lautwandel 53 Wörterbücher · 2,7 Mio. Artikel
Wildcard · " Volltext

Aggregat · alle Wörterbücher

beide

ae. bis spez. · 23 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
27 in 23 Wb.
Sprachstufen
8 von 16
Verweise rein
126
Verweise raus
56

Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

beide

Bd. 1, Sp. 1361
beide , pl. ambo. dies heute alles geschlechtsunterschieds verlustige, manche anomalie erleidende zahlwort zeigt schon in der goth. sprache, so weit wir sie übersehen können, unvollständige, gemischte formen. nach analogie von tvai tvôs tva (vgl. þai þôs þô) sollte bai bôs ba entfaltet sein, von welchen doch nur bai, dat. baim, acc. bans und das n. ba vorkommen, nach tvaddjê wäre ein gen. baddjê zu vermuten; neben bai gilt die erweiterte gestalt bajôþs, flectiert wie mênôþs. parallel laufen sich auch die ags. tvegen tvâ tvâ, gen. tvega und tvegra, dat. tvâm und begen bâ bâ, gen. bega und begra, dat.m. dem goth. tvai tvôs tva zur seite steht ahd. zuênê zuô zuei, doch kein pêne pô pei läszt sich irgends blicken, wol aber ein dem goth. bajôþs nah rückendes, adjectivisch flectiertes pêdê pêdô pêdiu, ähnlich dem artikel diê diô diu. hieraus ward mhd. bêde bêde bêdiu oder beide beide beidiu, endlich nhd. einförmiges beide (zuweilen beede) für alle geschlechter. nur unsere volksdialecte lassen uns einen blick thun in die höhere vorzeit, man unterscheidet bairisch: bed bod beid (Schm. 1, 154. mundart. §. 774); schwäbisch: beand buod boid (Schmid s. 52); wetterauisch: bed bud bad; was ganz zu dem vocalwechsel der formen zwen zwo zwei, der sich lange in der schriftsprache, länger in der volkssprache behauptete, stimmt. zusammengefallen sind mnl. bede, nnl. beide in allen geschlechtern. altn baðir bâðar bæði steht zunächst dem ahd. pêdê pêdô pêdiu, doch der gen. beggja gleicht jenem goth. baddjê, ags. bega, begra, wie tveggja dem tvaddjê, tvega, tvegra und einem ahd zueio zueiero. die schw. bde, n. baade sind wiederum einförmig, wahren aber den gen. bägge und begge. engl. bleibt nur ein unveränderliches both übrig, doch die altengl. sprache bildete einen gen. bother oder botheres = ahd. peidero, nhd. beider. Licht auf diese deutschen formen werden die urverwandten fallen lassen. jenes goth. bai bôs ba ist das lat. ambo ambae ambo (wie duo duae duo), gr. ἄμφω (wie δύο für δύω), M ist eingedrungen, gerade wie in amb, ἀμφί gegenüber unserm bei, goth. bi, vgl. umbi. keinen nasallaut hat das skr. ubha, dl. ubhau (Bopp 52a), wie er in abhi und bhi = ἀμφί fehlt; auch nicht das litt. abbu m. abbi f., noch das sl. oba. auf die frage aber, ob vor dem goth. bai, folglich unserm beide insgemein, A weggefallen, oder in den urverwandten sprachen dem lippenlaut zugetreten sei? läszt sich kaum antworten. jenes anzunehmen wäre man nach analogie von bi, bei und bauen geneigt; damit soll beide nicht der wurzel bauen überwiesen sein. ἀμφότεροι aber gemahnt an bajôþs, wie ἕτερος an anþar, πότερος, jon. κότερος, uter an hvaþar, ahd. huëdar, wiewol dem bajôþs und pêdê das R abgeht; dafür darf ihnen das skr. ubhaja utrumque und litt. abbĕji unmittelbar verglichen werden. Mit bei aber scheint sich beide, wie mit ἀμφί ἄμφω in der that zu berühren, wenn man die vorstellung der nähe und folge erwägt, die zweizahl steht der einzahl zunächst und folgt unmittelbar darauf (vgl. beidlebig). Die untersuchung inwiefern hier überhaupt dualflexionen im spiel sind und sich mit pluralflexionen gemengt haben, würde hier zu weit abführen. Nach dieser erörterung der form legen wir die begriffe dar. 11) zweiheit und beidheit scheiden sich im begriffe so, dasz zwei die folge eines zweiten dings auf das erste, oder das spalten in zwei theile ausdrückt, beide aber eins und zwei zusammenfaszt. eins und zwei sind da, sind aufgestellt, aber in beide treten sie zusammen, einigen sich, werden wieder als eins gedacht. zwei kinder sind geboren, beide sind schön; hier hast du zwei thaler, mit den beiden must du ausreichen. niemand kann zwein herrn dienen (wenn noch keiner genannt ist), niemand kann beiden herrn dienen (wenn sie schon genannt waren). beide bezieht sich immer auf ein in der rede vorausgegangenes oder vorauszusetzendes bekanntes