EKELHAFT adj. (1)
abl. von ekel
m. –
vor 1740 allein herrschendes eckelhaft
nach mitte 19. jhs. nur noch mdal. bezeugt. (2)
die deutlich von ekel
m. unterschiedene adjektivabl. ersetzt nhd. standardsprachlich älteres ekel
adj. 1.
bedeutungsmäßig verblassendem ekelhaft
(s. 1 c
und d
) tritt wiederum lexikalisiertes ekelerregend
zur seite. 1
ekel hervorrufend; seit anfang 18. jhs. dominierende bedeutung. a
durch aussehen, geruch oder geschmack übelkeit erweckend zu ekel
m. 1 1616 eckelhafft,
nauseosus Henisch
t. spr. 1,787. 1656 auch die großfürstlichen silberne und zinnerne geschirre .. sahen schwartz vnd eckelhafft Olearius
muscowit. reyse 203. 1752 solche handwerker, die mit eckelhaften übel riechenden sachen umgehen Aszmuth
pflichten (1751)2,134. 1898 da rümpfte sie die nase, wie wenn sie etwas ekelhaftes röche Spitteler
4,194 B. 1968 Bubi will keinen spinat, weil er glaubt, das ist so ekelhaft wie der hühnerdreck Adler
panorama 41. b
abscheuerregend widerwärtig: 1675 zu ergetzung des ehrbaren lesers, welchem etwa ein possirliches .. schertz-stücklein .. nicht zuwieder oder gar eckelhaft ist Brandt
tauben-flügel 41. 1862 der dom .. von Köln, dem man .. durch ekelhaft moderne, bunte fenster .. den poetischen zauber des alten .. genommen Pückler-
M. brw. 4,88 A. 1955 die landläufige .. ansicht, die schon in der homosexuellen veranlagung als solcher etwas ekelhaftes, verdorbenes .. erblickt Bovet
weg 64. c
verblassend, miserabel, schlimm: 1836 es kam einiger thauschnee im wege und .. eine patschenasse, ekelhafte hochebene Ruge
brw. 1,56 N. 1973 sein arzt sei ein ekelhafter querkopf Becker
irreführung 196. d
adverbial vor adjektiven intensivierend wie furchtbar, schrecklich
u. ä.: ⟨1782⟩ der major .. ist .. unaufhörlich besorgt für seine werthe gesundheit, ohngeachtet er (wie der blasse cammerherr .. zu sagen pflegt) recht ekelhaft gesund aussieht Knigge
rom. (1787)1/2,266. ⟨1953⟩ er weiß, daß .. ich nicht praktisch genug für derartige ekelhaft komplizierte finanzangelegenheiten bin Baum
rehe (1954)204. 2
die ekelempfindung kennzeichnend; häufiger nur im 17. jh. a
zu ekelgefühlen geneigt. zu ekel
m. 1 1616 eckelhafft,
dem leichtlich vor etwas grawet Hulsius/R.
dict. t.-frz.-it. 90b. 1722 so sie auch nur .. pillen von reinem brodt gemacht, nehmen sollen, wird ihnen gantz ängstlich, werden übel, und müssen sich brechen, wer wolte nun sagen, daß .. diese pillen solches verursachten, da doch es bloß die eckelhaffte vorstellung thut Wichers
wahrheit 363. 1796 weil ich sehr ekelhaft bin, so genieße ich nicht gerne, was fremde personen zubereitet haben Heynatz
antibarbarus 1,2,351. 1925/40 do is̆ dәr f
ą̄dәr sou ęglhafd gәwę̄ mid denә
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(fliegen) s broud hod dsūgәdegd saĩ mesә sęli wail as mә
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bad. wb. 1,676a. b
ekelerfüllt, voller ekel: 1668 da hingegen andre nationen es
(ein wurzelgemüse) alles
(l. als?) ein stinckendes und widerlich-schmeckendes gewächs .. eckelhaffter weise verschmähen Francisci
lustgarten 975a. 1753 wie viel weiber .. haben endlich über alle .. hindernisse triumphiret, so ihnen bey der ekelhaften abneigung der herzen ihrer männer entgegen gestanden
Formey, philosoph 1,354. 3
empfindlich, schwer zufriedenzustellen, verwöhnt; vereinzelt zu ekel
m. 4 1641 gleicher gestallt wird wol kein mensch etwas bereiten können, welches dieser so eckelhafften zeit überall gefallen solte Schottel
sprachkunst 7. 1796 die censur .., die doch sonst sehr ekelhaft ist, hat diese schrift durchgehen lassen Heynatz
antibarbarus 1,2,351.Maak