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grīnen

mhd. bis Dial. · 13 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

WWB
Anchors
14 in 13 Wb.
Sprachstufen
3 von 16
Verweise rein
23
Verweise raus
24

Eintrag · Westfälisches Wb.

grīnen V.

Bd. 2, Sp. 1255
grīnen V. [verbr.] das Gesicht verziehen. — 1.1.1. (bitterlich, laut oder leise) weinen, heulen. Ale grēnen se an’t Graff (Kr. SteinfurtStf Kr. Steinfurt@AltenrheineAr). Niu gruine man nich, in’n Schappe stoot Klümpe (Bonbons), de suüß diu man nich tröstet man ein weinendes Kind (Kr. HerfordHfd Kr. Herford@GohfeldGo). — Ra.: He lachet rächts un grinnt links er hat ein schiefes Gesicht (Kr. BeckumBek Kr. Beckum@AhlenAl). Deï grint un lacht in ēinen Pott er ist sehr launisch, neigt zu Stimmungswechseln (Kr. BeckumBek Vh || (ähnl.) mehrf.). — Sprichw.: Wat oiner grinnt, briukt oiner nich to muigen (urinieren) (Kr. HalleHal Kr. Halle@BorgholzhausenBo || ähnl. mehrf.). Wei nit chrinnt im Briutrocke, dei mat chruinen ächterm Heihenpluoke (Spinnrad) (Kr. SoestSos Kr. Soest@AmpenAm). Wenn lüttke Kinner ihren Willen kruiget, gruint se nicht (Kr. HalleHal Kr. Halle@LoxtenLo || ähnl. mehrf.). Et ess bätter, datt dat Kind grinnt os de Mamme (Kr. DetmoldDet Kr. Detmold@IstrupIs = PLATENAUWB). Lachende Bröüte giwt gräinende Fruggens (Kr. WarburgWbg Kr. Warburg@PeckelsheimPe || ähnl. mehrf.). — Sagw.: Et is nau weït van Lachen, har de Briut säggt, do har se grīnen (Kr. BrilonBri Kr. Brilon@BiggeBi || mehrf.). — Omenspruch: Wennt rechte Auge jucket, gifft wat te grienen (Kr. WiedenbrückWie Kr. Wiedenbrück@BatenhorstBa). Wann et innen Briutkrans rïegnt, dann matt de Briut vïel gruinen (Kr. SoestSos So || ähnl. mehrf.). — Rätsel: Ächter uesen Hiuse hänget ne Kunkelfiuse. Je mähr dei leiwe Sunne schinnt, desto mähr dei Kunkelfiuse grinnt: Eiszapfen (Kr. LippstadtLst Kr. Lippstadt@DrewerDr). — 1.1.2. durch Weinen in einen best. Zustand bringen. — Ra.: Hä grint sik dä Augn iudn Kobbe er weint bitterlich (Kr. BielefeldBie Kr. Bielefeld@DeppendorfDd). Sick satt grüunen bitterlich weinen (Kr. DetmoldDet Kr. Detmold@DonopDo). — 1.1.3. weinend hervorbringen. He grinnt Träönen van Lachen (WMWB). He grēin sīne bitteren Trnen (Kr. BeckumBek Vh). — Ra.: He grint Snot un Kwīl (Nasenschleim) er weint bitterlich (Kr. SteinfurtStf Rh || mehrf. Münsterl). Se grint sick en Schüerken sie weint bitterlich (Kr. CoesfeldKos Kr. Coesfeld@HoltwickHw || mehrf.). — Sprichw.: Achter de schönsten Gardinen wird de bittersten Trönen grirnen (Kr. TecklenburgTek Kr. Tecklenburg@DreierwaldeDr). — 1.2.1. weinerlich sein, klagen, klagend rufen [verstr.]; (von Hunden) winseln (Kr. WiedenbrückWie Kr. Wiedenbrück@EckardtsheimEh); (von Schweinen) quieken (Kr. HerfordHfd Kr. Herford@GohfeldGo). De Röie (Hund) gräint (Kr. WiedenbrückWie Kr. Wiedenbrück@EckardtsheimEh). De Hauner chrinnt, et chifft anner Wia (Kr. HerfordHfd Kr. Herford@EickumEi). — 1.2.2. durch Klagen in einen best. Zustand bringen. He grint öhne dei Ohren vull (Kr. MindenMin Kr. Minden@KutenhausenKh). — 1.3. (vom Wetter) sich in Nebel hüllen (Kr. SoestSos SCHMB). — Wetterregel: Wann de Lippe schint un ’t Siuerlant grint, dann gïet et guet Wïer (Kr. SoestSos SCHMB). Wenn de Haar schint un de Lippe grint, giw ’t läg Wiär (Kr. BeckumBek Kr. Beckum@LippborgLi). — 2.1. grinsen, lautlos lachen, verhalten lächeln [verstr.]. — 2.2. angrinsen, die Zähne zeigen [verstr.]. ⟨Präs.: 3.Sg.: grint [Münsterl nördl. OWestf Kr. PaderbornPad Kr. HöxterHöx Kr. Unna u. die krfr. Stadt HammUnn Hellweg Kr. WarburgWbg Isl], ›grīnt‹ [Kr. BürenBür Kr. ArnsbergArn Kr. MeschedeMes Bri]. Prät.: 1./3. Sg.: ›grē²n‹ [Kr. AhausAhs Kr. MünsterMün Kr. WarendorfWdf Kr. BeckumBek Kr. WiedenbrückWie Kr. HöxterHöx Kr. BürenBür Kr. IserlohnIsl Kr. MeschedeMes Bri], ›grē²ᵇn‹ [Wie], ›grē²ªn‹ [Kr. MindenMin Ravensbg Lippe Höx], ›griᵉn‹ [Kr. TecklenburgTek Kr. ArnsbergArn Wal]; Pl.: ›griᵉnen‹ [Kr. MindenMin Kr. HöxterHöx Mes], ›grē²nen‹ (Kr. AhausAhs Kr. Ahaus@SüdlohnSl), ›grē²ªnen‹ (Kr. BielefeldBie Kr. Bielefeld@GadderbaumGb); Part.: -›griᵉnen‹ [Münsterl nördl. OWestf Kr. HöxterHöx KSauerl Wal]. — Markierungen: „kaum gebräuchlich“ (Kr. Altena u. die krfr. Stadt LüdenscheidAlt Kr. Altena u. die krfr. Stadt Lüdenscheid@ImmeckeIm), „hier selten“ (Kr. Unna u. die krfr. Stadt HammUnn Kr. Unna u. die krfr. Stadt Hamm@AfferdeAf), „von älteren Leuten“ (Kr. AhausAhs Kr. Ahaus@KöckelwickKw); „gewöhnlich“ (Kr. WarendorfWdf Wd)⟩ ¶ Vgl. RHWB 2,1383: greinen; NDSWB 5,711: grīnen¹.
2998 Zeichen · 97 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    grînenstn.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +4 Parallelbelege