zwei. duae sunt mihi manus, ambabus (nicht duabus) plaudam, d. h. mit beiden zusammen, verschieden von utraque, mit jeder von ihnen. Allein die sprachen als ihnen gestalt oder bedeutung von beide erlosch oder getrübt ward, bedienten sich auch des zwei an dessen statt, häufig mit vorgesetztem (umfassendem) alle. wir sagen heute auch mit zwein händen schlagen für mit beiden, zwei kinder sind geboren, alle zwei schön, wie es franz. heiszt tous les deux, altfranz. ambe deux, it. ambedui, poln. obadwaj. unser alle beide für beide ist pleonasmus, und alle zwei (wie alle drei, vier) besser gesagt, aber schon Keisersberg sagte oft alle beide, z. b. sünden des munds 12b. 46b. 48a. 22) beigefügtes beide pflegt die untergegangne dualform zu umschreiben. wir beide, unser beider ist, was goth. vit und ugkara einfacher und schöner ausdrückt. so stellt es sich vor substantiva, die von natur in zweiheit gedacht werden: beide augen, hände, füsze; das er auf beiden achseln zusamen gefügt werde. 2 Mos. 28, 7; das Aaron ire namen auf seinen beiden schultern trage. 28, 12; da fasset ich beide tafeln und warf sie aus beiden henden. 5 Mos. 9, 17; wer das hören wird, dem werden seine beiden ohren gellen. 1 Sam. 3, 11; von begirigkeit zuo essen, da ein mensch zuo beiden orten (mundwinkeln) inwirft und ein mundfol dem andern nit entweichen mag. Keisersb. sünden des munds 7b; und schluog mit beiden fetichen in die pfefferbrüe (der gebratene, wieder lebendig gemachte hahn). 12b; künden zu beiden henden. has im pf. Aa 5a; friszt zu beiden backen. Garg. 48a; steht zu beiden seiten; und faszt sein schwert zu beiden henden. H. Sachs II. 3, 132d. 33) beide folgt (wie alle) dem persönlichen pronomen nach: wir beide, ihr beide, sie beide; unser beider, uns beiden. nach den demonstrativen empfängt es heute schwache flexion: die beiden, diese beiden, jene beiden; ehmals war auch die beide, diese beide unbedenklich. dem substantiv aber geht es voraus: beide männer, beide augen, in beiden händen. dem possessiv mag es folgen oder vorausgehn: seine beiden hände oder beide seine hände; mit seinen beiden augen, mit beiden seinen augen, obwol jenes mehr der prosa zusagt, dieses in der poesie gestattet ist. so kann man auch die demonstrativa hinter beide stellen: in beiden den händen, beiden diesen leuten, beide jene männer. oft bei Lessing: geben sie acht, wie viel wichtiges und neues uns herr Klotz von beiden diesen puncten sagen wird. 8, 103; sie zeigte sich ohnstreitig an den bildsäulen, welche beide diese wesen zu Lacedämon hatten. 8, 216. Dem subst. ohne flexion nachgesetzt werden kann beide gleich andern adjectiven: dieweil sich gleiche spur auf diesen wegen beid erzeigte frisch und new. Werders Ariost 1, 23, wiewol es hart klingt und sehr selten vorkommt. beide substantivisch: o ihr zartfühlenden beide! Gerstenberg Ugol. 23. 44) obschon die wörter beide und zwei (wie ambo und duo) ihrer natur nach den sg. auszuschlieszen scheinen und recht eigentlich dualform an sich tragen müsten, so gilt das doch nur von ihrem collectivbegrif. denn wie ein z. b. im altn. einir oder sp. unos des plurals fähig, in der ordinalzahl der zweiheit der einzelne in der reihe gedacht wird, als ein anþar, alter, ἕτερος, ebenso kann sich auch in der beidheit das einzelne darstellen, folglich des sg. bedürfen. wir erblicken neben ἀμφότεροι ein ἀμφότερος = ἑκάτερος und im skr. ein neutrum ubhaja utrumque; wahrscheinlich würde, wenn vor unsern augen die goth. sprache vollständiger ausgebreitet läge, auch ein sg. bajôþs uterque erscheinen, der mit dem pl. zusammenfiele, ganz wie mênôþs sg. und pl. ist. ahd. sprachquellen lassen keinen sg. von pêdê aus sich schöpfen, alts. scheint aber ein neutrum bêði utrumque zu bestehen, dessen gen. bêðies zweimal sich darbietet: huand hi habad bêðies giwald liudio lîbes endi ôc iro lîchamon. Hel. 58, 5; was im bêðies wê, empfand über beides schmerz. 