hafner u. a. genannt; wer noch zu leben Salomon, man liesz in inn den rat nit gon, wann er eyn armer weber wer. Brant narrenschiff 17, 12; er isch e wäber, un si hett nüt (Breisgau) Keller die handwerker im volkshumor 92. er wurde auch für wenig herzhaft und feige angesehen (bair. weber 'memme, hasenfusz' Schmeller 2, 830, vgl. leinweber th. 6, 712); daraus erklärt sich eine ältere wendung: diu manheit sprach: 'ich wil den zagen von mir in einen weber jagen: der sitzet stæt ân schamgewant, dâ bî sîn zagheit ist erkant'. Seifried Helbling 7, 792 Seemüller. in der Wiener gaunersprache ist weber 'tölpel' archiv f. kriminalanthropologie 15, 236. häufig wird auf die unehrlichkeit der weber angespielt: den weber der getzelt ist für ain alten, der nie gestoln hiet kain garen. altd. passionspiele 343 Wackernell; [] ein muller mit der metzen, ein wever mit der kretzen, ein schnyder mit der scher, welcker duvel fort de dre deve her? Husemann spruchsammlung von 1575 nr. 48 Weinkauff; die weber bleiben ausz redlichkeit so arm, dasz sich auch keine mäusz bey ihnen ernähren können, denen sie etwan ein knäul garn nachwerffen müszten Simpl. 2, 72 Kurz (vgl. H. Sachs 17, 238, 4 Götze); müller, schneider und weber werden nicht gehenkt, das handwerk ginge sonst aus Hetzel wie der Deutsche spricht 337. in manchen gegenden muszten sie darum den galgen bauen oder die leiter besorgen Schmeller 2, 830. Birlinger 486: von alter ist in diesem gericht heerkommen ... das alle die wëber ... das hochgericht machen sollen österr. weisth. 1, 164, 2 (hs. v. 1585); den galgen sollen die mülner pauen und die lättern die weber 9, 334, 8 (1572). in vergleichen wird gern auf die thätigkeit der weber angespielt: ein regent ist wie ein weber, der musz zu seiner arbeit vernunft, leib, augen und händ gebrauchen, bald bricht der faden, bald steckt er, bald wird er verworren, und musz immer unmüszig sein, dasz es fort gehet Lehman (1662) 2, 678; gelt, es klopfft dir dein hertz und pufft dir im leibe, wie ein weber in seinem weberstul Z. a Zendoriis teutsche winternächte 758; schwäb. du gampst wie (dr) weaber, du schlenkerst deine beine wie der weber sein schifflein Birlinger 428a; schnäller ... weder der wäber ein wupp abwibt Züricher bibel, Hiob 7, 6; meine zeit ist dahin, und von mir auffgereumet, wie eins hirten hütte, und reisze mein leben ab, wie ein weber Luther Jes. 38, 12; und dw reiszet mir ab mein leben, wie ein weber ein faden eben. H. Sachs 15, 221, 31 Götze; es ist umb ein sprung zu thun, wenn der weber den faden abreist Lehman (1662) 2, 770; bettel hat einn langen zettel, mann tregt drein aller welt garn, zerrinnt dannoch disem diebischen weber täglich garn S. Franck sprichw. 2, 46a. redensarten und sprichwörter: 'ey, leg dich nur her! es ist doch keinem weber nichts reynes beschaffen!' (sagt ein mann zur braut, die nicht mehr jungfer ist) Schumann nachtb. 238 Bolte; dat lücht brand net, as wen d'r 'n weber um't hûs löpt ten Doornkaat-Koolman 3, 525; ich meine, du sygest by den gelben webern gsyn (sagt man zu einem gelb und blasz aussehenden menschen) Kirchhofer 122; einem verschlafenen weber verwirrt das garn Wander 4, 1839; dem geschicktesten weber bricht zuweilen ein faden ebenda. 22) weber übertragen für 'anstifter, bewerkstelliger' ist nicht häufig: sie sind die wilden ruhestörer und die einfädler und weber des unheils gewesen Arndt das wort von 1815, 98. 33) von thieren. 3@aa) für eine gattung der spinnen (s. weberspinne, webspinne) im gegensatz zu den strickern Oken 5, 691. Nemnich 1, 400. im Elsasz s. v. a. weberknecht (s. d.) Martin-Lienhart 2, 780a. bei den Deutschen in Piemont ist wæber überhaupt 'spinne' Schott 340. 3@bb) weber oder stricker heiszt der chagrinirte schröter, lamia textor Nemnich 2, 945. Campe. Oken 5, 1702. Brehm3 9, 185 (s.weberbock). vgl. auch nd. scharnweber 'mistkäfer' th. 8, 2213. allgemein 'käfer': scarabei, wefer Trochus H 6a. 3@cc) s. v. a. webervogel (s. d.) Brehm3 4, 352. 3@dd) in Baiern und Österreich ein geringer fisch (s. weberfisch), namentlich der gründling, cyprinus gobio L. Schmeller 2, 830. Höfer 3, 273 (der den weiszen und schwarzen oder grauen weber unterscheidet). Castelli 265. Loritza 141. 3@ee) weber oder leineweber heiszen pferde 'die an den krippen beim fressen mit dem kopfe immer hin und her schwanken' Weber ökon. lex. suppl. 81b. vgl.weben III A 4 l und webern.
6952 Zeichen · 148 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    wëber