    grînen stn. daʒ ich durch sîn grînen niene lâʒe MS. 1,81. a. er bîʒet dâ sîn grînen niht hât widerseit Walth. 29,9. daʒ …

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    grinen

    Mnd. Handwb. (Lübben/Walther) · +1 Parallelbeleg

    grinen, st. v. den Mund verziehen zum Knurren, Winseln, Heulen, Lachen etc.

  3. modern
    Dialekt
    grinen

    Elsässisches Wb. · +6 Parallelbelege

    grine n [krínə fast allg.; krinə in Bed. 2 K. Z. ; kræìnə Bühl Ndrröd. N. ] Part. gegrint, grint u. grinne n [krìnə Hi. …

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit grinen

10 Bildungen · 2 Erstglied · 5 Zweitglied · 3 Ableitungen

Zerlegung von grinen 2 Komponenten

gri+nen

grinen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

grinen‑ als Erstglied (2 von 2)

grīnensmte

WWB

grinen·s·mate

grīnensmate Adj. [verbr.] 1.1. dem Weinen nahe, im Begriffe zu weinen. So ne Brut up’n Hochtītsdag, de is alltit grinensmaote ( Stf Ar ). — …

grinen als Zweitglied (5 von 5)

angrînen

MNWB

angrînen , stv. , jem. die Zähne weisen.

begrînen

MNWB

* begrînen , v. , belachen.

pigrinen

MNWB

° pigrinen , subst. : (in der Vbdg.:) dat sêre p. Hautausschlag, Räude; — entstellt < lat. serpigo; vgl. ° petigine.

tôgrînen

MNWB

*° tôgrînen , swv. : zulächeln, „ Dat steit so jahr un dag, un müt he undertüsken de deren spreken nich noch geven er een küsken, noch krige…

Ableitungen von grinen (3 von 3)

begrînen

MNWB

* begrînen , v. , belachen.

ergrînen

Lexer

er-grînen stv. II. BMZ intr. anfangen zu grînen Gudr. Wolk. 14,4. 15 ; tr. zum grînen bringen Buch d. r., ir wellet die armen liute gar unde…

vergrinen

ElsWB

vergrine n [fərkrenə Hf. ] Part. verweint: e vergrine n s Gsicht, vergrineni Auje n . — Schweiz. 2, 746.