164, 30, welchem bêðies weder ags. noch nl. denkmäler ähnliches an die seite stellen. Dagegen läszt sich ein mhd. neutrum im sg., sowol flectiert beideʒ als unflectiert beide nicht bezweifeln: fröide unde trûren wont in beideʒ bî. MS. 1, 46b = MSH. 1, 112a; wan eʒ ist beides ein besloʒʒen brunne und ein offen brunne. Ben. wb. 1, 97b; nu ist aber der lieben beide unmære, ist mîn kumber ringe oder ist er swære. MS. 1, 171b. Auch nhd. erscheint dieses neutrum: bedes mit unterschied. Nürnb. reformation von 1479 tit. 35; man solte auch nicht wechseln, wirds aber jemand wechseln, so sols beides heilig sein und nicht gelöset werden. 3 Mos. 27, 33; denn das ist dem herrn deinem gott beides ein grewel. 5 Mos. 23, 18; mancherlei gewicht und masz ist beides grewel dem herrn. spr. Sal. 20, 10; ein hörend ohr und sehend auge die macht beides der herr. 20, 12; es war beides erbermlich. 2 Macc. 3, 21; lasset beides mit einander wachsen bis zu der ernte (ahd. lâʒet iogiwedar wahsan unzan zi arni). Matth. 13, 30; beides zu wenig und zu vil ist des teufels zil. Henisch 255; man sagt, als Romulus und Remus deine söhne hinan den Tiberstrom geworfen worden sind, dasz von der groszen treu des spechtes beides kind hernach gespeiset sei. Opitz 1, 94; (Spanien) das nunmehr beides haus der sonnen eingenommen. 2, 272; die schätz hat er an sich. er lässet andre reisen in beides Indien und bringen gold für eisen. Fleming 62; die Wolge schreit, dasz anfall, mord und raub ihr beides ufer räume. 582; da beides ufer ist in blumen eingehüllt. 632; für einen guten mann sind alle zeiten gut, er führt durch beides glück nur immer einen mut. Logau 1, 10, 76, per utramque fortunam; um so viel besser, obschon neuer, als beides ist, Scaliger unsern anonymus macht, um so viel schlechter, vielleicht auch um so viel älter, macht ihn Barth. Lessing 10, 366. Im 16 und 17 jh. bildete man den sg. für m. und f. ein weiser hält sich baider seit, halb holz, halb horn, das schieszt weit. Schwarzenberg 128, 2; Entellus so mit beider hend Dareten har und wider send. Murners Aeneis Straszb. 1515 bl. 69a; schosz Tago durch beiden schlaf (per tempus utrumque. Virg. 9, 418.) 126a; das haubt das hieng im hin und har von seim leib zu beider seit (humero ex utroque. Virg. 9, 755). 132b; warumb der babst entzucket dir des leibs Christi beid gestalt, fleisch und bluot auch beider falt. der luth. narr 633; zu einem zeichen, das beide priesterschaft von im geordnet wer. schatzbehalter. Nürnb. 1491 bl. 199b; beider baum hat weisze blumen. Mathesius 80; der teufel ist verschlagen und zu beider hand abgericht. Henisch 255 (s. beidenhänder); auf beidem ort, utrinque. daselbst; das nachtmal unter beider gestalt, brots und weins halten. bienenk. 51a. 21a (welches beider sich allenfalls verstehn liesze als gen. pl., wie er z. b. offenbar steht, wenn Keisersb. sünden des munds 67a sagt: von beider partei wurden vil erschlagen = ab amborum parte); schwerter zu beider faust. s. beidfäustig; wir werden nicht geboren mit dutten als ein weib, darmit die brust uns frei zum schild und beide hand im fechten leichter sei. Opitz 1, 100; du seuche beiden volks (utriusque). 1, 239; mit beidem arm. Lohenst. Ibrahim 21. Doch diesem hat der sprachgebrauch des 18 jh. wieder entsagt, und heute verwenden wir beides für utrumque nur abstract: beides ist mir willkommen, beides hat grund, in beidem ist er wolerfahren, mit beidem macht er glück. nicht aber sagt man: beides kind lebt, beides haus gehört mir, sondern beide kinder, beide häuser. noch weniger heiszt es beider mann, beide frau, sondern beide männer, beide frauen oder jeder von beiden männern, jede von beiden frauen. beides ist in prosa auf ein abstractes neutrum und den adverbialgebrauch beschränkt. s. unter 8. dichtern aber musz immer noch gestattet sein beides haus, beides volk zu setzen, und selbst Kant schreibt: dasz man sich in beider angeblichen erfahrung geirrt hätte. 6, 178. 55) alteruter ist einer von beiden, von den beiden; alterutrum eins von beiden, von den beiden; neuter keiner von beiden: eins von den beiden haben wir verschuldet. Schiller 483. 66) Lessing verbindet gewagt den pl. beide als praedicat mit dem sg. des verb. subst. (kaum war ihm beide jenes unflectierte neutrum): Rom steht, wenn Brutus Brutus ist. schon war ein Brutus Roms erretter, komm, zeige, dasz du beide bist. 1, 66, jeder von beiden, uterque Brutus. richtiger schiene beider oder beides. man sagt: du bist ein engel und ein teufel zusammen, beides. 