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +1 Parallelbeleg

    wëber s. Lexer wëbære ( composs. s. auch unter wëbe- );

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Wêber

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Der Wêber , des -s, plur. ut nom. sing. Fämin. die Weberinn, von der letzten Bedeutung des vorigen Verbi, eine Person, w…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Weber

    Goethe-Wörterbuch

    Weber [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Weber

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +12 Parallelbelege

    Weber , Jos., Theolog und vielseitiger Schriftsteller, geb. 1753 zu Rain in Altbayern, gest. 1826 als Domdekan u. Genera…

  5. modern
    Dialekt
    Weber

    Elsässisches Wb. · +3 Parallelbelege

    PfWB LothWB RhWB Weber , Wëber [Wápər Fisl. Pfetterhsn. Roppenzw. ; Wáwər Heidw. Felleri. Mü. ; Wêwər Su. M. ; Wéwər Ruf…

  6. Sprichwörter
    Weber

    Wander (Sprichwörter)

    Weber 1. Auch ein alter Weber verwirrt sich zuweilen das Garn. Böhm. : I starý tkalec nĕkdy přízi zmate. ( Čelakovsky, 2…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit weber

322 Bildungen · 220 Erstglied · 97 Zweitglied · 5 Ableitungen

weber‑ als Erstglied (30 von 220)

Weberarsch

SHW

Weber-arsch Band/Spalte unbekannt

Weberbock

SHW

Weber-bock Band/Spalte unbekannt

Weberkarde

SHW

Weber-karde Band/Spalte unbekannt

Weberkatze

SHW

Weber-katze Band/Spalte unbekannt

Weberstube

SHW

Weber-stube Band/Spalte unbekannt

Weberacker

PfWB

weber·acker

Weber-acker m. : FlN, amtl. Weberacker [ KU-Gumbsw ]. a. 1571: ein morgen genant der weber acker [Lam 1 A. 80]. —

weberad

DWB

webe·rad

weberad , n. haspel: weil sie sich nicht nach flachs, nach spinn- noch web-rad bücken. Heräus ged. u. l. inschr. 245 .

weberahmen

DWB

weber·ahmen

weberahmen , m. rahmen, in den das weberblatt eingesetzt wird, weberlade: wepram, girillum ut habent textores. voc. inc. teut. C 5 a ; die w…

weberamiant

DWB

weber·amiant

weberamiant , m. bergflachs, eine art asbest, der gewebt werden kann Nemnich 5, 635 . —

weberarbeit

DWB

weber·arbeit

weberarbeit , f. : textura, textum Steinbach 1, 31 ; die weberarbeit ist noch je ... in groszem ... lob gewest Abr. a S. Clara etwas für all…

weberbank

DWB

weber·bank

weberbank , f. bank, auf welcher der weber sitzt: er ( spielte ) mit würfeln auf ... weberbänken Lichtenberg Hogarthische kupferstiche 5, 16…