77) ahd. drückte der pl. n. peidiu mit folgendem joh oder enti (engl. both — and) tam und quam aus: daʒ peidiu ist joh michel joh luzzel, wofür wir heute beides setzen: das beides grosz und klein, sowol grosz als klein ist (Graff 3, 84. 85). in gleichem sinn wird noch mhd. beidiu, aber auch beide gesetzt (Ben. 1, 98. 99) und es könnte zweifel erwachsen, ob dieses aus beidiu geschwächt, oder ein unflectiertes beide = beidi sei? da aber beidi nur vermutet wird und nicht vorkommt, beidiu häufig erscheint, so hat die unmittelbare ableitung aus ihm weit mehr für sich. Bemerkenswerth ist, dasz nach solchem beide nicht nur zwei, sondern auch drei sachen aufgeführt werden können, z. b. beide man, kint und wîp; beide velt, berge und tal; beide toup, lam und blint, was vollkommen zu der oben aufgestellten ansicht stimmt, die in beide ursprünglich eine folge erblickt, also nicht mit der zweizahl einzuhalten braucht, sondern sich noch weiter erstrecken kann, vgl. Ben. 1, 98b. nicht anders verhält es sich mit dem mnl. beide, z. b. beide wijn, sout ende coren; bede van selvere ende van goude ende van stenen menichfoude. vgl. Huydec. op Stoke 1, 65. Nhd. beispiele des beide — und sind im 16 jh. noch allenthalben anzutreffen: beide klein und grosz. 1 Mos. 19, 11; beide wir und unsere veter. 46, 34; beide in hülzern und steinern gefäszen. 2 Mos. 7, 19; beide an menschen und an vieh. 8, 18; beide unter menschen und vieh. 11, 7; beide oben im himel und unten auf erden. Jos. 2, 11; und verlacht beide ros und man. Hiob 39, 18; und spreche beide zu got und den menschen, vergib uns unsre schuld. Luther 4, 38b; dafür beide ir und wir billich im von herzen danken sollen. 6, 11a; denn das müssen euch beide feinde und freunde bekennen und zeugnis geben. 11b; sie haben aus unser lere gelernt beide sprache und predigt. 6, 13b; nacht und tag ir tisch bedeckt und bede mit speis und trank beladen. Frank weltb. 34b; von treflichen helden, so beid am leib und gemüt schön waren. Alberus 1b; und belle mich an beid tag und nacht. 24; Esopus berühmt, beide seiner guten schwenk und höflichkeit halben. 14b; beide Cananiter und Sareptaner. Mathesius 1b; hie hören wir abermals, das die goldbergwerk in Indien beide von heiden und juden sind belegt gewesen. 22a; disz rede ich zu erkleren (erklärung) beide des worts und schönen spruchs im Zacharia. 98a; beide dies und jenes, beide klein und grosz. Henisch 255; mit solch einem exempel beide der gestrengigkeit und der güte. Micrälius 2, 222; zu gesundheit beide der seel und des leibs. bienenk. 21a; für alle glaubige Christen beide lebendige und tote. 81b. 88) allmälich beginnt an die stelle dieses beide — und jenes unter 4 geschilderte beides — und, mit derselben bedeutung, zu treten und im 17. 18 jh. den pl. beide, in solcher anwendung, ganz zu verdrängen. schriftsteller der zweiten hälfte des 16 jh. schwanken zwischen beide und beides: der sich beides (= mhd. beideʒ) seines ackerbaws und bergwerks aus der erden nehren solte. Mathesius 8b; beides schriftlich und auch mündlich. Fischart bienenk. 10b; welchs auch bei allen concilien und rechten, beides der juristen und canonisten offentlich und schriftlich ist verbotten. 19b; beides mit tapfrer leut vertrawung und seines talgeländs erbawung. gl. schif 475; die freiheit beides zu reden und zu urtheilen. Schuppius 776; Oric besasz so viel macht und stärke, dasz er beides Teutschen und Franzosen überflüssig zu schaffen machen konnte. Hahn 1, 172; wir erkennen aus dem zu Mersen geschlossenen vergleich, dasz beides er und seine brüder die befugnis nicht gehabt, jemand von ihren unterthanen ohne erhebliche ursache zu verdammen oder an ehre und leben zu strafen. 1, 180; beides böheren mut und freudigkeit fühlt und erquickung. Voss Od. 15, 77; beides zu locken die edeln und fern zu verscheuchen den pöbel. Bürger 92a; beides ein löblicher könig und mächtiger schwinger der lanze. 208b; ja sie konnten sich zu einer zwischenmacht erheben, beides dem oberhaupt und den gliedern ehrwürdig. Göthe 26, 131; beides in weiterem und näherem kreise. 26, 255.
16461 Zeichen · 322 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 8.–11. Jh.
    Altenglisch
    beideN.?

    Köbler Afries. Wörterbuch

    beide , N.? Vw.: s. bêde (1)

  2. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    beideZahlw.

    Althochdeutsches Wörterbuch · +2 Parallelbelege

    beide , bêde Zahlw. , mhd. beide, bêde, nhd. beide; as. bêthia, mnd. bê i de, mnl. beide; afries. bêthe; vgl. ae. bégen,…

  3. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    BEIDE

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +3 Parallelbelege

    BEIDE , BEIDIU , BÊDE , BÊDIU ( in der Genes. fdgr. 2,46,27 ist das fem. beda geschrieben. vgl. Gr. 1,765. Graff 3,84. D…

  4. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    beideAdj.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +5 Parallelbelege

    beide , Adj. Vw.: s. bēde (1)

  5. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Beide

    Campe (1807–1813) · +3 Parallelbelege

    Beide , ein Beilegungs= und Bindewort. 1) Als Beilegungswort bedeutet es, daß zwei bestimmte Dinge zusammengenommen oder…

  6. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    beide

    Goethe-Wörterbuch

    beide -ey- neben -ei- (im einzelnen s Vorbem zu ‘bei’), einmal -ee- in zit Reimspruch 26,26,5 DuW 1 in subst Gebrauch ge…

  7. modern
    Dialekt
    beide

    Bayerisches Wörterbuch · +5 Parallelbelege

    beide Band 2, Spalte 2,107

  8. Spezial
    beide

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    bei|de pron. trami (trames), l’un y l’ater, tramidui (tramesdöes). ▬ die beide n Schächer i dui ladruns; i dui judis.