Wèberbaum

Adelung

weber·baum

Der Wèberbaum , des -es, plur. die -bäume, ein starker, runder Baum quer über dem Weberstuhle, um welchen der Aufzug gewunden wird, und welc…

weberbein

DWB

weber·bein

weberbein , n. 1) das strahlbein, weberschiffchenförmiger, dem hufbein anliegender knochen, auch weberschiffchen encyclop. der ges. thierhei…

weberblatt

DWB

weber·blatt

weberblatt , n. das in den weberahmen eingesetzte, aus parallelen senkrechten rohr- oder drahtstäben bestehende gestell, durch das die kette…

weberbock

DWB

weber·bock

weberbock , m. ein käfer, lamia textor L. Leunis zool. 3 2, 192. vgl. DWB weber 3 b. —

weberbogen

DWB

weber·bogen

weberbogen , m. : er ( der wagen ) weynet, seufftzet, knirrt und knarrt, gleich wie ein weberbogen schnarrt. Waldis Esopus 1, 404 (3, 95, 8)…

weberbruch

DWB

weber·bruch

weberbruch , m. dasselbe wie webebruch: zureiszet der wefelfaden, so kan der meister einen künstlichen weberknoten knüpffen, dasz man des we…

weber als Zweitglied (30 von 97)

Atlaßweber

Campe

atlass·weber

Der Atlaßweber , oder Atlaßwirker, des — s, d. Mz. w. d. Ez. derjenige Seidenwirker, der besonders Atlaß webt.

Barchentweber

Campe

barchent·weber

Der Barchentweber , des — s, d. Mz. w. d. Ez. ein Weber, der vorzüglich Barchent webet; ehemahls ein Schwabenweber, weil sie besonders in Sc…

Baumseidenweber

Campe

baumseide·n·weber

Der Baumseidenweber , des — s, d. Mz. w. d. Ez. ein Weber, welcher Baumseide webt; auch Baumseidenmacher.

Bayaweber

Meyers

Bayaweber , s. Meyers Webervögel .

deckenweber

DWB2

decken·weber

deckenweber m. : 1464/75 Tucher baumeisterb. 159 LV. 1821 Gutsmuths land 1,55.

decwëber

Lexer

dec-wëber stm. deckenmacher MWVQVZ Tuch. 158,35. 159,20.

einzelweber

DWB

einzel·weber

einzelweber , m. , der die weberei auf seine hand, nicht im verein mit andern betreibt. Mones zeitschrift 9, 131

felbenweber

DWB

felbe·n·weber

felbenweber , m. weidenflechter, felbaweber. Stetten kunst und gewerbgesch. 213 .

garnweber

DWB

garn·weber

garnweber , m. leinweber. Adelung, im gegensatz zum wollenweber.

Gebildweber

PfWB

gebild·weber

Gebild-weber m. : ' Hausweber, der gemustertes Tuch herstellte ', Gebildweeweʳ [ KU-Kaulb KL-Hirschhn ]. Vgl. RhWB Rhein. I 689 Gebildmacher…

Gernweber

RhWB

gern·weber

Gern-weber -wēəvər Kemp m.: W., der mit Lust sein Handwerk betreibt.

geweber

DWB

gewe·ber

geweber , n. , verbalsubstantiv zu weberen ( s. d. ), vgl. auch geweberen. wie in der iterativbildung zu weben (weberen) die ursprüngliche b…

golschweber

DWB

golsch·weber

-weber , m. : von ihnen ( den marnern oder loderern) verschieden und in vielfachem streit mit ihnen begriffen waren die barchent und leinwan…

Ableitungen von weber (5 von 5)

Beweberung

PfWB

Be-weberung f. : ' Rührigkeit ', Bewewwerung [ LU-Friesh ].

geweber

DWB

geweber , n. , verbalsubstantiv zu weberen ( s. d. ), vgl. auch geweberen. wie in der iterativbildung zu weben (weberen) die ursprüngliche b…

Gewebere

GWB

Gewebere Iterativbildung zu webern, wohl dialektal (frankf) das Gewimmel, Durcheinander, die lebhafte Unruhe, Geschäftigkeit (ohne Sinn u Zw…

geweberen

KöblerMhd

geweberen , sw. V. nhd. „gewebern“, sich hin und her bewegen Q.: Lanc (1240-1250), Urk E.: s. ge, weberen W.: nhd. (ält.) gewebern, sw. V., …

wëbere

BMZ

Lexer LexerN wëbere swv. bewege mich hin und her, wandere MWVQVZ Frisch 2,426. b. MWVQVZ Schmeller 2,7. vagatur vefert oder wandelt MWVQVZ g…