Verweisungsnetz

130 Knoten, 140 Kanten

Tap auf Knoten öffnet Detail · Drag zum Umpositionieren · Scroll zum Zoomen

1-Hop 2-Hop
Filter:
Anchor 12 Hub 3 Wurzel 3 Kognat 3 Kompositum 97 Sackgasse 12

Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit beide

120 Bildungen · 116 Erstglied · 3 Zweitglied · 1 Ableitungen

Ableitung von beide

be- + ide

beide leitet sich vom Lemma ide ab mit Präfix be-.

beide‑ als Erstglied (30 von 116)

beide samen, beide samt

MWB

beide samen, beide samt auch bede samen, bede samt, beidesam(p); beide ist immer flektiert (i.d.R. st.), auch beident samen (sw., hier alle …

beide, bêde

MWB

beide, bêde Num. i.d.R. st. flektiert (auch in Kombination mit anderen determ. Wörtern, vgl. aber z.T. sw. Flexion bei → beide samen ); nach…

beide (bêde)

LW

beide (bêde), beide; adv. mit nachfolgendem unde, sowol — als auch; beide erstreckt sich auch auf drei, ja vier Glieder.

bêⁱdechêⁱt

MNWB

bêⁱdechêⁱt , bê(i)dichê(i)t , f. , Warten, Verzug .

beidegader

RhWB

beide·gader

beide-gader bęəjār Geld-Kevelaer ; be·i.jār (u. bęts- ) Kemp-Born Süchteln MGladb-Helenabr; bęts- u. betsĭ- Kemp (»sehr selten«); be·i.ts- …

Beideger

MeckWBN

beid·eger

Wossidia Beideger m. a. Spr. Gebieter, Vorsteher eines Antoniusklosters: 'dy eyn meyster unde eyn bydegher is' (1395) UB. 22, 465; 'beedeghe…

Beidelschnidder

LothWB

Beidelschnidder D. Si. Beutelschneider, Taschendieb.

Beidelstâf

LothWB

Beidel-stâf m. D. Beutelwelle, eine Welle, die den Mühlenbeutel schüttelt.

beidelīk

KöblerMnd

beidelīk , Adj. nhd. edel, vornehm ÜG.: lat. spectabilis E.: s. beide, līk L.: Lü 35a (beidelik)

beiden* 3

KöblerAnfrk

beiden* 3 , sw. V. (1?) nhd. erwarten ne. expect ÜG.: lat. exspectare MNPs Hw.: vgl. as. bīdon, ahd. beitōn Q.: MNPs (9. Jh.), LW E.: s. ger…

beiden1

MeckWB

beiden 1 Präs. Sing. : beid', büttst, bütt; Plur. beid't, beiden; Prät. : böd'; Part. Prät. : baden 1. bieten, anbieten: 'Der Joden bischop …

beiden2

MeckWB

beiden 2 warten, erwarten: beiden cum inquietudine, etiam discursando, exspectare, praestolari nach jemand aussehen. ... Wat beidest du? int…

beidenhänder

DWB

beiden·haender

beidenhänder , m. homo ancipitis fidei, einer der auf beiden händen, achseln trägt: gleiszner, beidenhender, zungendrescher, so umb geld ihr…

beidenhalb

AWB

beiden·halb

beidenhalb , bêdenhalb adv. , mhd. beiden(t)halp; mnd. bê i denthalf; vgl. nhd. beiden(t)halben. — Graff III, 85 s. v. pedahalp. peden-halp:…

beidenhalb

FWB

1. ›beide, jeder von zwei sachlich zusammen gesehenen Bezugsgegenständen‹.; 2. ›beide, jede der beiden im Kontext bereits genannten Bezugsgr…

beidenhalben

KöblerMhd

beiden·halben

beidenhalben , Adv. nhd. auf beiden Seiten, beiderseits, auf allen Seiten, von allen Seiten, überall, in jedem Fall Hw.: s. beidenthalp; vgl…

beidenhalp

KöblerMhd

beiden·halp

beidenhalp , Adv. nhd. auf beiden Seiten, beiderseits, auf allen Seiten, von allen Seiten, überall, in jedem Fall Hw.: s. beidenhalben Q.: G…

beidenhander

FWB

1. ›großes, mit beiden Händen zu führendes Schwert‹.; 2. ›charakterloser, unzuverlässiger Mensch‹; Ütr. zu 1: „einer der auf beiden händen, …

beidenteils

GWB

beiden·teils

beidenteils auf beiden Seiten [ betr Fragment einer Umdichtung der 35. Aventiure des Nibelungenliedes, hg vdHagen ] Rüdiger aber kam zu Hofe…

beidenthalb

DWB2

beident·halb

BEIDENTHALBEN , beidenthalb adv. ahd. beidenhalb, bêdenhalb, mhd. beidenthalp, beidenthalben, mnd. bê i denthalven. seit d. 16. jh. nur noch…

beide als Zweitglied (3 von 3)

Ableitungen von beide (1 von 1)